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"Man ist natürlich niemals man selbst" - Über Gertrude Steins 'Autobiography of Alice B. Toklas'

Title: "Man ist natürlich niemals man selbst" -  Über Gertrude Steins 'Autobiography of Alice B. Toklas'

Presentation (Elaboration) , 2007 , 17 Pages

Autor:in: Katharina Rose (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die Autobiographie von Gertrude Stein hat den Autobiographischen Pakt von Lejeune gesprengt! Die modernen Verfahren die Gertrude Stein in der "Autobiography of Alice B. Toklas" angewendet hat werden in dieser Arbeit beschrieben und hinterfragt.


Gertrude Stein, die als das jüngste von fünf Kindern einer gutbürgerlichen, deutsch-jüdischen Familie am 3.2. 1874 in Allegheny (Pensylvania) geboren wurde, wird auch heute noch gerne als „Die Mutter der Moderne“ bezeichnet. Ihre Literatur war blank, assoziativ, abrupt und sie verbannte größtenteils, ähnlich wie James Joyce, die Interpunktion aus ihren Texten, um ihnen so einen eigenen Rhythmus zu geben. Der neue Umgang mit Literatur, mit Sprache, wie sie ihn entwickelte, stieß immer wieder auf heftige Kritik, die erst nach dem Erscheinen der Autobiography of Alice B. Toklas, ihrem erfolgreichstem Werk, allmählich nachließ. Ihr wurde unter anderem der Vorwurf gemacht, ihr Werk sei unzugänglich und sie sei unfähig mit dem klassischen Englisch umzugehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung - Leben und Wirken von Gertrude Stein

1.1 Entstehung der „Autobiographie von Alice B. Toklas“ und die Reaktionen darauf

2. Die Autobiography of Alice B. Toklas - Aufbau, Erzählperspektive, Erzählzeit

2.2 Fiktionalität

3. Versuch einer Gattungseinordnung

4. Schluss - Vergleich mit anderen Autobiographien

5. Bibliographie

Primärliteratur

Sekundärliteratur

Internetquellen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die „Autobiography of Alice B. Toklas“ von Gertrude Stein im Hinblick auf ihre Gattungseigenheiten, ihre komplexe Erzählperspektive und den Einsatz von Fiktionalisierung. Das zentrale Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Stein durch die Konstruktion einer fiktiven Erzählerfigur traditionelle autobiographische Konventionen durchbricht und stattdessen eine moderne Form der Identitätsinszenierung schafft.

  • Biographische Einbettung von Gertrude Stein
  • Analyse von Erzählperspektive und Zeitstruktur
  • Fiktionalität und Identitätskonstruktion
  • Gattungstheoretische Einordnung
  • Vergleich mit klassischen autobiographischen Ansätzen

Auszug aus dem Buch

2.2 Fiktionalität

Das Erzählermodell der Autobiography of Alice B. Toklas, „Ich als eine Andere“, problematisiert insbesondere die Frage nach der Identität und Fiktionalität eines autobiographischen Textes. Mit dem autobiographischen Schreiben geht immer die Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit einher und lässt auch die Frage aufkommen, welche bedeutungs- bzw. realitätsverändernde Funktion die eigene Erinnerung hat. Da das erzählende Ich und das erlebende Ich aufgrund der zeitlichen Differenz nicht mehr identisch sind, könnte die Vermutung entstehen, dass das eigene Erinnern im Grunde eine Fiktion ist, da man nicht alles so erinnern kann, wie es wirklich war und im Erinnern gewissermaßen die Geschehnisse „konstruiert“ werden. Natürlich wirft das auch die Frage auf, ob jemand überhaupt sagen kann, wie etwas wirklich war.

Die Aussage Gertrude Steins „Man ist natürlich niemals man selbst“ lässt die Einstellung vermuten, dass ein Subjekt (in Anlehnung an die Erkenntnisse der amerikanischen Soziologie) immer von anderen konstituiert wird und eher ein Produkt der Rollen ist, welche die Gesellschaft für es bereithält. Mit Hilfe der Mitmenschen kann das Subjekt sich selbst begreifen. Indem Gertrude Stein als Autorin die Erzählerin Alice B. Toklas konstruiert, welche wiederum die Funktion besitzt Gertrude Stein auf der textimanenten Ebene zu konstruieren, wird die Problematisierung der Ich-Identität auf die Spitze getrieben. Es kommt zu einem Kunstgriff, den man bisher nicht in dieser Form in der Gattung Autobiographie vorgefunden hat – die Einführung einer fiktionalen Erzählerfigur. Gertrude Stein selbst vergleicht die Autobiography mit einem fiktionalem Werk: „Ich werde sie [die Autobiography] so einfach abfassen wie Defoe, als er die Autobiographie Robinson Crusoes schrieb.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung - Leben und Wirken von Gertrude Stein: Gibt einen Überblick über die Biografie Gertrude Steins und ordnet ihr Schaffen sowie ihre Rolle als Schlüsselfigur der Moderne ein.

