Einleitend ist zu dem Thema Gordian III und Aphrodisias zu sagen, dass die Quellenlage in der alten Geschichte diesbezüglich sehr schwach ist. Es wurde nicht viel dokumentiert oder archiviert. Daher sind viele Dokumente verschwunden oder im Laufe der Geschichte zerstört worden. Man verlässt sich bei den Quellen also auf die wenigen existierenden Primärquellen wie Graffiti, Münzen oder Inschriften.
In Bezug auf Gordians III und seinem Verhältnis zur Stadt Aphrodisias stehen den Historikern drei Inschriften zur Verfügung, die bei der Ausgrabung des Theaters der Stadt gefunden wurden und den Mittelpunkt der Forschungsarbeit ausmachen.
Der Aufbau dieser Hausarbeit wird sich wie folgt gestalten: Eine kurze Biographie Gordians III soll eine Einordnung in den geschichtlichen Hintergrund ermöglichen, daran schließt sich eine Erläuterung zur antiken Stadt Aphrodisisas an. Die daraufhin folgende Erläuterung der drei Inschriften zeigt schließlich, dass diese das verbindende Glied zwischen Gordian III und Aphrodisias sind.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Gordian III
III. Aphrodisias
1. Geographisch wichtige Aspekte
2. Geschichte der Stadtentwicklung kleinasiatischer Städte
3. Die sympolity Plarasa/Aphrodisias
4. Stadtrechte
5. Namensentwicklung
IV. Quellen
1. Archivewall
2. Gordian III an Aphrodisias
a. Dankschreiben Gordians III
b. Bestätigung der Freiheit Aphrodisias
c. Eigener Gerichtshof
V. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das historische Verhältnis zwischen dem römischen Kaiser Gordian III. und der kleinasiatischen Stadt Aphrodisias. Anhand ausgewählter Inschriften, die an der sogenannten "Archivewall" des Theaters gefunden wurden, wird analysiert, wie der Kaiser die städtischen Privilegien bestätigte und inwiefern diese Dokumente den Status der Stadt als autonomer Verbündeter Roms widerspiegeln.
- Historische Einordnung der Regierungszeit Gordians III.
- Geographische und kulturelle Entwicklung der Stadt Aphrodisias.
- Analyse der städtischen Privilegien und des politischen Status unter römischer Herrschaft.
- Untersuchung kaiserlicher Korrespondenz als primäre Quellenbasis.
- Bedeutung der "Archivewall" als archäologisches und dokumentarisches Zeugnis.
Auszug aus dem Buch
Gordian III an Aphrodisias
Auch Briefe Gordians III an Aphrodisias sind unter den vielen Spalten an der archivewall entdeckt worden. Insgesamt sind drei Dokumente sicher ihm zuzuordnen, des weiteren wird von zwei Fragmenten angenommen, dass auch diese von ihm stammen.
Diese Dokumente spiegeln ebenfalls die Privilegien Aphrodisias wider, so dass man gut erkennen kann, dass die Abhängigkeit Aphrodisias von Rom zwar gesehen, dennoch aber ganz deutlich die Freiheit der Stadt akzeptiert wurde.
Auf der Mauer ist die Überlieferung im Allgemeinen nur sehr lückenhaft, und insbesondere von den kaiserlichen Briefen sind nur wenige überliefert. Bei Gordian III ist als einzigem Herrscher die Quellenlage einigermaßen ausführlich.
In den drei behandelten Dokumenten von Gordian III an Aphrodisias werden jeweils in den ersten Zeilen der gesamte Titel und sämtliche Ämter Gordians genannt. Demnach kann man die jeweiligen Dokumente gut einordnen, da man nachvollziehen kann, in welchem Jahr er welches Amt innehatte.
Sein vollständiger Titel im ersten Schreiben lautet „Imperator Caesar M. Antonius Gordianus, Pius, Felix, Augustus, Pontifex Maximus“ Es erscheint erst der Titel des Herrschenden, dann sein Name und Familienname. Pius bedeutet der Gottgeweihte, felix steht für den Glücklichen oder Heilbringenden und Erfolgreichen, pontifex maximus war der oberste Priester.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die schwierige Quellenlage und definiert die Untersuchung der drei Inschriften aus dem Theater von Aphrodisias als zentrales Forschungsvorhaben.
II. Gordian III: Dieses Kapitel skizziert die politische Situation der "Soldatenkaiser" und Gordians Aufstieg zum Alleinherrscher, wobei seine Beliebtheit in Kleinasien hervorgehoben wird.
III. Aphrodisias: Hier werden die geographische Lage, die Stadtentwicklung und die politische Sonderstellung der Stadt im Kontext ihrer Beziehungen zu Rom sowie der "sympolity" mit Plarasa erläutert.
IV. Quellen: Der Abschnitt widmet sich der Bedeutung der "Archivewall" als epigraphisches Archiv und analysiert die kaiserlichen Briefe Gordians III. sowie deren juristische Implikationen für die Stadtverwaltung.
V. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Dokumente ein exzellentes Zeugnis für die privilegierte Stellung Aphrodisias und die kaiserliche Anerkennung dieser Autonomie darstellen.
Schlüsselwörter
Gordian III., Aphrodisias, Römische Kaiser, Archivewall, Inschriften, Stadtrechte, Autonomie, Kleinasien, Epigraphik, Kaiserliche Briefe, Sympolity, Stadtentwicklung, Antike, Privilegien, Verwaltungssystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das spezifische Verhältnis zwischen dem römischen Kaiser Gordian III. und der antiken Stadt Aphrodisias, basierend auf archäologisch gesicherten Inschriften.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die politische Geschichte der Soldatenkaiser, die städtische Autonomie in römischen Provinzen sowie die Auswertung von epigraphischen Quellen aus dem antiken Kleinasien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie kaiserliche Korrespondenzen an der "Archivewall" den besonderen politischen Status und die Freiheitsrechte der Stadt Aphrodisias dokumentieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine primärquellenorientierte Analyse, indem sie die Inschriften des Theaters von Aphrodisias historisch einordnet und mit dem biographischen Hintergrund Gordians III. verknüpft.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Stadtgeschichte von Aphrodisias, den Stadtrechten und der detaillierten Analyse der kaiserlichen Briefe, die als Beleg für die gute Beziehung zu Rom dienen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Gordian III., Aphrodisias, Inschriften, Archivewall, Autonomie und Stadtrechte geprägt.
Warum war der Status als "freie Stadt" für Aphrodisias so bedeutend?
Der Status sicherte der Stadt weitreichende Privilegien wie Steuerfreiheit und eigene Gerichtsbarkeit, was den wirtschaftlichen Wohlstand und die politische Unabhängigkeit innerhalb des römischen Reiches förderte.
Welche Rolle spielt die sogenannte "Archivewall" in der Forschung?
Die Archivewall stellt die Hauptinformationsquelle über das städtische Leben und die kaiserlichen Edikte dar, da sie eine ungewöhnlich hohe Anzahl an erhaltenen Inschriften aus der späten Kaiserzeit beherbergt.
Was besagen die Briefe von Gordian III. über seine Beziehung zu Aphrodisias?
Die Briefe belegen, dass Gordian III. die Loyalität der Stadt schätzte und die bestehenden Rechte der Bürger als Antwort auf ihre Treue ausdrücklich bestätigte und wahrte.
- Quote paper
- Morgana Perkow (Author), 2005, Gordian III. und Aphrodisias - Römische Kaiser und Städte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78404