Gordian III. und Aphrodisias - Römische Kaiser und Städte


Seminararbeit, 2005

16 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Gordian III

III. Aphrodisias
1. Geographisch wichtige Aspekte
2. Geschichte der Stadtentwicklung kleinasiatischer Städte
3. Die sympolity Plarasa/Aphrodisias
4. Stadtrechte
5. Namensentwicklung

IV. Quellen
1. Archivewall
2. Gordian III an Aphrodisias
a. Dankschreiben Gordians III
b. Bestätigung der Freiheit Aphrodisias
c. Eigener Gerichtshof

V. Fazit

Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Einleitend ist zu dem Thema Gordian III und Aphrodisias zu sagen, dass die Quellenlage in der alten Geschichte diesbezüglich sehr schwach ist. Es wurde nicht viel dokumentiert oder archiviert. Daher sind viele Dokumente verschwunden oder im Laufe der Geschichte zerstört worden. Man verlässt sich bei den Quellen also auf die wenigen existierenden Primärquellen wie Graffiti, Münzen oder Inschriften.

In Bezug auf Gordians III und seinem Verhältnis zur Stadt Aphrodisias stehen den Historikern drei Inschriften zur Verfügung, die bei der Ausgrabung des Theaters der Stadt gefunden wurden und den Mittelpunkt der Forschungsarbeit ausmachen.

Der Aufbau dieser Hausarbeit wird sich wie folgt gestalten: Eine kurze Biographie Gordians III soll eine Einordnung in den geschichtlichen Hintergrund ermöglichen, daran schließt sich eine Erläuterung zur antiken Stadt Aphrodisisas an. Die daraufhin folgende Erläuterung der drei Inschriften zeigt schließlich, dass diese das verbindende Glied zwischen Gordian III und Aphrodisias sind.

II. Gordian III

Mit Maximinus Thrax (235-238 n.Chr.) hatte die Reihe der so genannten „Soldatenkaiser“[1] begonnen. Um sich die Unterstützung seiner Soldaten zu sichern, besoldete er sie besonders hoch, was eine Steuererhöhung für die restliche Bevölkerung zwingend nach sich zog. 238 n.Chr. kam es daher zu Erhebungen in Nordafrika und in Rom, wobei in Nordafrika erst Gordian I, dann Gordian II als Gegenkaiser ernannt wurden. Diese wurden schnell niedergeworfen, doch in Rom selbst wurde der Widerstand gegen Maximinus Thrax unter Pupienus, Balbinus und Gordian III, dem Enkel Gordian I, besser organisiert. Pupienus und Balbinus wurden zu Kaisern, Gordian III zum Caesar ausgerufen. Es folgte eine wirre Zeit von Schlachten und nur kurzzeitig herrschenden Persönlichkeiten. Pupienus und Balbinus starben bei den Kämpfen, so dass Gordian III noch im Jahre 238 mit 13 Jahren zum alleinigen Kaiser ausgerufen wurde. Zunächst wurde seine Herrschaft von Kommandeuren und Mitarbeitern gestützt. Der berühmteste seiner Berater war Timesitheus. Gordian III war in seiner kurzen Amtszeit von 238-244, in der er unter dem Einfluss Timesitheus als sein Lehrer und Erzieher stand, bei den Bürgern sehr beliebt, was einem unten analysierten Dokument zu entnehmen ist.

Nach dessen Tod dann übernahm Phillipus Arabs 243 faktisch die Macht und riss sie 244 ganz an sich. Er war möglicherweise für den Tod Gordians III vor Bagdad verantwortlich. Phillip der Araber wurde sein Nachfolger und regierte noch fünf weitere Jahre.

III. Aphrodisias

1. Geographisch wichtige Aspekte

Seit dem 8. Jahrtausend vor Christi war das Gebiet, in dem Aphrodisias lag, immer wieder besiedelt. Aphrodisias lag im damaligen Caria, im heutigen Anatolien im Westen der Türkei in Kleinasien. Die antike Stadt liegt 240 km süd-östlich von Izmir auf einem Plateau ca. 600 Meter über dem Meeresspiegel.

Die ersten Ausgrabungen fanden 1904-1905 und 1937 statt. Eine wirkliche Aufschlüsselung und Auswertung aller Funde aber erarbeitete Kenan Erim bei seinen Ausgrabungen ab 1961, der auch der Verfasser der meisten Texte über Aphrodisias ist.

1956 wütete in der Gegend süd-östlich von Aphrodisias ein Erdbeben. Auch wenn keine erheblichen Schäden angerichtet wurden, nutzten Forscher die Gelegenheit und siedelten Geyre, die Stadt die über Aphrodisias lag, um. Geyre wurde zwei Kilometer westlich der antiken byzantinischen Stadtmauer Aphrodisias neu erbaut; somit konnten die archäologischen Forschungen intensiviert werden.

Die Forscher versuchten, die damalige Situation der Stadt zu erforschen.

