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Der Bedeutungszuwachs sozio-kultureller Werte in der deutschen Entwicklungshilfe

Titel: Der Bedeutungszuwachs sozio-kultureller Werte in der deutschen Entwicklungshilfe

Diplomarbeit , 2007 , 67 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Martina Roglmeier (Autor:in)

BWL - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist der Stellenwert soziokultureller Aspekte in der Entwicklungshilfe, der über die letzten fünfundzwanzig Jahre stark an Bedeutung zugenommen hat. Während die Kulturen der Entwicklungsländer noch bis in die 70er/80er Jahre hinein oftmals als „entwicklungshemmend“ erachtet wurden, hat sich mittlerweile die Einstellung diesbezüglich drastisch gewandelt: Kultur wird nun als elementarer Bestandteil der Lebensauffassung eines Menschen ernst genommen und respektiert. Kultur schafft Identität, gibt Sinn und Halt, ein Fakt, auf den auch in der Entwicklung eines Landes Rücksicht genommen werden muss. Trotz dieses übereinstimmenden Einstellungswandels in der entwicklungspolitischen Grundhaltung, bestehen nach wie vor große Schwierigkeiten bezüglich der Umsetzung von kultursensibler Entwicklungsarbeit in der Praxis.
Der Prozess im theoretischen Diskurs, der dazu führte soziokulturellen Werten mehr Bedeutung zuzumessen, bildet den ersten Abschnitt dieser Arbeit. Der zweite Teil widmet sich dem Schwerpunkt dieser Arbeit und erläutert, welche Umstände dazu führen, dass kulturelle Aspekte in der Praxis der Entwicklungshilfe oft nicht genügend berücksichtigt werden. Hier soll insbesondere die große Kluft verdeutlicht werden, die zwischen den allgemeingültigen theoretischen Konzepten und den spezifischen kulturellen Anforderungen in der Realität der Entwicklungsprojekte besteht. Der nachfolgende Abschnitt veranschaulicht anhand zweier Projekte nochmals am konkreten Beispiel die Realität in der Entwicklungshilfe und die Komplexität der kulturellen Rahmenbedingungen, mit denen ein Entwicklungshelfer vor Ort konfrontiert ist. Abschließend werden mögliche Ansatzpunkte und Trends aufgezeigt, wie der Thematik „Kultur und Entwicklung“ in unterschiedlicher Weise begegnet werden kann.
Ziel der Arbeit ist es, die Sensibilität dafür zu schärfen, dass man ein Land nicht entwickeln kann, man kann es lediglich so unterstützen, dass es sich auf seinen eigene Art entwickeln kann. Nach wie vor besteht eine große Dynamik im entwicklungspolitischen Diskurs zu dieser Thematik. Die vorliegende Arbeit zeigt den Status Quo in der Auseinandersetzung mit „Kultur und Entwicklung“ auf.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: „Wie die Wilden“

2 Soziokulturelle Werte in der Entwicklungstheorie

2.1 Begriffsabgrenzung: Kultur im entwicklungspolitischen Verständnis

2.2 Der Umgang mit Kultur in der Geschichte der Entwicklungstheorien

2.2.1 Kolonialzeit

2.2.2 Imperialismustheorien

2.2.3 Modernisierungstheorien

2.2.4 Dependenztheorien

2.2.5 Die 70er: Grundbedürfnisstrategie

2.2.6 Die 80er

2.2.7 Die 90er

2.3 Zusammenfassende Betrachtung: Westliche vs. einheimische Kultur

2.4 Aktuelle entwicklungstheoretische Ansätze zur Kulturthematik

2.4.1 Das Partizipationskonzept

2.4.2 Das Genderkonzept (Gleichberechtigungskonzept)

3 Soziokulturelle Werte in der praktischen Entwicklungshilfe

3.1 Überblick über die Strukturen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

