Johannes Chrysostomus, der „gefeierte Prediger“ des vierten nachchristlichen Jahrhunderts, brachte in den Jahren seines Wirkens so Einiges hervor,
was Beachtung verdient. Dazu zählen besonders seine "homiliai katechetikai pros tous mellontas photizestai kai pros neophotistous" („Katechetische Homilien an die Taufbewerber und Neugetauften“).
Aber kann das katechetische Werk des Johannes heute noch moralische Aussagekraft und Bedeutung haben? Denn warum sollte man sich heute noch im Theologiestudium oder in der Gemeindepastoral mit den Gedanken und Äußerungen eines altehrwürdigen Bischofs beschäftigen, der gegen Ende seines Lebens abgesetzt und verbannt wurde? Dies soll anhand einer historischen und inhaltlichen Untersuchung
der johanneischen Taufkatechesen kurz herausgearbeitet und dargestellt werden. Abschließend wird auf die moderne Taufkatechtik eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Leben des Johannes Chrysostomus
3 Das Werk der Taufkatechesen
3.1 Überlieferung
3.2 Abfassungszeiten
3.3 Allgemeine Inhalte
4 Der moralische Inhalt der Taufkatechesen
4.1 Der geistige Kampf
4.2 Das Schwören
4.3 Das sittliche Leben als Christ
5 Transfer: Taufkatechese heute
5.1 Die Frage nach der Taufkatechese im 21ten Jahrhundert
5.2. Moderne Katechese als Vorbereitung auf die Taufe
5.3 Impulse bei Johannes Chrysostomos
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das katechetische Werk des Johannes Chrysostomus unter Berücksichtigung seiner historischen Entstehung und inhaltlichen Ausrichtung. Ziel der Untersuchung ist es, die moralische Relevanz und die pastorale Bedeutung dieser antiken Predigten für die heutige Taufvorbereitung kritisch zu hinterfragen und deren Impulse für die moderne Gemeindepastoral herauszuarbeiten.
- Historische Einordnung von Leben und Wirken des Johannes Chrysostomus
- Analyse der Überlieferung und Datierung der Taufkatechesen
- Theologische und moralische Schwerpunkte der johanneischen Predigten
- Reflexion über Taufkatechese in der heutigen säkularen Gesellschaft
- Transfermöglichkeiten für moderne katechetische Konzepte
Auszug aus dem Buch
4.1 Der geistige Kampf
Da allen Gläubigen durch die Taufe die „Reinheit der Seele“ von Gott geschenkt wurde, ist es für die Getauften eine Pflicht diese Reinheit zu bewahren. Gerade „das Kleid [der Reinheit], das [man] empfangen“ hat, gilt es zu bewahren. Da in der Taufe die Sünden vergeben werden, besteht dennoch die Gefahr der Versuchung wieder anheim zu fallen und sich so eine „umso härter[e] Bestrafung für die späteren Sünden“ zuziehen. Dieses Bemühen nicht zu sündigen, muss fortwährend „in einem geistlichen Kampf“ getragen werden. Den geistlichen Kampf sieht Johannes nicht nur als einen Krieg, sondern vergleicht ihn auch mit Wettkämpfen, die allein aus der Gnade Gottes heraus gewonnen werden können. Zu diesem geistlichen Kampf gehören natürlich die Worte, welche die Taufbewerber vor der Tauf sprechen: „Ich widersage dir, Satan, und deiner Pracht und deinem Dienst.“ Aber Johannes ermutigt die Taufbewerber auch. Da sie schon in der Vorbereitung auf die Taufe gelernt haben den Verlockungen „jene[r] bösen Dämon[en] Herr zu werden“, sind sie „bereits geübt“ im „Kampf gegen ihn“ (sic. den Teufel). Dennoch gilt es jede Gelegenheit zur Sünde zu meiden, besonders die „Gewohnheit ist eine schlimme Sache“, der die Neugetauften nicht nachgeben dürfen und immer wieder neu gegen sie ankämpfen müssen. Eine weitere Ermutigung ist die Gewissheit, dass „Christus nicht unparteiisch in der Mitte steht, sondern auf [der] Seite“ der Gläubigen und diese im Kampf unterstützt. Für den Kampf bekommen die Getauften von Christus keine herkömmlichen Waffen, wie Schwerter, Rüstungen oder Schilde, sondern Christus stattet einen jeden mit dem „Panzer der Gerechtigkeit (...), dem Schild des Glaubens (...) [und mit dem] Wort des Geistes aus.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Taufkatechesen des Johannes Chrysostomus und fragt nach deren heutiger Bedeutung für Theologiestudium und Gemeindepastoral.
