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Vergleich zweier portugiesischen Faustübersetzungen - "O Fausto de Goethe em Portugal"

Title: Vergleich zweier portugiesischen Faustübersetzungen  -  "O Fausto de Goethe em Portugal"

Seminar Paper , 2006 , 36 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Markus Scholz (Author)

Romance Studies - Portuguese Studies
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In dieser Arbeit werden zwei portugiesische Übersetzungen von Goethes Faust miteinander verglichen –eine aus dem Jahr 1867, die andere von 1999. Die aus dem Bereich der historisch-deskriptiven Übersetzungsforschung stammende Polysystemtheorie dient hierzu als theoretische Grundlage. In einem ersten Analyseschritt werden die Charakteristika der portugiesischen Literatur in der zweiten Hälfte des 19. Jh. und gegen Ende des 20. Jh. erörtert, wobei auch die Frage nach der Rolle von Übersetzungen aus anderen Sprachen allgemein behandelt wird. Im zweiten großen Schritt der Analyse werden die beiden Übersetzer, das, was sie selbst zu ihren Übersetzungen sagten, und die Aufnahme ihrer Arbeiten durch die portugiesische Öffentlichkeit besprochen. Der dritte Analyseschritt betrifft die Übersetzungen als konkrete Texte: die Umsetzung von Goethes vielfältiger Verssprache und der Umgang mit Namen, Anredeformen und Personenbezeichnungen. Dabei geht es allgemein um die Frage, wie beide Übersetzer mit Form und Inhalt und wie sie mit der kulturellen Fremdheit des Originals in ihren jeweiligen Übersetzungen umgegangen sind.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie und Methodik

2.1 Theoretischer Rahmen

2.2 Methodik

3 Das literarische Polysystem Portugals in der zweiten Hälfte des 19. Jh. und gegen Ende des 20. Jh.

3.1 Portugiesische Literatur

3.2 Die Rolle von Übersetzungen

3.3 Frage nach der Rezeption deutscher Literatur in Portugal

4 Die Übersetzer und ihre Übersetzungen

4.1 Die Übersetzer

4.2 Aussagen der Übersetzer über ihre Übersetzungen

4.3 Die Übersetzungen in der Zielliteratur 1867/1999

5 Analyse der Textbeispiele

5.1 Verse und Übersetzung

5.2 Namen, Anredeformen Personenbezeichnungen und Übersetzung

6 Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, zwei vollständige Faust-Übersetzungen ins Portugiesische (von Agostinho d'Ornellas aus dem 19. Jahrhundert und João Barrento aus dem Jahr 1999) auf Grundlage der Polysystemtheorie vergleichend zu analysieren, um Erkenntnisse über die zugrundeliegenden Übersetzungskonzeptionen und deren Funktion im literarischen Polysystem Portugals zu gewinnen.

  • Historisch-deskriptive Übersetzungsforschung
  • Rezeption deutscher Literatur in Portugal
  • Vergleich von Übersetzungskonzeptionen
  • Analyse von Versformen in der Übersetzung
  • Umgang mit Namen und Anredeformen

Auszug aus dem Buch

5.1 Verse und Übersetzung

Goethe schrieb seinen Faust in Versen und zudem in sehr unterschiedlichen Versen. Trunz sagt in seinem Nachwort der uns vorliegenden Faustausgabe, dass das Werk eine Vielzahl verschiedener Versformen aufweist, was ihm zufolge der "inneren Weite des Werks" entspricht: "Das geistige Klima der einzelnen Szenen, die verschiedene innere Haltung findet Ausdruck in den wechselnden Rhythmen." (Trunz 1999: 493). Demnach können wir annehmen, dass die Übersetzer es mit einem komplexen Fall des Problems der Semantisierung der Form zu tun hatten.

Ein in Versen abgefasstes Drama verlangt vom Übersetzer verschiedene Entscheidungen in Bezug auf die anzufertigende Übersetzung: Sollen die Verse des Originaltextes in Verse oder in Prosa übersetzt werden? (Jekutsch 2004: 981). Falls der Übersetzer den Zieltext auch in Versen abfassen will, stellt sich die Frage nach der Art des Versmaßes - darüber hinaus ist ein und dasselbe Versmaß nicht zwangsläufig dasselbe in verschiedenen Sprachen, nicht nur weil es unterschiedlich funktionierende Verssysteme gibt (numerisch, akzentuierend etc.), sondern auch weil die Versmaße in den literarischen Systemen der Ausgangs- und Zielkultur traditionell verschieden gebraucht werden können. Eine Entscheidung für das Versmaß des Ausgangstextes weist auf eine Entscheidung für das Fremde, die Ausgangskultur hin, und umgekehrt bedeutet die Wahl eines der Zielkultur vertrauten Versmaßes eine Entscheidung für eben diese Zielkultur, der man den fremden Text leichter zugänglich machen will (ebd.: 982). Ebenso muss der Übersetzer sich über die Funktion des Reims im Ausgangstext klar werden (ebd.). Wenn sich der Übersetzer nun für ein Versmaß entschieden hat, stellt sich die Frage, ob er die Information eines Verses des Ausgangstextes in einen eventuell mehr oder weniger Silben umfassenden Vers des Zieltextes übernehmen kann oder ob er dann gegebenenfalls von der Verszahl des Originaltextes abweichen muss. Ferner ist auch zu entscheiden, ob man Entsprechungen für die Wechsel des Versmaßes im Original finden kann oder möchte, insofern derartige Wechsel im Ausgangstext (wie bei Faust) vorkommen. Der Übersetzer sollte sich auch fragen, ob er vom ganzen Satz oder vom einzelnen Vers als kleinste zu übersetzende Einheit ausgehen will (ebd.: 983).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den Anlass der Arbeit, das Ziel eines Vergleichs zweier Faust-Übersetzungen unter Anwendung der Polysystemtheorie sowie das methodische Vorgehen.

