Die Arbeit beschäftigt sich im Rahmen des interdisziplinären Hauptseminars "Riskieren und Investieren" (Religionswissenschaft/Ökonomie), damit ob und wie religionswissenschaftliche und religionsökonomische Modelle sich auf eine religiöse Gruppierung, die sich in Endzeiterwartung befindet anwenden lassen.
Diese Arbeit gliedert sich in einen systematisch, einen historischen und einen methodischen Teil.
Im systematischen Teil werden Theorien sowohl zur allgemeinen Religionsökonomie als auch im Speziellen zur Endzeitökonomie behandelt.
Der historische Teil beschäftigt sich mit den Zeugen Jehovas, die als paradigmatisches Beispiel für die im systematischen Teil bearbeiteten Fragestellungen dienen.
Der methodische Teil wertet das anhand eines Fragebogens gewonnene Datenmaterial über die sich in der Endzeiterwartung befindenden Zeugen Jehovas aus.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Systematische Teil
2.1. Allgemeine Religionsökonomische Positionen
2.1.1. Finanzierung von Religion
2.1.2. Der Einfluss des religiösen Weltbildes
2.1.3. Vergleich religiöser und ökonomischer Grundmuster
2.1.4. Ökonomie als neues Sinnsystem?
2.2. Theorien zur „Endzeitökonomie“
2.2.1. Stolz: Rechnungen in der Endzeitökonomie
2.2.2. Gladigow: Bilanzierung des Lebens über den Tod hinaus
2.2.3. Alles: „speculating on the eschaton“
3. Die Zeugen Jehovas: Gründung und Entwicklung
3.1. Lehre der Zeugen Jehovas
4. Methodischer Teil
4.1. Aufbau des Fragebogens
4.2. Auswahl der zu befragenden Personen
4.3. Auswertung der Fragebögen
5. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das ökonomische Verhalten von Zeugen Jehovas im Kontext ihrer Endzeiterwartung, um zu prüfen, ob sich religionsökonomische Theorien auf diese Glaubensgemeinschaft anwenden lassen und welche Rolle materielle sowie immaterielle Investitionen in ihrem Alltag spielen.
- Religionsökonomische Analyse von Finanzierung und Weltbildern
- Theorien zur „Endzeitökonomie“ und Transzendenzlinien
- Empirische Untersuchung mittels Fragebögen bei Zeugen Jehovas
- Vergleich von ökonomischen Modellen mit religiöser Praxis
- Risikowahrnehmung und Investitionsverhalten im Hinblick auf das „Harmagedon“
Auszug aus dem Buch
2.1.3. Vergleich religiöser und ökonomischer Grundmuster
Der dritte Punkt beschäftigt sich mit dem Vergleich von religiösen und ökonomischen Grundmustern. Dabei geht es vor allem um ökonomische Modelle, die sich auch im religiösen Alltag wieder finden. Man denke beispielsweise an wirtschaftliches Verhalten bzw. wirtschaftliche Theorien, wie die „rational choice“ Theorie im Vergleich zur „prospect theory“.
Während die „rational choice“ Theorie davon ausgeht, dass wir in jedem Fall so handeln, dass sich daraus der größte wirtschaftliche Nutzen für uns ergibt, also ein klassisches „Nutzenmaximierungsmodell“, räumt dazu im Gegensatz die „prospect theory“ ein, dass „(…)ein Entscheidungsproblem mental unterschiedlich repräsentiert werden kann und daß in Abhängigkeit von dieser mentalen Repräsentation die Präferenzen eines Entscheiders verschieden sein können.“ Das bedeutet, dass es bei wirtschaftlichen so wie auch bei religiösen Entscheidungen nicht zwangsläufig um eine Nutzenmaximierung gehen muss, sondern der Betreffende sich z.B. auch dafür entscheiden kann lieber einen sicheren aber kleineren Betrag zu erhalten als einen unsicheren großen Betrag. Auch Prof. Alles, der das Seminar mitgeleitet hat, bevorzugt im Gegensatz zu Iannaccone z.B. die „prospect Theory“: „(b)ut if economic rationality means that on the hole human behaviour conforms to normative recommendations about optimal behaviour that derive from a logical analysis of games, strong evidence suggests that actual behaviour is not rational.”
