Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Communications - Intercultural Communication

Silvio Berlusconi: Lebt die erste Republik weiter?

Title: Silvio Berlusconi: Lebt die erste Republik weiter?

Seminar Paper , 2002 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bastian Fermer (Author)

Communications - Intercultural Communication
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In Italiens Politik hat sich in den letzten zehn Jahren viel getan. Die „Tangentopoli“-Affäre und die anschließenden „Mani pulite“ Ermittlungen haben ein unglaubliches Maß an organisierter und systematischer Korruption in der italienischen Politik aufgedeckt. Eine scheinbar gefestigte und nachweisbar durch den Filz saturierte Parteienlandschaft wurde sozusagen über Nacht ausradiert. Die Pole im parteipolitischen Spektrum verschwanden und stürzten das demokratische Italien in die größte Krise seiner Nachkriegsgeschichte. Die Democrazia Christiana (DC), die fast ununterbrochen die Regierungspartei Nachkriegsitaliens war, beschloss ihre Auflösung, und die ebenfalls vom Korruptionsskandal erschütterte Linke spaltete sich in mehrere Teile. Man spricht vom Ende der ersten Republik. Nachfolgend betrat eine neue Politikergeneration das Feld der neuen 2. Republik. Einer von denen, der die nächsten Jahre prägen sollte, war Silvio Berlusconi. Ein milliardenschwerer Unternehmer aus Mailand, der von Politik eigentlich nichts verstand und doch drei Monate nach der Gründung einer eigenen Partei, der Forza Italia, Ministerpräsident wurde.
In meiner Arbeit möchte ich die zwei Karrieren des Silvio Berlusconi näher beleuchten. Dabei soll aufgezeigt werden, wie und mit welchen Mitteln es dem jungen Juristen gelang, innerhalb von wenigen Jahren ein gigantisches Unternehmen aufzubauen und eine Machtfülle zu erlangen, die in Italien seinesgleichen sucht.
Im weiteren Verlauf steht dann die politische Karriere Berlusconis auf dem Prüfstein; inwieweit hat er sich seiner Medienmacht bedient, was waren seine politischen Interessen, wer seine parlamentarischen, wer seine gesellschaftlichen Koalitionäre?
Heutzutage fällt Berlusconi auf in Europa. Durch undurchsichtige Gesetzesvorhaben, vorlaute Koalitionspartner und eine Politik, die scheinbar die Gewaltenteilung zu sprengen droht, gerät er zusehends in Kritik, auch im eigenen Land.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Berlusconis Firmenimperium

2.1. Einstieg im Baugewerbe

2.2 Auf dem Weg zum Medienzaren

2.3. Die „Komplizen“ Berlusconis

2.3.1. Die Politik

2.3.2. Die „Propaganda Due“

3. Berlusconis politischer Aufstieg

3.1. Der Wahlkampf 1994

3.1.1. Gründe für den Einstieg

3.1.2. Instrumentalisierung der Medien

3.1.3. Gründe für den Erfolg

3.2. Berlusconis Regierungszeit 1994-95

3.3. Regeneration und Wahlkampf 2001

4. Berlusconi und die Justiz

5. Das aktuelle Problem der „Berlusconisierung“ Italiens – auf dem Weg zur 1. Bananenrepublik?

5.1. Justizpolitik

5.2. Außerparlamentarische Opposition

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zwei Karrieren des Silvio Berlusconi – als Unternehmer und als Politiker – und analysiert, wie es ihm durch die Nutzung seiner Medienmacht und politischer Netzwerke gelang, ein beispielloses Imperium aufzubauen und politische Macht zu erlangen. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, ob Italien seit der „Tangentopoli“-Affäre tatsächlich eine erneuerte „2. Republik“ erlebt oder ob lediglich die Protagonisten gewechselt haben, während systemische Korruptionsstrukturen fortbestehen.

  • Aufbau des Medien- und Firmenimperiums Fininvest
  • Einfluss von Netzwerken wie der P2-Geheimloge auf die politische Karriere
  • Strategien zur Instrumentalisierung der Medien im Wahlkampf
  • Interessenkonflikte zwischen geschäftlichen Interessen und staatlicher Gesetzgebung
  • Kritische Analyse der Justizpolitik und der Gewaltenteilung in Italien

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Instrumentalisierung der Medien

Das neue Wahlrecht zwang die Parteien zu Wahlbündnissen und so ging Berlusconi mit der postfaschistischen Alleanza Nazionale und der separatistischen Lega Nord ein Wahlbündnis unter dem Namen „Polo della Libertà“ (Pol der Freiheit) ein (vgl. Wallisch, S.130).

Nach der „Rede an die Nation“ kam es am 6. Februar zum nächsten großen TV Ereignis mit Berlusconi in der Hauptrolle: in Rom, dem Ziel seiner politischen Bemühungen, fand der erste Parteikongress der neugegründeten Forza Italia statt. Und ganz wie man es von einem Medienmogul erwarten konnte, war er aufgezogen wie eine Samstag Abend-Show. Berlusconi war die Verkörperung des Marketings, so wurde z.B. nur ein Fotograf zugelassen, damit am nächsten Tag in den Zeitungen überall die gleichen Bilder zu sehen waren (vgl. Wallisch, S. 131/143). Eine Politik der Gleichschaltung könnte man dahinter vermuten.