3.1.1 Staatliche Organisationen

3.1.2 Nichtregierungsorganisationen (NRO)

3.2 Soziokulturelle Aspekte in der Projektarbeit

3.2.1 Antragsstellung und –prüfung

3.2.2 Projektplanung

3.2.3 Projektdurchführung

3.2.4 Projektkontrolle

3.3 Exemplarische Analyse interkultureller Konfliktpunkte

3.3.1 Weltanschauung: Java, Westafrikanische Stämme, Nepalesische Bergvölker

3.3.2 Managementauffassung: Subsahara-Afrika, „Auslandschinesen“

4 Praxisbeispiele

4.1 “Circle of Life”: Bildung für Kinder und Jugendliche auf den Philippinen

4.2 Beratung von Schneidereien im Auftrag des Senior Experten Service

5 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den wachsenden Stellenwert soziokultureller Faktoren in der deutschen Entwicklungshilfe und analysiert die Herausforderungen, die sich durch die Kluft zwischen theoretischen Konzepten und der gelebten Realität in Entwicklungsprojekten ergeben, mit dem Ziel, das Verständnis für diesen komplexen Themenbereich zu schärfen.

  • Historische Entwicklung des Kulturbegriffs in entwicklungstheoretischen Diskursen
  • Strukturelle Einordnung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (staatliche vs. private Akteure)
  • Analyse von interkulturellen Konfliktpunkten am Beispiel spezifischer Weltanschauungen und Managementauffassungen
  • Praktische Fallbeispiele zur Implementierung kultursensibler Projektarbeit
  • Diskussion aktueller Trends und Ansätze im Bereich "Kultur und Entwicklung"

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Weltanschauung: Java, Westafrikanische Stämme, Nepalesische Bergvölker

Die javanische Weltsicht nimmt den Kosmos als ein harmonisches Ganzes war, in das sich das Individuum einzufügen hat. Dabei ist der Einzelne dazu aufgefordert, sich dem Wohl des Ganzen unterzuordnen und dabei gegebenenfalls eigene Wünsche zurückzustellen. Die Welt und die vorhandenen Strukturen verändern zu wollen ist in der javanischen Weltanschauung nicht sinnvoll und gilt als unerwünscht.

In westafrikanischen Stammesgesellschaften wird der Mensch als untrennbarer Bestandteil der Natur wahrgenommen, in die sich der Mensch einfügen soll. Die diesseitige Welt steht in enger Verbindung zur spirituellen Welt. Man ist der Auffassung, spirituelle Kräfte beeinflussen etwa die Fruchtbarkeit der landwirtschaftlichen Nutzflächen und versucht sie durch rituelle Opfergaben günstig zu stimmen.

Die traditionelle Weltanschauung der nepalesischen Bergvölker unterliegt dem Einfluss des Hinduismus, des Buddhismus und dem Glauben an Naturerscheinungen und Schutzgöttern. Der Mensch empfindet tiefe Demut gegenüber Natur und Schöpfung und sieht in besonderen geographischen Merkmalen (z.B. Berge) heilige Orte und Energiestätten. Die Hierarchieebenen weltlicher Macht sind aus Sicht der Nepalesen ein unabdingbares Faktum - sich gegen Institutionen, Höhergestellte oder Ältere aufzulehnen wäre ein Tabubruch. Auf die Lebensumstände hat das Individuum keinen Einfluss, da man der Auffassung ist, das Leben sei von Gott vorherbestimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: „Wie die Wilden“: Dieses Kapitel thematisiert anhand einer umstrittenen TV-Produktion die ethische Problematik und die Kontroversen, die interkulturelle Begegnungen und die Darstellung fremder Kulturen in der Entwicklungshilfe hervorrufen.

2 Soziokulturelle Werte in der Entwicklungstheorie: Hier wird der historische Wandel des Kulturbegriffs nachgezeichnet, von der kolonialen Instrumentalisierung bis hin zu modernen, ganzheitlichen Ansätzen wie dem Partizipations- und Genderkonzept.

3 Soziokulturelle Werte in der praktischen Entwicklungshilfe: Dieses Kapitel analysiert die Strukturen deutscher Entwicklungsorganisationen sowie die konkrete Anwendung soziokultureller Aspekte in der Projektarbeit, unterlegt mit einer Analyse interkultureller Konfliktpunkte.

