Für ein Marktforschungsinstitut gibt es verschiedene Methoden der Datengewinnung. Dabei muss sich ein Marktforschungsinstitut erst einmal bewusst machen, welche Methoden der Datengewinnung überhaupt zur Verfügung stehen. Außerdem sind die Vor- und Nachteile der jeweiligen Methoden der Datengewinnung zu erörtern.
Problem der Marktforschungsinstitute ist nicht primär die Beschaffung der Daten, sondern vor allem der Aufwand, der betrieben wird, um an konkrete Informationen zu gelangen.
Zudem stellt sich die Frage, ob schon vorhandene Informationen, aufgrund von Zeitersparnis und Kostenersparnis, ausgewertet werden, oder neue Informationen mithilfe der Primärforschung (auf die in Kapitel 2 noch näher eingegangen wird) eingeholt werden sollten.
Weiterhin ist zu ermitteln, ob ein Marktforschungsinstitut, im Wandel der Zeit, für ein Untersuchungsobjekt immer die gleiche Methode der Datengewinnung anwenden sollte. Schließlich könnten neue Methoden der Datengewinnung entstehen, mit denen bessere Ergebnisse erzielt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
2 Methoden der Datengewinnung in der Marktforschung
2.1 Kommunikationsformen der Befragung
2.1.1 Schriftliche Befragung
2.1.2 Face-to-face-Befragung
2.1.3 Telefonische Befragung
2.1.4 Online-Befragung
3 Befragungsstrategie und Befragungstaktik
3.1 Art des Interviews
3.1.1 Nicht-Standardisiertes Interview
3.2 Art der Fragestellung
3.2.1 Direkte Befragung und Indirekte Befragung
4 Einteilung nach der Antwortmöglichkeit
4.1 Offene Fragen und geschlossene Fragen
5 Der Fragebogen
5.1 Gestaltung des Fragebogens
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Befragung als zentrale Methode der Primärforschung im Marketing. Das primäre Ziel ist es, verschiedene Kommunikationsformen, Strategien und Taktiken der Befragung zu analysieren, um zu bewerten, wie Marktforschungsinstitute effizient und kostengünstig an verlässliche Informationen gelangen können.
- Kommunikationsformen der Datengewinnung (schriftlich, Face-to-face, telefonisch, online)
- Differenzierung von Befragungsstrategien (standardisiert vs. nicht-standardisiert)
- Unterscheidung von Befragungstaktiken (direkt vs. indirekt)
- Strukturierung und Gestaltung von Fragebögen
- Bewertung der Repräsentativität und Effizienz von Erhebungsmethoden
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Face-to-face-Befragung
Die Face-to-face-Befragung ist charakterisiert durch die persönliche Kommunikation von Interviewer und Auskunftsperson. Dabei stellt der Interviewer die aus dem Fragebogen vorgegebenen Fragen und notiert die von der Auskunftsperson gegebenen Antworten. Die Face-to-face-Befragungen erfolgen zunehmend durch den Einsatz von Computer-Hilfen. Werden Face-to-face-Befragungen computergestützt durchgeführt, nennt man dies „Computer Assisted Personal Interview“ (CAPI). Die Interviewer müssen die Fragen vom Bildschirm eines Notebooks vorlesen, die Antworten über die Tastatur eingeben und diese Daten abschließend an die Zentrale weiterleiten.
Der Begriff „face-to-face“ wird in diesem Zusammenhang aus dem Grund verwendet, um eine deutliche Abgrenzung zur telefonischen Befragung zu schaffen, da auch diese mündlich und persönlich ist.
Stärken der Face-to-face-Befragung sind zum einen die hohe Erfolgsquote und die damit verbundene Repräsentativität der Ergebnisse. Zudem sind die Vorteile der Face-to-face-Befragung, dass der Interviewer Verständnisprobleme erkennen und beseitigen kann. Daher ist auch eine Abfrage schwieriger Themenstellungen möglich.