2 Das Leben des Johannes Chrysostomus: Dieses Kapitel skizziert die Biografie des Predigers, seine asketische Ausbildung, sein Wirken in Antiochien und Konstantinopel sowie die Hintergründe seiner Verbannungen.
3 Das Werk der Taufkatechesen: Hier werden die Überlieferungsgeschichte, die Datierung der Schriften und die allgemeinen inhaltlichen Charakteristika der Katechesen behandelt.
4 Der moralische Inhalt der Taufkatechesen: Dieser Abschnitt beleuchtet zentrale moralische Forderungen an die Getauften, darunter den geistigen Kampf, das Verbot des Schwörens und das Streben nach einem christlich-sittlichen Leben.
5 Transfer: Taufkatechese heute: Das Kapitel überträgt die antiken Impulse auf die Herausforderungen der Taufvorbereitung in einer säkularen, post-modernen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts.
Schlüsselwörter
Johannes Chrysostomus, Taufkatechesen, Antiochien, Taufvorbereitung, Christliche Initiation, Moraltheologie, Aszese, Katechumenat, Kirchengeschichte, Patrologie, Liturgie, Gemeindepastoral, Christlicher Lebenswandel, Taufritus, Spiritualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Taufkatechesen des Johannes Chrysostomus, untersucht deren historische Hintergründe und analysiert, welche moralischen Unterweisungen für die damaligen Täuflinge im Zentrum standen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Biografie des Chrysostomus, die philologische Einordnung seiner Predigtschriften, die moralische Erziehung der Gläubigen sowie die Anwendung dieser Inhalte auf die heutige kirchliche Praxis.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob die antiken Katechesen trotz ihres Alters noch zeitgemäße Impulse für die moralische Bildung und die Taufpastoral in der Gegenwart liefern können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit nutzt eine historisch-kritische Quellenanalyse, bei der die Texte von Johannes Chrysostomus in ihrem zeitgeschichtlichen Kontext interpretiert und in Bezug zur heutigen Gemeindepastoral gesetzt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Werkes, eine detaillierte Ausarbeitung der moralischen Kernpunkte (wie das Schwörverbot) und den Transfer der Erkenntnisse auf moderne katechetische Anforderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Johannes Chrysostomus, Taufkatechesen, Katechumenat, christlicher Lebenswandel, moralische Unterweisung und zeitgenössischer Transfer.
Warum ist das "Schwören" ein so wichtiges Thema bei Chrysostomus?
Chrysostomus betrachtet die Zunge als ein Instrument, das den Teufel leicht zur Verführung der Menschen nutzen kann; das schnelle Schwören gilt ihm als Zeichen einer mangelnden christlichen Reife und spirituellen Disziplin.
Wie bewertet der Autor die Situation der Taufvorbereitung heute?
Der Autor konstatiert eine Krise der klassischen Kindertaufe in einer säkularisierten Gesellschaft und fordert eine tiefere, ernsthafte Vorbereitung, um das Christsein jenseits von Tradition oder Prestige zu fundieren.
Welche Bedeutung hat das "Eintauchen" für die Taufe?
Es versinnbildlicht das Begrabenwerden in den Tod Christi, aus dem der Täufling als eine "neue Schöpfung" durch die Auferstehung hervorgeht.
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- Florian Schmutz (Author), 2006, Die Taufkatechesen des Johannes Chrysostomus - Probleme eines antiken Predigers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78853