Die folgende Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Thema „Das Böse in der Literatur“. Um sich mit diesem Thema auseinander zu setzen, muss man zuerst einen Überblick darüber bekommen, was das Böse überhaupt ist. Deshalb werden zuerst einige allgemeine Aspekte des Bösen beleuchtet. Anschließend wird die Doppelstruktur des Bösen vorgestellt, die lange Zeit die Vorstellung vom Bösen prägte, bis sie durch die zunehmende Dominanz des Christentums, welches das Böse nur einseitig ansah, weitgehend in Vergessenheit geriet. Im Anschluss daran werden verschiedene Arten des Bösen vorgestellt. Das soll deutlich machen, dass sich das Böse auf verschiedene Weisen äußern kann. Der nächste Abschnitt befasst sich dann mit der Entstehung des Bösen. Da darüber keine Einigkeit herrscht, werden verschiedene Thesen genannt.
Im Anschluss an die allgemeinen Ausführungen wird dann auf das Böse in der Literatur eingegangen. Zuerst wird kurz die Geschichte des Bösen in der frühen deutschen Literatur beleuchtet. Damals gab es einen Streit darüber, ob das Böse gänzlich aus der Literatur ausgeklammert werden sollte. Dann folgen zwei weitere Beispiele aus der Literatur. Das erste, „Das Böse bei Wilhelm Buschs Max und Moritz“, soll zeigen, wie das Böse in einem Werk dargestellt werden kann und wie ein Autor ein eigenes Bild vom bösen entwirft, das zweite Beispiel, „Das Böse im Märchen“, welche Aufgabe dem Bösen in der Literatur zukommen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Böse
3. Die Doppelstruktur des Bösen
4. Drei verschiedene Arten des Bösen
5. Die Entstehung des Bösen
6. Das Böse in der deutschen Literatur
7. Das Böse in Wilhelm Buschs Max und Moritz
7.1 Das Verhalten der Bösewichte
7.2 Das Ziel der Bösewichte
7.3 Begriff und Bedeutung des Bösen im Werk Wilhelm Buschs
8. Das Böse im Märchen
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, das vielschichtige Phänomen des Bösen, insbesondere in seiner literarischen Manifestation, zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie das Böse als Motiv in verschiedenen literarischen Kontexten dargestellt wird, welche Funktion es innerhalb narrativer Strukturen einnimmt und inwieweit Autoren wie Wilhelm Busch einen individuellen Begriff des Bösen in ihre Werke integrieren.
- Philosophische und theologische Grundlagen des Begriffs "Das Böse"
- Differenzierung zwischen moralischem, natürlichem und metaphysischem Bösen
- Die Funktion des Bösen in der literarischen Gattung der Tragödie
- Fallanalyse: Die Darstellung des Bösen bei Wilhelm Busch am Beispiel "Max und Moritz"
- Psychologische Bedeutung des Bösen in Märchen als Bewältigungsmechanismus
Auszug aus dem Buch
7.1 Das Verhalten der Bösewichte
Die Figuren, die Wilhelm Busch als böse darstellen will zeichnen sich durch zwei besondere Verhaltensmuster aus. Sie sind besonders tätig und besonders aggressiv.
Die Tätigkeit betont Busch indem er besondere Mittel der Darstellung wählt. Er schildert den Ablauf der Streiche von Max und Moritz bis ins Detail genau. Ein Beispiel hierfür findet sich bereits im ersten Streich:
Max und Moritz dachten nun:
Was ist hier jetzt wohl zu tun? –
- Ganz geschwinde, eins, zwei, drei,
Schneiden sie sich Brot entzwei;
In vier Teile, jedes Stück
Wie ein kleiner Finger dick.
Diese binden sie an Fäden,
Übers Kreuz, ein Stück an jeden,
Und verlegen sie genau
In den Hof der guten Frau.-12
Dadurch, dass jeder einzelne Handgriff beschrieben wird, gewinnen die Taten einen hohen Grad an Anschaulichkeit, so dass auch die Täter besonders aktiv erscheinen. Der Eindruck der Tätigkeit wird auch dadurch verstärk, dass Busch das Stück in sieben Streiche untergliedert hat, die jeweils mit dem Kehrreim „Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich“13 verbunden sind. So entfallen die Phasen zwischen den Streichen und es entsteht das Bild einer durchgängigen Tätigkeit der beiden Protagonisten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Definition des Bösen ein, beleuchtet historische sowie theologische Aspekte und erläutert die literarische Untersuchung des Motivs.
