Zwei Gedanken werden im Folgenden zu bedenken sein. Erstens geht es um Sassures Theorie der gleichursprünglichen Differentialität und Arbitrarität des Zeichens eines jeden semeologischen Systems sowie seine Synchronizität und Diachronizität innerhalb der Semiose, d. h. dem Prozessieren des Systems. Um es vereinfachend vorweg zu nehmen, ein semeologisches System meint schlechterdings Diskurs. Und sein Prozessieren in der Zeit meint das Generieren von Bedeutung und die Stiftung von Sinn. Zweitens werden diskursanalytische Anschlüsse mithilfe topologischer Metaphern (Moebiusband, Kleinsche Flasche) seiner Zeichenrepräsentationen zusammengedacht.
Inhaltsverzeichnis
1. Saussures identische Differenz des Zeichens und das Außen der Schrift
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht Ferdinand de Saussures Theorie des Zeichens, insbesondere das Spannungsfeld zwischen Differentialität, Arbitrarität sowie der Synchronizität und Diachronizität innerhalb semiotischer Systeme, und setzt diese diskursanalytisch in Bezug zu topologischen Metaphern der Zeichenrepräsentation.
- Grundlagen der Saussureschen Semeologie
- Die Dichotomie von Signifikant und Signifikat
- Sprachlicher Wert vs. Bedeutung
- Topologische Deutung der Zeichenstruktur (Möbiusband und Kleinsche Flasche)
- Die Rolle der Schrift im Verhältnis zur Sprache
Auszug aus dem Buch
Saussures identische Differenz des Zeichens und das Außen der Schrift
Zwei Gedanken werden im Folgenden zu bedenken sein. Erstens geht es um Sassures Theorie der gleichursprünglichen Differentialität und Arbitrarität des Zeichens eines jeden semeologischen Systems sowie seine Synchronizität und Diachronizität innerhalb der Semiose, d. h. dem Prozessieren des Systems. Um es vereinfachend vorweg zu nehmen, ein semeologisches System meint schlechterdings Diskurs. Und sein Prozessieren in der Zeit meint das Generieren von Bedeutung und die Stiftung von Sinn. Zweitens werden diskursanalytische Anschlüsse mithilfe topologischen Metaphern seiner Zeichenrepräsentationen zusammengedacht.
Geboren wurde Mongin Ferdinand de Saussure 1857 in Genf. Bevor er sich 1876 in Leipzig der Erforschung der Sprachen zuwandte, besuchte er in Genf ein Jahr lang naturwissenschaftliche Lehrveranstaltungen. Als Philologe wurde er 1891 Professor für Sanskrit und vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität Genf. Aufgrund seiner Erkenntnisse innerhalb seines Hauptwerkes Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft, das erst drei Jahre nach seinem Tode 1913 aus Vorlesungsskripten seiner Studenten und anderem Material zusammengestellt wurde, gilt Saussure als Begründer des sprachwissenschaftlichen Strukturalismus oder synchronischen Sprachwissenschaft. Den Auftakt seines Gedankengebäudes markiert die Erkenntnis, daß Sprache und Schrift insofern dasselbe sind, als daß sie sich strukturell auf gleiche bzw. ähnliche Weise beschreiben und analysieren lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Saussures identische Differenz des Zeichens und das Außen der Schrift: Das Kapitel führt in Saussures strukturalistische Sprachtheorie ein, analysiert die Mechanismen der Zeichenbildung und hinterfragt das Verhältnis von Sprache und Schrift mittels topologischer Modelle.
Schlüsselwörter
Ferdinand de Saussure, Semeologie, Strukturalismus, Zeichen, Signifikant, Signifikat, Arbitrarität, Differentialität, Synchronizität, Diachronizität, Diskurs, Möbiusband, Kleinsche Flasche, Sprachwissenschaft, Zeichensystem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die sprachtheoretischen Grundlagen von Ferdinand de Saussure, insbesondere den Aufbau des sprachlichen Zeichens und dessen systemische Einbettung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Struktur von Zeichensystemen, die Unterscheidung zwischen Bedeutung und sprachlichem Wert sowie die diskursanalytische Verbindung von Sprachwissenschaft und Topologie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Saussures Erkenntnisse zur Zeichenbildung auf ihre erkenntnistheoretischen Implikationen hin zu prüfen und mittels topologischer Metaphern wie dem Möbiusband neu zu interpretieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine diskursanalytische Untersuchung, die Saussures Theorien durch einen topologischen Vergleich mit mathematischen Modellen erweitert und kritisch beleuchtet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Konzepte von Signifikant und Signifikat, das Prinzip der Arbitrarität, die Unterscheidung zwischen synchroner und diachroner Sprachbetrachtung sowie die metaphorische Rolle der Schrift gegenüber der Sprache.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Semeologie, Signifikat, Signifikant, Arbitrarität, strukturaler Wert, Diskurs, Topologie und die Unterscheidung von Innen und Außen bei Zeichensystemen.
Inwiefern spielt die Topologie eine Rolle für Saussures Zeichenbegriff?
Der Autor nutzt topologische Formen wie das Möbiusband oder die Kleinsche Flasche, um die Paradoxien in Saussures Darstellung des „verbindend-trennenden“ Zeichens zwischen Sprache und Schrift zu veranschaulichen.
Warum wird die Schrift von Saussure als „Verkleidung“ bezeichnet?
Saussure betrachtet die Schrift als Werkzeug, das die lebendige Sprache verschleiert und sie als ein äußeres, abgeleitetes Simulakrum erscheinen lässt, was der Autor kritisch hinterfragt.
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- Dr. des. Robert Dennhardt (Author), 2003, Saussures identische Differenz des Zeichens und das Außen der Schrift, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79012