Der Fokus dieser Arbeit wird auf die folgende Fragestellung gerichtet: „Resilienzforschung – Welche pädagogischen Konsequenzen ergeben sich für den Lehrberuf?“
Die Arbeit soll Antworten auf die Frage geben, ob Lehrpersonen die Ergebnisse der gegenwärtigen Resilienzforschung in ihr professionelles Handeln einbeziehen sollen, oder gar müssen.
Im zweiten Kapitel wird der Resilienzbegriff geklärt. Das dritte Kapitel widmet sich der Resilienzforschung. Es geht darin um die Entwicklung der Resilienzforschung und ihre zentralen Konzepte. Eine Klärung des Risikobegriffs findet sich dort ebenso wie die Erläuterung des Risiko- und des Schutzfaktorenkonzepts. Auch der Begriff „Coping“ wird im dritten Kapitel näher erläutert.
Das vierte Kapitel konzentriert sich auf die Beantwortung der hier behandelten Fragestellung. In diesem Kapitel werden konkrete Handlungsmöglichkeiten für Lehrpersonen erörtert. Im fünften Kapitel wird die Fragestellung kurz und prägnant beantwortet.
Abgerundet wir die Arbeit mit einem persönlichen Resümee.
Der Einfachheit halber wird in den folgenden Ausführungen abwechslungsweise das männliche und das weibliche Geschlecht verwendet. Gemeint sind immer beide Geschlechter.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Vorgehensweise
2. Resilienz – Eine Definition
3. Resilienzforschung
3.1 Wie kam es zur Resilienzforschung und was ist das Forschungsgebiet?
3.2 Ziele der Resilienzforschung
3.3 Was sind die Risiken unserer Gesellschaft?
3.4 Risiko – und Schutzfaktorenkonzept
3.4.1 Das Risikofaktorenkonzept
3.4.2 Das Schutzfaktorenkonzept
3.4.3 Was ist Coping?
3.5 Wichtige Erkenntnisse der Resilienzforschung
4. Pädagogische Konsequenzen für den Lehrberuf
4.1 Allgemeingültige pädagogische Konsequenzen
4.2 Resilienzbezogene Handlungsfelder für den Lehrberuf
5. Abschluss – Beantwortung der Fragestellung
6. Persönliches Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit Erkenntnisse aus der Resilienzforschung für Lehrpersonen pädagogisch nutzbar sind. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob und wie Lehrkräfte resilienzfördernde Faktoren in ihr professionelles Handeln integrieren können, um Kinder in ihrer psychischen Widerstandsfähigkeit zu unterstützen.
- Grundlagen der Resilienzdefinition in pädagogischen Kontexten
- Analyse des Risiko- und Schutzfaktorenkonzepts
- Die Rolle der Salutogenese für die pädagogische Praxis
- Praktische Handlungsfelder zur Förderung von Resilienz in der Schule
- Die Bedeutung von Coping-Strategien für die kindliche Entwicklung
Auszug aus dem Buch
3.4.1 Das Risikofaktorenkonzept
An den Beginn dieses Kapitels wird eine Kurzdefinition von Risiko- und Schutzfaktoren gesetzt, welche Lars R. Bergmann und Joseph Mahoney herangezogen haben: „’Risikofaktoren sind Variabeln, die mit einer hohen Auftretenswahrscheinlichkeit, hohem Schweregrad und einer längeren Dauer schwerwiegender psychischer Probleme assoziiert sind. Im Gegensatz dazu sind Schutzfaktoren auf Bedingungen bezogen, die den Widerstand von Menschen gegenüber Risikofaktoren und Störungen verstärken.‘ (Coie et al. 1993, 1013).“ (Bergmann u. Mahoney 1999, S. 315).
Risikofaktoren werden als solche bezeichnet, wenn ein Merkmal, das auf eine Gruppe von Individuen zutrifft, Störungswahrscheinlichkeit im Vergleich zu einer entsprechenden, unbelasteten Kontrollgruppe, erhöht. Die Wahrscheinlichkeit positiver und sozial erwünschter Verhaltensweisen sinkt und es kommt eher zu negativen Konsequenzen. Das Auftreten einer Störung in Anwesenheit eines derartigen Entwicklungsergebnisses ist wahrscheinlich, aber nicht determiniert. Der probabilistische Charakter von Risikoerhöhenden Bedingungen ist zu betonen, denn auch die klarsten Risikofaktoren ziehen nicht notwendigerweise ungünstige Entwicklungen in irgendeiner Form nach sich (vgl. Wustmann 2004, S. 36).
