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Eine kritische Analyse des westlichen Selbstbildes im Zusammenhang mit dem >Feindbild Islam<

Title: Eine kritische Analyse des westlichen Selbstbildes im Zusammenhang mit dem >Feindbild Islam<

Term Paper , 2007 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: David Spisla (Author)

Pedagogy - Intercultural Pedagogy
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Die Anschläge des 11. September 2001 auf das World Trade Center und die darauf folgenden militärischen Interventionen der USA und seinen Verbündeten gegen Afghanistan und den Irak richten in den letzten Jahren das öffentliche Interesse der westlichen Welt vermehrt auf das Konfliktpotential in den Ländern des Nahen Ostens. Hierbei ist auffällig, dass terroristische und militante Organisationen aus diesen Ländern sehr häufig in Verbindung mit der Religion des Islam gebracht werden. Begriffe wie >Heiliger Krieg<, >islamischer Fundamentalismus< und >militante Moslems< kursieren in den Medien und in der Politik und lassen die islamische Zivilisation häufig in einem negativen Licht erscheinen.
Im ersten Kapitel werden daher die eben genannten Begriffe näher untersucht. Es soll geprüft werden, auf welche Art und Weise gesellschaftliche und politische Erscheinungen in den Ländern der islamischen Welt durch die Politik und die Medien der westlichen Welt interpretiert und verarbeitet werden. In diesem Zusammenhang geht es vor allem um das Aufdecken kultureller Stereotype und Vorurteile, die ein Hindernis für einen ehrlichen interkulturellen Dialog darstellen.
Das zweite Kapitel richtet seine Aufmerksamkeit auf das Selbstbild der so genannten >westlichen Welt<. Hier soll kritisch untersucht werden, wie sich >der Westen< im Zusammenhang mit den Konflikten des internationalen Terrorismus und den politischen Unruhen des Nahen Ostens selbst darstellt.
Es sei noch angemerkt, dass es in dieser Arbeit primär darum geht stereotype Vorurteile und andere indifferente und irrationale Betrachtungsweisen, die in der öffentlichen Diskussion vorherrschen, aufzudecken. Es sollte beim Leser nicht der Eindruck entstehen der Autor betreibe eine Art Polarisierung (z.B. rationaler Westen/ fanatische Araber oder imperialer Westen/ romantisierter Orient). Offensichtliche Missstände und Widersprüche in Ländern der islamischen Welt sowie im Westen sollen weder negiert noch beschönigt werden.
Das dritte Kapitel beschäftigt sich schließlich mit der Frage, welche Relevanz die Betrachtungen der ersten beiden Kapitel für den schulischen Unterricht hat. Insbesondere soll hier unterstrichen werden, dass aufgeklärte und kompetente Lehrkräfte sowie ein demokratisch strukturiertes Schulsystem einen wichtigen Beitrag für den Abbau von Vorurteilen und Konflikten leisten können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Gibt es ein >Feindbild Islam

2. Die Selbstwahrnehmung des Westens im Visier der rationalen Kritik

2.1 Die Arroganz des Westens

2.2 Kritische Stimmen

2.3 Philosophischer Exkurs: Die Notwendigkeit einer Aufklärung der Aufklärung

3. Die Konsequenzen für die Pädagogik

Ergebnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Konstruktion des westlichen Selbstbildes im Kontext des medial und politisch propagierten >Feindbilds Islam<. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Vorurteile und einseitige Wahrnehmungen den interkulturellen Dialog behindern, und Lösungsansätze für eine erweiterte, metaphysisch offene Aufklärung sowie deren bildungspolitische Konsequenzen zu skizzieren.

  • Analyse kultureller Stereotype und Vorurteile in der westlichen Medien- und Politiklandschaft.
  • Kritische Reflexion des westlichen Selbstverständnisses als rational und aufgeklärt.
  • Untersuchung der "Logik der doppelten Maßstäbe" in der Außenpolitik.
  • Diskussion der "Postmoderne" und der "metaphysischen Blindheit" als Identitätskrise des Westens.
  • Ableitung pädagogischer Konsequenzen für ein zukunftsfähiges Schulsystem.

Auszug aus dem Buch

2.3 Philosophischer Exkurs: Die Notwendigkeit einer Aufklärung der Aufklärung

Die im letzten Abschnitt vorgenommen Ausführungen machen die Notwendigkeit einer grundlegenden geistigen Erneuerung des Westens deutlich. Diese >Bewusstseinsrevolution< scheint heute jedoch zu einer globalen Aufgabe zu gehören, denn letztlich sind alle Konflikte in der Gegenwart stets in der Realität einer umfassenden Globalisierung zu sehen. Konflikte zwischen zwei Zivilisationen sind keine lokalen Brandherde mehr, sondern stehen in einer Interdependenz zu allen anderen Zivilisationen.

Die bereits oben zitierte Gruppe islamischer Intellektueller macht bezüglich der Politik der doppelten Maßstäbe folgenden Vorschlag: >Die doppelten Standards, die die westlichen Mächte im Umgang mit dem Nahen Osten oder der islamischen Welt häufig anwenden, sind eines der Haupthindernisse für einen sinnvollen Dialog<24 Diese Botschaft ist eindeutig. Das zerstörte Vertrauensverhältnis zwischen den Zivilisationen kann nur durch eine konsequente Änderung der gegenwärtigen Außenpolitik geheilt werden. Diese neue Politik muss eine neue Wirtschaftsordnung beinhalten, in der Demokratie und Menschenrechte nicht nur propagiert, sondern auch eingehalten werden. Auf dieser Basis kann es einen konstruktiven Austausch geben, an dessen Früchte sich die nachfolgenden Generationen erfreuen können.