1.1 Entstehung der „Autobiographie von Alice B. Toklas“ und die Reaktionen darauf: Beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Werkes unter dem Aspekt des kommerziellen Strebens und thematisiert die zeitgenössische Rezeption sowie die bewusste Wahl des Titels als Paradoxon.

2. Die Autobiography of Alice B. Toklas - Aufbau, Erzählperspektive, Erzählzeit: Analysiert die formale Struktur, die chronologischen Brüche und die komplexe, multiperspektivische Erzählweise, die Gertrude Stein durch das „Ich“ von Alice B. Toklas wählt.

2.2 Fiktionalität: Untersucht die philosophische Ebene der Identitätskonstruktion und den bewussten Einsatz fiktionaler Elemente innerhalb eines autobiographischen Rahmens.

3. Versuch einer Gattungseinordnung: Hinterfragt, inwieweit das Werk klassische Gattungsdefinitionen sprengt und ein Vexierspiel zwischen Biographie, Autobiographie und Memoiren darstellt.

4. Schluss - Vergleich mit anderen Autobiographien: Stellt das Werk in Kontrast zu klassischen Autoren wie Rousseau oder Goethe, um die Einzigartigkeit von Steins Ansatz der „künstlerischen Authentizität“ und Selbstinszenierung herauszuarbeiten.

5. Bibliographie: Listet die verwendeten Quellen in Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetressourcen auf.

Schlüsselwörter

Gertrude Stein, Alice B. Toklas, Autobiographie, Moderne, Fiktionalität, Identität, Erzählperspektive, Gattungstheorie, Selbstinszenierung, Avantgarde, Paris, Literaturwissenschaft, Konstruktion, Biografie, Erzählzeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Gertrude Steins Werk „Autobiography of Alice B. Toklas“ im Hinblick auf seine literarischen Besonderheiten, insbesondere das Spannungsfeld zwischen autobiographischem Anspruch und fiktionaler Gestaltung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Gattungsproblematik, die Konstruktion von Identität durch Sprache und die Inszenierung der eigenen Person im Kontext der avantgardistischen Künstlerszene.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Stein durch den Einsatz einer fiktiven Erzählerfigur – ihrer Lebensgefährtin Alice B. Toklas – die Grenzen der autobiographischen Gattung bewusst überschreitet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Analysemethoden, unter anderem gattungstheoretische Ansätze nach Philippe Lejeune und erzähltheoretische Untersuchungen zu Sprecherkonstellationen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der Erzählstruktur, des „continuous present“, der Fiktionalität sowie der Einordnung des Werkes im Vergleich zu anderen bedeutenden Autobiographien der Literaturgeschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Fiktionalität, Identitätsinszenierung, Moderne, Erzählperspektive und Autobiographischer Pakt.

Warum ist das Werk „Autobiography of Alice B. Toklas“ formal als Paradoxon zu verstehen?

Das Paradoxon liegt darin, dass es sich um eine Autobiographie handelt, die von einer Person erzählt wird, aber von einer anderen verfasst wurde, wobei die Autorin selbst die Hauptfigur ist, was den autobiographischen Pakt auflöst.

Welche Rolle spielt die „künstlerische Authentizität“ im Vergleich zu klassischen Autobiographien?

Während klassische Autobiographien oft einen außerliterarischen Wahrheitsanspruch erheben, ersetzt Stein diesen durch Anekdoten und eine bewusste ästhetische Gestaltung, die stärker dem Marketing und der Imagebildung dient.

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Details

Title
"Man ist natürlich niemals man selbst" - Über Gertrude Steins 'Autobiography of Alice B. Toklas'
College
University of Leipzig  (Institut für klassische Philologie und Komparatistik)
Author
Katharina Rose (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V78435
ISBN (eBook)
9783638837170
ISBN (Book)
9783640292462
Language
German
Tags
Gertrude Steins Autobiography Alice Toklas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Rose (Author), 2007, "Man ist natürlich niemals man selbst" - Über Gertrude Steins 'Autobiography of Alice B. Toklas', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78435
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