Innere Differenzierung und Stadtgeschichte Madrids


Hausarbeit, 2005

23 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Stadtgeschichte
2.1 Prähistorische und römische Zeit
2.2 Vom maurischen „Mayrit“ zum christlichen „Magerit
2.3. Madrid der Habsburger
2.4. Herrschaft der Bourbonen

3. Innere Differenzierung
3.1. Sozialräumliche Gliederung
3.1.1. Almendral - Zentrum (Distrikte: 1-7)
3.1.2 Nordwesten (Distrikte: 8, 9, 15, 16, 21)
3.1.3 Osten (Distrikte: 14, 18-20)
3.1.4 Süden (Distrikte: 10-13, 17)
3.2. Ökonomische Gliederung
3.2.1 Industrie
3.2.2 Dienstleistungssektor

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

Madrid ist die Hauptstadt Spaniens und eine kosmopolitische Stadt mit modernen Infrastrukturen. Sie ist nicht nur Mittelpunkt der Wirtschaft, der Finanzen und der Verwaltung, sondern verfügt auch über ein reiches kulturelles und künstlerisches Erbe aus einer weit zurück reichenden bewegten Vergangenheit. Strategisch in der geographischen Mitte der Iberischen Halbinsel auf 646 Meter ü.d.M. gelegen, besitzt Madrid unter den europäischen Großstädten einen der bedeutendsten alten Stadtkerne, der sich harmonisch in die bequemen modernen Infrastrukturen eingliedert. In meiner Ausarbeitung zum Thema „Innere Differenzierung und kleine Stadtgeschichte Madrids“ werde ich die Entstehung Madrids seit dem Einfall der Mauren im Jahr 713 beleuchten, um dann detailliert auf die Weiterentwicklung der Stadt Madrid zur Zeit der Habsburger und Bourbonen einzugehen.

Der zweite große Abschnitt meiner Ausarbeitung behandelt die innere Differenzierung der Stadt Madrid, hinsichtlich der wirtschaftlichen und sozialräumlichen Gliederung des heutigen Stadtbildes. Da die historische Differenzierung der Stadt mit der Entstehung und Ausbreitung Madrids einhergeht, werde ich die historische Gliederung der Stadt bereits im ersten Abschnitt mit einbeziehen.

2. Stadtgeschichte

2.1 Prähistorische und römische Zeit

Die ersten zwei, drei Kapitel der Stadtgeschichte werden von den meisten Madrilenen gerne überschlagen, da es nicht so recht passt, dass das heutige so kapitale Madrid vor nicht einmal tausend Jahren nicht mehr als ein unbedeutender Marktflecken im Zentrum der Iberischen Halbinsel war[1].

Einige wenige archäologische Funde der Römerzeit, wie die „carpetana“ oder „sigillata“ Keramiken, oder Fragmente eines Mosaikfußbodens[2], bestätigen indes, dass an beiden Ufern des Manzanares bereits in römischen und auch vorrömischen Zeiten Menschen lebten. Die ständige Verfügbarkeit von Trinkwasser des Flusses und der Reichtum an jagdbarem Wild waren die Grundlage und frühzeitige Garantie eines attraktiven Aufenthalts an den Ufern des Manzanares. Positiven Einfluss hatte auch die zentrale Lage, da sich hier die alten Handelsrouten kreuzten und jeder, egal in welche Richtung er wollte, hier passieren musste[3]. Dennoch blieb der Ort eher Durchgangsstation als Knotenpunkt und der Wohlstand suchte den Weg nach Toledo oder Segovia, nach Alcalá oder direkt an die Küsten des Mittelmeers und des Atlantiks.

2.2 Vom maurischen „Mayrit“ zum christlichen „Magerit“

Die Ersten, die es verstanden, sich in der kastilischen Hochebene anzusiedeln, waren die Mauren, ein Volk aus Berbern und Arabern, die 711 auf der Iberischen Halbinsel einfielen[4]. Den Mauren stand nur eine kleine Schar von Siedlern gegenüber, welche aber dem religiös geleiteten Expansionsdrang nur sehr wenig entgegenzusetzen hatten.

Madrid gewann nun unter der Herrschaft der Araber immer mehr an Bedeutung, da diese einen Ort am Ufer des Manzanares suchten, der Toledo, die wichtigste Stadt jener Zeit, besser zu verteidigen verhalf[5]. Etwa 854, „zur Zeit der Araberherrschaft, gründete Emir Mohammed I. (852-882)“[6] eine befestigte maurische Siedlung, die er Mayrit nannte, „Ort der vielen Wasser“[7] . Mit anderen Befestigungsanlagen und Wachtürmen diente Mayrit dem Schutz des arabischen Herrschaftsgebietes und speziell dem nahegelegenen Toledo, vor den im Norden liegenden christlichen Königreichen. Am steilen Osthang des Manzanares baute er ein Alcázar mit dem Namen Almudena, eine Burg die mit ihren mächtigen Mauern die maurische Siedlung sicherte. Die Zitadelle umfasste etwa 4 ha, „outside the walls lay the vega (fields of crops between the city and the river) and the almuzara (public land for leisure and equestrian sports)[8] “. In der Folgezeit ließen sich Juden und Christen außerhalb der Stadtmauer nieder. Mayrit wurde zum Verkehrsknotenpunkt, Märkte entstanden und es wurde vermehrt Handel betrieben und Mayrit dehnte sich immer mehr nach Osten und Süden aus (vgl. Abb. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Madrid im 10. Jahrhundert

