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Zu David Humes "An Enquiry Concerning Human Understanding" - Eine Rekonstruktion des Kausalitätsbegriffs

Titel: Zu David Humes "An Enquiry Concerning Human Understanding" - Eine Rekonstruktion des Kausalitätsbegriffs

Hausarbeit , 2006 , 21 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Stefanie Barth (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Folgenden wird durch die Hausarbeit der für mich wesentliche Bestandteil der Enquiry, also das Kausalitätsprinzip, etwas genauer in Augenschein genommen. Was bedeutet, dass geklärt werden soll, wie Gegenstände menschlichen Denkens in Zusammenhang mit dem Wahrnehmbaren stehen, wie wir zu der Erkenntnis von Ursache und Wirkung aus dem uns entnehmbaren Objekten der Umwelt kommen und was eigentlich Kausalität wirklich für uns, die Gewissheit und für die Zukunft bedeutet.
Aus der Erörterung der Begriffe der Kausalität entnimmt Hume schließlich, dass nichts als real anzunehmen ist, was nicht auf innere und äußere Erfahrung, auf Eindrücke beider, zurückläuft. Um einleitend vorzubereiten was Hume unter Kausalität versteht, ist es empfehlenswert zu klären, was Hume unter „Eindrücken“ (impressions) und „Vorstellungen“ (ideas) versteht. Vorstellungen sind einfach (simple) oder zusammengesetzt (complex). Eindrücke sind Sinnesempfindungen (sensations), Affekte (passions) und Gefühlsregungen (emotions). Hingegen sind Vorstellungen schwache Abbilder der Eindrücke, wie sie in unser Denken und Urteilen eingehen, welche dadurch eine sekundäre Rolle gegenüber den Eindrücken einnehmen. Alle komplexen und einfachen Vorstellungen sind für Hume als Repräsentationen von Eindrücken zu verstehen und stammen direkt oder indirekt aus der sinnlichen Erfahrung. Somit gehen Vorstellungen auf Eindrücke zurück, indem man Vorstellungen zergliedert und nachweist, welcher Eindruck zu einem bestimmten Teil einer Vorstellung kongruent ist.

Komplexe Vorstellungen sind durch Assoziationsprinzipien kombiniert, wodurch Eindrücke bzw. Vorstellungen verkettet werden können und auch eventuell neue zusammengesetzte Vorstellungen entstehen können. Die drei Kategorien der Assoziationsprinzipien lassen sich durch Ähnlichkeit (Resemblance), Raum-zeitliche-Berührung (Contiguity) und dem Prinzip der Ursache und Wirkung (Causality) beschreiben. Durch diese Prinzipien werden verschiedene Gedanken miteinander verknüpft, welche u.a. die Basis für das Kausalitätsproblem bilden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Über die Gewissheit von Tatsachen („Matters of Facts“)

2.1. Von welcher Art sind die Gedankengänge betreffend „Matters of Facts“?

2.2. Welches ist die Basis all unserer Gedankengänge und Schlussfolgerungen in Bezug auf die Kausalität?

2.3. Welches ist die Basis aller Schlüsse aus der Erfahrung?

3. Das Prinzip des „Habit“

3.1. Einfluss von Gewohnheit

3.2. Glaube als notwendiges Resultat

4. Über die Einbildung von einem notwendigen Zusammenhang

5. Fazit

6. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit rekonstruiert den Kausalitätsbegriff in David Humes Werk „An Enquiry Concerning Human Understanding“ mit dem Ziel zu klären, wie menschliches Denken zu Erkenntnissen über Ursache und Wirkung gelangt und welche Rolle dabei die Erfahrung spielt.

  • Die erkenntnistheoretische Unterscheidung zwischen „Relations of Ideas“ und „Matters of Facts“.
  • Die Rolle der Gewohnheit („Habit“) als Fundament für induktive Schlüsse.
  • Die Analyse des Glaubens („Belief“) als psychologisches Resultat kausaler Verknüpfungen.
  • Die kritische Untersuchung der „notwendigen Verknüpfung“ als bloße Vorstellung.
  • Die empiristische Begründung der Erkenntnis und die Grenzen menschlicher Vernunft.

Auszug aus dem Buch

3. Das Prinzip des „Habit“

Gewohnheit bedeutet, dass im Laufe des Lebens gewisse konstante Erfahrungen gesammelt wurden und diese sich in unser Bewusstsein eingebürgert haben. „This hypothesis [der Gewohnheit] seems even the only one which explains the difficulty, why we draw, from a thousand instances, an inference which we are not able to draw from one instance, that is, in no respect, different from them.“ Nachdem Hume bei der Suche nach der Grundlage aller unserer Schlüsse aus der Erfahrung nur feststellen konnte, dass die Grundlage nicht im Denken a priori aufzufinden ist, entsinnt er sich eines anderen Prinzips. Etwas, dass wir durch die ständige Beobachtung der Außenwelt weit in unser Unterbewusstsein verdrängen. Wir denken mit Sicherheit wir könnten die Naturphänomene erklären, wie sie stattfinden und vor allem warum. Aber, so Hume, wenn wir tiefer in das beobachtbare Geschehen eindringen, entdecken wir nur eine durch Erfahrung geprägte Erscheinung gewisser konstanter Sequenzen von bestimmten Objekten.

