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Alfred Döblin: "Die Tänzerin und der Leib" - Erzählanalyse

Title: Alfred Döblin: "Die Tänzerin und der Leib" - Erzählanalyse

Term Paper , 2003 , 12 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Yvonne Holländer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Bei beinahe keinem Autor scheint die Struktur eines Textes dermaßen bedeutsam wie bei Döblin, indem sie die Interpretation unterstützt und festigt. Kein Wort ist zufällig gewählt, kein Satz steht hier, der nicht harmonierend zum Gesamtgefüge beiträgt, so dass jedes seiner Werke einer perfekten Komposition gleichkommt. Der Aufbau ist also mindestens ebenso wichtig wie der Inhalt und stellt dessen Grundlage dar.
In dieser Arbeit soll nun die Struktur von Döblins Kurzgeschichte „Die Tänzerin und der Leib“ untersucht werden, wobei auf den Erzähler, die wechselnden Erzählperspektiven und die von ihm genutzten Bilder eingegangen wird. Abschließend soll noch geklärt werden, inwieweit durch diese Elemente eine bestimmte Interpretation vorgegeben wird und den Leser zu ihrer Annahme „zwingt“.
In dieser Erzählung wird eine Tänzerin von einer Krankheit befallen, was dazu führt, dass sie ins Krankenhaus muss. Ihr bereits vorher schon distanziertes Verhältnis zu ihrem eigenen Körper wird mit Fortschreiten des Siechtums immer ausgeprägter und führt schließlich zu einer kompletten Entzweiung. Die Geschichte endet damit, dass sich die Protagonistin das Leben nimmt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Tänzerin...

2.1 Erzähler und Erzählperspektive

2.2 Die Darstellung der Tänzerin

3. ... und der Leib

3.1 Rhetorische Figuren

3.2 Die Entzweiung von Geist und Körper

4. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert die Erzählstruktur von Alfred Döblins Kurzgeschichte „Die Tänzerin und der Leib“. Im Zentrum steht dabei die Untersuchung, wie durch den gezielten Einsatz von Erzählperspektiven, rhetorischen Figuren und Metaphern eine Entfremdung der Protagonistin von ihrem eigenen Körper konstruiert und dem Leser vermittelt wird.

  • Analyse von Erzählerrollen und Erzählperspektiven im Wandel des Textverlaufs.
  • Untersuchung der Charakterdarstellung und deren Einfluss auf die Leserwahrnehmung.
  • Deutung rhetorischer Bilder wie des „Kampfes“ und des „Kindes“.
  • Untersuchung der Entzweiung von Geist und Körper als zentrales narratives Motiv.
  • Betrachtung der Erzählgeschwindigkeit und der zeitlichen Strukturierung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Rhetorische Figuren

In dieser Erzählung gibt es zwei Bilder, die von besonderer Bedeutung sind: Das des Kampfes und das des Kindes. Das Erstere wird von Döblin benutzt, um das Verhältnis der Tänzerin zu ihrem Körper zu charakterisieren. Zwischen Beiden tobt eine ständige Schlacht um die Vorherrschaft, was dem Leser vor allem über die Wortwahl bedeutet wird: „Sie schlich sich behutsam und geduldig in die Zehen, die Knöchel, die Knie ein und immer wieder ein, überfiel habgierig die schmalen Schultern und die Biegung der schlanken Arme, wachte lauernd über dem Spiel des straffen Leibes.“ Die hervorgehobenen Begriffe gehören dem lexikalischen Feld des Krieges an und erwecken dadurch den Eindruck, dass die Tänzerin einen Feldzug gegen den eigenen Leib führt. Dabei gelingt der Sieg nicht mit einem Mal, sondern es müssen verschiedene „Schlachten“ geschlagen werden, was sich aus der Aufzählung der einzelnen Körperteile ergibt. Diese Beschreibung wird vom Erzähler geliefert, der hier auktorial sein muss, da er ansonsten diese Anstrengungen wohl nicht übermitteln könnte. Allerdings ist auch dies wieder seine Art der Beurteilung der Geschehnisse, wodurch er den Leser selbstverständlich beeinflusst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung der Struktur in Döblins Werken heraus und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Darstellung der Tänzerin und der Entfremdung von ihrem Körper.

