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Olympias - Eine Diadochin?

Title: Olympias - Eine Diadochin?

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Alexander Kohlmann (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Die Alexander Mutter Olympias tritt in der einschlägigen Forschungsliteratur fast immer als Nebenfigur in Erscheinung. Die Definition eines Diadochen, wie sie z.B. Gehrke aufstellt, begründet diese Diskrepanz nicht hinreichend: „ Mindestens duldete man [als Diadoche, A.K.] nicht die Herrschaft eines anderen über sich (und mit diesem Grundsatz kann man geradezu definieren wer Diadoche war und wer nicht)“ .

Kann Olympias also auch als Diadochin bezeichnet werden? Diese Frage steht im Zentrum der vorliegenden Hausarbeit: Es wird analysiert, wie ihre Rolle im Kampf um die Nachfolge Alexanders bei Diodor beschrieben wird. Agierte sie aktiv, oder wurde über ihr Schicksal von anderen entschieden? Funktionierte sie als ‚Marionette’ oder verfolgte sie eigene machtpolitische Interessen? Wenn ja, welche waren das? Strebte sie nach einem Teil der Macht, oder wollte sie die Herrschaft über das ganze Reich? War Olympias eine Diadochin oder war sie keine?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I.1. EINLEITUNG

I.2. ZUR PROBLEMATIK DES FORSCHUNGSSTANDES UND DER QUELLEN

II. HAUPTTEIL: OLYMPIAS DARSTELLUNG BEI DIODOR

II.1. EINFLUß DURCH BRIEFE

II.2. EROBERUNG DER MACHT IN MAKEDONIEN

II.3. ,SHOWDOWN’ IN PYNADA

III. SCHLUSS UND AUSBLICK

IV. LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der historischen Aufzeichnungen von Diodor, ob Olympias, die Mutter Alexanders des Großen, als eigenständige Akteurin im Kampf um die Nachfolge im Alexanderreich („Diadochin“) betrachtet werden kann oder lediglich als Spielball männlicher Machtpolitik fungierte.

  • Analyse der Rolle von Olympias bei Diodor im Zeitraum nach dem Tod des Antipatros bis zu ihrer Ermordung.
  • Untersuchung der politischen Wirksamkeit ihres Handelns, insbesondere durch den gezielten Einsatz von Korrespondenz und strategischen Bündnissen.
  • Kritische Reflexion der Diskrepanz zwischen der wissenschaftlichen Wahrnehmung als „Nebenfigur“ und ihrer tatsächlichen politischen Machtausübung.
  • Hinterfragung der geschlechtsspezifischen Bewertung von politischer Grausamkeit und Machtstreben in den antiken Quellen und der modernen Forschung.

Auszug aus dem Buch

II.1. Einfluß durch Briefe

Zum ersten Mal namentlich erwähnt wird Olympias im erhaltenen Werk des Diodor in Buch 18, Kapitel 49. Dieses und die folgenden Kapitel behandeln die Ereignisse nach dem Tod des Antipatros. Es wird beschrieben, dass Kasandros mit der Nachfolgeregelung seines verstorbenen Vaters zu Gunsten des Polyperchon nicht einverstanden gewesen ist und sich selbst als legitimen Nachfolger des Reichsverwesers und Vormund über die beiden Könige sah.

Gehrke weist darauf hin, dass Kasandros die „ ‚Reichsverweserschaft’ offenbar schon als in seiner Familie erblich ansah“ und sich so selbst als legitimen Nachfolger des Antipatros begriff. Während Kasandros sich als dynastischer Nachfolger ins Spiel brachte, versuchte Polyperchon seine Vormundschaft über die Könige zu legitimieren. Er „beriet sich mit Freunden und lud mit deren Billigung Olympias zum Kommen ein, wobei er die Bitte an sie richtete, die Führsorge für Alexanders Sohn, der noch ein Kind war, zu übernehmen und unter Wahrung ihrer königlichen Würde in Makedonien Aufenthalt zu nehmen“.

Zusammenfassung der Kapitel

I.1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten Kasandros’, Olympias zu beseitigen, und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob Olympias als Diadochin einzustufen ist.

I.2. ZUR PROBLEMATIK DES FORSCHUNGSSTANDES UND DER QUELLEN: Dieses Kapitel kritisiert die fachwissenschaftliche Neigung, Olympias negativ zu psychologisieren und anhand von Stereotypen statt neutraler Quellenanalyse zu bewerten.

II. HAUPTTEIL: OLYMPIAS DARSTELLUNG BEI DIODOR: Dieser Teil dient als übergeordneter Rahmen für die detaillierte Analyse der drei Phasen von Olympias' politischem Wirken bei Diodor.

II.1. EINFLUß DURCH BRIEFE: Es wird analysiert, wie Olympias durch diplomatische Korrespondenz und strategische Bündnisse, insbesondere mit Eumenes, politisch agierte, anstatt als reine Marionette zu fungieren.

II.2. EROBERUNG DER MACHT IN MAKEDONIEN: Dieses Kapitel untersucht den Übergang von diplomatischen Mitteln zur militärischen Machtergreifung und beleuchtet die diskrepante Darstellung ihrer Rolle als Siegerin gegenüber den als grausam gewerteten Handlungen.

II.3. ,SHOWDOWN’ IN PYNADA: Die Untersuchung konzentriert sich auf die finale militärische Auseinandersetzung und zeigt auf, dass Olympias bis zum Ende als ernstzunehmende politische Kontrahentin auftrat.

III. SCHLUSS UND AUSBLICK: Das Fazit bestätigt, dass Olympias aufgrund ihrer unabhängigen Strategie und ihres Machtanspruchs durchaus als Diadochin bezeichnet werden kann und ein sexistisch geprägter Maßstab ihre historische Rolle verfälscht hat.

IV. LITERATURVERZEICHNIS: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur zur Ausarbeitung.

Schlüsselwörter

Olympias, Diodor, Diadochen, Alexanderreich, Machtpolitik, Kleopatra, Kasandros, Polyperchon, Eumenes, Quellenkritik, makedonisches Königtum, Diadochin, historische Frauengestalten, Antike, Herrschaftslegitimation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die historische Rolle von Olympias, der Mutter Alexanders des Großen, während der Ära der Diadochen basierend auf den Aufzeichnungen von Diodor.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der politischen Handlungsmacht von Olympias, dem Umgang der Quellen mit dieser Figur und der Infragestellung traditioneller, oft geschlechtsspezifisch geprägter Geschichtsschreibung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist zu klären, ob Olympias berechtigterweise als „Diadochin“ bezeichnet werden kann, da sie aktiv machtpolitische Interessen verfolgte und nicht lediglich als Anhängsel oder Opfer männlicher Akteure agierte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine quellenkritische Analyse der Diodor-Texte durch, vergleicht diese mit Einschätzungen moderner Forschungsliteratur und rekonstruiert Olympias' Handeln wertfrei nach seiner tatsächlichen politischen Wirksamkeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil wird Olympias' Wirken in drei Phasen unterteilt: ihr Einfluss durch Briefe, ihre aktive Machtergreifung in Makedonien und ihr letzter Widerstand („Showdown“) in Pynada.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Neben Olympias und Diodor sind Diadochen, Machtpolitik, Quellenkritik und Herrschaftslegitimation zentrale Begriffe.

Warum wird Olympias in der Forschungsliteratur laut Autor oft als Nebenfigur abgetan?

Der Autor argumentiert, dass Historiker dazu neigen, auf Olympias jahrtausendealte Stereotype und negative Psychologisierungen zu projizieren, statt ihr politisches Handeln als rationale Realpolitik zu analysieren.

Welche Rolle spielte der „doppelte Maßstab“ bei der Bewertung von Olympias?

Der Autor zeigt auf, dass das grausame Vorgehen von Olympias als „weibliche Grausamkeit“ denunziert wird, während identische machtpolitische Säuberungen durch männliche Diadochen in der historischen Betrachtung weitaus weniger negativ oder gar nicht als solche gewertet werden.

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Details

Title
Olympias - Eine Diadochin?
College
University of Hamburg  (Historisches Seminar)
Course
Hauptseminar
Grade
2,0
Author
Alexander Kohlmann (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V78736
ISBN (eBook)
9783638856164
Language
German
Tags
Olympias Eine Diadochin Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Kohlmann (Author), 2007, Olympias - Eine Diadochin?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78736
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