2 Theorie und Methodik: Dieses Kapitel führt die Polysystemtheorie nach Itamar Even-Zohar als theoretische Grundlage ein und legt die methodischen Fragestellungen für den Analyseprozess fest.

3 Das literarische Polysystem Portugals in der zweiten Hälfte des 19. Jh. und gegen Ende des 20. Jh.: Das Kapitel skizziert die literarische Situation und die Rolle von Übersetzungen in den zwei betrachteten Zeitepochen in Portugal.

4 Die Übersetzer und ihre Übersetzungen: Hier werden die Biographien der Übersetzer, deren eigene Aussagen zu ihrer Arbeit und die Rezeption der Werke in der Zielliteratur dargestellt.

5 Analyse der Textbeispiele: Dieses Kapitel nimmt den konkreten Textvergleich vor, fokussiert auf die Umsetzung von Versformen sowie den Umgang mit Namen und Anredeformen.

6 Zusammenfassung: Die Ergebnisse der Analysen werden resümiert und die unterschiedlichen Strategien der beiden Übersetzer gegenübergestellt.

Schlüsselwörter

Faust, Goethes Faust, Übersetzungswissenschaft, Polysystemtheorie, Portugal, Agostinho d'Ornellas, João Barrento, literarische Übersetzung, Versformen, Kulturtransfer, Rezeption, Deutsch-portugiesische Kulturbeziehungen, Literaturgeschichte, Übersetzungskonzeption, Historisch-deskriptive Forschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht zwei vollständige Faust-Übersetzungen ins Portugiesische aus unterschiedlichen Jahrhunderten, um die Übersetzungskonzeptionen und deren Einordnung in das literarische Polysystem Portugals zu untersuchen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung durch die Polysystemtheorie, die literaturgeschichtliche Kontextualisierung in Portugal, die Vorstellung der Übersetzer und die detaillierte textuelle Analyse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, durch den Vergleich der Übersetzungen Rückschlüsse auf die zugrundeliegenden Übersetzungskonzeptionen und kulturwissenschaftliche Erkenntnisse über die Zielkultur Portugal zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-deskriptiv orientierte Übersetzungsforschung auf Basis der Polysystemtheorie von Itamar Even-Zohar angewendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die literarischen Kontexte der Entstehungszeiten, die Profile der Übersetzer, deren Selbstzeugnisse sowie konkrete Textbeispiele wie Versformen, Eigennamen und Anredeformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Begriffe wie Polysystemtheorie, Faust, Übersetzungskonzeption, literarischer Transfer und deutsch-portugiesische Kulturbeziehungen.

Warum wurden genau diese zwei Übersetzungen gewählt?

Es handelt sich um die einzigen zwei vollständigen Übersetzungen von Goethes Faust (Faust I und II) ins europäische Portugiesisch.

Wie unterscheidet sich der Ansatz der beiden Übersetzer?

d'Ornellas zielte primär auf eine inhaltliche Vermittlung für das portugiesische Publikum ab, während Barrento eine "poetisch treue" Wiedergabe der Form und der Fremdheit des Originals anstrebte.

Welche Rolle spielten die französischen Übersetzungen für d'Ornellas?

Während d'Ornellas direkt aus dem Deutschen übersetzte, zeigt sich am Beispiel der Anredeformen, dass auch er durch den starken Einfluss des Französischen auf die portugiesische Kultur jener Zeit geprägt war.

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Details

Title
Vergleich zweier portugiesischen Faustübersetzungen - "O Fausto de Goethe em Portugal"
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Romanische Sprachen und Literaturen)
Course
Neuere Übersetzungstheorien
Grade
1,0
Author
Markus Scholz (Author)
Publication Year
2006
Pages
36
Catalog Number
V79086
ISBN (eBook)
9783638856539
ISBN (Book)
9783638855297
Language
German
Tags
Vergleich Faustübersetzungen Fausto Goethe Portugal Neuere
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Scholz (Author), 2006, Vergleich zweier portugiesischen Faustübersetzungen - "O Fausto de Goethe em Portugal" , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79086
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