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Der Beitrag der Familie zur gesellschaftlichen Wohlfahrtsproduktion

Title: Der Beitrag der Familie zur gesellschaftlichen Wohlfahrtsproduktion

Intermediate Diploma Thesis , 2006 , 66 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Bernadette Proske (Author)

Pedagogy - Family Education
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Summary Excerpt Details

Der Beitrag beschäftigt sich mit den Leistungen, die die Familie für die Gesellschaft erbringt, welche seitens der Öffentlichkeit aber immer noch nicht als solche honoriert werden, weder materiell noch immateriell. Die Familie ist es aber, die über ihre Leistungen die Voraussetzungen schafft, ohne welche die Gesellschaft und der Staat nicht leben könnten. In ihr wird das so bedeutungsvolle Humanvermögen herangebildet. Denn, was vor allem in der Wirtschaft gern vergessen wird, ist, dass aller Erwerbsarbeit die Sozialisation in der Familie vorausgeht. „Nur mit dem Sozialisationserfolg von Familie und Schule wird effiziente Wirtschaft möglich“ (Deutscher Bundestag 1994). Die Einstellungen, die Motivation und die Qualifikationen, die nicht nur auf die Entfaltung der Persönlichkeit, sondern auch unmittelbar auf das Wirtschaftsgeschehen einwirken, erlangt der Mensch überwiegend in der Familie. Ob in positiver oder negativer Weise, hängt in erster Linie von der Qualität der Erziehung und der Sozialisation in der Familie und der Förderung der Familie durch Politik, Wirtschaft und weitere Gesellschaftsbereiche ab. Schon allein deshalb sollten diese ihre Pflicht wahrnehmen und die Familie in ihren Aufgaben unterstützen. Dies kann auf verschiedenen Wegen geschehen, worauf im Verlauf dieser Arbeit eingegangen wird.
Anliegen ist es, die Leistungen, die die Familie in den gesellschaftlichen Prozess der Wohlfahrtsproduktion einbringt, herauszustellen. Nach einer Auseinandersetzung mit dem Familienbegriff wird auf die Herausforderungen, die die moderne Familie im Zuge der gesellschaftlichen Modernisierungstendenzen bewältigen muss, eingegangen. Dies ist Voraussetzung für eine Charakterisierung der Probleme der modernen Familie und der Gesellschaft, um darüber zu den gesellschaftlich erwarteten Aufgaben an die Familie und folglich auf die Leistungen, die die Familie tatsächlich für die Gesellschaft erbringt, zu gelangen. Anschließend folgt ein kurzer Exkurs in die Wirklichkeit zur Anerkennung der familialen Leistungen, welcher zu den Ansätzen der Familienforschung über eine Aufwertung der Erziehungsarbeit und ergo ihrer Notwendigkeit führt. Den Abschluss der Ausführungen bilden familienpädagogische Ansätze, die zur heutigen Familienerziehung unverzichtbar sind und einige Anmerkungen zur Zukunft der Familie.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Familie

