Der Zusammenhang zwischen Politik und Medien kann auf verschiedenen Ebenen erarbeitet werden. Besonders aufschlussreich und spannend ist er jedoch auf dem Gebiet der populären Kultur - in diesem Falll den Hollywood-Blockbustern - wo erst auf den zweiten Blick politische Einflüsse erkennbar werden.
Die Arbeit untersucht die "liaisons dangereuses " der Kriegsfilme aus Hollywood unter dem politischen Einfluss des Pentagons am Beispiel des Vietnamkriegs. Konkret stellt sie die Fragen:
Welche Kriege werden zu welchen Zeiten im Film thematisiert?
Welchen Einfluss kann das Pentagon auf Filmproduktionen nehmen?
Wie wird der Krieg in militärisch unterstützten und nicht-unterstützten Filmen dargestellt?
Die drei Filmbeispiele Apocalypse now, Rambo II – Der Auftrag und Good Morning Vietnam zeigen eindrücklich, wieviel Einfluss das Militär auf die Filmarbeit haben kann - und auf die Wahrnehmung des Betrachters.
Gliederung
I. Vorwort
II. Das Sujet
1. Der Vietnamkrieg – ein historischer Abriss
2. Kriegsfront vs. Heimatfront
3. Folgen und Bedeutungen
III. Das Genre
1. Definition Kriegsfilm
2. Definition Anti-Kriegsfilm
3. Paradoxon
IV. Das Produkt - 3 Filme über den Vietnamkrieg
1. Apocalypse now
2. Rambo II
3. Good Morning Vietnam
V. Der Einfluss des Pentagons
1. Geschichte der Zusammenarbeit
2. Unterstützungsmöglichkeiten des Militärs
3. Kriterien
4. Beispiele geförderter und nicht geförderter Filme
VI. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen der filmischen Darstellung des Vietnamkriegs und den Absichten sowie Unterstützungsmöglichkeiten des amerikanischen Militärs, um aufzuzeigen, wie politischer Einfluss die Entstehung von Kriegsfilmen steuert.
- Historische Einordnung des Vietnamkriegs und dessen Rezeption
- Differenzierung zwischen Kriegsfilm und Anti-Kriegsfilm
- Analyse der Pentagon-Kooperation anhand von drei exemplarischen Filmen
- Einfluss militärischer Zensur auf die filmische Meinungsbildung
- Darstellung von ideologischer Manipulation und Patriotismus im Kino
Auszug aus dem Buch
1. Apocalypse Now
Der Film, der zwischen 1977 und 1979 unter der Regie von Francis Ford Coppola auf den Philippinen entstand, wird oft als der „ultimative Kriegsfilm“ bezeichnet und ging aufgrund seiner eindrücklichen, brutalen Darstellung menschlicher Abgründe in die Filmgeschichte ein. Im Jahr 2001 wagte Coppola eine komplett neu geschnittene, um mehrere Szenen und eine Schlusssequenz erweiterte „Redux“-Version, die 49 Minuten länger ist, als sein Vorgänger und erneut das Publikum in die Kinos strömen ließ.
Die Geschichte des Films basiert auf einer freien Interpretation des Romans von Joseph Conrad Herz der Finsternis, der eigentlich Anfang des 20. Jahrhunderts im Kongo spielt. In Coppolas Adaption erhält Captain Willard (Martin Sheen) mitten im Vietnamkrieg einen geheimen Auftrag: Er soll den im kambodschanischen Dschungel versteckten Colonel Kurtz (Marlon Brando) finden und liquidieren. Kurtz, der sich fernab der Zivilisation eine Art Festung mit amerikanischen, vietnamesischen und kambodschanischen Soldaten aufgebaut hat, gilt als geisteskrank, insbesondere dank seiner „grauenhaften Ideen und Methoden“ und ist dem US-Militär ein Dorn im Auge. Da sie jegliche Kontrolle über ihn verloren haben, geben sie Willard den Auftrag, Kurtz umzubringen. Um zu dem entlegenen Ort zu kommen, muss Willard mit einem Patrouillenboot der US-Navy den Nung-Fluss bis nach Kambodscha hinein hochfahren.