Gegen die Face-to-face-Befragung sprechen der Interviewereinfluss und die damit verbundenen Verzerrungseffekte. Außerdem entsteht ein hoher Kostenaufwand, nicht nur durch den Einsatz der Interviewer, sondern auch durch die Anfahrtszeit und Anfahrtskosten, sowie die vergebliche Kontaktaufnahme mit den Auskunftspersonen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Problem der effizienten Datengewinnung für Marktforschungsinstitute und legt das Ziel fest, die Befragung als Methode darzustellen.
2 Methoden der Datengewinnung in der Marktforschung: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Kommunikationsformen der Befragung, von schriftlichen über persönliche bis hin zu computergestützten Methoden.
3 Befragungsstrategie und Befragungstaktik: Hier wird zwischen standardisierten und nicht-standardisierten Interviews sowie direkten und indirekten Befragungsarten differenziert.
4 Einteilung nach der Antwortmöglichkeit: Das Kapitel behandelt die Unterschiede und Einsatzgebiete von offenen und geschlossenen Fragen.
5 Der Fragebogen: Dieses Kapitel widmet sich der systematischen Gestaltung und Strukturierung von Fragebögen, inklusive des Aufbaus der verschiedenen Fragetypen.
6 Fazit: Das Fazit schließt die Arbeit ab und stellt fest, dass keine einzelne Methode universell überlegen ist, sondern kombinierte Ansätze individuell angewendet werden.
Schlüsselwörter
Marktforschung, Befragung, Primärforschung, Datengewinnung, Face-to-face, Telefonbefragung, Online-Befragung, Fragebogen, Interview, Standardisierung, Repräsentativität, Rücklaufquote, Marktanalyse, Kommunikationsform, Marktforschungsinstitut
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Befragung als wesentlichem Instrument der Marktforschung und beleuchtet deren verschiedene Ausprägungen und Anwendungsmöglichkeiten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen Kommunikationsformen, die strategische Ausrichtung der Befragung, taktische Aspekte der Fragestellung sowie die formale Gestaltung von Fragebögen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Befragung als Methode darzustellen und zu untersuchen, welche Kommunikationsformen am effektivsten sind, um kostengünstig und zeitnah an Informationen zu gelangen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis von Fachliteratur zur Marktforschung und den darin beschriebenen empirischen Erhebungsmethoden.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden die Methoden der Datengewinnung detailliert erörtert, unterteilt in Kommunikationsformen, Strategien, Taktiken und die konkrete Strukturierung von Fragebögen.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Marktforschung, Befragung, Primärforschung, Fragebogengestaltung und die Abwägung von Vor- und Nachteilen verschiedener Erhebungsmethoden.
Warum spielt die Repräsentativität bei der schriftlichen Befragung eine so wichtige Rolle?
Da die Rücklaufquoten oft gering sind, besteht die Gefahr einer systematischen Verzerrung, falls sich die antwortenden Personen von den Nicht-Antwortenden maßgeblich unterscheiden.
Was unterscheidet das CATI-System von herkömmlichen Telefonbefragungen?
CATI steht für "Computer Assisted Telephone Interview"; hier führt der Computer den Interviewer durch den Fragenkatalog und speichert die Antworten direkt digital ab.
Wann ist eine indirekte Befragung gegenüber einer direkten zu bevorzugen?
Eine indirekte Befragung empfiehlt sich bei heiklen Themen, bei denen Befragte dazu neigen könnten, aufgrund von Prestige oder sozialer Erwünschtheit falsche oder gar keine Antworten zu geben.
Warum wird im Fazit die Verwendung kombinierter Methoden empfohlen?
Weil jede Befragungsmethode spezifische Stärken und Schwächen hat, nutzen Institute oft hybride Ansätze, um die Nachteile einzelner Verfahren auszugleichen und die Effizienz zu steigern.
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- Miriam Neugebauer (Author), 2007, Die Befragung als Methode in der Marktforschung - Ein kurzer Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78833