2.1 Familie – Begriffsbestimmung und Familienverständnis

2.2 Die moderne Familie im Kontext gesellschaftlicher Modernisierungstendenzen

2.2.1 Modernisierung im Kontext sozialen Wandels

2.2.2 Optionserweiterung als Bedingungsfaktor des aktuellen Wandels der Familie

2.2.3 Die moderne Familie zwischen notwendigen und krisenhaften Veränderungen

2.3 Familie zwischen Chance und Herausforderung

3. Der Beitrag der Familie zur gesellschaftlichen Wohlfahrtsproduktion

3.1 Wohlfahrt und Wohlfahrtsproduktion

3.2 Familiale und gesellschaftliche Wohlfahrtsproduktion

3.3 Aufgaben und Leistungen von Familie

3.3.1 Zusammenhalt der Familie und emotionale Stabilisierung ihrer Mitglieder

3.3.2 Fortpflanzung und Familiengründung

3.3.3 Elterliche Pflege und Zuwendung

3.3.4 Gemeinsame Haushaltsführung und Regeneration

3.3.5 Solidarität zwischen den Generationen

3.4 Was bedeuten familiale Leistungen für die Gesellschaft?

3.4.1 Sicherung von Nachwuchs

3.4.2 Bildung und Erhalt von Humanvermögen

3.3.3 Stabilisierung der Solidarität zwischen den Generationen

4. Für die Gesellschaft wichtig – aber anerkennswert?

4.1 Die strukturelle Rücksichtslosigkeit der gesellschaftlichen Verhältnisse gegenüber der Familie von heute

4.2 Der wirtschaftliche „Wert“ der familialen Leistungen

4.3 Retrospektive zur Begründung der Aufwertung von Erziehungsarbeit

5. Familienpädagogische Folgerungen

6. Ausblick und Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Vordiplomarbeit ist es, die Leistungen der Familie für den gesellschaftlichen Prozess der Wohlfahrtsproduktion aufzuzeigen und deren mangelnde gesellschaftliche Anerkennung zu kritisieren. Die Forschungsfrage untersucht, inwieweit familiale Funktionen wie Erziehung, Sozialisation und Regeneration ökonomisch und gesellschaftlich bedeutsam sind und warum sie trotz ihrer Unverzichtbarkeit strukturell benachteiligt werden.

  • Struktureller Wandel der modernen Familie im Kontext der Modernisierung
  • Familiale Wohlfahrtsproduktion als ökonomische und soziale Leistung
  • Die Bedeutung von Humanvermögensbildung und Generationensolidarität
  • Kritik an der strukturellen Rücksichtslosigkeit gesellschaftlicher Verhältnisse gegenüber Familien
  • Familienpädagogische Ansätze zur Stärkung der Erziehungskompetenz

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Zusammenhalt der Familie und emotionale Stabilisierung ihrer Mitglieder

Die Beziehungen innerhalb einer Familie sind stark emotional geprägt. Sie äußern sich in Freude und Wut, Ärger und Frust, Liebe und auch Hoffnung. Alle Handlungen und Interaktionen, die sich im Familienalltag abspielen, sind neben ihrem eigentlichen Sinn wichtig, um den familialen Zusammenhalt aufrechtzuerhalten. Die Kohäsion, also die Herstellung und Beibehaltung der Familie als soziales System, die auf dieser emotionalen Verbundenheit basiert, ist sogar elementarste Aufgabe der Familie. Gelingt es ihr, die Bindungen und die Solidarität zwischen den Familienmitgliedern auch über Jahre hinweg aufrechtzuerhalten, wird Familie erlebbar. Gleichzeitig werden damit die Voraussetzungen zur Erbringung familialer Leistungen geschaffen, die vor allem durch die gemeinsame Bestreitung des alltäglichen Lebens entstehen. Um solche Leistungen auch über den Zeitlauf hinweg zu erbringen, ist eine hohe Anpassungsbereitschaft der Familienmitglieder vonnöten.

Mit dem Heranwachsen der Kinder und dem Altern der Eltern, entstehen fortwährend neue Interessen und Bedürfnisse, neue Ängste und neue Herausforderungen für jeden Einzelnen, forciert durch ökonomische, soziale oder kulturelle Wandlungen. „Familien können sich also nur durch Solidarität und Anpassung zugleich erfolgreich behaupten, und dies setzt die Fähigkeit und Bereitschaft zur intensiven Beschäftigung und notfalls Auseinandersetzung mit den übrigen Familienmitgliedern voraus“ (Deutscher Bundestag, S. 25). Folgt man verschiedenen Beobachtungen, gewinnt der familiale Zusammenhalt sogar zunehmend Bedeutung für den Gefühlshaushalt aller Mitglieder der Familie. Auch das hängt vor allem mit den derzeitigen Modernisierungstendenzen zusammen: Alternative Lebensstile, Individualisierungstendenzen, gesteigerter Wohlstand, der leichtere Vollzug von Ehescheidungen und eine vermehrte Erwerbsbeteiligung der Frauen lassen den familialen Zusammenhalt zunehmend instabiler werden. Daher ist seine Aufrechterhaltung sowohl Aufgabe als auch Leistung von Familie.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet anhand einer Karikatur die mangelnde Anerkennung familialer Leistungen durch die Gesellschaft und betont die Bedeutung der Familie für die Heranbildung von Humanvermögen.

