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Kraftentwicklung nach Knieprothesen-Operationen

Längsschnittuntersuchung für Beinbeuger und Beinstrecker

Title: Kraftentwicklung nach Knieprothesen-Operationen

Diploma Thesis , 1999 , 180 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl.-Sportlehrer Christian Kunert (Author)

Sport - Sport Medicine, Therapy, Nutrition
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Summary Excerpt Details

Das Kniegelenk ist nach dem Hüftgelenk das am häufigsten betroffene Gelenk, wenn es um arthrotische Veränderungen geht. Dabei wirken diese Veränderungen oft jahre- oder jahrzehntelang weiter, ohne dass sie vollständig geheilt werden können.
Die Folgen für den Patienten sind dann stetig wachsende Schmerzen, die nicht selten mit Bewegungseinschränkungen im Kniegelenk und Muskelatrophien der Beinmuskulatur einhergehen.
Helfen dann medikamentöse Maßnahmen und/oder manuelle bzw. konservative Behandlungsmethoden dem Patienten nicht, seine Schmerzsituation erträglich zu gestalten, ist die letzte Konsequenz häufig nur die Knieendoprothese.
Der Erfolg einer implantierten Prothese richtet sich, neben der Frage nach ihrer Haltbarkeit, vor allem nach den Kriterien der Wiederherstellung der Kraft der Beinstreck- und Beinbeugemuskulatur, der Beweglichkeit, der Schmerzfreiheit und der damit zusammenhängenden Alltagsbewältigung. Denn nach einer sehr komplexen Operation, bei der dem Patienten, je nach Prothesenform, einige oder sämtliche Kniegelenkstrukturen ersetzt worden sind, ist das Gelenk natürlich nicht sofort voll belastbar.
Somit bleiben die Folgen der Gelenkschädigung, wie z.B. Muskelatrophien und Kraftverluste im Oberschenkel, Bewegungseinschränkungen im Gelenk sowie Schmerzen nach der Operation noch für einen gewissen Zeitraum vorhanden.

Wie sich diese Defizite im Verlauf der ambulanten Rehabilitation reduzieren und wie sich parallel dazu die Alltagsbewältigung des Patienten verbessert, soll anhand dieser Diplomarbeit dokumentiert werden.

Bestandteile der Untersuchungen waren isokinetische Kraftmessungen der Beinstreck- und -beugemuskulatur beider Beine, gekoppelt mit der Messung des Bewegungsausmaßes und einer Oberschenkelumfangmessung.
Darüber hinaus wurde bei jeder Untersuchung vom Patienten ein Fragebogen ausgefüllt, welcher subjektiv seine aktuelle Schmerzsituation und seine Alltagsbewältigung erfassen sollte.



Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anatomische Grundlagen

2.1 Allgemeine Gelenklehre

2.2 Anatomie des Kniegelenkes

2.2.1 Mechanik des Kniegelenkes

2.3 Allgemeine Muskellehre

2.4 Anatomie des vierköpfigen Schenkelstreckers (M. quadriceps femoris)

2.5 Anatomie der Beinbeugemuskulatur

3. Grundlagen der Endoprothetik

3.1 Materialeigenschaften

3.2 Verankerungsmöglichkeiten

4. Grundlagen der Knieendoprothetik

4.1 Knieprothesenmodelle

4.2 Marktanalyse der Knieprothesenmodelle

4.3 Indikationen für Knieprothesen

4.4 Materialien in der Knieendoprothetik

4.5 Marktanalyse der Materialien in der Knieendoprothetik

5. Spezielle Knieendoprothetik

5.1 Die Foundation - Knie - Oberflächenersatztotalprothese

5.2 Operationstechnik

6. Die ambulante Rehabilitation

6.1 Das medizinische Aufbautraining (MAT) in der ambulanten Rehabilitation

6.2 Isokinetik als Bestandteil des medizinischen Aufbautrainings

7. Vorüberlegungen und Versuchsplanung

7.1 Untersuchungskollektiv

7.2 Testgeräte

7.3 Fragebogen

7.4 Untersuchungsablauf

7.4.1 Oberschenkelumfangmessung

7.4.2 Cybextest

8. Statistische Begriffe und Verfahren

8.1 Methoden der deskriptiven Statistik

8.2 Methoden der analytischen Statistik

9. Ergebnisdarstellung

9.1 Antropometrie des Untersuchungskollektivs

9.2 Angaben zur Operation

9.3 Cybex - Test

9.3.1 Extensoren

9.3.1.1 Drehmomentmaximum

9.3.1.2 Drehmomentmaximum/kg Körpergewicht

9.3.2 Flexoren

9.3.2.1 Drehmomentmaximum

9.3.2.2 Drehmomentmaximum/kg Körpergewicht

9.3.3 Bewegungsausmaß

9.4 Oberschenkelumfangmessung

9.5 Fragebogen

9.5.1 Schmerzmittel

9.5.2 Schmerzen

9.5.2.1 Schmerzen beim Stehen

9.5.2.2 Schmerzen beim Gehen

9.5.2.3 Schmerzen beim Treppen steigen

9.5.2.4 Schmerzen beim Hinsetzen/Aufstehen

9.5.2.5 Schmerzen beim Sitzen

9.5.2.6 Schmerzen beim Hinlegen/Aufstehen

9.5.2.7 Schmerzen beim Liegen

9.5.3 Schmerzintensität

9.5.3.1 Schmerzintensität beim Stehen

9.5.3.2 Schmerzintensität beim Gehen

9.5.3.3 Schmerzintensität beim Treppen steigen

9.5.3.4 Schmerzintensität beim Hinsetzen/Aufstehen

9.5.3.5 Schmerzintensität beim Sitzen

9.5.3.6 Schmerzintensität beim Hinlegen/Aufstehen

9.5.3.7 Schmerzintensität beim Liegen

9.5.4 Einschränkungen

9.5.4.1 Einschränkungen beim Stehen

9.5.4.2 Einschränkungen beim Gehen

9.5.4.3 Einschränkungen beim Treppen steigen

9.5.4.4 Einschränkungen beim Hinsetzen/Aufstehen

9.5.4.5 Einschränkungen beim Sitzen

9.5.4.6 Einschränkungen beim Hinlegen/Aufstehen

9.5.4.7 Einschränkungen beim Liegen

9.5.5 Hilfen

9.5.5.1 Hilfen beim Stehen

9.5.5.2 Hilfen beim Gehen

9.5.5.3 Hilfen beim Treppen steigen

9.5.5.4 Hilfen beim Hinsetzen/Aufstehen

9.5.5.5 Hilfen beim Sitzen, Hinlegen/Aufstehen und Liegen

9.5.6 Umstellungen

9.5.6.1 Umstellungen beim Stehen

9.5.6.2 Umstellungen beim Gehen

9.5.6.3 Umstellungen beim Treppen steigen

9.5.6.4 Umstellungen beim Hinsetzen/Aufstehen

9.5.6.5 Umstellungen beim Sitzen

9.5.6.6 Umstellungen beim Hinlegen/Aufstehen

9.5.6.7 Umstellungen beim Liegen

9.6 Korrelation zwischen Cybex - Test und Fragebogen

10. Diskussion

11. Zusammenfassung

12. Literatur

13. Anhang

13.1 Tabellen des Cybextestes

13.2 Tabellen des Fragebogens

13.3 Cybex – Test - Ausdruck

13.4 Fragebogen

Zielsetzung & Themen

Diese Diplomarbeit untersucht die Kraftentwicklung der Beinstrecker- und Beinbeugemuskulatur bei Patienten während der ambulanten Rehabilitation nach einer Knieendoprothesen-Operation, um Defizite und deren Reduzierung im Therapieverlauf zu dokumentieren.

  • Anatomische Grundlagen der Kniegelenksmuskulatur
  • Grundlagen der Endoprothetik und spezifische Knieprothesenmodelle
  • Durchführung und Ergebnisse isokinetischer Kraftmessungen
  • Erfassung subjektiver Schmerzsituation und Alltagsbewältigung mittels Fragebögen
  • Statistische Auswertung der Rehabilitationsfortschritte

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Mechanik des Kniegelenkes

Das Knie in seiner Funktion als Drehscharniergelenk gehört zu der Gruppe der zweiachsigen Gelenke, d.h. es können Bewegungen an zwei Achsen mit vier Bewegungsrichtungen ausgeführt werden.

Die erste Achse ist die sogenannte Transversalachse, die quer durch das Gelenk verläuft. Um diese Achse sind Beugungen bis ca. 45° und Streckungen bis ca. 180° möglich.

Beugung und Streckung sind die Hauptbewegungen des Kniegelenkes. Dabei kommt es an den Gelenkflächen gleichzeitig zu einem Rollen und Gleiten der Oberschenkelgelenkfläche über die Schienbeingelenkfläche, wobei die momentane Kontaktfläche zwischen den Ober- und Unterschenkelknorren bei der Beugung nach hinten und bei der Streckung nach vorne wandert (vgl. KAPANDJI, 1985, 84).

Da die Menisci, wie unter 2.2 erläutert wurde, beweglich sind, passen sie sich durch Verlagerung und Verformung der jeweiligen Beuge- bzw. Streckstellung an.

Eine besondere Bedeutung erlangt, im Zusammenhang mit der Streckung, die sog. Schlußrotation. Sie stellt eine unwillkürliche Bewegung dar und ermöglicht eine zusätzliche Streckung bis auf ca. 180°. Die Schluß-rotation „besteht darin, daß nach vollständiger Streckung noch eine weitere Streckung um 10° erfolgt, nachdem der Unterschenkel um 5° außenrotiert worden ist. Aus dieser äußersten Streckstellung, kann eine Beugung nur dann erfolgen, wenn die Schlußrotation zunächst wieder rückgängig gemacht worden ist“ (ROHEN, 1987, 168).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die arthrotischen Probleme des Kniegelenks, die Notwendigkeit von Endoprothesen und die Zielsetzung der Arbeit, den Rehabilitationsverlauf zu dokumentieren.

