Diese Vertiefungsrichtungsarbeit besteht aus zwei Teilen. Zunächst beschreibt Kapitel 2 den Standard IAS 36 und zeigt anhand von Beispielen auf, wie ein Unternehmen die Buchwerte seiner Aktiven überprüft, wie es den erzielbaren Betrag eines Aktivums ermittelt und wann es einen Verlust aus Wertbeeinträchtigung erfasst oder wieder aufhebt. Dieser Teil dient als Script, welches auf einfache und anschauliche Weise in die Thematik IAS 36 einführt, schrittweise die Schwierigkeiten bei der Anwendung aufzeigt und den Lernerfolg mit einer Übung im Anhang misst.
Der zweite Teil dieser Arbeit geht in Kapitel 3 der Frage nach, ob IAS 36 dem Management Gestaltungsspielräume bei der Bildung einer CGU gewährt, welche Bedeutung ihnen beigemessen werden kann und ob Auswirkungen auf die Darstellung von Vermögens- und Ertragslage bestehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen IAS 36
2.1 Ausgangslage
2.2 Zielsetzung
2.3 Anwendungsbereich
2.4 Identifikation des im Wert beeinträchtigten Aktivums
2.5 Zeitliche Anwendung
2.6 Ermittlung des erzielbaren Betrags
2.6.1 Der Marktwert abzüglich Verkaufskosten
2.6.1.1 Vekaufspreis
2.6.1.2 Verkaufskosten
2.6.2 Der Nutzwert
2.6.2.1 Zukünftige Cash-flows
2.6.2.2 Abzinsungssatz
2.7 Erfassung eines Verlustes aus Wertbeeinträchtigung eines einzelnen Aktivums
2.8 Cash Generating Unit
2.8.1 Erzielbarer Betrag einer Cash generating Unit
2.8.2 Buchwert einer Cash generating Unit
2.8.3 Erfassung eines Verlustes aus Wertbeeinträchtigung einer Cash generating Unit
2.8.4 Der Goodwill, ein Fall für eine Cash generating Unit
2.8.4.1 Wertbeeinträchtigung eines Goodwills
2.8.4.2 Wertbeeinträchtigung eines Goodwills
2.8.5 Wertbeeinträchtigung einer CGU, welcher der Goodwill zugeordnet ist
2.8.6 Wertbeeinträchtigung von CGU’s, welchen der Goodwill nicht zugeordnet werden kann
2.9 Wertaufholung eines im Wert beeinträchtigten Aktivums
2.10 Angaben im Geschäftsbericht
2.11 Grundlagen IAS 36: Feststellungen
3 Gestaltungsspielräume bei der Bildung von CGU’s
3.1 Verschiedene Arten von Gestaltungsspielräumen
3.1.1 Unzureichende Definition
3.1.2 Nicht alle vorstellbaren Situationen sind normiert
3.1.3 Explizite Entscheidungsspielräume
3.1.3.1 Bilanzpolitische Entscheidungen
3.1.3.2 Betriebswirtschaftliche Entscheidungen
3.2 Entscheidungsspielräume bei der Gestaltung von CGU’s
3.2.1 Entscheidung zwischen Fortsetzung oder Abgang von Vermögenswerten
3.2.2 Entscheidungen über die Organisationsform der Unternehmung
3.2.3 Entscheidungen über die Grösse von CGU’s
3.2.4 Entscheidungen über die Zusammensetzung von CGU’s
3.3 Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens- und Ertragslage
3.4 Zahlungswirkungen
3.5 Einschränkungen von Gestaltungsspielräumen bei der Bildung von CGU’s
3.6 Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu analysieren, ob der Rechnungslegungsstandard IAS 36 dem Management Gestaltungsspielräume bei der Bildung von "Cash Generating Units" (CGUs) einräumt und welche Auswirkungen diese auf die Darstellung der Vermögens- und Ertragslage in IFRS-Jahresabschlüssen haben können.
- Grundlagen und praktische Anwendung des Standards IAS 36
- Identifikation und Kategorisierung von Gestaltungsspielräumen bei der CGU-Bildung
- Analyse bilanzpolitischer und betriebswirtschaftlicher Motivationslagen des Managements
- Einfluss auf das Betriebsergebnis und die Darstellung der Finanzlage
- Auswirkungen auf Unternehmenszielsetzungen wie Shareholder-Value und Kreditfinanzierung
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Entscheidung zwischen Fortsetzung oder Abgang von Vermögenswerten
IAS 36.69 räumt dem Management explizit Entscheidungsspielraum bezüglich der Fortsetzung oder dem Abgang von Vermögenswerten ein.
