Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Filología alemana - Otros

Die Rolle der Drucker für das Frühneuhochdeutsche

Título: Die Rolle der Drucker für das Frühneuhochdeutsche

Trabajo , 2005 , 19 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Marcus Deuchler (Autor)

Filología alemana - Otros
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Zweifellos ist die Erfindung des Buchdrucks und speziell die Weiterentwicklung durch die Innovation beweglicher Metalllettern (Widmann, 1972; H. Moser, 1969) ein bedeutendes Ereignis in der europäischen Kulturgeschichte, welches erstmals in der Kölner Chronik von 1499 unter dem Jahr 1440, als „hochwürdige Kunst“ Erwähnung findet. Schwieriger erscheint dem gegenüber eine Beurteilung der Wirkung des Buchdrucks und der Rolle der Drucker bei der Herausbildung einer einheitlich normierten Schriftsprache. Der Sprachhistoriker Polenz bezeichnet die Erfindung des Buchrucks, als einen Meilenstein am Eingang einer neuen Sprachperiode. So ist für Polenz der Buchdruck der entscheidende Auslöser dieser neuen Sprachperiode des Frühneuhochdeutschen, vergleichbar mit der Einführung des Christentums für das Althochdeutsche oder der Entfaltung der höfischen Kultur für das Mittelhochdeutsche (Polenz, 1978. S. 85).

Die neue Möglichkeit der druckschriftlichen Verbreitung beschleunigte die Wissensvermittlung und den Wissenserwerb. Verstärkt wurde auch die allgemeine Tendenz zur Schriftlichkeit, sodass die Entwicklung von Face-to-Face-Kommunikation wegführte.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Problemstellung

2. Technische Innovation und neue Kommunikationsbedürfnisse

3. Druckersprachen und Sprachausgleich

3.1 Lateinische, hochdeutsche und niederdeutsche Drucke

3.2 Lokaler oder überregionaler Absatzmarkt

4. Druckzentren und Druckersprachen

5. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die historische Rolle des Buchdrucks bei der Entstehung und Vereinheitlichung der frühneuhochdeutschen Schriftsprache unter Berücksichtigung sozioökonomischer Rahmenbedingungen.

  • Die technische Innovation des Buchdrucks und ihr Einfluss auf die Textverbreitung.
  • Die ökonomischen Interessen der Drucker und deren Einfluss auf den Sprachausgleich.
  • Veränderungen im Absatzmarkt und die Rolle des Drucks als Medium der Massenkommunikation.
  • Regionale Unterschiede in den Druckzentren und deren sprachliche Auswirkungen.
  • Der Übergang von der Handschrift zur gedruckten standardisierten Sprache.

Auszug aus dem Buch

3. Druckersprachen und Sprachausgleich

Wenn man nun nach den Folgen dieser durch den Buchdruck geschaffenen neuen Situation fragt, so sind sich die Sprachhistoriker einig, dass die Drucker eine sprachliche Vereinheitlichung anstrebten oder sich zumindest einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Schriftdialekten wünschten. Moser (1969), weist darauf hin, dass nach Aufkommen des Buchdrucks, der Wunsch nach sprachlicher Vereinheitlichung zunächst nicht wesentlich verstärkt wurde. Noch mehr als die Kanzleisprachen waren die Druckersprachen verschieden nach der Verkehrssprache der Druckorte und der persönlichen Sprache der Drucker. Erst im Laufe des 16. Jahrhunderts beginnt der Buchdruck zur Einheit der Sprache beizutragen, je mehr sich die lokalen Unterschiede abschleifen. Auch die Wittenberger Bibelausgaben förderten die einheitssprachlichen Tendenzen. Das gestiegene Nationalgefühl dieser Zeit, der fortschreitenden Entwicklung zur Kulturnation, die Wirtschaftsbedürfnisse und die staatliche Einigung des größten Teils der Deutschen führten dazu, dass eine Einheitssprache kommen musste. Der Kampf um die sprachliche Einigung vollzog sich durchaus mit dem Seitenblick auf Frankreich, jenem Staat der ja bereits im Hochmittelalter anfeuernde Wirkung auf Deutschland hatte (Moser, 1969, S.141-142).

