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Die pluralistische Demokratietheorie Ernst Fraenkels - eine empirische Überprüfung

Title: Die pluralistische Demokratietheorie Ernst Fraenkels - eine empirische Überprüfung

Term Paper , 2007 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Benjamin Triebe (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Heute gilt das wiedervereinigte Deutschland weithin als demokratischer und pluralistischer Staat, der auch Vorbildwirkung für sich demokratisierende Länder besitzt. Obwohl Pluralismus und Demokratie sich seit dem Wirken Fraenkels also anscheinend bewährt und durchgesetzt haben, stoßen sie bei Teilen der deutschen Bevölkerung trotzdem auf Ablehnung. So stimmen laut einer aktuellen Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung ein Viertel der Deutschen (26%) der Aussage zu, dass Deutschland momentan eine einzige starke Partei als Verkörperung der Volksgemeinschaft brauche. Eine derartige Einstellung entspricht jedoch eher dem Wunsch nach Vermassung in einer Diktatur, als der Akzeptanz demokratischer Meinungsvielfalt. Antipluralistisches Denken scheint in Deutschland also immer noch verankert zu sein, obgleich das politische System funktioniert. Auf Grund dieser und der Tatsache, dass Fraenkel bereits vor über 30 Jahren gestorben ist, lässt sich durchaus die Frage nach der Aktualität seiner pluralistischen Demokratietheorie stellen. Inwieweit entspricht die heutige Bundesrepublik den Kriterien dieser Theorie? Werden ihre normativen Vorgaben noch angestrebt oder ist die deutsche Demokratie gar nicht auf deren Umsetzung angewiesen? Gibt es vielleicht Entwicklungen oder Bedingungen der Demokratie, um die Fraenkels Konzeption erweitert werden müsste?
Die vorliegende Hausarbeit soll versuchen einige dieser Fragen zu beantworten, indem sie die normativen Voraussetzungen und Kriterien der Theorie mit den empirischen Zuständen der bundesdeutschen Demokratie vergleicht. Im Allgemeinen mag solch ein Vergleich von gewünschter und tatsächlich vorhandener politischer Ordnung als recht schwierig erscheinen, da Fraenkel aber „seine theoretischen Einschätzungen (…) aus der deskriptiven Bestandsaufnahme heraus“ entwickelte, sollte es möglich sein, diesen Vorgang im Prinzip umzukehren und die Theorie auf die aktuell bestehenden Verhältnisse zu beziehen. Die Vorgehensweise sieht dabei im Folgenden so aus, dass zuerst die pluralistische Demokratiekonzeption Fraenkels dargestellt und diese anschließend auf ihre empirische Entsprechung überprüft wird. Zum besseren Verständnis der Theorie erfolgt zu Beginn eine kurze Erläuterung ihrer Entstehung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fraenkels pluralistische Demokratietheorie

2.1. Entstehung und Voraussetzungen

2.2. Merkmale und Kriterien

3. Vergleich mit der heutigen Bundesrepublik

3.1. Normative Vorgaben im Grundgesetz

3.2. Empirische Fakten und Kritikpunkte

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Aktualität und praktische Anwendbarkeit der pluralistischen Demokratietheorie von Ernst Fraenkel auf die heutige Bundesrepublik Deutschland. Ziel ist es, die normativen Grundlagen seiner Theorie mit der tatsächlichen empirischen Ausgestaltung des deutschen politischen Systems zu vergleichen, um zu prüfen, inwieweit Fraenkels Modell zur Legitimierung der modernen Demokratie noch Bestand hat.

  • Grundlagen und Entstehung der pluralistischen Demokratietheorie Ernst Fraenkels
  • Strukturelle Merkmale und normative Kriterien demokratischer Ordnungen
  • Abgleich der theoretischen Anforderungen mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik
  • Empirische Analyse der politischen Willensbildung durch Parteien und Verbände
  • Diskussion über das Fortbestehen antipluralistischer Einstellungen in der Bevölkerung

Auszug aus dem Buch

2.1. Entstehung und Voraussetzungen

Wie in der Einleitung bereits erwähnt, setzte sich Fraenkel mit den empirischen Problemen der deutschen Demokratie auseinander, zum Beispiel mit ihren Strukturdefekten oder historischen Vorbelastungen. Dabei kommen insbesondere seine persönlichen Erfahrungen mit dem politischen System zur Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus zum Ausdruck. Aber auch die pluralistische Demokratie der USA, wohin er als Sozialdemokrat jüdischer Abstammung 1938 geflohen ist, hat ihn in seinen Ansichten stark geprägt. Vor diesem biografischen Hintergrund entstand dann vor allem in den 60er Jahren seine Demokratietheorie. Fraenkel veröffentlichte zwar bereits vor dem zweiten Weltkrieg Überlegungen zu Verfassung und Staat, aber erst die Fortführung dieser Grundgedanken für die neu entstandene Bundesrepublik ließ sein Demokratiekonzept richtig zur Geltung kommen.

