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Psychotherapie mit kriegstraumatisierten Kindern und Jugendlichen

Title: Psychotherapie mit kriegstraumatisierten Kindern und Jugendlichen

Term Paper , 2004 , 43 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl. Sozialarbeiter/Sozialpädagoge; Master of Science in Social Work Jan Thivissen (Author)

Social Work
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Einer anderen, in ihrem Ausmaß weitaus größeren, Störung der kindlichen Entwicklung widmesich der Autor in dieser Hausarbeit: der Traumatisierung von Kindern und Jugendlichen durch Kriegserlebnisse. Eine Gefährdung, die sich sowohl durch ihre Bandbreite der Chancenminimierung, also durch ihre Tiefe der psycho-sozialen Beeinträchtigung auszeichnet. Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit diesem Thema in erster Linie aus der Sicht der psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten, setzt sich aber auch aus anderen Blickwinkeln mit ihm auseinander. So wird zunächst ein Überblick skizziert, der Auskunft über Anzahl traumatisierender Kriegsschauplätze gibt; der darstellt auf welche Art und Wiese und wie häufig Kinder und Jugendliche in Kriegshandlungen involviert sind und der schließlich über die Aufgaben der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie Aussagen zulässt. (Kapitel 2) Im folgenden werden traumatische Erfahrungen definiert, welche Reaktionen, d.h. welche Symptome eine Traumatisierung ersichtlich machen; die Schwierigkeit der Symptomerkennung und des darüber Sprechens werden genauso dargestellt wie die multiplen Belastungen für Kinder und Jugendliche, die eine kriegstraumatische Erfahrung mit sich bringt. (Kapitel 3) Das Kapitel 4 befasst sich mit den durch Kriegstraumatisierung möglichen, hervorgerufenen psychopathologischen Störungen, u.a. mit der der Posttraumatischen Belastungsstörung. In Kapitel 5 geht der Autor im ersten Abschnitt ausführlich auf die Behandlungsvoraussetzungen und ihre Methoden ein, um dann im zweiten Abschnitt detailliert auf die Traumatatherapie, ihre Grundschemen, Dimensionen und Phasen, sowie auf verschiedene psychotherapeutische Ansätze einzugehen. Im vorletzten Kapitel (Kapitel 6) wirft der Autor einen Blick auf mögliche Arbeitsfelder für Sozialarbeiter/- pädagogen und stellt verschiedene Projekte für kriegstraumatisierte Kinder und Jugendliche vor. Das letzte Kapitel soll als Fazit abschließend Auskunft im Hinblick auf Fragen geben: Sind Untersuchungen und daraus folgende wissenschaftliche Ausarbeitungen, Theorien, etc. für diese spezielle Art von Traumatisierung notwendig? Ist sie 60-80 Jahre nach den beiden Weltkriegen überhaupt noch notwendig? Welche psycho-sozialen Interventionen werden angewandt und auf welchen theoretischen Hintergründen basieren sie? Werden kriegstraumatisierten Kindern und Jugendlichen umfassende Hilfsangebote gemacht oder fokussieren sich die Interventionen nur auf psychotherapeutische Hilfsangebote?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 Einführung

1.0 Einführung

Kapitel 2 Kriege im 21.Jahrhundert – Aktualität, Quantität, Auswirkungen

2.0 Einführung

2.1 Aktuelle Kriege

2.2 Global

2.3 Zur globalen Situation von Kindern in Kriegsgebieten – zwei Berichte der UNICEF:

2.3.1 „Kinder als Zielscheibe“

2.3.2 „Die neuen Kriege – die meisten Opfer sind Zivilisten“

2.4 Was sind Aufgaben von „sicheren Ländern“ wie der Bundesrepublik im Hinblick auf Kriege und ihre Opfer?

2.5 Was heißt das für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und ihre Wissenschaft?

Kapitel 3 Traumata

3.0 Was ist eine traumatische Erfahrung?

3.1 Welche Reaktionen treten nach solchen Erlebnissen auf?

3.2 Die Schwierigkeit der Symptomerkennung bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen

3.3 Die Schwierigkeit des Sprechens über das Trauma

3.4 Die Multiplität der Belastungen eines traumatischen Lebensereignisses wie dem eines Krieges für Kinder und Jugendliche