2. Familie: Dieses Kapitel definiert Familie als dynamisches soziales Gebilde und untersucht die Herausforderungen moderner Familien im Zuge gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse.

3. Der Beitrag der Familie zur gesellschaftlichen Wohlfahrtsproduktion: Hier werden die zentralen Aufgaben und Leistungen der Familie, wie die emotionale Stabilisierung, Fortpflanzung, Pflege und die Generationensolidarität, als wesentliche Beiträge zur Wohlfahrtsproduktion identifiziert.

4. Für die Gesellschaft wichtig – aber anerkennswert?: Dieses Kapitel analysiert die strukturelle Benachteiligung von Familien in einer von Marktleistungen geprägten Gesellschaft und hinterfragt den fehlenden monetären Ausgleich für Erziehungsleistungen.

5. Familienpädagogische Folgerungen: Hier werden pädagogische Ansätze abgeleitet, um Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken und die Bedeutung von Ehe und Familie für die Zukunft zu festigen.

6. Ausblick und Schlussbetrachtung: Das Schlusskapitel plädiert für eine stärkere politische und gesellschaftliche Wertschätzung der Familie, da diese als Ort des Glücks und der persönlichen Entfaltung für die Gesellschaft essentiell bleibt.

Schlüsselwörter

Familie, Wohlfahrtsproduktion, Humankapital, Humanvermögen, Erziehungsarbeit, soziale Kohäsion, Modernisierung, Familienpolitik, Generationensolidarität, Sozialisation, Lebensqualität, Elterngeld, Familienpädagogik, soziale Ungleichheit, Generationenvertrag

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Leistungen, die Familien für die Gesellschaft erbringen, und kritisiert, dass diese Tätigkeiten oft nicht als wertschöpfend anerkannt oder honoriert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen den strukturellen Wandel der Familie, die ökonomische und soziale Bedeutung familialer Leistungen sowie die familienpädagogischen Anforderungen in modernen Gesellschaften.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Beitrag der Familie zur gesellschaftlichen Wohlfahrtsproduktion herauszustellen und die Notwendigkeit einer Aufwertung der Erziehungsarbeit zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse unter Rückgriff auf soziologische Modernisierungstheorien, familienpolitische Berichte des Bundestages und zeitbudgetanalytische Studien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Aufgaben wie der Zusammenhalt, die Fortpflanzung, die elterliche Pflege und die Bildung von Humanvermögen detailliert beschrieben und gesellschaftlich eingeordnet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Familie, Wohlfahrtsproduktion, Humankapital, Humanvermögen, Erziehungsarbeit, Generationensolidarität und Familienpolitik.

Welchen Stellenwert nimmt die "Normalfamilie" in dieser Arbeit ein?

Die Autorin betrachtet die Kernfamilie als den "Normaltyp" und als grundlegenden Nährboden für gesunde Sozialisation, erkennt jedoch auch die Vielfalt moderner Lebensformen an.

Wie bewertet die Arbeit die Einführung des Elterngeldes?

Die Einführung des Elterngeldes wird als ein Schritt in die richtige Richtung bewertet, um den betreuungs- und Erziehungsaufwand von Eltern anzuerkennen, wobei weitergehende Maßnahmen gefordert werden.

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Details

Title
Der Beitrag der Familie zur gesellschaftlichen Wohlfahrtsproduktion
College
Martin Luther University  (Philosophische Fakultät III, Fachbereich Erziehungswissenschaften)
Grade
1,5
Author
Bernadette Proske (Author)
Publication Year
2006
Pages
66
Catalog Number
V79103
ISBN (eBook)
9783638856645
Language
German
Tags
Beitrag Familie Wohlfahrtsproduktion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bernadette Proske (Author), 2006, Der Beitrag der Familie zur gesellschaftlichen Wohlfahrtsproduktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79103
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