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Sprechakte - was tun wir, wenn wir sprechen?

Title: Sprechakte - was tun wir, wenn wir sprechen?

Seminar Paper , 2003 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tina Heesel (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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In dieser Hausarbeit beschäftigen wir uns mit dem Thema Sprechakte. Wir stützen uns dabei auf die Begründer der Sprechakttheorie J. L. Austin (1962) und J. R. Searle (1969). Ein Ziel der Sprachphilosophie ist es, eine wahrheits-bestimmte Sprach- und Argumentationstheorie zu finden, mit deren Hilfe es möglich sein soll, den Wahrheitsgehalt von Aussagen zu überprüfen. Es geht darum, woher man weiss, dass das, was man sagt, wahr ist. Das Ziel dieser Hausarbeit ist es zu zeigen, was wir tun, wenn wir sprechen. Eine faktische Sprachbeschreibung und ihre Analyse ist nicht das Ziel dieser Hausarbeit.

Searle stellt die Hypothese auf, dass „eine Sprache sprechen bedeutet, Sprechakte auszuführen“ . Diese Akte sind durch gewisse Regeln bestimmt. Searle ist weiterhin der Ansicht, dass Kommunikation ohne Sprechakte nicht möglich ist. Dabei ist nicht das einzelne Wort oder gar der ganze Satz an sich ausschlaggebend, sondern das Hervorbringen dieses Wortes oder dieses Sat-zes im Vollzug des Sprechaktes (Vgl. Searle, S.30). Die Pragmatik des Spre-chens und Schreibens ist bei den Sprechakten demnach also offensichtlich ausschlaggebend. Ein Sprecher hat nach Searle immer die Möglichkeit genau das zu sagen, was er meint, vorausgesetzt er spricht die Sprache, in der er sich äußert, aufrichtig und in einem passenden Zusammenhang. Searle nennt die-ses Phänomen das „Prinzip der Ausdrückbarkeit“ . Wir gehen in dieser Hausar-beit sowohl auf die Benennung und Beschreibung der einzelnen Sprechakte ein, als auch auf eine Reihe hinreichender und notwendiger Regeln für den Vollzug der Sprechakte. Es ist dabei festzustellen, dass die Benennung und die Aufteilung der Sprechakte bei Searle und Austin teilweise variieren. Des Weite-ren stellen wir einen Zusammenhang her, inwieweit die Sprechakttheorie für die Wahrheitstheorie von Nutzen bzw. von Bedeutung ist.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sprechakte

2.1 Was ist ein Sprechakt?

2.2 Die Sprechakttheorie nach Searle

2.2.1 Der Äußerungsakt

2.2.2 Der propositionale Akt

2.2.3 Der illokutive Akt

2.2.3.1 Regeln zum Verständnis des illokutiven Akts

2.2.3.2 Regeln für den Vollzug eines illokutiven Akts

2.2.3.3 Beispiele zur Verdeutlichung der von Searle formulierten Bedingungen

2.2.4 Der perlokutive Akt

2.2.5 Grundkategorien illokutiver Akte nach Searle

2.3 Die Sprechakttheorie nach Austin

2.3.1 Performative und konstatierende Äußerungen

2.3.2 Der lokutionäre Akt

2.3.3 Der illokutive Akt

2.3.4 Der perlokutive Akt

2.3.5 Katalogisierung illokutiver Verben nach Austin

2.4 Indirekte Sprechakte

2.5 Bedeutung der Sprechakttheorie für die wahrheitsbestimmte Sprach- und Argumentationstheorie

3 Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Konzepte der Sprechakttheorie nach J. L. Austin und J. R. Searle, um deren Relevanz für eine wahrheitsbestimmte Sprach- und Argumentationstheorie herauszuarbeiten und zu klären, welche Handlungen wir durch das Sprechen vollziehen.

  • Vergleichende Analyse der Sprechakttheorien von Austin und Searle.
  • Unterscheidung und Definition der simultan vollzogenen Teilakte einer Äußerung.
  • Darstellung der notwendigen Bedingungen für das Gelingen von Sprechakten.
  • Kategorisierung illokutiver Verben und Handlungen.
  • Erörterung der Bedeutung von Sprechakten für die Wahrheitstheorie in der Sprachphilosophie.

Auszug aus dem Buch

2.2.3.1 Regeln zum Verständnis des illokutiven Akts

Um den illokutiven Akt besser erklären zu können, verfasst Searle zwei unterschiedliche Regeln: regulative und konstitutive Regeln.

Die regulativen Regeln sind für bereits bestehende Verhaltensformen zuständig. Bestehende Verhaltensformen sind z.B. Anstandsregeln in zwischenmenschlichen Beziehungen (Vgl. Searle1, S.145f.). Anders beschrieben regeln regulative Regeln eine „bereits existierende Tätigkeit, eine Tätigkeit, deren Vorhandensein von der Existenz der Regeln logisch unabhängig ist“. Typisch für regulative Regeln ist ihre Imperativform: „Tu x!“, oder die Form „Wenn y, tu x!“ (Vgl. Searle1, S.146). Ein Beispiel dafür ist z.B. der Satz: „Wenn du isst, halte die Gabel in der linken Hand!“.