Wustmann stellt damit klar: „Das Risikofaktorenkonzept versteht sich als ein Wahrscheinlichkeitskonzept, nicht als ein Kausalitätskonzept. Risikobedingungen sind nicht immer unmittelbar mit psychischen Störungen oder Entwicklungsrisiken verknüpft, vielmehr muss in zahlreichen Fällen eine Vulnerabilität des Kindes vorausgesetzt sein (Scheithauer et al., 2000).“ (Wustmann 2004, S. 36).
Wie bereits erwähnt, sind Vulnerabilitätsfaktoren Merkmale, die sich auf biologische oder psychologische Merkmale beziehen. Die Risikofaktoren, welche sich auf psychosoziale Merkmale in der Umwelt des Kindes beziehen werden auch Stressoren genannt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation für die Themenwahl und definiert die Vorgehensweise sowie die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2. Resilienz – Eine Definition: Verschiedene psychologische und pädagogische Perspektiven auf den Resilienzbegriff werden dargelegt, um ein gemeinsames Verständnis für den weiteren Verlauf zu schaffen.
3. Resilienzforschung: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung der Forschungsdisziplin, erläutert das Risiko- und Schutzfaktorenkonzept sowie die Bedeutung von Coping-Strategien.
4. Pädagogische Konsequenzen für den Lehrberuf: Hier werden aus den theoretischen Erkenntnissen konkrete pädagogische Grundhaltungen und Handlungsmöglichkeiten für die Unterrichtspraxis abgeleitet.
5. Abschluss – Beantwortung der Fragestellung: Das Fazit fasst zusammen, dass präventive resilienzfördernde Maßnahmen eine zentrale Aufgabe moderner Lehrpersonen darstellen sollten.
6. Persönliches Resümee: Der Verfasser zieht ein abschließendes Fazit seiner Arbeit und reflektiert über die philosophische Bedeutung von Resilienz für das Lehrideal.
Schlüsselwörter
Resilienz, Resilienzforschung, Pädagogik, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Salutogenese, Coping, Vulnerabilität, Prävention, Lehrerberuf, kindliche Entwicklung, Bewältigungsstrategien, Ressourcenorientierung, Stressoren, Bindungstheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Relevanz der Resilienzforschung für den Lehrberuf und analysiert, wie Lehrpersonen durch ihr Handeln die psychische Widerstandsfähigkeit von Kindern fördern können.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition von Resilienz, das Risiko- und Schutzfaktorenkonzept, die salutogenetische Perspektive auf Erziehung sowie konkrete resilienzfördernde Verhaltensweisen im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Antworten auf die Frage zu geben, ob und wie Ergebnisse der Resilienzforschung in das professionelle Handeln von Lehrpersonen einbezogen werden sollen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die aktuelle Forschungsergebnisse zur Resilienz zusammenführt und auf ihre pädagogische Umsetzbarkeit hin prüft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Resilienzforschung, die Erörterung von Risiken und Schutzfaktoren sowie die Ableitung praktischer Konsequenzen für die pädagogische Arbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen Resilienz, Schutzfaktoren, Prävention, kindliche Entwicklung und pädagogische Konsequenzen.
Wie definiert der Autor das Verhältnis von Risiko- und Schutzfaktoren?
Er betont den probabilistischen Charakter: Risikofaktoren führen nicht zwingend zu Störungen, während Schutzfaktoren als Puffer bei bestehenden Belastungen dienen.
Welche konkreten Handlungsfelder nennt die Arbeit für Lehrkräfte?
Dazu gehören unter anderem die Gestaltung eines positiven Klassenklimas, das Spiegeln von Stärken, die Förderung von Selbstwirksamkeit und der Aufbau von unterstützenden Beziehungsqualitäten.
- Arbeit zitieren
- Beat Hochrieser (Autor:in), 2006, Resilienzforschung. Pädagogische Konsequenzen für den Lehrberuf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78149