Kapitel 4 Störungsbilder

4.0 Psychopathologische Störungen

4.1 PTBS – Posttraumatische Belastungsstörung als mögliches Störungsbild eines kriegs-traumatischen Live-events

4.1.1 Klassifikation der PTBS im DSM-IV und im ICD-10

4.1.2 Häufigkeit

4.1.3 Verlaufsprädikatoren

4.2 Weitere mögliche posttraumatische Störungsbilder

Kapitel 5 Therapie/Therapieverfahren

5.0 Einleitung

5.1 Abschnitt I

5.1.1 Therapie: Was sind die Voraussetzungen? Was muss sie anbieten?

5.1.2 Methoden

5.2 Abschnitt II

5.2.1 Traumatatherapie

5.2.2 Grundschema der Traumatherapie

5.2.3 Wie sind die Dimensionen in der Therapie mit kriegstraumatisierten Kindern und Jugendlichen zu beachten?

5.2.4 Traumatherapie – die drei Therapiephasen

5.2.5 Interventionen

5.2.6 Psychotherapeutische Ansätze zur Traumabearbeitung

Kapitel 6 Bezüge zur Sozialen Arbeit

6.0 Einleitung

6.1 Was sind die Integrationsprobleme der Flüchtlinge?

6.2 Soziale Arbeit als Case-Manager

6.3 Arbeitsfelder in der psycho-sozialen Betreuung kriegstraumatisierter Minderjähriger

Kapitel 7 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, die psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche zu untersuchen, die durch Kriegserlebnisse traumatisiert wurden, und dabei die zentrale Rolle der psychologischen Begleitung sowie die notwendige Einbindung sozialer Unterstützungsstrukturen zu beleuchten.

  • Aktualität und Ausmaß kriegsbedingter Traumatisierungen bei Kindern.
  • Symptomatologie und psychopathologische Störungsbilder (insb. PTBS).
  • Methoden der Traumatherapie (Spieltherapie, Zeichnen, Geschichtenerzählen).
  • Phasen und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Traumatherapie.
  • Die Bedeutung der Sozialen Arbeit und interdisziplinärer Ansätze.

Auszug aus dem Buch

5.1.2.1 Spielen

Die beste Form der Therapie für kriegstraumatisierte Kleinstkinder und Kinder im Vorschulalter ist die Spieltherapie. Im Spiel kann das Kind wieder ganz Kind sein und kann seiner Phantasie, seinen Gefühlen, besonders denen der Trauer und Ängste, freien Lauf lassen und sie in der eigenen Sprache zum Ausdruck bringen. Die kindliche Sprache, leider immer noch von zu vielen Erwachsen als nicht ernst zu nehmen abgetan, vermag sich im ... Spiel am vielfältigsten auszudrücken. Hier hat sie ihre Vielfältigkeit, die durch das noch eingeschränkte Vokabular nicht verbal zum Ausdruck gebracht werden kann. In selbstdosierten Mengen kann das Kind die traumatische Erfahrung noch einmal durchleben. Mit eigenen Interventionsphantasien kann es nach Lösungen aus der traumatischen Situation suchen, den Handlungsablauf verändern, das Ende neu gestalten, die eigene Reaktion oder das Eingreifen von anderen zum günstigen hin verändern.

„Im posttraumatischen Spiel können die traumakompensierenden Strategien geprobt werden, die später in traumakompensatorische Schemata eingehen und das minimale kontrollierte Darstellungsfeld strukturieren.“ (Fischer / Riedesser 1998:258)

Das meint zum einen, dass die Lösungsmöglichkeiten, – und wenn sie sich nur als Entlastung von beängstigenden Gefühlen darstellen – die im Spiel erfunden werden, als kognitive Reaktionsmöglichkeit für spätere Situationen zur Verfügung gestellt werden können und sich somit ein Gefühl der Kontrolle über plötzliche auftretende Flashbacks entwickelt. Zum anderen bedingt es, dass das therapeutische Setting einen geschützten Rahmen für den jungen Patienten bereitstellt, in dem er die eigenen Phantasien, ohne Hemmschwelle und auf sich selbst konzentriert, ausleben oder, im oben genannten Kontext, Lösungen erarbeiten kann. Die Therapeutin oder der Therapeut sollte altersgemäße kreative Lösungen unterstützen, indem das Kind das Gefühl der Kontrolle und das Vertrauen in seine Umwelt zurück erlangen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel 1 Einführung: Die Einleitung skizziert die Relevanz der Traumatisierung von Kindern durch Kriegserlebnisse und erläutert den Aufbau sowie das Ziel der vorliegenden Arbeit.

Kapitel 2 Kriege im 21.Jahrhundert – Aktualität, Quantität, Auswirkungen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über aktuelle Konflikte und die gravierenden Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung, insbesondere auf Kinder und Jugendliche.

Kapitel 3 Traumata: Es erfolgt eine theoretische Definition traumatischer Erfahrungen sowie die Darstellung der spezifischen Reaktionen und Belastungen bei kriegstraumatisierten Kindern.

Kapitel 4 Störungsbilder: Der Fokus liegt auf der diagnostischen Einordnung psychopathologischer Störungen, insbesondere der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) nach ICD-10 und DSM-IV.

Kapitel 5 Therapie/Therapieverfahren: Dieses Kapitel erörtert die Voraussetzungen und Methoden der Traumatherapie, gegliedert in Behandlungsphasen und konkrete therapeutische Ansätze.

Kapitel 6 Bezüge zur Sozialen Arbeit: Hier werden die Aufgaben der Sozialen Arbeit als Case-Manager und im Kontext von Integrationsprojekten für kriegstraumatisierte Minderjährige beleuchtet.

Kapitel 7 Schlussbemerkung: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer verstärkten wissenschaftlichen Auseinandersetzung und praktischen Unterstützung bei der Behandlung kriegstraumatisierter Kinder zusammen.

Schlüsselwörter

Kriegstraumatisierung, Kinderpsychotherapie, Jugendliche, Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, Traumatherapie, Spieltherapie, Soziale Arbeit, Flüchtlinge, Krisenintervention, Traumaverarbeitung, Case-Management, Psychopathologie, psychische Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die psychotherapeutische und psychosoziale Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, die durch kriegerische Konflikte traumatisiert wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen die Auswirkungen von Krieg auf die kindliche Psyche, diagnostische Verfahren, therapeutische Interventionsmethoden sowie die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Integration betroffener Minderjähriger.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, die kriegstraumatisierten Kindern helfen, ihr Erlebtes zu verarbeiten und eine physiologische Entwicklung zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Theorien, Studien und Berichte (u.a. UNICEF) sowie der Darstellung therapeutischer Verfahren wie der Spieltherapie, Psychoanalyse und verhaltenstherapeutischer Ansätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Störungsbildern (insb. PTBS), die Behandlungsvoraussetzungen sowie detaillierte Methoden der Traumatherapie und der sozialen Betreuung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Kriegstraumatisierung, Kinderpsychotherapie, PTBS, Traumaverarbeitung und Soziale Arbeit.

Warum ist das "Spielen" eine so wichtige Methode bei Kindern?

Das Spiel ermöglicht Kindern, traumatische Erfahrungen in für sie verständlicher und selbst dosierbarer Form auszudrücken, da ihre verbalen Kommunikationsmöglichkeiten oft eingeschränkt oder durch psychische Blockaden behindert sind.

Warum ist die "Soziale Arbeit" neben der Psychotherapie notwendig?

Da Traumatisierung oft mit Flucht, Verlust von sozialem Umfeld und Identitätskrisen einhergeht, ist neben der psychischen Aufarbeitung eine umfassende Integrationshilfe und Koordination von Hilfsangeboten durch die Soziale Arbeit essentiell.

Was unterscheidet das "EMDR" von anderen Methoden?

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) nutzt Augenbewegungen zur Stimulation, um die Verarbeitung traumatischer Bilder zu erleichtern, wobei es jedoch bei Kindern aufgrund der hohen psychischen Belastung kritisch zu betrachten ist.

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Details

Title
Psychotherapie mit kriegstraumatisierten Kindern und Jugendlichen
College
Niederrhein University of Applied Sciences Mönchengladbach
Course
Psychologie, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapy
Grade
1,0
Author
Dipl. Sozialarbeiter/Sozialpädagoge; Master of Science in Social Work Jan Thivissen (Author)
Publication Year
2004
Pages
43
Catalog Number
V78655
ISBN (eBook)
9783638841368
ISBN (Book)
9783638841375
Language
German
Tags
Psychotherapie Kindern Jugendlichen Psychologie Kinder- Jugendlichenpsychotherapy
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Sozialarbeiter/Sozialpädagoge; Master of Science in Social Work Jan Thivissen (Author), 2004, Psychotherapie mit kriegstraumatisierten Kindern und Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78655
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