Zusammenfassung der Kapitel
II. Das Sujet: Dieser Abschnitt bietet einen historischen Überblick über den Vietnamkrieg, die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft und die traumatischen Folgen des Konflikts.
III. Das Genre: Es erfolgt eine definitorische Abgrenzung zwischen Kriegs- und Anti-Kriegsfilmen sowie die Erörterung des Paradoxons, dass die Darstellung von Krieg notwendig ist, um ihn zu kritisieren.
IV. Das Produkt - 3 Filme über den Vietnamkrieg: Hier werden die Filme "Apocalypse now", "Rambo II" und "Good Morning Vietnam" als Fallbeispiele für unterschiedliche Perspektiven und den Einfluss des Pentagons analysiert.
V. Der Einfluss des Pentagons: Das Kapitel beleuchtet die Geschichte der Kooperation zwischen Hollywood und dem Militär sowie die Kriterien, nach denen das Pentagon Filmprojekte fördert oder ablehnt.
VI. Resümee: Die Arbeit fasst zusammen, wie das Militär durch die Kontrolle über Filminhalte versucht, das Bild des Vietnamkrieges zu steuern und die öffentliche Meinung zu beeinflussen.
Schlüsselwörter
Vietnamkrieg, Pentagon, Kriegsfilm, Anti-Kriegsfilm, Hollywood, Militärzensur, Propaganda, Apocalypse Now, Rambo II, Good Morning Vietnam, Patriotismus, Meinungsfreiheit, Medienmanipulation, Trauma, Filmgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die komplexe Beziehung zwischen der Filmindustrie Hollywoods und dem amerikanischen Pentagon im Kontext der filmischen Aufarbeitung des Vietnamkrieges.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die historische Einordnung des Vietnamkonflikts, die Definition des Filmgenres Kriegsfilm, die Analyse konkreter Filmbeispiele und die institutionelle Einflussnahme des Militärs auf Filmproduktionen.
Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit das Pentagon durch gezielte Unterstützung oder Verweigerung von Ressourcen die filmische Darstellung von Kriegen beeinflusst und somit die öffentliche Meinungsbildung steuert.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Analyse, die historische Kontexte mit einer Inhaltsanalyse ausgewählter Filme sowie der Untersuchung der Kooperationsmechanismen zwischen Militär und Filmstudios verknüpft.
Welche zentralen Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, eine Genrebeschreibung, eine detaillierte Besprechung dreier spezifischer Vietnam-Filme und eine Untersuchung der Kriterien und Strukturen der Zusammenarbeit mit dem Pentagon.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Vietnamkrieg, Pentagon, Kriegsfilm-Genre, politische Manipulation, Zensur, Propaganda und filmische Erinnerungskultur charakterisieren.
Wie beeinflusst die "Schere im Kopf" laut der Autorin die Filmentstehung?
Die Autorin beschreibt damit den Prozess, bei dem Regisseure oder Drehbuchautoren ihre Skripte bereits vorab an die Erwartungen des Pentagons anpassen, um die für eine Produktion notwendige militärische Unterstützung nicht zu gefährden.
Warum ist die Unterscheidung zwischen geförderten und nicht geförderten Filmen für die Autorin so wichtig?
Die Unterscheidung zeigt, dass geförderte Filme meist ein positives, patriotisches Bild des Militärs vermitteln, während unabhängige, nicht geförderte Filme oft kritischer mit den Schattenseiten und der Grausamkeit des Krieges umgehen.
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- Lisa Bitzer (Author), 2005, Hollywood in Vietnam - Die Darstellung des Vietnamkriegs im Film unter dem politischen Einfluss des Pentagons, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78425