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Nicolai Hartmann als Literaturtheoretiker

Title: Nicolai Hartmann als Literaturtheoretiker

Scientific Essay , 1989 , 12 Pages

Autor:in: Dr. Wolfgang Ruttkowski (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Der Vorteil von Schichtenmodellen liegt in der Veranschaulichung an sich abstrakter Relationen von Merkmalen und Merkmalskomplexen. Er liegt aber auch in neuen Beantwortungen alter Probleme, z.B. dem wie weit das Prinzip der Aussparung und Abstraktion in den verschiedenen Künsten (etwa in konkreter Poesie ) getrieben werden kann, bis diese in ihrer Funktion als Kommunikation versagen. Ebenso hat die Schichtentheorie endlich geklärt, wo eigentlich die "Form" des Kunstwerks anzusiedeln ist: Hartmann hat überzeugend dargelegt, dass auch die Form jedes Kunstwerks geschichtet ist, bezw. sich aus dem Zusammenwirken der Formung aller Schichten ergibt. Jede Schicht eines Kunstwerks kann nur in einer bestimmten Formung existieren, mit der sie die der nächstfolgenden determiniert. Die ästhetische Seinsweise des Kunstwerks beruht auf diesem Hintereinander von sich gegenseitig bedingenden Formungen, ebenso wie seine ontologische Seinsweise im Verhältnis der sich gegenseitig tragenden Schichten beruht.
All diese Einsichten haben sowohl für die allgemeine Ästhetik wie auch für die Literaturtheorie weitreichende Folgen und man kann deshalb sagen, dass die Erkenntnisse Hartmanns für die Literaturwissenschaft noch nicht fruchtbar gemacht und schon gar nicht ausgeschöpft sind.
(Vortrag vor dem Jap. Germanistenverband, Musashi Daigaku, Tokyo, 20.5.1989)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Nicolai Hartmann als Literaturkritiker

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die bislang weitgehend unbeachtete Literaturtheorie von Nicolai Hartmann in den Fokus der literaturwissenschaftlichen Diskussion zu rücken und ihr Potenzial im Vergleich zu bekannteren Modellen, insbesondere dem von Roman Ingarden, aufzuzeigen.

  • Die kritische Würdigung von Hartmanns umfassender Ästhetik in Bezug auf die Literatur.
  • Die vergleichende Gegenüberstellung der Schichtenmodelle von Nicolai Hartmann und Roman Ingarden.
  • Die Analyse der ontologischen Fundierung des literarischen Kunstwerks.
  • Die Untersuchung der Anwendbarkeit allgemeiner ästhetischer Kategorien auf das Dichtwerk.
  • Die Aufarbeitung der Vernachlässigung Hartmanns im internationalen und deutschen wissenschaftlichen Diskurs.

Auszug aus dem Buch

Nicolai Hartmann als Literaturkritiker

Nicolai Hartmann starb vor 40 Jahren als Professor in Göttingen. Seine Ästhetik ist dennoch bisher weithin unbekannt. Während das Schichtenmodell Roman Ingardens zumindest den Spezialisten ein Begriff ist und z.B. in der Rezeptionsästhetik eines Wolfgang Iser weiterlebt, hat die Literaturwissenschaft von dem umfassenderen Schichtenmodell Hartmanns keine Kenntnis genommen.

Die Gründe für das Übersehen von Hartmanns Literaturtheorie liegen wahrscheinlich darin, dass diese von Anfang an in einer umfassenderen Ästhetik eingeschlossen war und vom Literaturtheoretiker aus dieser erst "herausgelesen" werden muss. Alle Passagen, die ausdrücklich und nur die Literatur betreffen, sind in Beschreibungen anderer Kunstarten (Malerei, Plastik, Musik, Architektur, Ornamentik) eingebettet oder aber in Kategorialanalysen von Kunst allgemein. Denn gerade die Vergleiche der Kunstarten in Hinsicht auf analoge Erscheinungen bringen die tiefsten Einsichten. Und in dieser Hinsicht übertrifft m.E. Hartmanns Leistung die von Ingarden, obwohl auch dieser gelegentlich mit anderen Kunstarten vergleicht und diesen auch später eigene Abhandlungen gewidmet hat.

Zusammenfassung der Kapitel

Nicolai Hartmann als Literaturkritiker: Dieses einleitende Kapitel legt die Vernachlässigung von Hartmanns Schichtenmodell in der Literaturwissenschaft dar, kontrastiert sie mit der Rezeption von Roman Ingarden und plädiert für die notwendige Einbeziehung von Hartmanns ontologischer Ästhetik in die literaturtheoretische Forschung.

Schlüsselwörter

Nicolai Hartmann, Literaturkritik, Ästhetik, Schichtenmodell, Roman Ingarden, Literaturtheorie, Ontologie, Kunstwerk, Schichtung, Phänomenologie, Rezeptionsästhetik, ästhetische Wahrnehmung, Strukturgefühl, Werktheorie, philosophische Ästhetik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Rehabilitation und Würdigung der Literaturtheorie von Nicolai Hartmann, deren Bedeutung für die Literaturwissenschaft bisher kaum erkannt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die ästhetische Ontologie, die vergleichende Schichtenanalyse des Kunstwerks sowie die kritische Reflexion über die Methodik der Literaturwissenschaft im 20. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass Hartmanns Modell der geschichteten Künste tiefere Einsichten in das Wesen der Literatur bietet als oft angenommene Alternativen und eine unverzichtbare Ergänzung zur Literaturtheorie darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor verwendet eine komparative und philologisch-philosophische Analyse, die Hartmanns theoretische Ansätze in den Kontext der zeitgenössischen Forschung stellt und diese anhand von Beispielen und Gegenüberstellungen expliziert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Unterschiede zwischen Hartmann und Ingarden, prüft die Validität von Hartmanns Schichtenmodell für das Dichtwerk und untersucht, wie Hartmann ästhetische Phänomene durch seine ontologische Fundierung erklärt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Nicolai Hartmann, Ästhetik, Schichtenmodell, Roman Ingarden, Ontologie des Kunstwerks und Literaturtheorie.

Wie bewertet der Autor den Darstellungsstil von Hartmann?

Der Autor lobt Hartmanns Darstellungsstil als vorbildlich, da er trotz der Komplexität der Themen um Schlichtheit und Lebendigkeit bemüht sei, um den Leser aktiv in die Gedankenführung einzubeziehen.

Welche spezifische Kritik übt der Autor an Roman Ingarden in Bezug auf Hartmann?

Der Autor kritisiert, dass Ingarden Hartmanns Schichtenmodell teilweise missverstanden habe, indem er Hartmanns Verständnis der "untersten Schicht" eines Kunstwerks falsch interpretierte und diesen intellektuell ungerecht behandelte.

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Details

Title
Nicolai Hartmann als Literaturtheoretiker
College
Kyoto Sangyo University  (German Department)
Course
Vortrag gehalten am 20.5.1989 auf der Tagung der Japanischen Gesellschaft fuer Germanistik in Tokyo
Author
Dr. Wolfgang Ruttkowski (Author)
Publication Year
1989
Pages
12
Catalog Number
V7857
ISBN (eBook)
9783638149792
ISBN (Book)
9783638798945
Language
German
Tags
Ästhetik Literaturtheorie Schichtentheorie Nicolai Hartmann Roman Ingarden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Wolfgang Ruttkowski (Author), 1989, Nicolai Hartmann als Literaturtheoretiker, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7857
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