(Quelle: Madrid Histórico, 2004, http://www.madridhistorico.com/seccion5_historia/index_ evolucion_medieval.php?idmapa=1)

Gegen Ende des 11. Jahrhunderts zerfiel das Kalifat von Córdoba und das arabische Reich ging in Teilreiche, den sogenannten „taifas“[9] , über. Daraufhin setzten die christlichen Könige zu einer immer erfolgreicheren Rückeroberung an, der „reconquista“.

Erst im Jahr 1083 gelingt Alfons VI. die endgültige Eroberung des maurischen Stützpunktes. Er vertreibt die Mauren und erobert auf dem Vormarsch zum bedeutenderen Toledo kurzerhand Madrid für die kastilische Krone. Um den Sieg zu manifestieren, wurde das maurische „Mayrit“ in das christliche „Magerit“ umbenannt und schließlich wie das heutige „Madrid“ ausgesprochen[10]. Die Mehrheit der Forscher datiert den Bau der zweiten Stadtmauer in diese Phase. Das Stadtgebiet erstreckte sich nun auf ein Gebiet von 33 ha (Vgl. Abb. 2), ausgehend von der alten Stadtmauer über die Stadttore Puerta de Moros im Süden , Puerta Cerrada und Puerta Guadalajara im Osten, hin zu Puerta de Balnadú im Norden[11].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Madrid im 12. Jahrhundert

(Quelle: Madrid Histórico, 2004, http://www.madridhistorico.com/imagenes/seccion5_historia /MADRIDSXIIPORTAL.gif)

Sehr interessant ist nun der Vergleich der damaligen Ausdehnung Madrids mit dem heutigen Stadtbild. So kann man noch heute, anhand der scheinbar willkürlichen Anordnung der Straßen und Gassen, den Verlauf der früheren Stadtmauer erkennen und so die äußeren Grenzen des damaligen Madrids ablesen (Vgl. Abb. 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Darstellung der alten Stadtmauer im heutigen Stadtbild

(Quelle: Madrid Histórico, 2004, http://www.madridhistorico.com/imagenes/

seccion5_historia/bis_madridsxii_murallas_portal.gif)

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts, direkt nach dem Tod von Alfonso VI., attackierte und eroberte der Almovaride Ali ben Yusuf (1109) das Stadtgebiet einschließlich der Medina. Lediglich der Palast konnte verteidigt werden, was letztendlich zum Rückzug der Araber nach Sevilla führte. Weitere Angriffe der Araber folgten bis ins Jahr 1197, während Alfonso VII. Herrscher und Verteidiger Madrids war[12]

[...]


[1] Vgl. Kuhnke et al., 1996, S. 17

[2] Vgl. Council of Madrid, 2004, http://www.munimadrid.es/Principal/ingles/ciudad/historia/index.html

[3] vgl. Kuhnke et al., 1996, S. 17

[4] vgl. Guth, 1999, S. 10

[5] vgl. Council of Madrid, 2004, http://www.munimadrid.es/Principal/ingles/ciudad/historia/dominacion_arabe.html

[6] abweichende zeitliche Angaben: Grieben, 1992, S. 24; Carvajal, 1989, datiert es von 852-886

[7] Wiest & Büscher, 1991, S. 48

[8] Council of Madrid, 2004, http://www.munimadrid.es/Principal/ingles/ciudad/historia/dominacion_arabe.html

[9] Wiest & Büscher, 1991, S. 48

[10] Vgl. Kuhnke et al., 1996, S. 18

[11] Vgl. Council of Madrid, 2004, http://www.munimadrid.es/Principal/ingles/ciudad/historia/alfonso_vi.html

[12] Vgl. Council of Madrid, 2004, http://www.munimadrid.es/Principal/ingles/ciudad/historia/siglo_xii.html

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Details

Titel
Innere Differenzierung und Stadtgeschichte Madrids
Hochschule
Universität Mannheim  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Große Exkursion Madrid-Lissabon
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
23
Katalognummer
V78779
ISBN (eBook)
9783638856218
Dateigröße
1652 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Innere, Differenzierung, Stadtgeschichte, Madrids, Große, Exkursion, Madrid-Lissabon
Arbeit zitieren
Marcus Deuchler (Autor), 2005, Innere Differenzierung und Stadtgeschichte Madrids, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78779

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