Filmanalyse: "DEAD MAN" von Jim Jarmusch unter besonderer Berücksichtigung der künstlerischen Perspektiven.
Zum Ende wird ein Vergleich zwischen normalen Western und DEAD MAN gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Der Regisseur Jim Jarmusch
2 Dead Man
2.1 Inhaltsangabe
2.2 Sequenzprotokoll
3 Charaktere
3.1 William Blake als historische Person
3.2 William Blake im Film
3.3 Nobody
4 Die Filmmusik von Neil Young
4.1 das William-Blake-Motiv
4.2 das Motiv der indianischen Kultur
4.3 das Verfolgermotiv
5 Filmische Poesie Aspekte einer künstlerischen Analyse
5.1 Dead Man als Schwarz-Weiß-Film Eine Hommage an die Anfänge des Filmes?
5.2 Schwarzblenden
6 Das filmische Gedicht
6.1 Prolog
6.2 Refrain
6.3 Verse und Strophen
6.4 Epilog
7 Dead Man als (Anti-)Western?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Jim Jarmuschs Film „Dead Man“ auf seine künstlerische Gestaltung, seine symbolische Tiefe und seinen Status als subversive Transformation des klassischen Western-Genres.
- Die Charakterentwicklung von William Blake als Antiheld
- Die Rolle der Filmmusik von Neil Young als narratives Element
- Die Funktion ästhetischer Stilmittel wie Schwarz-Weiß-Aufnahmen und Schwarzblenden
- Die Dekonstruktion klassischer Western-Motive (Frontier, Tod, Shoot-out)
- Die Einordnung als „Acid-Western“ und filmisches Gedicht
Auszug aus dem Buch
3.2 William Blake im Film
William Blake ist ein naiver, aus Cleveland stammender Buchhalter, der sich nach dem Tod seiner Eltern auf die Reise in den (wilden) Westen Amerikas begibt. Verlassen von seiner Verlobten sucht er in einer Stadt names Machine sein neues Glück. Anscheinend ohne jegliches Wissen über die Situation an der „Frontier“ setzt er sich gutgläubig in den Zug und reist ab. Die Szene in Thels Zimmer verdeutlicht Blakes Naivität und Unwissenheit. Er findet dort unter ihrem Kopfkissen eine Waffe und fragt erstaunt, was sie denn damit wolle. Ihre Antwort hierauf ist einfach und erklärend: „This is America!“.
Es ist also eine Selbstverständlichkeit sich verteidigen zu können und auch zu müssen, wenn man sich an der „Frontier“ aufhält. Für einen Neuankömmling wie William Blake ist diese Tatsache jedoch noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen. William Blake ist geprägt von gut-bürgerlichen Bräuchen und Umgangsformen. Er ist stets bemüht anderen Menschen Höflichkeit und Achtung entgegenzubringen. Seine Kleidung ist dabei genauso „perfekt“ wie sein Auftreten, auch wenn ihm angesichts verrohter Situationen in Machine seine perfekte Kontrollle verloren zu gehen scheint.
Blake ist zu Beginn des Filmes noch unverdorben und formbar, auf der Suche nach Herausforderungen und seiner eigenen Identität. Kennzeichnend ist hier die anfängliche Namensverwechslung seitens des Bürovorstehers in der Metallfabrik. William Blake wird von ihm, selbst nach mehrmaligen Korrekturen, immer noch mit Black angesprochen. Keiner kennt hier William Blake. Die Menschen, denen er im Verlauf des Filmes begegnet, prägen ihn und drängen ihn weiter bestimmte eingeschlagene Wege zu verfolgen. Der Wandel beginnt im Grunde mit Thels Ermordung. Zum ersten Mal ist William Blake scheinbar nicht nur Opfer seines Umfeldes, sondern er wird selbst aktiv. Er geht zur Verteidigung über und erschießt seinen Angreifer Charly. Durch diese Tat wird er in den Status des Outlaw gehoben und muss aus dieser Position heraus Maßnahmen ergreifen, die seine Veränderungen evozieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Der Regisseur Jim Jarmusch: Porträt des Regisseurs und Darstellung seines Werdegangs sowie seiner künstlerischen Vision und Verbindung zum Independent-Film.
2 Dead Man: Kurze Inhaltsangabe des Films und chronologisches Sequenzprotokoll der Handlung.
3 Charaktere: Analyse der historischen Figur William Blake im Kontrast zu seiner filmischen Verkörperung als Antiheld sowie der Bedeutung des Begleiters Nobody.
4 Die Filmmusik von Neil Young: Untersuchung der improvisierten Filmmusik und deren Bedeutung durch drei zentrale Motive zur Charakterisierung der Handlung.
5 Filmische Poesie Aspekte einer künstlerischen Analyse: Erörterung der formalen Gestaltung durch Schwarz-Weiß-Ästhetik und die Funktion von Schwarzblenden als stilistische Mittel.
6 Das filmische Gedicht: Interpretation des Films als moderne Gedichtform mit Prolog, Refrain, Versen und Epilog zur Strukturierung der Erzählung.
7 Dead Man als (Anti-)Western?: Kritische Auseinandersetzung mit dem Western-Genre und Einordnung des Films als Jarmusch-Western bzw. Acid-Western.
Schlüsselwörter
Jim Jarmusch, Dead Man, William Blake, Western, Acid-Western, Independent-Film, Neil Young, Schwarz-Weiß-Film, Nobody, Antiheld, Frontier, Symbolik, Filmanalyse, Kino, Todesmotiv
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Jim Jarmuschs Film „Dead Man“ und untersucht, wie der Regisseur klassische Genregrenzen aufbricht und den Western in ein filmisches Gedicht verwandelt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Charakterisierung von William Blake, die musikalische Untermalung durch Neil Young, die ästhetische Inszenierung und die Dekonstruktion des Western-Genres.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Film als künstlerische Auseinandersetzung zu verstehen, die sich von konventionellen Western abhebt und eine eigene poetische Sprache entwickelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse genrespezifischer Eigenschaften nach Will Wright sowie filmwissenschaftliche Ansätze, um den Film als Transformation des klassischen Westerns zu begreifen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Charakteren, der Musik, der formalen Gestaltung (Schnitt und Bild) sowie der strukturellen Analogie zu lyrischen Gedichtformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Jim Jarmusch, Dead Man, Antiheld, Frontier, Acid-Western und filmische Poesie.
Inwiefern unterscheidet sich Blakes Rolle von der eines klassischen Westernhelden?
Im Gegensatz zum heroischen Cowboy ist Blake ein naiver Antiheld, der durch äußere Umstände in eine Rolle als Outlaw gedrängt wird, anstatt zielgerichtet zu handeln.
Welche Bedeutung haben die Schwarzblenden im Film?
Sie dienen nicht nur zur zeitlichen Gliederung, sondern fungieren als filmische Strophenumbrüche, die den Rückzug aus der Realität und Blakes schwindendes Bewusstsein verdeutlichen.
- Quote paper
- Heide Junker (Author), 2004, Dead Man - eine künstlerische Auseinandersetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79046