2. Anatomische Grundlagen: Erläutert die anatomischen Strukturen des Kniegelenks sowie die Funktion der beteiligten Muskelgruppen wie M. quadriceps femoris.

3. Grundlagen der Endoprothetik: Diskutiert Materialanforderungen wie Biokompatibilität und Verankerungstechniken für künstliche Gelenke.

4. Grundlagen der Knieendoprothetik: Unterscheidet zwischen verschiedenen Prothesenmodellen, analysiert deren Marktanteile und beleuchtet medizinische Indikationen.

5. Spezielle Knieendoprothetik: Stellt das Foundation-Knie-System detailliert vor und beschreibt die zugehörige chirurgische Operationstechnik.

6. Die ambulante Rehabilitation: Definiert die Rolle des medizinischen Aufbautrainings (MAT) und der Isokinetik in der Nachbehandlung.

7. Vorüberlegungen und Versuchsplanung: Beschreibt das Untersuchungskollektiv, die verwendeten Testgeräte (Cybex 6000) und den Ablauf der Messungen.

8. Statistische Begriffe und Verfahren: Führt die deskriptiven und analytischen statistischen Methoden auf, die zur Auswertung der erhobenen Daten genutzt wurden.

9. Ergebnisdarstellung: Präsentiert die ausführlichen Ergebnisse der Krafttests (Cybex) und der Fragebogen-Auswertungen unterteilt nach Geschlecht und Untersuchungszeitpunkten.

10. Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse in Bezug auf die Forschungshypothese und diskutiert Limitationen der Studie.

11. Zusammenfassung: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse über den Rehabilitationsverlauf bei Endoprothesenpatienten zusammen.

Schlüsselwörter

Knieendoprothese, Rehabilitation, Isokinetik, Muskelkraft, Cybex 6000, Beinstrecker, Beinbeuger, MAT, Arthrose, Schmerzintensität, Gelenkbeweglichkeit, Oberschenkelumfang, Bewegungsanalyse, Muskeltraining, Physiotherapie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Kraft und Mobilität von Patienten, die eine Knieendoprothese erhalten haben und im Anschluss ein ambulantes Rehabilitationsprogramm absolvieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Anatomie des Kniegelenks, den Grundlagen der Endoprothetik, den medizinischen Anforderungen an Implantate und dem messbaren Fortschritt in der Rehabilitation mittels isokinetischem Training.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Dokumentation der muskulären Kraftentwicklung und der Alltagsbewältigung von Patienten über den Verlauf von 20 Einheiten einer erweiterten ambulanten Physiotherapie (EAP).

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine Längsschnittuntersuchung, bei der isokinetische Kraftmessungen am Cybex-System, Oberschenkelumfangmessungen sowie strukturierte Patienten-Fragebögen kombiniert ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Neben den theoretischen Grundlagen zu Anatomie und Implantattechnik wird der methodische Ablauf der Rehabilitation beschrieben und eine detaillierte Ergebnisdarstellung der Kraftverläufe und subjektiven Schmerzempfindungen geliefert.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Knieendoprothetik, ambulante Rehabilitation, isokinetische Kraftmessung, Muskulatur, Bewegungsumfang und patientenorientierte Schmerzbewertung.

Warum ist eine exakte Positionierung am Cybex-Gerät für die Studie so wichtig?

Eine standardisierte Positionierung ist essenziell, um bei den drei verschiedenen Messzeitpunkten vergleichbare und valide Daten zur Kraftentwicklung der Kniegelenksmuskulatur zu erhalten.

Welchen Einfluss hat das Geschlecht auf die Rehabilitationsergebnisse?

Die Studie zeigt geschlechtsspezifische Unterschiede: Bei Männern traten die signifikanten Kraftzuwächse tendenziell in der ersten Hälfte der Rehabilitation auf, während Frauen bei beiden Bewegungsarten eine signifikante Verbesserung erst in der zweiten Hälfte zeigten.

Was ist unter dem „Foundation-Knie“ zu verstehen?

Dies ist ein spezifisches Modell einer Oberflächenersatztotalprothese, das in der Arbeit als Beispiel für die Operationstechnik und die Materialeigenschaften (Cobalt-Chrom-Gusslegierung, Titan/Polyethylen) detailliert analysiert wird.

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Details

Title
Kraftentwicklung nach Knieprothesen-Operationen
Subtitle
Längsschnittuntersuchung für Beinbeuger und Beinstrecker
College
Ruhr-University of Bochum  (Fakultät für Sportwissenschaften)
Grade
1,0
Author
Dipl.-Sportlehrer Christian Kunert (Author)
Publication Year
1999
Pages
180
Catalog Number
V78522
ISBN (eBook)
9783638785938
ISBN (Book)
9783638795890
Language
German
Tags
Kraftentwicklung Knieprothesen-Operationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Sportlehrer Christian Kunert (Author), 1999, Kraftentwicklung nach Knieprothesen-Operationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78522
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