Dadurch haben wir die Vorstellung von mehrmaligen Eindrücken dieser Art. Wir sehen immer wieder wie ein Tropfen auf einem sehr heißen Stein zerberstet, auseinander perlt und sich in Nichts auflöst. So glauben wir zu wissen, dass die Folge das Verdampfen von H2O ist. Aber im Grunde sind wir diese Erscheinung nur gewohnt und lernten nie eine andere Wirkung aus ihr zu entnehmen. Die kontinuierliche Folge von Gegenständen also ist es, was uns das Bild von einem Prinzip der Kausalität darbietet und es uns, durch Gewohnheit, unterstellen lässt, dass es kausale notwendige Zusammenhänge gäbe. Durch diese kontinuierliche Folge leiten wir die Existenz des Gegenstandes aus der Erscheinung des anderen ab. Das Prinzip der Gewohnheit (custom or habit) ist es, was Hume, betreffend unserer Gedankengänge des Geistes, als Grundlage unserer Schlüsse aus der Erfahrung gewinnt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Humes Kausalitätsprinzip ein und steckt den Rahmen für die Untersuchung ab, wie Erkenntnisse aus Erfahrung gewonnen werden.

2. Über die Gewissheit von Tatsachen („Matters of Facts“): Das Kapitel thematisiert die Unterscheidung zwischen analytischen Wissensbeziehungen und empirischen Tatsachen sowie die daraus resultierende Problematik für Kausalitätsschlüsse.

2.1. Von welcher Art sind die Gedankengänge betreffend „Matters of Facts“?: Hier wird untersucht, wie Vernunfterwägungen über Tatsachen primär auf dem Kausalitätsbegriff basieren.

2.2. Welches ist die Basis all unserer Gedankengänge und Schlussfolgerungen in Bezug auf die Kausalität?: Das Kapitel legt dar, dass Kausalzusammenhänge nicht a priori, sondern ausschließlich durch wiederholte Erfahrung entdeckt werden können.

2.3. Welches ist die Basis aller Schlüsse aus der Erfahrung?: Es wird erläutert, dass Humes Antwort auf die Frage nach der Begründung induktiver Schlüsse skeptisch ausfällt und keine logische Rechtfertigung zulässt.

3. Das Prinzip des „Habit“: Hier wird die Gewohnheit als zentrales psychologisches Prinzip eingeführt, das erklärt, warum wir aus wiederholten Ereignissen auf zukünftige Wirkungen schließen.

3.1. Einfluss von Gewohnheit: Dieses Kapitel verdeutlicht die Rolle der Gewohnheit als unverzichtbares Mittel der Orientierung im täglichen Leben.

3.2. Glaube als notwendiges Resultat: Es wird analysiert, warum der Glaube an kausale Verbindungen eine unvermeidliche seelische Operation und kein Akt des Verstandes ist.

4. Über die Einbildung von einem notwendigen Zusammenhang: Dieses Kapitel dekonstruiert die Vorstellung einer objektiven „notwendigen Verknüpfung“ als reine Projektion unseres Geistes auf die Außenwelt.

5. Fazit: Das Fazit fasst die erkenntnistheoretischen Grundzüge Humes zusammen und bestätigt die empirische Begrenztheit der Kausalitätsannahme.

6. Bibliographie: Verzeichnis der verwendeten Literatur und Quellen.

Schlüsselwörter

Kausalität, Hume, Erfahrung, Gewohnheit, Habit, Induktion, Wahrnehmung, Eindruck, Vorstellung, Erkenntnistheorie, Notwendige Verknüpfung, Glaube, Empirismus, Ursache und Wirkung, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer erkenntnistheoretischen Rekonstruktion des Kausalitätsbegriffs bei David Hume im Kontext seines Werkes „An Enquiry Concerning Human Understanding“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Ursache und Wirkung, die Natur der menschlichen Erfahrung, die Rolle der Gewohnheit für unser Denken sowie die kritische Hinterfragung objektiver Notwendigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Kausalität keine logische oder metaphysische Notwendigkeit ist, sondern ein auf Gewohnheit und wiederholter Erfahrung basierendes psychologisches Prinzip menschlicher Natur.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine philologische und systematische Interpretation primärphilosophischer Texte (Lektüreübung) unter Einbeziehung von Sekundärliteratur zu Hume.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise, warum Kausalität weder a priori noch durch den Verstand begründbar ist und wie stattdessen psychologische Prinzipien wie Gewohnheit und Glaube das Zustandekommen kausaler Vorstellungen erklären.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kausalität, Empirismus, Gewohnheit (Habit), Induktion, notwendige Verknüpfung und Erkenntnistheorie charakterisiert.

Wie unterscheidet Hume laut der Arbeit zwischen „Relations of Ideas“ und „Matters of Facts“?

Hume trennt die logisch-analytische Sphäre der Vorstellungsbeziehungen von der empirischen Sphäre der Tatsachen, wobei nur Letztere eine Erfahrungsgrundlage benötigen.

Warum lehnt Hume eine objektive „Kraft“ als Ursache ab?

Hume argumentiert, dass wir von einer solchen Kraft keine sinnlichen Eindrücke besitzen; wir nehmen lediglich eine konstante Aufeinanderfolge von Ereignissen wahr, nicht aber eine in den Dingen verborgene Notwendigkeit.

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Details

Titel
Zu David Humes "An Enquiry Concerning Human Understanding" - Eine Rekonstruktion des Kausalitätsbegriffs
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,0
Autor
Stefanie Barth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V78436
ISBN (eBook)
9783638837200
Sprache
Deutsch
Schlagworte
David Humes Enquiry Concerning Human Understanding Eine Rekonstruktion Kausalitätsbegriffs
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefanie Barth (Autor:in), 2006, Zu David Humes "An Enquiry Concerning Human Understanding" - Eine Rekonstruktion des Kausalitätsbegriffs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78436
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Leseprobe aus  21  Seiten
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