Geographisch gesehen vermutet man ein im Vergleich zur heutigen Umgebung recht ähnliches Umfeld, die Gegend war und ist reich an Vegetation: Obstplantagen, Weinanbau, Blumenwiesen und dichte Wälder waren auf dem Plateau zu finden. Weiterhin flossen Bäche durch die im Osten gelegenen Gebirge, die dem heutigen Dandalas entsprangen, einem Nebenfluss der Meander, die nord-östlich fließt. Ein deutlicher Unterschied ist wohl nur, dass die Hügel des Baba Dagi, der Aphrodisias umgibt, damals dichter bewachsen waren als heute.

All diese geographischen Vorteile brachten die Menschen immer wieder dazu sich in dieser Gegend anzusiedeln und boten Vorzüge für die Stadtentwicklung. Aphrodisias lag damals zwar nicht direkt am Netz der Infrastruktur, aber dennoch zunächst noch nah genug, um regen Handel betreiben zu können. Der Vorteil der etwas abseits gewählten Lage war, dass die Stadt besser vor feindlichen Übergriffen geschützt war. Nach und nach schien Aphrodisias jedoch mehr isoliert zu werden. Dies hatte wohl mit dem Verfall des byzantinischen Reiches zu tun. Denn in römischer und eventuell auch in vorrömischer Zeit grenzte Aphrodisias direkt an das Meandertal an und war durch eine lange Straße verbunden, die dem Dandalas folgte und bei Antiochia endete. Das heutige Überbleibsel der römischen Straße führt süd-westlich von Antiochia bis zum höher gelegenen Plateau des alten Tabae. Entlang dieser Straße wurde wahrscheinlich mit den anderen Städten geschäftiger Handel sowie kultureller Austausch betrieben. Erst in der ottomanischen Zeit verlor Aphrodisias endgültig an Einfluss. Nachdem Konstantinopel 1453 unter den Ottomanen fiel, verdrängte der Wachstum der Stadt Karacasu langsam die Bedeutung und den Handelsverkehr von Aphrodisias.

2. Geschichte der Stadtentwicklung kleinasiatischer Städte

Als wichtige erste Einflüsse sind wohl bei der Entstehungsgeschichte Aphrodisias in der Eisenzeit (ca.1200-1100 v.Chr.) „Phrygian, Lydian, Lycian and Carian culture“[2] mit starker Interaktion der Kultur griechischer Immigranten aus dem westlichen „Aegean“[3] zu nennen. Diese griechischen Immigranten wurden als Stämme der „Ionian“ und „Aeolian “[4] bezeichnet und prägten dieses Gebiet sehr stark. Auch wenn diese Stämme stark von ihrer Heimat Griechenland beeinflusst waren, vermischten sich ihre eigentliche und die neue Kultur in Anatolien und eine eigenständige Kultur entstand. Diese hellenistisch-orientalisch geprägten Städte erlangten im 8./6. Jahrhundert vor Christi politischen, wirtschaftlichen und vor allem kulturellen Einfluss.

Mit dem Sieg der Perser um 546 vor Christi über die Griechen wurde das Hoch der hellenistischen Kultur beendet. Alexander der Große wiederum besiegte die Perser 334 vor Christi und leitete das hellenistische Reich erneut ein, wobei die nachkommenden Dynastien neue Städte mit intellektuellem Zentrum weiter ausbauten. Diese Städte wurden einflussreich und bestanden auch neben der römischen Herrschaft weiter als kulturelle Zentren. Vor allem in der Kunst bildeten die mediterranen Städte unter römischer Herrschaft eine Vorbildfunktion für das römische Reich. Auch als im vierten Jahrhundert nach Christi im Osten das byzantinische Reich entstand behielten die Städte diese Stellung bei. Erst als die Türken die über die Städte Kleinasiens herrschten verloren diese ihren besonderen Status.

Aphrodisias genoss in der Zeit unter Rom stets eine besondere Stellung. Dies verwundert, da die Stadt nicht an der Haupthandelsstraße lag, vorerst keine provinzielle Hauptstadt war und keinen Haupthafen besaß.

Der erste große Wandel Aphrodisias vollzog sich um 250 nach Christi, als die Provinzen Caria und Phrygia gegründet wurden, deren Hauptstadt wahrscheinlich Aphrodisias wurde. Die Quellen geben wenig Auskunft über die Auswirkungen, doch es wird stark vermutet, dass Aphrodisias dadurch an der bis dahin so beharrlich gewahrten Autonomie verlor und zur gleichen Zeit auch den Status der freien Stadt und somit die Befreiung von Steuern verlor. Wenn nicht in dieser Zeit, dann spätestens, als Diocletian das Steuersystem einführte.

[...]


[1] K. Christ, Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis Diokletian, München 2004, zweite Auflage, S.119

[2] K. Erim, Aphrodisias. City of Venus Aphrodite, London 1986, Erstauflage, S.15

[3] Ebendies, S.15

[4] Ebendies, S.15

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Gordian III. und Aphrodisias - Römische Kaiser und Städte
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Proseminar: Einführung in die alte Geschichte
Note
2,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V78404
ISBN (eBook)
9783638830027
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gordian, Aphrodisias, Römische, Kaiser, Städte, Proseminar, Einführung, Geschichte
Arbeit zitieren
Morgana Perkow (Autor), 2005, Gordian III. und Aphrodisias - Römische Kaiser und Städte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78404

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