2. Das Böse: Dieses Kapitel definiert das Böse als Gegenbegriff zum Guten und diskutiert die philosophische Problematik seiner Existenz in einem von Gott geschaffenen Universum.
3. Die Doppelstruktur des Bösen: Hier wird die historische Theorie einer dualistischen Struktur des Bösen erläutert, die im Gegensatz zur christlichen Sichtweise des einen, absoluten Bösen steht.
4. Drei verschiedene Arten des Bösen: Es erfolgt eine Differenzierung in das moralische, das natürliche und das metaphysische Böse sowie eine Einteilung in verschiedene Wirkungsebenen.
5. Die Entstehung des Bösen: Das Kapitel führt sieben verschiedene Thesen an, die versuchen, die Herkunft des Bösen in der Welt zu erklären.
6. Das Böse in der deutschen Literatur: Hier wird die Rolle des Bösen in der Literatur, insbesondere im Drama und der Tragödie, sowie der historische Diskurs über dessen Zulässigkeit analysiert.
7. Das Böse in Wilhelm Buschs Max und Moritz: Eine detaillierte Analyse der Darstellung böser Charaktere, ihrer Motive und Taten in Buschs bekanntem Werk.
7.1 Das Verhalten der Bösewichte: Dieses Unterkapitel konzentriert sich auf die spezifischen Verhaltensmuster von Aktivität und Aggressivität bei Buschs Figuren.
7.2 Das Ziel der Bösewichte: Der Fokus liegt hier auf den äußeren und inneren Motiven sowie den destruktiven Zielen hinter den Taten der Figuren.
7.3 Begriff und Bedeutung des Bösen im Werk Wilhelm Buschs: Es wird eine spezifische Definition des Bösen im Kontext von Buschs Werk abgeleitet, die den "Willen zur Macht" als zentralen Drang identifiziert.
8. Das Böse im Märchen: Untersucht wird die Funktion des Bösen in Märchen als notwendiges Element für die Entwicklung von Heranwachsenden und zur Bewältigung von Ängsten.
9. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass das Böse ein vielschichtiger, subjektiv bewerteter Begriff bleibt, der in der Literatur eine zentrale, funktionale Rolle einnimmt.
Schlüsselwörter
Das Böse, Literatur, Wilhelm Busch, Max und Moritz, Tragödie, Katharsis, Wille zur Macht, Märchen, Psychologie, Moral, Ethik, Dualismus, Aggressivität, literarische Funktion, menschliches Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das vielschichtige Phänomen des "Bösen" und dessen Darstellung in der Literatur, unter Einbeziehung philosophischer, theologischer und literaturwissenschaftlicher Perspektiven.
Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?
Neben theoretischen Grundlagen zum Begriff des Bösen liegen die Schwerpunkte auf der literarischen Gattung der Tragödie, der speziellen Figurenkonzeption bei Wilhelm Busch und der psychologischen Bedeutung des Bösen in Märchen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie das Böse als funktionales Element in der Literatur genutzt wird, um tragische Konflikte auszulösen oder als Einweihung in menschliche Grenzsituationen zu dienen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und diskursive Untersuchung, um philosophische Begriffsdefinitionen auf literarische Beispiele anzuwenden und zu interpretieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Einordnungen zur Herkunft und Struktur des Bösen sowie in spezifische Analysen der Werke von Wilhelm Busch und der Märchenliteratur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben "Das Böse" vor allem der "Wille zur Macht", "Katharsis", "Literatur", "moralische Kategorien" und "psychologische Bewältigung".
Wie unterscheidet Wilhelm Busch laut dieser Analyse zwischen "vorbereitetem" und "unvorbereitetem" Angriff?
Vorbereitete Angriffe bei Busch zeichnen sich durch Planung und Schlauheit aus, während unvorbereitete Angriffe impulsiv und rein triebgesteuert erfolgen.
Warum wird im Fazit behauptet, dass das Böse eine therapeutische Wirkung in der Literatur haben kann?
Autoren nutzen die Darstellung des Bösen, um reale Auswirkungen und Grausamkeiten zu verarbeiten und beim Leser oder Zuschauer durch die Identifikation eine Katharsis zu bewirken.
- Citation du texte
- Benjamin Kober (Auteur), 2006, Das Böse in der Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78810