Die Präsentation des Parteiprogramms stand am 28. Februar an. Es bestand aus 45 Punkten einer „Mainstream-Politik wirtschaftsliberaler Prägung“, die von hauseigenen Fininvest bzw. Publitalia Demoskopen mitgestaltet worden waren (vgl. Wallisch, S. 131). Das 100-seitige Parteiprogramm war dementsprechend das Ergebnis von Umfragen, die seine Demoskopen durchgeführt hatten. Nach dem Motto „alles was populär ist, ist richtig“ wurde des Volkes Meinung in das Programm integriert, so dass es sich verstanden fühlte. Der Unterschied zu der alten Parteienelite war nach Gianni Pilo, einem Meinungsforscher Berlusconis: „Sie reden, wir hören zu. Sie sind abstrakt, wir konkret“ (Wallisch, S. 135). Dessen ungeachtet fand die eigentliche „Schlacht“, die es zu gewinnen galt, im TV statt: hier wurde Berlusconi von seinen Fernsehsendern eindeutig favorisiert. Die Regelung, dass allen Parteien auf allen Sendern der gleiche Platz gewährt werden müsse, wurde von Berlusconis Sendern umgangen, indem sie in

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den Zusammenbruch der ersten Republik nach den „Tangentopoli“-Skandalen und die Einführung der Forschungsfrage, inwieweit das System Berlusconi die politische Kultur Italiens nachhaltig geprägt hat.

2. Berlusconis Firmenimperium: Beleuchtet den Aufstieg Berlusconis vom Baugewerbe zum Medienmagnaten und untersucht die dubiosen Finanzierungsquellen sowie die Verbindungen zu Netzwerken wie der Geheimloge P2.

3. Berlusconis politischer Aufstieg: Analysiert den strategischen Einstieg in die Politik im Jahr 1994, die professionelle Inszenierung des Wahlkampfes über Medien und die Ursachen für seinen Wahlerfolg.

4. Berlusconi und die Justiz: Erörtert die zahlreichen juristischen Auseinandersetzungen Berlusconis und die Spannungen zwischen den Staatsanwaltschaften und dem politischen Establishment.

5. Das aktuelle Problem der „Berlusconisierung“ Italiens – auf dem Weg zur 1. Bananenrepublik?: Untersucht die Justizreformen der Regierung Berlusconi, die Interessenkonflikte sowie den Widerstand der außerparlamentarischen Opposition.

Schlüsselwörter

Silvio Berlusconi, Italien, Fininvest, Forza Italia, Tangentopoli, Medienmacht, Justizpolitik, Propaganda Due, Korruption, Interessenkonflikt, Wahlkampf 1994, politische Elite, Gewaltenteilung, Demokratie, Zweite Republik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Aufstieg von Silvio Berlusconi vom Unternehmer zum italienischen Ministerpräsidenten und untersucht dabei die kritische Verschränkung von privatem Medienimperium und staatlicher Macht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind der Aufbau des Fininvest-Konglomerats, die Rolle von Korruption und geheimen Netzwerken wie der P2-Loge sowie die mediale Inszenierung von Politik.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist zu prüfen, ob nach der Krise der „ersten Republik“ in Italien tatsächlich eine demokratische Erneuerung stattfand oder ob Berlusconi lediglich alte Strukturen unter seiner eigenen Führung fortführt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf einer umfassenden Literaturstudie, der Auswertung von Medienberichten und der Untersuchung historischer Ereignisse basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Firmenimperiums, den politischen Aufstieg 1994, die juristischen Kontroversen und die aktuelle Problematik der „Berlusconisierung“ Italiens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Medialisierung der Politik, Korruption, Interessenkonflikte, Machtmissbrauch und die Erosion der Gewaltenteilung in Italien.

Inwiefern spielte die Geheimloge Propaganda Due (P2) eine Rolle für Berlusconi?

Laut der Arbeit war Berlusconi in das korrupte Netzwerk der P2 eingebunden, welches Ziel hatte, weite Teile der italienischen Wirtschaft und des öffentlichen Lebens zu kontrollieren und das politische System autoritär umzugestalten.

Wie reagierte die italienische Justiz auf Berlusconis politisches Agieren?

Die Justiz, insbesondere die Mailänder Staatsanwälte, ging gerichtlich gegen Berlusconi vor, was dieser jedoch als politisch motivierte Verfolgung durch ein „linkes“ Establishment darstellte, um die Ermittlungen zu diskreditieren.

Excerpt out of 27 pages  - scroll top

Details

Title
Silvio Berlusconi: Lebt die erste Republik weiter?
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Italienische Gesellschaft seit 1860
Grade
1,7
Author
Bastian Fermer (Author)
Publication Year
2002
Pages
27
Catalog Number
V78754
ISBN (eBook)
9783638851237
ISBN (Book)
9783640334889
Language
German
Tags
Silvio Berlusconi Lebt Republik Italienische Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bastian Fermer (Author), 2002, Silvio Berlusconi: Lebt die erste Republik weiter?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78754
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  27  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint