Weitgehend unbestritten ist heute, dass E-Learning ein neues Potential darstellt, um auf den sich verändernden und erweiterten Bildungsbedarf der Informations- und Wissensgesellschaft zu reagieren. Unabhängig von Raum und Zeit besteht die Möglichkeit, Lernangebote bedarfsgerecht zu nutzen und dennoch in Interaktion mit Mitlernenden und Lehrenden zu stehen. Das E-Learning bietet dabei die Möglichkeit, konstruktivistische didaktische Ansätze umzusetzen und weiterzuentwickeln und das Lernangebot bedarfsorientierter und individueller bereitzustellen als klassische Lernformen.
Die Einführung von E-Learning ist gleichwohl von vielerlei Ängsten bei allen Beteiligten geprägt. Lehrpersonal sieht sich in der Gefahr, durch elektronische Medien überflüssig zu werden, Lerner fürchten teilweise den Umgang mit dem PC und die neuen Anforderungen, die Ihnen hier entgegen gebracht werden.
Diese Hausarbeit möchte die Akzeptanz von Seiten der Lernenden aufgreifen und hinterfragen, ob das E-Learning der hier betrachteten pflegerischen Fachweiterbildungen bei den Lernenden die notwendige Akzeptanz gefunden hat. Die Befragung greift in diesem Zusammenhang auch die Einschätzung der Teilnehmer zu den Lernerfolgen durch das E-Learning auf, da eine Akzeptanz für den Lernenden gerade durch die Effizienz und Effektivität bei der Vermittlung des Lernstoffes gefördert wird. Die Befragung liefert damit auch Anhaltspunkte für eine Verbesserung des betreffenden E-Learning-Angebotes.
Auf Basis der Definition von Akzeptanz von Simon (2001) kann von einer hohen Akzeptanz gesprochen werden, wenn
• die Qualität der angebotenen Lehrinhalte als hoch eingeschätzt wird
• der persönliche Nutzen des E-Learnings positiv eingeschätzt wird
• eine hohe Beteilung von Seiten der Nutzer durch die kommunikativen Elemente besteht.
Die Erhebung soll darüber hinaus bestehende Schwachstellen ermitteln und Empfehlungen zu einer Optimierung aussprechen. Hierzu gehört auch die Berücksichtigung der Rahmenbedingungen, unter denen die Teilnehmer das E-Learning individuell verschieden absolviert haben.
Eine inhaltliche Betrachtung der E-Learning-Module, bspw. durch eine Expertenbetrachtung, bleibt außen vor. Die Evaluation stützt sich alleinig auf die Einschätzung der Weiterbildungsteilnehmer und erfasst die Lernergebnisse über deren Rückmeldung.
Gliederung
1. Einleitung
2. Evaluation von E-Learning-Aktivitäten
2.1. Grundlagen der Evaluation
2.1.1. Definition von Akzeptanz
2.1.2. Bedeutung von Qualität / Evaluation als Qualitätssicherung
2.1.3. Zugrundegelegte Evaluationsmethodik
2.1.4. Besonderheit bei der Evaluation von Bildungsaktivitäten
2.2. Bedeutung des E-Learnings
2.2.1. Besonderheit von E-Learning-Lernarrangements
2.2.2. Didaktische Funktion von E-Learning
2.2.3. Ökonomische Aspekte von E-Learning
3. Untersuchung
3.1. Ausgangsbedingungen
3.2. Evaluationsdesign - quantitative Befragung mittels Fragebogen
3.3. Gütekriterien
3.3.1. Objektivität
3.3.2. Reliabilität
3.3.3. Validität
4. Ergebnisse der Evaluation – Interpretation
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Hausarbeit verfolgt das Ziel, die Akzeptanz von E-Learning-Anteilen innerhalb pflegerischer Fachweiterbildungen aus Sicht der Lernenden zu evaluieren, um Schwachstellen aufzudecken und Optimierungspotenziale für die Gestaltung zukünftiger Bildungsangebote abzuleiten.
- Akzeptanz von E-Learning-Angeboten bei Weiterbildungsteilnehmern
- Evaluation des Blended-Learning-Konzepts in der Pflege
- Bedeutung der teletutoriellen Betreuung für den Lernerfolg
- Vergleich zwischen subjektivem Nutzen und technischer Implementierung
- Rahmenbedingungen für selbstgesteuertes Lernen im Beruf
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Definition von Akzeptanz
Gerade beim selbstgesteuerten Lernen spielt die Akzeptanz des Lernangebots eine bedeutende Rolle und ist wichtiger Indikator für den Lernerfolg. Eine hohe Akzeptanz fördert die Auseinandersetzung mit dem Lerninhalt und der individuellen Ausgestaltung des Lernprozesses. Kim & Klauser definieren Akzeptanz in diesem Kontext als „die subjektive Wahrnehmung und Beurteilung der Qualität und des Nutzens eines Lernangebots durch Lerner“ (Kim, Klausen, 2004, S. 23). Diese Definition lässt jedoch die positive Bewertung, die mit einer Akzeptanz zwingend einhergeht, außer acht. Simon greift dies in seiner Definition von Akzeptanz auf: „Akzeptanz (engl.: acceptance) steht im Widerspruch zum Begriff Ablehnung und bezeichnet die positive Annahmeentscheidung einer Innovation durch die Anwender.“ (Simon, 2001, 87).