Der Pluralismus spielt in diesem Konzept eine zentrale Rolle, denn in ihm sieht Fraenkel „ein essentielles Merkmal einer jeden freiheitlich rechtsstaatlichen Demokratie“. Diese Ansicht leitet sich aus seinem Demokratieverständnis ab, welches er besonders gegen das, seiner Meinung nach antipluralistische Denken Rousseaus vertreten und auch entwickelt hat. Bei der nun folgenden Betrachtung der Voraussetzungen der fraenkelschen Theorie muss diese Gegenposition deshalb stets mit beachtet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert den theoretischen Kontext Ernst Fraenkels sowie die Relevanz der pluralistischen Demokratietheorie angesichts aktueller demokratiekritischer Tendenzen in Deutschland.

2. Fraenkels pluralistische Demokratietheorie: Dieses Kapitel legt die biographischen und theoretischen Grundlagen der Theorie dar und definiert die zentralen Merkmale sowie Kriterien eines pluralistisch organisierten Rechtsstaats.

3. Vergleich mit der heutigen Bundesrepublik: Hier wird untersucht, inwieweit die normativen Vorgaben des Grundgesetzes sowie die empirische Realität der politischen Praxis den Idealtypen Fraenkels entsprechen.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit resümiert die Umsetzbarkeit der Theorie und unterstreicht ihre fortdauernde Bedeutung als theoretisches Legitimationsinstrument für die demokratischen Strukturen der Bundesrepublik.

Schlüsselwörter

Ernst Fraenkel, Pluralismus, Demokratietheorie, Bundesrepublik Deutschland, Rechtsstaat, politische Willensbildung, Interessenvertretung, Antipluralismus, Grundgesetz, Partikularinteressen, Gemeinwohl, Interessenausgleich, Parteienstaat, Demokratiekritik, politische Partizipation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der pluralistischen Demokratietheorie von Ernst Fraenkel und deren empirischer Überprüfung im Kontext der gegenwärtigen deutschen Demokratie.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Konzepte des Pluralismus, die Abgrenzung zum Totalitarismus, die Rolle von Parteien und Verbänden sowie die Spannungsfelder zwischen Gemeinwohl und Partikularinteressen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu analysieren, ob und wie Fraenkels normative Kriterien zur Beschreibung und Legitimierung des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland heute noch anwendbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen idealtypischen Vergleich, bei dem Fraenkels theoretisches Modell den empirischen Gegebenheiten und normativen Verfassungsstrukturen der Bundesrepublik gegenübergestellt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Fraenkelschen Prinzipien sowie eine detaillierte Gegenüberstellung mit der verfassungsrechtlichen und praktischen Realität der heutigen Bundesrepublik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Pluralismus, Rechtsstaatlichkeit, politische Willensbildung und die kritische Auseinandersetzung mit Antipluralismus bestimmt.

Inwieweit lässt sich das Grundgesetz mit Fraenkels Theorie vereinbaren?

Die Arbeit stellt fest, dass das Grundgesetz die zentralen Kriterien für eine pluralistische Demokratie weitgehend erfüllt, jedoch keine expliziten Regelungen zur Steuerung von Interessengruppen außerhalb der Parteien enthält.

Warum spielt das Menschenbild in Fraenkels Theorie eine so wichtige Rolle?

Sein Menschenbild, das interessengeleitetes Handeln als legitim anerkennt, dient als Grundlage für die Notwendigkeit einer pluralistischen Ordnung, die das Gemeinwohl als Resultante aus Interessenausgleich begreift.

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Details

Title
Die pluralistische Demokratietheorie Ernst Fraenkels - eine empirische Überprüfung
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Demokratietheorien des 20. Jahrhunderts
Grade
2,0
Author
Benjamin Triebe (Author)
Publication Year
2007
Pages
16
Catalog Number
V78885
ISBN (eBook)
9783638835008
Language
German
Tags
Demokratietheorie Ernst Demokratietheorien Pluralismus Neopluralismus Demokratie Fraenkel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Triebe (Author), 2007, Die pluralistische Demokratietheorie Ernst Fraenkels - eine empirische Überprüfung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78885
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