Die konstitutiven Regeln regeln nicht nur, sondern erzeugen auch neue Verhaltensformen. Sie „konstituieren (und regeln auch) eine Tätigkeit, deren Vorhandensein von den Regeln logisch abhängig ist“. Diese Regel ist meist nicht in Imperativform verfasst. Vielmehr ist häufig die Form „X gilt als Y“ zu finden. Ein Beispielsatz dafür ist z.B.: Das Herumkicken mit einem Fußball wird erst dadurch zu einem Fußballspiel, indem die Regeln des Spiels eingehalten werden. Searle kommt zu dem Schluss, dass die semantische Struktur einer Sprache auf konstitutiven Regeln aufgebaut ist. Des Weiteren beschreibt er illokutive Akte als Akte, „die in Übereinstimmung mit diesen Mengen konstitutiver Regeln vollzogen werden“.

Bei der Illokution geht es also um den Handlungswert des Sprechers. Das Ziel des Sprechers ist es, etwas bei dem Hörer auszulösen. Das, was ausgelöst werden soll, können z.B. Mitteilungen, Feststellungen, Warnungen, Drohungen oder Empfehlungen sein und diese können entweder gelingen oder nicht gelingen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, nämlich die Untersuchung von Sprechakten als grundlegende sprachliche Handlungen basierend auf den Theorien von Austin und Searle sowie deren Bedeutung für die Wahrheitstheorie.

2 Sprechakte: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Sprechakttheorie, wobei sowohl der theoretische Rahmen nach Searle und Austin als auch die Differenzierung in Teilakte, indirekte Sprechakte und deren Bedeutung für die Sprachphilosophie erläutert werden.

3 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse über die verschiedenen Teilakte, die Klassifizierungen der illokutiven Akte sowie die Schlussfolgerung bezüglich der Relevanz dieser Theorien für die Wahrheitssuche.

Schlüsselwörter

Sprechakte, J. L. Austin, J. R. Searle, Sprachphilosophie, Illokution, Perlokution, Lokution, Proposition, Wahrheitstheorie, Performative Äußerungen, Argumentationstheorie, Konstitutive Regeln, Regulative Regeln, Indirekte Sprechakte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die philosophischen Grundlagen der Sprechakttheorie und untersucht, wie Sprechakte die menschliche Kommunikation strukturieren und welche Rolle sie bei der Wahrheitsfindung spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Teilakten bei Austin und Searle, die Analyse von Bedingungen für den Vollzug von Sprechakten und die Bedeutung performativer versus konstatierender Äußerungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu zeigen, was wir tun, wenn wir sprechen, und inwieweit die Sprechakttheorie dazu beitragen kann, den Wahrheitsgehalt von Aussagen innerhalb einer Sprach- und Argumentationstheorie zu prüfen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen Methode, die die zentralen Werke von J. L. Austin und J. R. Searle systematisch vergleicht und in den Kontext der allgemeinen Sprachphilosophie stellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Theorien von Searle und Austin ausführlich beschrieben, die einzelnen Teilakte (Lokution, Illokution, Perlokution) definiert und die unterschiedlichen Typen von illokutiven Akten sowie das Phänomen indirekter Sprechakte analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sprechakt, Illokution, Wahrheitstheorie, performative Äußerungen und die komplementären Ansätze von Austin und Searle charakterisiert.

Was genau versteht Searle unter dem „Prinzip der Ausdrückbarkeit“?

Es bezeichnet die Annahme, dass ein Sprecher immer die Möglichkeit hat, genau das zu sagen, was er meint, sofern er die Sprache beherrscht, aufrichtig ist und sich in einem passenden Kontext äußert.

Warum unterscheidet Austin zwischen performativen und konstatierenden Äußerungen?

Ursprünglich unterschied er sie, um Aussagen, die Tatsachen feststellen (konstatierend), von Aussagen, die Handlungen vollziehen (performativ), zu trennen, wobei er diese Unterscheidung später zugunsten der allgemeinen Sprechakttheorie modifizierte.

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen einer regulativen und einer konstitutiven Regel?

Regulative Regeln steuern bereits bestehende Verhaltensweisen (z.B. Anstandsregeln), während konstitutive Regeln neue Formen des Handelns erst erschaffen (z.B. Spielregeln, die ein Fußballspiel erst ermöglichen).

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Details

Title
Sprechakte - was tun wir, wenn wir sprechen?
College
RWTH Aachen University  (Philosophisches Institut )
Course
Einführung in die Sprach- und Argumentationstheorie
Grade
1,0
Author
Tina Heesel (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V78494
ISBN (eBook)
9783638840545
ISBN (Book)
9783638840569
Language
German
Tags
Sprechakte Einführung Sprach- Argumentationstheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tina Heesel (Author), 2003, Sprechakte - was tun wir, wenn wir sprechen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78494
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