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Die existentialistische Begründung der Freiheit in Jean-Paul Sartres Werk "Das Sein und das Nichts"

Existentialismus und Freiheit

Title: Die existentialistische Begründung der Freiheit in Jean-Paul Sartres Werk "Das Sein und das Nichts"

Seminar Paper , 2001 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Agnes Uken (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

In dem Vortrag Der Existentialismus ist ein Humanismus stellt Sartre die Grundzüge seiner Philosophie dar und beschreibt den Menschen als dazu verurteilt, frei zu sein. Diese negative Ausdrucksweise betont bereits dass die Freiheit für Sartre nicht nur als ein Geschenk, sondern in erster Linie als eine Bürde verstanden wird, denn der Mensch kann sich aus seiner Verantwortlichkeit für sein Tun nicht mit dem Verweis auf eine bestimmte Natur des Menschen herausreden. Für den Existentialismus gibt es keinen Gott, der den Menschen nach einem bestimmten Bild entworfen hat, es gibt somit kein von Gott erdachtes Wesen des Menschen. Der Mensch existiert zunächst und ist selbst in der Verantwortung, den Menschen zu entwerfen.
In dieser Arbeit soll der von Sartre in seinem philosophischen Hauptwerk Das Sein und das Nichts versuchten ontologischen Begründung der Freiheit nachgegangen werden, also der Frage, was Sartre damit meint, wenn er davon spricht, der Mensch ist Freiheit, denn Freiheit wird bei Sartre gerade nicht als eine menschliche Eigenschaft gedacht, sondern als in der ontologischen Struktur des Menschen begründet.
Der erste Teil der Arbeit wird sich mit den von Sartre aufgefundenen Seinsformen des An-sich und des Für-sich und deren synthetischem Verhältnis beschäftigen, das Sartre anlehnend an Heidegger als „In-der-Welt-sein“ bzw. als „Konkretes“ bezeichnet. Es soll gezeigt werden, dass das Konkrete seine Grundlage jeweils im transphänomenalen Grund beider Seinsformen hat, zum einen im Sein des Bewusstseins, also im Für-sich und zum anderen im Sein des Objekts, also im An-sich. Letztlich geht es somit um die Beziehung des Menschen zur Welt, dabei soll im Hinblick auf die, von Sartre proklamierte unbedingte Freiheit, die Bedeutung der, das Nichts in sich enthaltenden Grundstruktur des menschlichen Seins herausgestellt werden.
Im zweiten Teil der Arbeit soll dann konkret auf das erste Kapitel des vierten Teils von Das Sein und das Nichts, das sich mit dem Handeln als einer der Hauptkategorien der menschlichen-Realität beschäftigt, eingegangen werden. Dabei sollen, ausgehend von der Freiheit als der ersten Bedingung des Handelns, Begriffe, wie Antrieb, Motiv und Zweck aufgegriffen und in ihrer Bedeutung für den Sartreschen Handlungsbegriff dargestellt werden. Dabei wird sich herausstellen, dass die im ersten Teil der Arbeit dargestellte Seinsstruktur des Menschen es ermöglicht, den Menschen als frei zu denken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Formen des Seins

1.1 Das Sein des An-sich

1.2 Das Sein des Für-sich

1.2.1 Das präreflexive Bewusstsein

1.2.2 Das Nichts

1.3 Verbindung der beiden Seinsformen

1.4 Seinswahl des Für-sich - Zwecksetzung

2. Sein und Handeln

2.1 Freiheit und Handlung

2.2 Existentialismus versus Determinismus

2.3 Bedeutung des präreflexiven Bewusstseins für die Freiheit

2.4 Freiheit und Wille

2.5 Antrieb und Motiv

2.6 Entwurf oder In-der-Welt-sein

3. Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit rekonstruiert Sartres phänomenologische Ontologie, um zu untersuchen, wie der Mensch als Freiheit begründet werden kann. Ziel ist es, den ontologischen Zusammenhang zwischen der menschlichen Bewusstseinsstruktur und der Unbedingtheit des menschlichen Handelns herauszuarbeiten.

  • Ontologische Differenz zwischen dem Sein des An-sich und dem Für-sich.
  • Die Rolle des Nichts als Bedingung für Distanznahme und Freiheit.
  • Widerlegung deterministischer Auffassungen durch die Analyse menschlichen Handelns.
  • Das präreflexive Bewusstsein als Fundament menschlicher Selbstbestimmung.
  • Verhältnis von Motivation, Zwecksetzung und dem ursprünglichen Entwurf.

