Um sich dem Thema Coaching von Führungskräften zu nähern, sind die im Internet verfügbaren Suchmaschinen eine erste Hilfe. Die Suche nach den Schlüsselwörtern „coaching führungskräfte“ bei Goggle belegt die Stärke von Suchmaschinen, die zugleich ihre Schwäche ist: bei über 1,2 Millionen Treffern erschlägt den Suchenden die Informationsflut und vor allem ihre Beliebigkeit.
Trotzdem ist ein Anfang gemacht und schnell finden sich erste Spuren, denen man folgen kann: einzelne Coaches und Coaching-Firmen stellen sich vor und konkretisieren Ihr Verständnis vom Coaching.
Doch mehr als ein erstes Schlaglicht auf das Thema vermag das Internet vorerst nicht zu leisten.
Für die Erarbeitung des theoretischen Hintergrunds und die praktische Umsetzung des Coaching von Führungskräften ist die Lektüre der Fachliteratur notwendig, wobei hier der Schwerpunkt auf die Aspekte Anforderungsprofil, Inhalte und Messbarkeit gelegt wird.
In einem ersten Schritt soll geklärt werden, was unter Coaching und was unter einer Führungskraft in diesem Kontext zu verstehen ist. Welche Funktionen, Rollen und Kompetenzen zeichnen eine Führungskraft aus, in welchen Organisationskulturen agiert sie? Was ist und was kann Coaching, welche Funktionen hat es und wo findet es seine Grenzen.
Die Funktionen des Coachings führen zum Anforderungsprofil des Coaches, welche Anforderung sind an den Menschen, an seine fachliche Qualifikation und an sein Konzept zu stellen, damit die Funktionen ausgefüllt werden können?
Ein weiterer Schritt führt zu der Frage, welche Inhalte im Mittelpunkt des Coachings stehen, mit welchen Methoden sie angegangen werden und welche Ziele dabei verfolgt werden.
Ob und wie die Erreichung dieser Ziele messbar ist, soll anschließend verhandelt werden.
In einem abschließenden Fazit möchte ich auf die Frage eingehen, ob es anhand der Arbeitergebnisse möglich ist, beliebige Profile von Coaches, die sich im Internet präsentieren, fundierter zu beurteilen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Führungskraft
2.1 Funktionen
2.2 Rollen
2.3 Kompetenzen
3. Coaching
3.1 Funktionen
3. 2 Ablauf
3. 3 Abgrenzung
4. Anforderungsprofil
4.1 Fähigkeiten
4.2 Konzept
5. Inhalte
5.1 Kommunikationspsychologie
5.2 Gesprächsführung
6. Messbarkeit
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, eine fundierte theoretische Basis und ein praktisches Verständnis für das Coaching von Führungskräften zu entwickeln. Dabei wird insbesondere untersucht, welche Anforderungen an einen Coach gestellt werden, welche inhaltlichen Schwerpunkte im Coaching gesetzt werden können und wie der Erfolg sowie die Wirksamkeit solcher Maßnahmen messbar gemacht werden können.
