Auch wenn die Anfänge der Globalisierung bereits im 19. Jahrhundert mit dem Beginn der industriellen Moderne gelegt waren, so können gegenwärtige Prozesse als Intensivierungsschub der Globalisierung betrachtet werden.
Um über das Thema Globalisierung allgemeingültige Aussagen treffen zu können, ist es sinnvoll, dieses Phänomen analytisch in verschiedene Dimensionen zu kategorisieren. Es handelt sich um einen Prozess der weiträumigen Ausdehnung sozialer, ökonomischer und politischer Beziehungen, welcher sich unter anderem in einer Intensivierung regionale und nationale Grenzen überschreitender Ströme an Informationen, Kapital, Gütern und Menschen ausdrückt. Das Thema Tourismus aus der Perspektive der Globalisierung zu betrachten und zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen, erweist sich deshalb als eine Herausforderung, weil der Tourismus auf globaler Ebene eine Schnittstelle zwischen den unterschiedlichen Dimensionen darstellt. Der Tourismus, der – je nach Blickwinkel des Betrachters – möglicherweise zunächst hauptsächlich als ökonomisches Phänomen gesehen werden kann, ist stets vor dem Hintergrund des Aspektes der Politik und der Kultur zu betrachten. Auch soziale Aspekte sind nicht zu vernachlässigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Grundlagen: Globalisierung aus der Sicht des Tourismus und die historische Entwicklung des Tourismus
1.1 Globalisierung aus der Sicht des Tourismus
1.2 Aspekte der historischen Entwicklung des Tourismus und ihre Hintergründe
2. Einflussfaktoren auf die Tourismusnachfrage
2.1 Grundlagen für die individuelle Nachfragestruktur
2.2 Internationaler Vergleich ausgewählter Einflussfaktoren
2.2.1 Demographische Entwicklungen
2.2.2 Arbeitszeit und öffentliche Feiertage
3. Quantitative Analyse der internationalen Tourismusnachfrage
3.1 Internationale Daten und Bilanzen der Reiseausgaben
3.2 Internationale Entwicklungen und Zukunftsprognosen hinsichtlich der Touristenströme
3.3 Analyse der „Knoten“ des globalen touristischen Netzwerkes
4. Qualitative Analyse der internationalen Tourismusnachfrage
4.1 Das Konzept des „Homo touristicus globalis“
4.2 Homogenisierungstendenzen in der Hotelbranche – Anzeichen einer globalen Tourismuskultur
4.3 Touristische Kulturen und touristisches Kulturmodell
4.4 Das Konzept der Produktzyklen der Urlaubsstile
4.5 Globalisierung der Urlaubskultur? Ein Versuch zur Beantwortung dieser Frage unter Zuhilfenahme einer Analyse und Prognose ausgewählter Beispielländer
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel touristischer Nachfragestrukturen im Kontext der Globalisierung. Dabei wird analysiert, inwieweit sich eine weltweite Homogenisierung des Reiseverhaltens abzeichnet und welche Faktoren diesen Prozess beeinflussen.
- Historische Entwicklung und Einordnung des Tourismus im Globalisierungsprozess
- Analyse quantitativer Daten zur internationalen Tourismusnachfrage und Touristenströmen
- Untersuchung des Konzepts des „Homo touristicus globalis“
- Rolle von Hotelketten und Standardisierung in der Tourismuskultur
- Prognose von Urlaubsstilen und deren räumlich-zeitliche Verbreitung
Auszug aus dem Buch
4.1 Das Konzept des „Homo touristicus globalis“
Laut Walter FREYER sind Globalisierungstendenzen im Tourismusbereich in größerem Ausmaß im qualitativen als im quantitativen Bereich vorhanden. „Neben den Global Players/Producers auf der Angebotsseite gibt es Global Consumers/Touristen mit einem zunehmenden touristischen ‚Einheitsgeschmack’ in bezug auf Transport, Beherbergung, Verpflegung, Freizeitangebote, Kultur , Attraktionen usw.“
Es wird der globale Tourist (I.) als jemand, der stets nach Vertrautem und Gemeinsamkeiten sucht, vom regionalen Touristen (II.), der die Unterschiede und die Authentizität sucht, unterschieden.
