Diese Arbeit behandelt den Begriff der Corporate Governance im Allgemeinen und seine spezifischen Ausprägungen. Corporate Governance ist je nach Sichtweise ein nicht einfach zu greifender Begriff. Es werden zunächst die begrifflichen Grundlagen erläutert, sowie die Bedeutung einer wirksamen Unternehmensaufsicht. Im Hauptteil wird die Architektur der obersten Management Ebene ebenso diskutiert, wie die Problemstellungen, die sich bei der praktischen Umsetzung im Management ergeben.
Das letzte Kapital widmet sich den internationalen Unterschieden in Regeln und Ansätzen der Corporate Governance. Ziel dieser Arbeit soll es sein, umfassend über den Begriff der Corporate Governance zu informieren, aktuelle Problemstellungen zu verdeutlichen und internationale Unterschiede darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffliche Grundlagen
2.1 Corporate Governance Begriff und Geschichte
2.2 Bedeutung einer wirksamen Unternehmsaufsicht
2.2.1 Ziele setzen, Leistung bringen, Ergebnis beurteilen
2.2.2 Das Unternehmen als ökonomische, politische und moralische Institution
2.2.3 Falsche Interpretation des Gewinnbegriffs und die Folgen
3. Top-Management als Basis guter Unternehmensführung
3.1 Gestaltung und Aufgaben des Aufsichtsorgans
3.2 Gestaltung und Aufgaben des Exekutivorgans
3.3 Besetzung der obersten Positionen
3.3.1 Grundsätze und Methodik
3.3.2 Nachfolgeentscheidungen an der Spitze
3.3.3 Besetzung von innen oder von außen
3.4 Funktionsmängel der heutigen Systeme
3.4.1 Exekutivorgan vs. Aufsichtsorgan
3.4.2 Klassische Management Fehler
4. Internationale Unterschiede
4.1 International (OECD, Basel, EU)
4.2 National (Deutschland, Schweiz, USA)
Zielsetzung und Themen
Diese Seminararbeit untersucht das Konzept der Corporate Governance und dessen Bedeutung für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie eine effektive Architektur der obersten Managementebene gestaltet sein muss, um den Herausforderungen einer werteorientierten Unternehmenssteuerung gerecht zu werden und internationale Unterschiede in den Regelwerken aufzuzeigen.
- Begriffliche Grundlagen und historische Entwicklung von Corporate Governance
- Architektur und Kernaufgaben von Aufsichts- und Exekutivorganen
- Methodik bei der Besetzung oberster Führungspositionen
- Ursachen für Funktionsmängel in heutigen Führungssystemen
- Vergleich internationaler Ansätze (OECD, EU, Basel II) sowie nationaler Standards
Auszug aus dem Buch
3.4.2 Klassische Management Fehler
Aus einer Reihe klassischer Fehler die in der Wirtschaftsgeschichte beobachtbar sind, werden hier zwei dargestellt, die zwar immer wieder auftreten, aber auch vermeidbar sind, wenn daraus gelernt wird.
1. Diversifikation aus falschen Gründen. Sie kann in gewissem Rahmen funktionieren aber ein großer Teil der Diversifikationsstrategien sind gescheitert oder haben nur zu marginalem Erfolg geführt. Alle wirklichen Unternehmenserfolge sind Konzentrationserfolge. Es gibt ein altes Sprichwort: If you don’t know how to run your business then diversify. Erfolgreiche Diversifikationen werden auf eines von zwei Fundamenten gebaut, Markt und Technologie. Ein Beispiel ist der Konzern Philip Morris, der in den letzten Jahren aufgrund der Probleme in der Tabak-Industrie diversifiziert hat. Ob dies auch ohne den öffentlichen Druck und damit einhergehende Gefährdung des Tabakgeschäfts stattgefunden hätte, ist fraglich.
Oft werden falsch verstandene Begriffe als Gründe für Diversifikationen angeführt. Reines Streben nach Expansion und Größe anstatt notwendiges und gesundes Wachstum mit einhergehender Stärke. Risikostreuung führt zu Risikoakkumulation. Je größer die Anzahl der verschiedenen Geschäfte ist desto mehr kann schief gehen. Das Schlagwort Synergie wird oft gebraucht um altbekannte betriebswirtschaftliche Sachverhalte zu beschreiben. Das Wort Vision als Ausdruck aller Topmanagement-Qualitäten wie Kreativität, Weitblick, Risikofreude, Pioniergeist, Persönlichkeit. Das sind die elementaren Aufgaben des Managements, und nicht die Vision, die sich laut Brockhaus (1993) als „Gesichts- oder Sinnestäuschung“ definiert. Vielmehr geht um konkrete Strategien, eine ausformulierte Business-Mission und ein gehaltvolles Unternehmensleitbild.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Begriff Corporate Governance ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie die grundlegende Problemstellung der Unternehmensführung.
2. Begriffliche Grundlagen: Es werden die Definition und Geschichte des Konzepts dargelegt sowie die Bedeutung einer wirksamen Unternehmensaufsicht und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Gewinnbegriff geführt.
3. Top-Management als Basis guter Unternehmensführung: Dieses Kapitel behandelt den strukturellen Aufbau der oberen Führungsebenen, deren Aufgaben, die Personalauswahl für Spitzenpositionen sowie typische Mängel in aktuellen Systemen.
4. Internationale Unterschiede: Hier werden internationale Regulierungsansätze wie die OECD-Grundsätze oder Basel II mit nationalen Besonderheiten in Deutschland, der Schweiz und den USA verglichen.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, Unternehmensführung, Aufsichtsorgan, Exekutivorgan, Unternehmensaufsicht, Shareholder Value, Managementfehler, Diversifikation, Personalauswahl, Risikomanagement, Unternehmenskultur, Strategie, Compliance, Führungssysteme, Kapitalmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Seminararbeit behandelt den Begriff der Corporate Governance im Allgemeinen, beleuchtet die Architektur der obersten Managementebenen und analysiert aktuelle Problemstellungen sowie internationale Unterschiede in der Unternehmensführung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Gestaltung der Unternehmensaufsicht, die Anforderungen an das Top-Management, Methoden der Personalauswahl für Spitzenämter sowie die kritische Betrachtung von Managementfehlern wie wuchernder Komplexität.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, umfassend über den Begriff der Corporate Governance zu informieren, aktuelle Problemstellungen in der praktischen Umsetzung zu verdeutlichen und internationale Unterschiede in den Regelwerken darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Auseinandersetzung mit regulatorischen Ansätzen und Managementprinzipien, ergänzt durch Beispiele aus der Wirtschaftspraxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Architektur der obersten Managementebenen, insbesondere den Funktionen des Aufsichts- und Exekutivorgans, den Prinzipien der Personalauswahl und den Funktionsmängeln heutiger Führungssysteme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Corporate Governance, Unternehmensführung, Aufsichtsorgan, Exekutivorgan, Unternehmensaufsicht und Strategie.
Wie bewertet der Autor den Shareholder-Value-Ansatz?
Der Autor steht der einseitigen Betonung des Shareholder Value kritisch gegenüber und führt Kapitalvernichtung sowie Finanzskandale als negative Folgen dieses Ansatzes an.
Warum ist die Besetzung der obersten Positionen so kritisch?
Besonders an der Unternehmensspitze haben Fehlentscheidungen eine große Signalwirkung und sind schwer zu korrigieren; der Autor betont daher die Notwendigkeit einer professionellen Methodik bei der Nachfolgeplanung.
- Quote paper
- Oliver Hennen (Author), 2006, Corporate Governance und internationaler Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78845