- Anforderungsprofil und notwendige Qualifikationen für Coaches
- Theoretische Grundlagen und methodische Ansätze im Coaching
- Anwendung kommunikationspsychologischer Modelle in der Führungskräfteentwicklung
- Strukturierung und Phasenmodell eines Coaching-Prozesses
- Messbarkeit von Coaching-Erfolgen und Wirksamkeitsanalyse
Auszug aus dem Buch
4.1 Fähigkeiten
Sympathie als Basis für ein Beratungsgespräch ist eine wichtige aber auch höchst subjektive Größe und in diesem Sinne auch nicht näher fassbar. Sie kann sich genauso wie das Vertrauen entwickeln – oder eben nicht. Andere Größen, die die Fähigkeiten eines Coachs umreißen, sind leichter zu umreißen: verfügt der Coach über breite Lebens- und Berufserfahrung? Ein Coach Ende vierzig, der in verschiedenen Managementpositionen gearbeitet hat, der umfangreiche Kenntnisse über Organisation, Hierarchie und Struktur hat und der Führungskompetenz aufweist, wird dieser Anforderung zweifellos eher gerecht als ein „Grünschnabel“ oder ein „hilfloser Helfer“, der nach beruflichem Scheitern in diesem Geschäftsfeld seine Eitelkeit pflegen möchte.43
Der Coach bedarf persönlicher Ausstrahlung, er sollte „ein menschlich breiter „Resonanzkörper“ sein, (…) damit er allen vorgetragenen Anliegen möglichst umfassend begegnen kann“44. Ein zu fröhliches Naturell könnte auf krisenhafte Erlebnisse mit zuviel Leichtigkeit reagieren, einem eher depressiven Menschen wird die Kraft zur Ermutigung fehlen. Der Coach muss aufgrund seiner gesprächs- oder psychotherapeutischen Ausbildung in der Lage sein, Distanz zu wahren und sich selbst zu reflektieren.45
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Darstellung der Problemstellung und Hinführung zum Thema Coaching von Führungskräften unter Berücksichtigung der aktuellen Literatur.
2. Führungskraft: Analyse der klassischen Managementfunktionen, Rollenbilder und Kompetenzanforderungen an Führungskräfte in modernen Organisationen.
3. Coaching: Definition des Begriffs sowie Erläuterung der Funktionen, des prozessualen Ablaufs und der notwendigen Abgrenzung zu anderen Beratungsformen.
4. Anforderungsprofil: Konkretisierung der menschlichen Fähigkeiten und fachlichen Voraussetzungen, die ein Coach mitbringen muss, basierend auf einem fundierten Coaching-Konzept.
5. Inhalte: Untersuchung der Anlässe für Coaching (Krisen, Konflikte, Leistungsverbesserung) sowie Anwendung kommunikationspsychologischer Modelle.
6. Messbarkeit: Erörterung von Methoden und Kriterien zur Evaluierung der Wirksamkeit von Coaching-Maßnahmen und des subjektiven Erfolgs.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der gewonnenen Erkenntnisse und Ausblick auf die steigende Bedeutung von Coaching für Führungskräfte.
Schlüsselwörter
Coaching, Führungskraft, Managementfunktionen, Anforderungsprofil, Kommunikationspsychologie, Personalentwicklung, Coaching-Prozess, Gesprächsführung, Selbstmanagement, Wirksamkeitsmessung, Identitätsentwicklung, Rollenkonflikte, Interventionsmethoden, Professionalität, Beratungsqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen und praktischen Fundierung des Coachings für Führungskräfte, insbesondere im Hinblick auf Anforderungen, Inhalte und Erfolgsmessung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt Führungskompetenzen, die Systematik des Coaching-Prozesses, kommunikationspsychologische Modelle sowie Methoden der Wirksamkeitsprüfung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein klares Ordnungsmuster für das Coaching von Führungskräften zu schaffen, um die Qualität und Zielorientierung in Coaching-Prozessen zu erhöhen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender betriebswirtschaftlicher und organisationspsychologischer Fachquellen zum Thema Coaching.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Führung als Basis, die Definition und Abgrenzung von Coaching, die Erstellung eines Anforderungsprofils für Coaches und die Anwendung kommunikativer Methoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Zu den zentralen Begriffen zählen Coaching, Führungskraft, Kommunikationspsychologie, Coaching-Prozess und die Messbarkeit von Beratungserfolg.
Wie unterscheidet der Autor den Coach von anderen Beratungsrollen?
Der Autor betont, dass der Coach eine professionelle Distanz wahren muss, kein „schweigender Magier“ ist und den Fokus auf Selbstmanagement und Autonomie des Klienten legt.
Warum spielt das Kommunikationsquadrat eine so wichtige Rolle für das Coaching?
Es dient als wichtiges Analyseinstrument für schwierige Kommunikationssequenzen und hilft Führungskräften, Botschaftsaspekte zu reflektieren und ihr eigenes Verhalten zu optimieren.
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- Hannes Niemann (Author), 2007, Coaching von Führungskräften - Anforderungsprofil, Inhalte, Messbarkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78693