In der Akzeptanzforschung wird zwischen der Einstellungsakzeptanz und der Verhaltens-akzeptanz unterschieden (Simon, 2001, 87ff). Die Einstellungsakzeptanz bezeichnet die kognitiven und affektiven Komponenten und berücksichtigt damit die motivational-emotionalen Zustände und die individuelle Bewertung des persönlichen Nutzens in Gegenüberstellung zu den Kosten. Die Verhaltensakzeptanz bezeichnet die Annahme von Innovationen in Form von beobachtbarem Verhalten.
Akzeptanz ist dabei selten dichotom, sondern verläuft meist in verschiedenen Stufen zwischen Ablehnung und Zustimmung. Für Wissensmedien kann sich dies in unterschiedlichen Nutzenniveaus ausdrücken, von der rein passiven Nutzung des angebotenen Lehrmaterials bis zum eigenen Anbieten von ergänzendem Wissen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des E-Learnings ein, skizziert den Paradigmenwechsel in der Didaktik und begründet die Relevanz der Untersuchung der Teilnehmerakzeptanz in pflegerischen Fachweiterbildungen.
2. Evaluation von E-Learning-Aktivitäten: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Evaluation, definiert den Akzeptanzbegriff sowie die Bedeutung von Qualitätssicherung im E-Learning und stellt gängige Evaluationsmodelle wie das Kirkpatrick-Modell vor.
3. Untersuchung: In diesem Kapitel wird das methodische Vorgehen beschrieben, einschließlich der Ausgangsbedingungen der Fachweiterbildungen, der Konzeption des Fragebogens und der Prüfung der Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität.
4. Ergebnisse der Evaluation – Interpretation: Dieser Teil präsentiert die empirischen Daten der durchgeführten Befragung und interpretiert die Ergebnisse hinsichtlich der Akzeptanz der eingesetzten E-Learning-Medien, der teletutoriellen Betreuung sowie des wahrgenommenen Lernzuwachses.
5. Schlussbetrachtung: Die abschließende Betrachtung fasst die Ergebnisse zusammen, konstatiert eine insgesamt geringe Akzeptanz und leitet aus der Analyse konkrete Handlungsempfehlungen für die Gestaltung zukünftiger E-Learning-Konzepte ab.
Schlüsselwörter
E-Learning, Evaluation, Akzeptanz, Fachweiterbildung, Blended Learning, Qualitätssicherung, teletutorielle Betreuung, Lernerfolg, Pflege, Wissensvermittlung, Selbstgesteuertes Lernen, Kirkpatrick-Modell, Bildungstechnologie, Online-Kommunikation, Teilnehmerorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Evaluation der Akzeptanz von E-Learning-Anteilen bei Teilnehmern zweier pflegerischer Fachweiterbildungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Akzeptanz und Qualitätssicherung im E-Learning, das Design der Evaluation sowie die empirische Analyse der Akzeptanzfaktoren.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Ziel ist es, die Akzeptanz des E-Learnings bei den Lernenden zu untersuchen, Schwachstellen zu identifizieren und Empfehlungen zur Verbesserung der Lernkonzepte zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Befragung mittels eines selbst erstellten internetgestützten Fragebogens durchgeführt, wobei die Daten statistisch ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Beschreibung der Untersuchung und eine detaillierte Interpretation der Ergebnisse zu verschiedenen Themenblöcken wie Lerninhalten und Online-Betreuung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind E-Learning, Akzeptanz, Evaluation, Blended Learning, Pflegerische Fachweiterbildung und teletutorielle Betreuung.
Welche Rolle spielt die teletutorielle Betreuung?
Die Arbeit stellt heraus, dass die teletutorielle Betreuung eine essenzielle Rolle für die Akzeptanz und den Erfolg spielt, wobei die Teilnehmer die tatsächlich stattfindende Betreuung als verbesserungsbedürftig empfanden.
Warum wird das Blended-Learning-Konzept kritisch betrachtet?
Die Teilnehmer empfanden die Abstimmung zwischen E-Learning und Präsenzphasen sowohl inhaltlich als auch zeitlich als nicht optimal gelungen, was die Akzeptanz des Modells minderte.
- Quote paper
- Michael Beurer (Author), 2007, Einsatz von E-Learning in der pflegerischen Fachweiterbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78461