Moser und Hartweg führen an, dass dieser Ausgleich für die Drucker insofern von Wichtigkeit sei, da sie nicht vorab den Absatzmarkt einschränken wollten und über den lokalen Markt hinaus Bücher verkaufen wollten. Der überregionale Absatz konnte nur dann gewährleistet werden, wenn keine zu enge Anlehnung an den jeweiligen Schriftdialekt vorhanden war. So kann abschließend gesagt werden, dass der außersprachliche Aspekt, nämlich das geschäftliche Interesse der Buchdrucker, den Ausgleichs- und Normierungsprozess wesentlich bestimmt hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung – Problemstellung: Das Kapitel führt in die Bedeutung der Erfindung des Buchdrucks als Meilenstein der europäischen Kulturgeschichte und Auslöser einer neuen Sprachperiode ein.

2. Technische Innovation und neue Kommunikationsbedürfnisse: Hier werden die soziokulturellen Faktoren beleuchtet, die zu einem steigenden Bedarf an gedruckten Wissensbeständen und zur rasanten Ausbreitung der Gutenbergschen Technik führten.

3. Druckersprachen und Sprachausgleich: Dieses Kapitel analysiert das Bestreben der Drucker, durch sprachliche Annäherung größere überregionale Absatzmärkte zu erschließen.

3.1 Lateinische, hochdeutsche und niederdeutsche Drucke: Es wird der Wandel des Mengenverhältnisses zwischen lateinisch- und deutschsprachigen Drucken sowie die Dominanz spezifischer Druckerstädte betrachtet.

3.2 Lokaler oder überregionaler Absatzmarkt: Das Kapitel thematisiert die Herausforderungen der Marktpolitik und die Entwicklung komplexer Vertriebsstrukturen im Druckergewerbe.

4. Druckzentren und Druckersprachen: Basierend auf quantitativen Daten werden die geografischen Verschiebungen der bedeutenden Druckzentren und die Entwicklung der Schriftsprache von Westoberdeutsch zu Mitteldeutsch aufgezeigt.

5. Schluss: Zusammenfassend wird der Buchdruck als entscheidendes Instrument und Förderer der schriftsprachlichen Vereinheitlichung in der frühen Neuzeit gewürdigt.

Schlüsselwörter

Buchdruck, Frühneuhochdeutsch, Gutenberg, Sprachgeschichte, Druckersprache, Sprachausgleich, Medienwechsel, Inkunabelzeit, Massenproduktion, Schriftsprache, Normierung, Absatzmarkt, Kulturgeschichte, Textverbreitung, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die entscheidende Rolle, die der Buchdruck und die frühen Drucker für die Entstehung und Normierung der frühneuhochdeutschen Schriftsprache spielten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die technische Entwicklung des Buchdrucks, die ökonomischen Interessen der Verleger, die geografische Verteilung der Druckzentren und der damit verbundene sprachliche Ausgleichsprozess.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Bedürfnis nach überregionalen Absatzmärkten und neue gesellschaftliche Anforderungen den Buchdruck dazu zwangen, regionale Sprachunterschiede zu überwinden und zur Standardisierung beizutragen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, die sprachgeschichtliche Daten mit wirtschafts- und kulturhistorischen Erkenntnissen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der technischen Innovation Gutenbergs, der Entwicklung des Absatzmarktes, dem Verhältnis zwischen lateinischen und deutschen Drucken sowie den regionalen Druckzentren im 15. bis 17. Jahrhundert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Buchdruck, Sprachausgleich, Frühneuhochdeutsch, Medienrevolution und schriftsprachliche Normierung beschreiben.

Warum war der ökonomische Aspekt für die Sprachnormierung so wichtig?

Da Drucker ihre Produkte überregional verkaufen wollten, mussten sie ihre Sprache so weit anpassen, dass sie von einer breiteren Bevölkerungsschicht verstanden wurde, was den Prozess der Vereinheitlichung förderte.

Welche Rolle spielten die "Sturmjahre" der Reformation für den Buchdruck?

Diese Periode führte zu einer enormen Zunahme deutscher Drucke und einer gestiegenen Nachfrage nach politischer und reformatorischer Tagesliteratur, was die Verbreitung der Volkssprache massiv beschleunigte.

Final del extracto de 19 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Rolle der Drucker für das Frühneuhochdeutsche
Universidad
University of Mannheim  (Seminar für deutsche Philologie)
Curso
Die Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache
Calificación
1,3
Autor
Marcus Deuchler (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
19
No. de catálogo
V78785
ISBN (Ebook)
9783638852463
Idioma
Alemán
Etiqueta
Rolle Drucker Frühneuhochdeutsche Entstehung Schriftsprache
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marcus Deuchler (Autor), 2005, Die Rolle der Drucker für das Frühneuhochdeutsche, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78785
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  19  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint