Die Tatsache, dass Güter einem Betrieb mehrere Jahre zur Verfügung ste-hen und Nutzen abgeben, hat zur Folge, dass die Wertminderungen an die-sen Wirtschaftsgütern wie Anlage- und Umlaufvermögen auch auf die einzel-nen Perioden, in denen sie anfallen, zu verrechnen sind. Damit kann ein ordnungsgemäßer Periodenerfolg festgestellt werden. (vgl. Rasche) Diese periodenbezogene Wertminderung nennt man Abschreibung und wird als solche im betrieblichen Rechnungswesen zweifach erfasst: in der Gewinn- und Verlustrechnung als bilanzielle Abschreibung und in der Kosten- und Leistungsrechnung als kalkulatorische Abschreibung. Bestand dieser Arbeit ist es, die Bedeutung und Unterschiede dieser beiden Abschreibungsarten zu erfassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. Das betriebliche Rechnungswesen
2.1. Die Buchführung
2.2. Die Kosten- und Leistungsrechnung
3. Die Abschreibung
4. Abschreibungsverfahren
4.1. Linear
4.2. Degressiv
4.3. Leistungsabhängig
5. Gegenüberstellung kalkulatorische und bilanzielle Abschreibung
5.1. Abschreibungsverfahren
5.1.1. Bilanzielle Abschreibungsverfahren
5.1.2. Kalkulatorische Abschreibungsverfahren
5.2. Bemessungsgrundlage
5.2.1. Bilanzielle Bemessungsgrundlage
5.2.2. Kalkulatorische Bemessungsgrundlage
5.3. Abschreibungszweck
6. Abschreibung auf Forderungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der zentralen Fragestellung, welche Bedeutung Abschreibungen im betrieblichen Rechnungswesen haben und worin die wesentlichen Unterschiede zwischen der bilanziellen Abschreibung in der Finanzbuchhaltung und der kalkulatorischen Abschreibung in der Kosten- und Leistungsrechnung bestehen.
- Grundlagen des betrieblichen Rechnungswesens
- Definition und Ursachen von Abschreibungen
- Analyse verschiedener Abschreibungsverfahren (linear, degressiv, leistungsabhängig)
- Vergleich von bilanziellen und kalkulatorischen Abschreibungen hinsichtlich Verfahren, Bemessungsgrundlage und Zweck
- Besonderheiten bei der Abschreibung auf Forderungen
Auszug aus dem Buch
3. Die Abschreibung
Abschreibung bezeichnet die steuerrechtliche und unternehmensinterne Erfassung der periodenbezogenen, graduellen Wertminderungen von Vermögenswerten über die Periode ihrer Nutzungsdauer. Das Steuerrecht spricht nicht von Abschreibung sondern von Absetzung für Abnutzung, kurz AfA. Abschreibungen erfolgen für begrenzt nutzbare materielle und immaterielle Anlagegüter,
wobei hier als Schwerpunkt zunächst nur die materiellen Anlagegüter beachtet werden sollen (vgl. Zimmermann S. 45).
Im betrieblichen Rechnungswesen wird die Abschreibung zweifach erfasst: in der Buchführung als bilanzielle Abschreibung und in der Kosten- und Leistungsrechnung als kalkulatorische Abschreibung. Darauf wird an späterer Stelle genauer eingegangen.
Die Dauer des zeitlichen Einsatzes von Anlagevermögen hängt von vielen Faktoren bzw. Abschreibungsursachen ab:
Verschleißursachen teilen sich auf in ruhenden und abnutzungsbedingten Verschleiß, die die Leistungsfähigkeit der Anlage verringern. Der abnutzungbedingte Verschleiß oder auch Gebrauchsverschleiß entsteht durch die Nutzung des Wirtschaftsgutes, der ruhende Verschleiß tritt auch dann ein, wenn die Anlagegüter nicht genutzt werden.
Technischer Fortschritt hat zwar keinen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des Anlagegutes, jedoch führt dieser zu besseren und kostengünstigeren Ersatzanlagen. Dies bewirkt eine Verkürzung der Nutzungsdauer der alten Anlage (vgl. Zimmermann S.47).
Außergewöhnlich Ereignisse führen zu einer außerplanmäßigen Abschreibung wie zum Beispiel nach Blitzschlag oder Hochwasser, die aber nur in der bilanziellen Abschreibung erfasst werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Notwendigkeit der Abschreibung als periodenbezogene Wertminderung ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2. Das betriebliche Rechnungswesen: Es erfolgt eine Einordnung der Buchführung als externes sowie der Kosten- und Leistungsrechnung als internes Rechnungswesen mit ihren jeweiligen Aufgaben.
3. Die Abschreibung: Hier werden der Begriff der Abschreibung sowie die Ursachen für den Wertverzehr von Anlagegütern dargelegt.
4. Abschreibungsverfahren: Dieses Kapitel beschreibt die verschiedenen Methoden der Abschreibung, insbesondere die lineare, die degressive und die leistungsabhängige Methode.
5. Gegenüberstellung kalkulatorische und bilanzielle Abschreibung: Die Unterschiede zwischen diesen beiden Abschreibungsarten werden anhand der Verfahren, Bemessungsgrundlagen und Zwecke detailliert verglichen.
6. Abschreibung auf Forderungen: Abschließend wird die bilanzielle Behandlung von Wertminderungen bei Forderungen unter Berücksichtigung des Vorsichtsprinzips erläutert.
Schlüsselwörter
Abschreibung, Rechnungswesen, Finanzbuchhaltung, Kosten- und Leistungsrechnung, bilanzielle Abschreibung, kalkulatorische Abschreibung, lineare Abschreibung, degressive Abschreibung, Nutzungsdauer, Anlagevermögen, Bemessungsgrundlage, Forderungsabschreibung, Betriebsergebnis, AfA, Wertminderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Bedeutung der Abschreibung im betrieblichen Rechnungswesen und arbeitet die Unterschiede zwischen der bilanziellen und der kalkulatorischen Abschreibung heraus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das betriebliche Rechnungswesen, die verschiedenen Verfahren der Abschreibung und der Vergleich zwischen externem und internem Rechnungswesen hinsichtlich der Abschreibungsbehandlung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Bedeutung und die spezifischen Unterschiede zwischen der bilanziellen Abschreibung in der Finanzbuchhaltung und der kalkulatorischen Abschreibung in der Kosten- und Leistungsrechnung zu erfassen und darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse basiert, um die Konzepte des betrieblichen Rechnungswesens und der Abschreibung zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Definition von Abschreibungen, verschiedene Abschreibungsverfahren, eine detaillierte Gegenüberstellung von bilanzieller und kalkulatorischer Abschreibung sowie die Abschreibung auf Forderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Abschreibung, Finanzbuchhaltung, Kosten- und Leistungsrechnung, Anlagevermögen, Bemessungsgrundlage und Abschreibungsverfahren.
Wie unterscheidet sich die Bemessungsgrundlage zwischen bilanzieller und kalkulatorischer Abschreibung?
Die bilanzielle Abschreibung basiert auf den tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten, während die kalkulatorische Abschreibung den Wiederbeschaffungswert als Grundlage nutzt.
Warum wird in der Kosten- und Leistungsrechnung die lineare Abschreibung häufig bevorzugt?
Die lineare Methode wird dort bevorzugt, weil sie zu gleichmäßigen Abschreibungsbeträgen führt und somit starke Schwankungen in der Kalkulation von Verkaufspreisen vermeidet.
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- Luise Neumann (Author), 2005, Die Bedeutung der Abschreibung in der Finanzbuchhaltung im Unterschied zur Kosten-Leistungsrechnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78692