Doch eine neue Politik erfordert ein allgemeines Umdenken. Die Dauerschleife aus Skeptizismus und Relativismus ist mit Sicherheit keine geeignete Basis für diese neue Politik. Bassam Tibi fordert daher: >Europäer, besonders die Deutschen, müßten ihre selbstzentrierten Weltbilder überwinden und sich hierbei für andere aufrichtig und ohne Verlogenheit öffnen.<25

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Darstellung des Islam als Bedrohungsszenario in westlichen Medien ein und stellt den kritischen Untersuchungsrahmen der Arbeit vor.

1. Gibt es ein >Feindbild Islam Dieses Kapitel analysiert, wie Medien und Politik den Islam als monolithischen Block präsentieren und hinterfragt die historische und aktuelle Verwendung theologischer Begriffe wie >Djihad<.

2. Die Selbstwahrnehmung des Westens im Visier der rationalen Kritik: Hier wird das westliche Selbstbild dekonstruiert, indem Konzepte wie Euro-Arroganz, die Logik der doppelten Maßstäbe und die metaphysische Blindheit als Ausdruck einer Sinnkrise untersucht werden.

2.1 Die Arroganz des Westens: Dieser Abschnitt beleuchtet die wechselseitige Beziehung zwischen der Wahrnehmung des Anderen und der westlichen Selbstwahrnehmung, geprägt durch Überlegenheitsgefühle und reduktionistische Schemata.

2.2 Kritische Stimmen: Hier werden die Widersprüchlichkeiten in der westlichen Menschenrechtspolitik und die Kritik islamischer Intellektueller an westlicher Doppelmoral thematisiert.

2.3 Philosophischer Exkurs: Die Notwendigkeit einer Aufklärung der Aufklärung: Dieser Teil fordert ein Umdenken hin zu einer metaphysisch offenen Aufklärung, die Spiritualität integriert und über rein säkulare Ansätze hinausgeht.

3. Die Konsequenzen für die Pädagogik: Das Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf das deutsche Bildungssystem und kritisiert die gegenwärtige Lehrerbildung sowie selektive Schulstrukturen.

Ergebnis: Das Ergebnis fasst die Kernpunkte der Untersuchung zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer geistigen Erneuerung und einer demokratischen Bildungsreform.

Schlüsselwörter

Feindbild Islam, westliches Selbstbild, interkultureller Dialog, Postmoderne, Logik der doppelten Maßstäbe, metaphysische Blindheit, Aufklärung, Menschenrechte, Pädagogik, Bildungspolitik, Globalisierung, Euro-Arroganz, Islamische Zivilisation, Stereotype, Identitätskrise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse des westlichen Selbstbildes und der Art und Weise, wie in westlichen Medien und der Politik ein negatives Bild der islamischen Welt als >Feindbild Islam< konstruiert und aufrechterhalten wird.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Werk?

Die Schwerpunkte liegen auf der Dekonstruktion kultureller Stereotype, der Kritik an der westlichen Außenpolitik und deren ideologischer Rechtfertigung, sowie der Analyse der Sinnkrise westlicher Gesellschaften (Postmoderne).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die einseitigen Verzerrungen in der Wahrnehmung der islamischen Welt aufzudecken, die Notwendigkeit einer "Aufklärung der Aufklärung" zu begründen und daraus pädagogische Handlungsfelder abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer kritischen diskursanalytischen und philosophischen Auseinandersetzung, die historische Perspektiven sowie aktuelle politologische und erziehungswissenschaftliche Literatur einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Medienberichterstattung über den Islam, die kritische Untersuchung des westlichen Selbstbildes im Kontext globaler Politik und die Übertragung dieser Erkenntnisse auf die Anforderungen an ein modernes, demokratisches Schulsystem.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Feindbild Islam, Logik der doppelten Maßstäbe, metaphysische Blindheit, Postmoderne, interkultureller Dialog und Bildungsreform geprägt.

Inwiefern spielt der Begriff der >metaphysischen Blindheit< eine Rolle für die Argumentation des Autors?

Der Autor verwendet diesen Begriff von Botho Strauss, um die Ignoranz der westlichen Welt gegenüber spirituellen Bedürfnissen zu beschreiben, was zu einer einseitigen, rein funktionalen Rationalität führt, die den Zugang zum Wesen anderer Kulturen verschließt.

Welche bildungspolitischen Schlussfolgerungen zieht der Verfasser?

Der Verfasser fordert eine grundlegende Reform der Lehrerbildung und eine demokratische Umgestaltung des dreigliedrigen Schulsystems, um ein zukunftsfähiges Modell zu schaffen, das den Herausforderungen der Globalisierung und Integration gerecht wird.

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Details

Title
Eine kritische Analyse des westlichen Selbstbildes im Zusammenhang mit dem >Feindbild Islam<
College
University of Education Freiburg im Breisgau  (Institut für Erziehungswissenschaften 1)
Course
Islamische Kulturen, Muslime und wir
Grade
1,0
Author
David Spisla (Author)
Publication Year
2007
Pages
26
Catalog Number
V79087
ISBN (eBook)
9783638856546
ISBN (Book)
9783638855303
Language
German
Tags
Muslime Feindbild Islam Islam Islamische Kultur westliches Selbstbild Feindbild
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Spisla (Author), 2007, Eine kritische Analyse des westlichen Selbstbildes im Zusammenhang mit dem >Feindbild Islam<, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79087
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