Theodosius der Große und der Friede von 382


Seminararbeit, 2006

10 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Theodosius der Große und der Friede von 382
1. Zur Person des Theodosius
1.1 Jugend und erste Erfolge
1.2 Theodosius der Große
2. Diplomatie als Ausweg
3. Eine neue Qualität des Bündnisses

III. Schlussbetrachtung

Quellen- und Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Für das späte römische Weltreich bedeutete die Schlacht von Adrianopel nicht nur eine verheerende militärische Niederlage, sondern zeugte ebenso von der Notwendigkeit, den Umgang mit den eindringenden Barbarenstämmen grundlegend zu überdenken. Da mit Theodosius dem Großen zu dieser Zeit ein Mann an die Macht kam, dem man nicht nur militärisches sondern ebenso diplomatisches Geschick nachsagte, liegt es nahe, die veränderten außenpolitischen Strategien auf sein persönliches Wirken zurückzuführen.

Es soll daher in dieser Hausarbeit untersucht werden, ob dies in der Tat der Fall war, ob Theodosius tatsächlich der herausragende Stratege auf dem Schlachtfeld sowie am Verhandlungstisch war, oder ob nicht vielmehr bereits vorher Ansätze in Richtung einer Einbindung von vormals als feindlich betrachteten Völkern wie den Westgoten vorhanden waren.

Bezüglich der Quellenlage lassen sich verschiedene Lager ausmachen, welche aus den verschiedensten Beweggründen Theodosius entweder als glorreichen, von Gott bestimmten Feldherren sehen oder aber als durchschnittlichen Herrscher, der lediglich günstige politische Konstellationen und Schwächen der Gegner auszunutzen wusste. Als wichtigste Quellen dienen für diese Arbeit Zosimos, Themistios, Jordanis, Theodoret und für die Anfänge ebenso Ammianus Marcellinus.

Zur Beantwortung meiner Leitfrage soll im ersten Teil der Arbeit Theodosius’ Biographie soweit wie möglich dargestellt werden, einschließlich seines Werdegangs im römischen Heer. Bereits die Diskussion um seine (vermeintlich?) großartigen Siege gegen die Barbaren vor und während seiner Zeit als Kaiser des Ostreichs zeigen, dass die Quellenlage nicht eindeutig ist, sein Erfolg also nicht unumstritten.

Im zweiten Teil soll daraufhin die Lage in Theodosius’ Herrschaftsgebiet dargelegt werden, die anhaltenden Kämpfe in Thrakien und Illyrien einschließlich der konkreten Vorgeschichte des späteren Friedensschlusses. Um diesen neuen Frieden zu analysieren, soll daraufhin sowohl sein Inhalt als auch seine Entstehungsbedingungen mit früheren Vereinbarungen verglichen werden.

Abschließend soll die Leitfrage beantwortet werden und die spezifischen militärischen und historischen Erfahrungen und Entwicklungen im Reich als entscheidende Faktoren für die „neue“ römische Diplomatie herausgearbeitet werden.

II. Theodosius der Große und der Friede von 382

1. Zur Person des Theodosius

Nach der Niederlage bei Adrianopel trat ein neuer Kaiser an Valens’ Stelle, den „weder die Intrigen noch die Begierden oder auch nur die Hoffnungen eines ehrgeizigen Staatsmannes“[1] an die Macht brachten. Noch weniger war es das gängige Erbrecht, dass Theodosius „den Großen“ zum Herrscher des Ostreiches machte.

1.1 Jugend und erste Erfolge

Nach Ammianus wurde Flavius Theodosius im Jahre 336/346 ??? in Cauca, im heutigen Galizien, geboren[2]. Sein Elternhaus war zwar nicht adeliger Natur, gehörte aber zur wohlhabenden Elite der Region, was wohl dem Aufstieg Theodosius’ des Ältern im römischen Militär geschuldet war. Der Vater des späteren Kaisers soll demnach ab 368 in Britannien, Gallien und Afrika als Heermeister zahlreiche Erfolge errungen haben. Während seiner Tätigkeit in Afrika allerdings scheint er sich mit Romanus einen mächtigen Feind gemacht zu haben, was schließlich dazu führte, dass er im Jahre 376 in Karthago hingerichtet wurde[3].

Auch sein Sohn hatte es zu diesem Zeitpunkt bereits zu militärischen Ehren gebracht. Von Anfang an hatte er seinen Vater begleitet, von ihm das Kriegshandwerk gelernt und sich darüber hinaus auch Strategien barbarischer Völker wie der Skoten und Mauren angeeignet[4]. Offensichtlich bewies er einiges Geschick, da ihm bereits 374 ein eigenes Kommando in Moesia zugeteilt wurde. In mehreren Schlachten setzte er sich dort gegen die Sarmaten durch, die gelegentlich die Grenzen überfielen und schlug diese zurück. Ammianus berichtet gar davon, dass „er sie in dicht aufeinander folgenden Kämpfen auf[rieb]. Ihre Scharen […] überwältigte er dermaßen, dass er Raubvögel und Tiere mit den vielen Gefallenen wie mit richtigem Mastfutter sättigte“[5]. Bereits hier sei angemerkt, dass sowohl diese, wie auch spätere Berichte über die militärischen Leistungen des Theodosius auf dem Schlachtfeld bei den verschiedenen Autoren recht unterschiedlich ausfallen. Es ist zu beachten, dass der Kaiser vor allem von christlichen Autoren wie Sokrates und Sozomenos hoch gelobt wird, da er sich um die Sache der Kirche zu dieser Zeit hoch verdient gemacht hat[6]. Andere, allen voran Zosimos, gehen aus demselben Grund sehr hart mit Theodosius ins Gericht. Einer Karriere im römischen Heer stand jedenfalls nichts entgegen, bis zur bereits erwähnten Hinrichtung des Vaters, die von Gratian zwar nicht befohlen, aber unter seiner Herrschaft vollzogen wurde. In der Folge zog sich Theodosius in seine Heimat zurück, heiratete und sah einem beschaulichen Leben entgegen.

[...]


[1] Gibbon 2003 S. 71

[2] vgl. Socr. V 26 und Sozomenos VIII 1 / Amm. XXIX 6 Aur. Vict.

[3] vgl. Leppin 2003 S. 32

[4] vgl. Gibbon 2003 S. 69

[5] Amm. XXIX 6,15

[6] vgl. hierzu z.B. Ensslin 1953

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Theodosius der Große und der Friede von 382
Hochschule
Universität Regensburg  (Geschichte)
Veranstaltung
Proseminar "Völkerwanderung"
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
10
Katalognummer
V79200
ISBN (eBook)
9783638859868
Dateigröße
381 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theodosius, Große, Friede, Proseminar, Völkerwanderung
Arbeit zitieren
Wolfgang Weinseis (Autor), 2006, Theodosius der Große und der Friede von 382, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79200

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