2. Die Tänzerin...: Dieses Kapitel untersucht die erzählerische Gestaltung der Protagonistin, insbesondere durch den Wechsel von beobachtenden zu auktorialen Perspektiven und die Funktion ihrer Stimme.

2.1 Erzähler und Erzählperspektive: Hier wird analysiert, wie sich der Erzählstil und das Erzähltempo zwischen der Einleitung der Krise und dem Krankenhausaufenthalt verändern.

2.2 Die Darstellung der Tänzerin: Der Abschnitt beleuchtet, wie der Erzähler mittels ausgewählter Merkmale und der Stimme als Identitätsmerkmal ein distanziertes Bild der Tänzerin konstruiert.

3. ... und der Leib: Das Kapitel widmet sich den zentralen Metaphern, die das Verhältnis zwischen der Tänzerin und ihrem physischen Dasein definieren.

3.1 Rhetorische Figuren: Hier werden die Metaphern des „Kampfes“ und des „Kindes“ analysiert, um die Dynamik zwischen der Figur und ihrem Körper offenzulegen.

3.2 Die Entzweiung von Geist und Körper: Dieser Teil beschreibt den schleichenden Prozess der Entfremdung und die zunehmende Objektivierung des Leibes durch die Protagonistin.

4. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass die Entzweiung von Geist und Körper durch die erzählerischen Mittel indirekt, aber zwingend vermittelt wird.

Schlüsselwörter

Alfred Döblin, Die Tänzerin und der Leib, Erzählanalyse, Erzählperspektive, Leib-Seele-Dualismus, Entfremdung, Kurzgeschichte, Literaturwissenschaft, Rhetorische Figuren, Auktorialer Erzähler, Identität, Körperdarstellung, Metaphorik, Zeitstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit bietet eine detaillierte strukturelle Erzählanalyse von Alfred Döblins Werk „Die Tänzerin und der Leib“ unter besonderer Berücksichtigung der narrativen Mittel.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Erzählstruktur, die Charakterentwicklung der Protagonistin sowie die thematische Entzweiung von Geist und Körper.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Döblin durch den Einsatz von Erzählperspektiven und Bildsprache eine bestimmte Interpretation beim Leser provoziert.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es wird eine werkimmanente Erzählanalyse angewandt, die insbesondere auf die Untersuchung von Erzählerrollen, Perspektivwechseln und metaphorischen Strukturen setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Erzählperspektiven, der Charakterzeichnung der Tänzerin sowie der Analyse zentraler rhetorischer Bilder und der Entfremdung zwischen Geist und Körper.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen gehören Entfremdung, Erzählperspektive, Identitätsverlust, Metaphorik und Erzählstruktur.

Wie deutet die Autorin den Verlust der Stimme bei der Tänzerin?

Die Stimme wird als Medium der Identität begriffen; ihr Verlust im Krankenhaus deutet auf den Verlust des Selbst sowie die Entfremdung von der eigenen Persönlichkeit hin.

Welche Rolle spielt das „Kind“-Motiv in der Erzählung?

Das Motiv ist vielschichtig: Es wandelt sich von der Bezeichnung des „kindischen“ Leibes hin zur Verkörperung der Protagonistin selbst im Rahmen einer möglichen Persönlichkeitsspaltung.

Wie wird die „Entzweiung von Geist und Körper“ im Text vollzogen?

Diese Entzweiung zeigt sich durch die schrittweise Abwertung des Leibes durch die Protagonistin sowie den Übergang zu einem Sprachgebrauch, in dem der Körper als fremdes Objekt behandelt wird.

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Details

Title
Alfred Döblin: "Die Tänzerin und der Leib" - Erzählanalyse
College
Free University of Berlin  (Deutsche Philologie)
Course
Alfred Döblin
Grade
2,3
Author
Yvonne Holländer (Author)
Publication Year
2003
Pages
12
Catalog Number
V78032
ISBN (eBook)
9783638828710
Language
German
Tags
Alfred Döblin Tänzerin Leib Erzählanalyse Alfred Döblin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yvonne Holländer (Author), 2003, Alfred Döblin: "Die Tänzerin und der Leib" - Erzählanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78032
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