4 Praxisbeispiele: Anhand zweier konkreter Projekte – einem Bildungsvorhaben auf den Philippinen und Beratungsleistungen des Senior Experten Service – werden Herausforderungen und Lösungsansätze in der Praxis illustriert.

5 Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert die zukünftigen Anforderungen an die Entwicklungshilfe im Zeitalter der Globalisierung und betont die Notwendigkeit eines interkulturellen Dialogs zur nachhaltigen Gestaltung von Entwicklungsprozessen.

Schlüsselwörter

Entwicklungshilfe, Kultur, soziokulturelle Faktoren, Partizipation, Entwicklungsprojekt, Weltanschauung, Interkulturalität, Genderkonzept, Nachhaltigkeit, Senior Experten Service, Globalisierung, Identität, Empowerment, Entwicklungszusammenarbeit, Kultursensibilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der zunehmenden Bedeutung soziokultureller Werte und Aspekte in der deutschen Entwicklungshilfe sowie den Schwierigkeiten, diese in der praktischen Projektarbeit umzusetzen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der Entwicklungstheorien im Hinblick auf Kultur, die Organisationsstruktur der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, die Rolle von Partizipations- und Genderkonzepten sowie die Analyse interkultureller Konflikte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, die Sensibilität für die fundamentale Rolle der Kultur in der Entwicklungshilfe zu schärfen und aufzuzeigen, wie schwierig sich deren Berücksichtigung unter Berücksichtigung der realen Rahmenbedingungen gestaltet.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung des Themas, ergänzt durch eine explorative Analyse mittels Experteninterviews und der Auswertung von Praxisbeispielen aus der Entwicklungszusammenarbeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Reflexion über Kultur in der Entwicklungstheorie, eine Untersuchung der praktischen Strukturen der deutschen Hilfe und eine detaillierte Analyse interkultureller Konfliktpunkte in unterschiedlichen Regionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?

Die zentralen Begriffe sind Entwicklungshilfe, soziokulturelle Faktoren, Partizipation, Interkulturalität, Kultursensibilität und Nachhaltigkeit.

Wie wird das Partizipationskonzept in dieser Arbeit definiert?

Das Partizipationskonzept wird als ein Prozess definiert, der Menschen aktiv und maßgeblich an allen Entscheidungen beteiligt, die ihr Leben beeinflussen, um eine größere Eigenverantwortung für Projekte zu fördern.

Welche Rolle spielen "exotische" Rituale bei der Einschätzung von Entwicklungshilfe?

Die Autorin stellt kritisch fest, dass die Konzentration auf "exotische" Details oft ein verzerrtes Bild vermittelt und von den eigentlichen, drängenden Problemlagen einer Region ablenkt.

Was zeichnet die Managementauffassung in Subsahara-Afrika im Vergleich zu "Auslandschinesen" aus?

Während in Subsahara-Afrika die Loyalität zur Familie und die Verteilung von Überschüssen oft Produktivität behindern, zeigen "Auslandschinesen" eine Verbindung von ethischen Werten mit Pragmatismus und wirtschaftlicher Anpassungsfähigkeit.

Welchen Stellenwert nimmt die Kooperation zwischen GTZ und Goethe-Institut ein?

Diese Kooperation wird als beispielhaft und einzigartig gewertet, da sie entwicklungspolitische Arbeit mit kulturpolitischen Strategien verknüpft, um so eine ganzheitlichere Entwicklung zu ermöglichen.

Ende der Leseprobe aus 67 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Bedeutungszuwachs sozio-kultureller Werte in der deutschen Entwicklungshilfe
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut, ehem. Fachhochschule Landshut
Veranstaltung
Studiengang: Europäische Betriebswirtschaft
Note
1,0
Autor
Martina Roglmeier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
67
Katalognummer
V78504
ISBN (eBook)
9783638780865
ISBN (Buch)
9783656187318
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklungshilfe Betriebswirtschaft Internationale Zusammenarbeit Soziokulturelle Werte Entwicklungszusammenarbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martina Roglmeier (Autor:in), 2007, Der Bedeutungszuwachs sozio-kultureller Werte in der deutschen Entwicklungshilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78504
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Leseprobe aus  67  Seiten
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