Im Folgenden soll auf einen Text von Iannaccone eingegangen werden, der sich mit Risiken und Investitionen im Hinblick auf Religion beschäftigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Subdisziplin der Religionsökonomie ein und erläutert den Aufbau der Arbeit, die sich in einen systematischen, historischen und einen empirisch-methodischen Teil gliedert.
2. Der Systematische Teil: Dieser Teil erörtert theoretische Ansätze der Religionsökonomie und der „Endzeitökonomie“, insbesondere durch die Arbeiten von Gladigow, Stolz und Alles, um den theoretischen Rahmen für die Untersuchung zu schaffen.
3. Die Zeugen Jehovas: Gründung und Entwicklung: Hier wird der historische Kontext der Glaubensgemeinschaft sowie ihre zentralen Glaubenslehren dargelegt, insbesondere ihr Fokus auf das „Harmagedon“.
4. Methodischer Teil: Dieser Abschnitt beschreibt die empirische Datenerhebung mittels Fragebögen bei Zeugen Jehovas sowie die Herausforderungen und die Auswertung der gewonnenen Ergebnisse.
5. Ausblick: Der abschließende Ausblick fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und reflektiert über die Anwendbarkeit der religionsökonomischen Methoden auf die untersuchte Gruppe.
Schlüsselwörter
Religionsökonomie, Zeugen Jehovas, Endzeiterwartung, Harmagedon, Rational Choice, Endzeitökonomie, Transzendenzlinie, Investition, Religionswissenschaft, Empirische Untersuchung, Fragebogen, Religionssoziologie, Wirtschaftsverhalten, Nutzenmaximierung, Prospect Theory
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Forschungsarbeit beschäftigt sich mit der Anwendung religionsökonomischer Theorien auf die Lebens- und Verhaltensweise der Zeugen Jehovas.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Finanzierung von Religion, den Einfluss religiöser Weltbilder auf das Wirtschaftsverhalten sowie die spezifische „Endzeitökonomie“.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Ziel ist es zu untersuchen, ob Zeugen Jehovas als Akteure in einem ökonomischen Modell von „Investition und Ertrag“ verstanden werden können, besonders im Kontext ihrer Erwartung des Weltendes.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen eine qualitative Forschungsmethode durch den Einsatz von Fragebögen, um empirische Daten über den Alltag und die Einstellungen der Zeugen Jehovas zu sammeln.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch einschlägige Literatur und einen empirischen Teil, der die Ergebnisse der Befragung detailliert auswertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Religionsökonomie, Zeugen Jehovas, Endzeiterwartung, Rational Choice und Transzendenzlinie.
Wie gehen Zeugen Jehovas mit ökonomischen Risiken um?
Die Befragung zeigt, dass ein Großteil der Zeugen Jehovas kein spezifisches Risiko in ihrem Glauben wahrnimmt, da ihre Gemeinschaft ihnen Sicherheit bietet und ihr Handeln auf eine „gesicherte“ Zukunft im Sinne ihrer Lehre ausgerichtet ist.
Beeinflusst die Erwartung des „Harmagedons“ das Investitionsverhalten?
Obwohl die Gläubigen sehr viel Zeit in religiöse Aktivitäten investieren, zeigen die Daten, dass sie dennoch am diesseitigen Leben teilhaben und Wert auf materielle Absicherung legen, was der Hypothese einer vollständigen Vernachlässigung des Diesseits widerspricht.
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- Magister Artium Johanna Hartmann (Author), Manuela Ensner (Author), 2005, Über das ökonomische Verhalten der Zeugen Jehovas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79277