Einerseits ist diese Entscheidung des Managements für die Durchführung eines Impairment-Tests nicht von Bedeutung, da lediglich der Vergleich der beiden Grössen Netto-Marktwert und Nutzwert relevant ist. Andererseits muss aber ein Verlust aus Wertbeeinträchtigung erfasst werden, je nachdem ob das Management entscheidet, ein Aktivum zu veräussern oder zu behalten. Diesen Zusammenhang verdeutlicht das folgende Beispiel aus IAS 36.107:
Eine Maschine wurde beschädigt, funktioniert aber noch, wenn auch nicht so gut wie vor der Beschädigung. Der Marktwert abzüglich der Verkaufskosten der Maschine ist geringer als deren Buchwert. Die Maschine erzeugt keine unabhängigen Cash-flows. Die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die die Maschine einschliesst und die Cash-flows erzeugt, die weitestgehend unabhängig von den Cash-flows anderer Vermögenswerte sind, ist die Produktionslinie, zu der die Maschine gehört. Der erzielbare Betrag der Produktionslinie zeigt, dass die Produktionslinie als Ganzes nicht im Wert beeinträchtigt ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die zunehmende Bedeutung internationaler Rechnungslegungsnormen und die praktische Relevanz von IAS 36 für den Periodenerfolg.
2 Grundlagen IAS 36: Erläutert das Vorgehen bei der Wertbeeinträchtigung von Aktiven, die Bestimmung des erzielbaren Betrags und das Konzept der Cash Generating Unit.
3 Gestaltungsspielräume bei der Bildung von CGU’s: Analysiert, wie das Management durch die organisatorische Definition von CGUs den Jahresabschluss zielgerichtet beeinflussen kann.
Schlüsselwörter
IAS 36, Impairment of Assets, Cash Generating Unit, CGU, Wertbeeinträchtigung, Buchwert, erzielbarer Betrag, Nutzwert, Goodwill, Bilanzpolitik, IFRS, Rechnungslegung, Unternehmenszielsteuerung, Shareholder-Value, Vermögenslage
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Anwendung des internationalen Rechnungslegungsstandards IAS 36 (Impairment of Assets) mit besonderem Fokus auf die Spielräume, die Unternehmen bei der Definition von Cash Generating Units (CGUs) nutzen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Bewertung von Vermögenswerten, die Ermittlung von Wertminderungen, die Vorgehensweise bei Goodwill-Tests sowie die bilanzpolitischen Möglichkeiten, die sich aus der Strukturierung der CGUs ergeben.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, ob und wie das Management Gestaltungsspielräume innerhalb des IAS 36 ausnutzen kann, um die Darstellung der Vermögens- und Ertragslage im IFRS-Abschluss gezielt zu beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine Untersuchung deutsch- und englischsprachiger Fachliteratur vorgenommen, die mit den Vorschriften des Standards IAS 36 verglichen und durch Beispiele aus der Unternehmenspraxis sowie Anhang-Übungen illustriert wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in IAS 36, die Erläuterung des CGU-Konzepts sowie eine detaillierte Analyse der Entscheidungsvariablen für das Management bei der CGU-Gestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Impairment, Cash Generating Unit, Goodwill, Bilanzpolitik, IFRS, Wertbeeinträchtigung und betriebswirtschaftliche Entscheidungsfindung.
Wie wirkt sich die Gestaltung von CGUs auf den Jahresabschluss aus?
Durch die Zusammenfassung oder Aufteilung von Vermögenswerten in CGUs kann das Management die Höhe eines potenziellen Wertminderungsaufwands steuern, was sich direkt auf das Betriebsergebnis auswirken kann.
Warum ist das Thema für die Praxis relevant?
Obwohl IFRS-Abschlüsse keine direkte Steuerbemessungsfunktion haben, beeinflussen sie durch die Darstellung des Ergebnisses Kennzahlen, die wiederum Auswirkungen auf Managementvergütungen und das Kreditrating haben können.
- Quote paper
- Heinz Widmer (Author), 2007, IAS 36 Impairment of Assets, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78373