- Der globale Tourist: Beim globalen Tourist handelt es sich um einen reiseerfahrenen „Globetrotter“, der in den 70er und 80er Jahren weltweit oder als „Pauschaltourist“ überwiegend in Destinationen mittlerer Entfernung (für Europäer oft die Mittelmeerregion) oder als Individualtourist hauptsächlich mit dem PKW im Inland oder in Nachbarländern Erfahrungen gesammelt hat. Basierend auf dieser Reiseerfahrung wird auf Reisen immer wieder auf Angebote zurückgegriffen, die auf früheren Reisen als gut empfunden wurden. So entsteht eine Nachfragemischung globaler Angebote; man kann hier von einer „globalen Idealreise“ sprechen. Dem globalen Touristen kommt es nicht so sehr auf das Verschiedene, sondern mehr auf das Gleiche an: gleiche Hotels von internationalem Standard, gleicher Airline Service, gleiches Essen in Form von „internationaler Küche“ und gleiche Freizeit-Aktivitäten wie zum Beispiel Swimming-Pool, Tennisplatz, Badelandschaften, Nachtbars, Freizeit- und Themenparks u.v.m.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Grundlagen: Globalisierung aus der Sicht des Tourismus und die historische Entwicklung des Tourismus: Dieses Kapitel bettet den Tourismus in den historischen Kontext der Globalisierung ein und führt das touristische Grundmodell ein.
2. Einflussfaktoren auf die Tourismusnachfrage: Hier werden demographische Entwicklungen sowie Arbeitszeit und öffentliche Feiertage als zentrale Determinanten für die individuelle Tourismusnachfrage analysiert.
3. Quantitative Analyse der internationalen Tourismusnachfrage: Dieses Kapitel untersucht die Konzentration der Reiseausgaben auf wenige Quellgebiete und analysiert internationale Touristenströme sowie deren Zukunftsprognosen.
4. Qualitative Analyse der internationalen Tourismusnachfrage: Der Hauptteil beleuchtet qualitative Aspekte wie das Verhalten des „Global-Touristen“, Homogenisierungstendenzen in der Hotelbranche sowie Kulturmodelle im Tourismus.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Tourismusnachfrage, Urlaubskultur, Homo touristicus globalis, Tourismusströme, Reiseintensität, Produktzyklen, Standardisierung, Hotelbranche, Demographische Entwicklung, Reisemobilität, Kulturaustausch, Tourismusökonomie, Nahtourismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich der internationale Tourismus unter dem Einfluss der Globalisierung wandelt und ob eine weltweite Vereinheitlichung der touristischen Nachfrage stattfindet.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Untersuchung umfasst die quantitative Analyse von Touristenströmen und Reiseausgaben sowie die qualitative Untersuchung von Urlaubsstilen, Konsummustern und kulturellen Wechselwirkungen im Tourismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Frage zu beantworten, ob von einer "Globalisierung der Urlaubskultur" gesprochen werden kann, indem die Veränderung der touristischen Nachfragestrukturen analysiert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus der Analyse statistischer Daten, Literaturrecherche zu tourismusökonomischen Modellen (wie z.B. das touristische Grundmodell von Freyer) und Fallbeispielen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine quantitative Analyse der globalen Tourismusströme und eine qualitative Analyse, die Konzepte wie den "Homo touristicus globalis" und die Homogenisierung durch transnationale Hotelkonzerne betrachtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Globalisierung, Tourismusnachfrage, Urlaubskultur, Standardisierung und internationale Reiseausgaben geprägt.
Was besagt das Konzept des „Homo touristicus globalis“?
Dieser Begriff beschreibt einen reiseerfahrenen Touristentyp, der weltweit nach standardisierten, vertrauten Angeboten (wie internationalem Hotelstandard oder bekannter Systemgastronomie) sucht, statt nach authentischen, regionalen Unterschieden.
Wie unterscheidet sich der globale vom regionalen Touristen?
Während der globale Tourist Vertrautheit und gleiche Standards auf der ganzen Welt sucht, legt der regionale Tourist Wert auf Authentizität, lokale Kulturgüter und den bewussten Unterschied zum eigenen Alltag.
Was bedeutet der Begriff „Glokalisierung“ im Tourismuskontext?
Das Kunstwort beschreibt den Trend, dass sich international agierende Akteure zunehmend an lokale Besonderheiten anpassen müssen ("Go global and act local"), um auf spezifischen Märkten erfolgreich zu sein.
- Quote paper
- Wolfgang Kulzer (Author), 2003, Eine Globalisierung der Urlaubskultur? Die weltweite Veränderung der touristischen Nachfragestrukturen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78120