Entwicklung des Frauensports bei den Olympischen Spielen nach 1945


Seminararbeit, 2006

14 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die allgemeine Entwicklung des Frauensports bei den modernen Olympischen Spielen nach 1945
2.1 Die absolute und relative Frauenbeteiligung bei den modernen Olympischen Spielen nach 1945 in Zahlen
2.2 Die Entwicklung der Frauensportarten bei den modernen Olympischen Spielen nach 1945
2.3 Die symbolischen Ehren der Frauen bei den modernen Olympischen Spielen nach 1945

3 Die Rolle der Sowjetunion bei der Entwicklung des Frauensports bei den modernen Olympischen Spielen nach 1945
3.1 Allgemein-historische Darstellung des Einflusses der Sowjetunion
3.2 Leistungsanstieg unter der Dominanz der Sowjetunion

4 Eine nähere Betrachtung der Frauenbeteiligung bei den letzten Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen

5 Zusammenfassende Bewertung

6 Literaturverzeichnis

Anhang

1 Einleitung

Nachdem Pierre de Coubertin in Anlehnung an das Vorbild der Antike für die Olympischen Spiele der Neuzeit ab 1896 zunächst keine Frauenbeteiligung vorgesehen hatte, konnten schon bei der zweiten Durchführung im Jahr 1900 in Paris Frauen im Tennis und Golf gegeneinander antreten. Dennoch gestaltete sich der Weg der Sportlerinnen zu Olympia als sehr steinig. Erst mit Gründung der Fédération Sportive Féminine Internationale (FSFI) im Jahr 1921, die so genannte Frauenweltspiele veranstaltete, Frauenweltrekorde registrierte und vor allem für die Anerkennung der Frauen-Leichtathletik auf der Olympischen Agenda warb, wuchs der Druck auf das International Olympic Comitee (IOC). Als Folge öffnete sich das Olympische Programm bis zum Zweiten Weltkrieg für immer mehr Frauensportarten und sorgte daher für einen stetigen Anstieg der an Olympia teilnehmenden Frauen. Die FSFI wurde in den 30ern schließlich auf Druck des IOC aufgelöst, als dieses die Einbeziehung von Leichtathletikwettbe- werben für Frauen beschloss.

Die vorliegende Hausarbeit geht nun der Frage nach, wie die Frauenbeteiligung bei den Olympischen Spielen nach dem Zweiten Weltkrieg verlief, was für Frauensportarten weiterhin ins Programm aufgenommen wurden und was für Aspekte Einfluss auf die Entwicklung nahmen.

Die zentrale Fragestellung lautet dabei übergreifend: Ist eine Gleichstellung der Geschlechter bei den Olympischen Spielen mittlerweile erreicht?

2 Die allgemeine Entwicklung des Frauensports bei den modernen Olympischen Spielen nach 1945

Nach 1945 veränderte sich nicht nur die zahlenmäßige Frauenbeteiligung bei den Olympischen Spielen, auch das Olympische Programm für Frauen wurde erweitert. Außerdem wurden den Sportlerinnen symbolische Ehren bei Olympia zuteil.

2.1 Die absolute und relative Frauenbeteiligung bei den modernen Olympischen Spielen nach 1945 in Zahlen

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und mit Wiederaufnahme der modernen Olympischen Spiele 1948 in London und St. Moritz stieg in den folgenden Jahren zusammen mit den Vertretungen der Nationalen Olympischen Komitees (NOK) die Anzahl der an Olympia teilnehmenden Frauen (Tabelle 1 und 2)[1].

So gingen bei den Sommerspielen in London 385 Frauen an den Start, während sich die Anzahl bis zu den letzten Spielen 2004 in Athen mehr als verzehnfachte und insgesamt 4306 Teilnehmerinnen in den verschiedenen sportlichen Wett-kämpfen antraten. Auch bei den Winterspielen lässt sich diese Entwicklung feststellen. In St. Moritz starteten zunächst 77 Sportlerinnen, bei den letzten Spielen 2006 in Turin stellten sich 960 Frauen der sportlichen Herausforderung.

Zusammen mit der Frauenanzahl wuchs auch der Frauenanteil bei den Olympischen Spielen.

Bei den Sommerspielen in London stellten die Frauen 9,4 % aller Teilnehmer, in Athen belief sich der mehr als vervierfachte Prozentsatz auf 40,7. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei den Winterspielen. Während 1948 in St. Moritz 11,5 % aller Teilnehmer Frauen waren, stieg deren Anteil bis Turin 2006 auf 38,3 %.

2.2 Die Entwicklung der Frauensportarten bei den modernen Olympischen Spielen nach 1945

Ausschlaggebend für den Anstieg der in 2.1 dargestellten Frauenbeteiligung ist das über die Jahre ständig erweiterte Olympische Programm für Frauen (Tabelle 3) und die damit verbundene Möglichkeit, dass Sportlerinnen besseren Zugang zu den verschiedenen Disziplinen bekamen.

Zur Wiederaufnahme von Olympia nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1948 führte das IOC als erste Sportart für Frauen in der Nachkriegszeit den Kanusport ein und fortan wurde bis auf die Olympischen Spiele 1956 in Melbourne, 1968 in Mexiko-Stadt und 1994 in Lillehammer zu jeder Durchführung mindestens eine neue Frauensportart ins Programm aufgenommen[2].

Parallel zu dieser ständigen Erweiterung glich sich das Verhältnis der Frauen-sportarten gegenüber den Männersportarten immer mehr an (Tabelle 4).

Betrug der Anteil der Frauensportarten bei den Sommerspielen 1948 nur 13,97 %, so kletterte dieser Wert bis zu den letzten Sommerspielen 2004 auf 44,9 %. Ähnlich verlief die Entwicklung auch bei den Winterspielen. Von anfänglichen 22,7 % im Jahr 1948 stieg der Anteil des Frauensports bis zu den Spielen in Turin auf 47,6 %.

Erwähnenswert bei der Entwicklung des Olympischen Programms für Frauen ist über die ständige Erweiterung hinaus die Tatsache, dass das IOC bei den Spielen in Montreal 1976 mit Handball und Basketball erstmals Kontaktsportarten für Frauen zuließ. Zuvor hatte im Jahr 1964 als einzige Mannschaftssportart für Frauen das Volleyballspiel den Weg nach Olympia gefunden.

In den letzten Jahren sprengte das IOC zudem die Männerdomäne in den Kraft- und Kampfsportarten. So hielt das Gewichtheben für Frauen (2000) ebenso Einzug in das Olympische Programm wie Taekwondo (2000) und Ringen (2004).

2.3 Die symbolischen Ehren der Frauen bei den modernen Olympischen Spielen nach 1945

Neben der sportlichen Entwicklung bei den Olympischen Spielen traten die Frauen nach 1945 auch außerhalb der Wettkämpfe mehr in den Blick der Öffentlichkeit.

So sprach bei den Winterspielen 1956 in Cortina d'Ampezzo Guiliana Minuzzo-Chenal als erste Frau den Olympischen Eid, bei den Sommerspielen 1972 in München wurde die gleiche Ehre der deutschen Weitspringerin Heidi Schüller zuteil (Simri, 1980, S. 202).

Bereits vier Jahre zuvor lief erstmals eine Frau als Schlussträgerin mit dem Olympischen Feuer bei einer Eröffnungsfeier ins Stadion. “Enriqueta Basilio was given the honor of carrying the Olympic flame into the stadium in the ceremony to mark the opening of the 1968 Games in Mexico City” (Simri, 1980, S. 201-202).

[...]


[1] Alle Tabellen befinden sich aus Übersichtsgründen im Anhang dieser Seminararbeit.

[2] Bis 1992 fanden sowohl die Sommerspiele als auch die Winterspiele im selben Jahr statt.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Entwicklung des Frauensports bei den Olympischen Spielen nach 1945
Hochschule
Deutsche Sporthochschule Köln
Veranstaltung
Die Entwicklung des modernen Frauensports
Note
2,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
14
Katalognummer
V79517
ISBN (eBook)
9783638868082
ISBN (Buch)
9783656667247
Dateigröße
391 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Frauensports, Olympischen, Spielen, Entwicklung, Frauensports
Arbeit zitieren
Matthias Gante (Autor), 2006, Entwicklung des Frauensports bei den Olympischen Spielen nach 1945, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79517

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