Auszug aus dem Buch

1.2 Das Sein des Für-sich

Das Für-sich ist die Form des Seins, die den Menschen kennzeichnet: das Für-sich ist gerade nicht mit sich identisch, sondern zeichnet sich durch einen Abstand von sich aus. Das Für-sich verlangt nach einer Begründung für seine Existenz, es stellt sie in Frage, es ist nicht einfach, sondern es denkt über sein Sein nach. Sartre selbst stellt die Frage, wie denn das Für-sich und mit ihm der Mensch in die Welt gekommen sind, weist sie aber zugleich zurück, da sie für ihn in den Bereich der Metaphysik gehört, also in jenen Bereich, der sich mit den über die einzelnen Naturerscheinungen hinaus gehenden Fragen des Seins beschäftigt, indem nach den letzten Zwecken und Gründen allen Seins und Geschehens gefragt wird. Sartres Vorgehen ist aber streng phänomenologisch-ontologisch. Aus diesem Grund stellt er zunächst fest, dass es zwei Formen des Seins gibt, das An-sich und das Für-sich. Für ihn ist die einzig die Möglichkeit des Auftauchens des Für-sich aus dem An-sich denkbar, denn das Nichts, das das Für-sich in sich trägt, kann nur von Seiendem her kommen. Damit hat Sartre dem An-sich ontologischen Vorrang vor dem Für-sich eingeräumt. Ontologisch betrachtet stellt Sartre sich den Übergang vom An-sich zum Für-sich so vor, dass das in sich ruhende An-sich mit seinem kontingenten, d.h. unbegründeten Dasein nicht mehr zufrieden ist und wissen will, warum und wozu es ist. Man kann sich dies wie ein Aufwachen vorstellen, einem plötzlichen Erscheinen von Bewusstsein, einem Wechsel von einem Zustand in den anderen.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung führt in Sartres existentialistische Philosophie ein, die den Menschen als zur Freiheit verurteilt beschreibt und die ontologische Fragestellung der Arbeit umreißt.

1. Formen des Seins: Dieses Kapitel unterscheidet phänomenologisch zwischen dem vollen, identischen Sein des An-sich und dem als Nichtung fungierenden, durch Distanz geprägten Sein des Für-sich.

2. Sein und Handeln: Hier wird untersucht, wie die ontologische Freiheit die Grundlage für menschliches Handeln bildet und Begriffe wie Motiv, Antrieb und Determinismus im Kontext von Sartres Philosophie beleuchtet.

3. Schluss: Die Schlussbetrachtung fasst die Rekonstruktion zusammen und bestätigt, dass Freiheit bei Sartre nicht als Eigenschaft, sondern als das Sein des Menschen selbst verstanden werden muss.

Schlüsselwörter

Jean-Paul Sartre, Das Sein und das Nichts, Ontologie, Freiheit, Für-sich, An-sich, Bewusstsein, präreflexives Bewusstsein, Nichts, Handeln, Nichtung, Determinismus, Entwurf, In-der-Welt-sein, Existentialismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit rekonstruiert Sartres ontologische Begründung der Freiheit innerhalb seines Hauptwerkes "Das Sein und das Nichts".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Struktur des menschlichen Bewusstseins, die Ontologie des Seins, der Zusammenhang von Freiheit und Handeln sowie die Auseinandersetzung mit deterministischen Menschenbildern.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Sartre die Freiheit nicht als menschliche Eigenschaft, sondern als fundamentale Bedingung der ontologischen Struktur des Menschen begründet.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit folgt einer phänomenologischen Analyse, die Sartres ontologische Argumente aus seinem Werk rekonstruiert und auf ihre philosophische Konsistenz hin untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der verschiedenen Seinsformen (An-sich/Für-sich) und die Anwendung dieser Struktur auf die Analyse menschlicher Handlungsmodelle sowie die Willensfreiheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Freiheit, Nichtung, Bewusstsein, Für-sich und existentialistischer Entwurf definiert.

Welche Rolle spielt das "Nichts" in Sartres Theorie laut der Autorin?

Das Nichts ist für Sartre kein bloßes Nichts, sondern das ontologische Merkmal des Für-sich, welches dem Menschen erst die notwendige Distanz zum vollen Sein ermöglicht, um frei wählen zu können.

Wie unterscheidet Sartre das Motiv vom Antrieb?

Für Sartre ist das Motiv das objektive Erfassen einer Situation im Licht eines Ziels, während der Antrieb die affektive Struktur des Handelns bezeichnet; beide entstehen jedoch erst durch den ursprünglichen Entwurf des Menschen.

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Details

Title
Die existentialistische Begründung der Freiheit in Jean-Paul Sartres Werk "Das Sein und das Nichts"
Subtitle
Existentialismus und Freiheit
College
University of Hamburg
Course
Jean-Paul Sartre, Das Sein und das Nichts (T)
Grade
1,0
Author
Agnes Uken (Author)
Publication Year
2001
Pages
25
Catalog Number
V78562
ISBN (eBook)
9783638846394
ISBN (Book)
9783638845267
Language
German
Tags
Begründung Freiheit Sartres Werk Sartre Das Sein und das Nichts Jean-Paul Sartre Der Existentialismus ist ein Humanismus ontologische Begründung der Freiheit An-sich-Sein Für-sich-sein An-sich Für-sich Der Mensch ist Freiheit Theorie der Freiheit Freiheitsbegriff Freiheitstheorie Freiheitstheoretiker
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Agnes Uken (Author), 2001, Die existentialistische Begründung der Freiheit in Jean-Paul Sartres Werk "Das Sein und das Nichts" , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78562
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