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Krieg aus der Perspektive des Soldaten im 18. Jahrhundert

Title: Krieg aus der Perspektive des Soldaten im 18. Jahrhundert

Seminar Paper , 2003 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ariane Jäger (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Wahrnehmung des Krieges durch den einfachen Soldaten des 18. Jahrhunderts. Im Verlauf wird anhand einiger ausgewählter Quellen heraus gearbeitet, wie dieser den Siebenjährigen Krieg erlebt hat, was ihn bewegte und auf welche Art und Weise er dies zu vermitteln versuchte. In der Schlußbetrachtung wird dann die Frage geklärt, welche Einstellung zum Krieg vorhanden war und ob sich schon hier Anzeichen für den im 19. Jahrhundert aufkommenden Patriotismus erkennen lassen.
Das Interesse dieser Arbeit liegt gerade bei den einfachen Soldaten, da ihre Wahrnehmung des Krieges in der Forschung kaum behandelt worden ist. Als Quellen bieten sich Ego-Dokumente an. Als Ego-Dokumente bezeichnet man all jene Quellen, „die einen möglichst direkten Zugriff auf individuelle Deutungen, Wertungen oder soziales Wissen ermöglichen“, d.h. jegliche Art von Selbstzeugnissen. Für das hier zu behandelnde Thema kommen Soldatenbriefe, Tagebücher, Soldatenlieder, und zum Teil auch lyrische Werke, in Frage. Hier werden hauptsächlich Soldatenbriefe behandelt, da sie als die lebendigsten und oftmals auch direktesten Berichte vom Schauplatz der Geschichte erscheinen, auf denen der Tod regiert.
Die neueste Geschichtsforschung zielt darauf heraus zu finden, „wie elementare Veränderungen in Wirtschaft, Staat, und Gesellschaft vom einzelnen Menschen verstanden und verarbeitet wurden“. Dabei ist es wichtig, sich gerade mit jenen sozialen Schichten zu beschäftigen, die nicht zu denen zählten, die sich häufig verständigten, sondern die schweigende Masse bildeten. In den Vordergrund rückt hierbei gerade die frühe Neuzeit, da mit ihr die Entwicklung der modernen Subjektivität und Individualität begonnen zu haben scheint.
In dieser Arbeit bilden die einfachen Soldaten diese große „schweigende“ Masse, über deren Wahrnehmung sich in der gegenwärtigen Literatur, wie bereits erwähnt, nur wenig finden läßt. Wie Friedrich Wilhelm den Siebenjährigen Krieg erlebt hat oder wie seine Offiziere dem Kämpfen gegenüber standen- dazu läßt sich in der Literatur viel Material finden. Doch wie hat der einfache Soldat verstanden und verarbeitet, was um ihn herum passierte, was beschäftigte ihn und wie hat er sich in diesem Krieg gesehen? Schließlich war er es, der kämpfte und oftmals sein Leben lassen mußte, nicht Friedrich Wilhelm. Zunächst stellt sich also die Frage, wer eigentlich die Soldaten waren, die kämpften?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die „einfachen“ Soldaten

3 Probleme

4 Das Erleben des Krieges

4.1 Das Kriegsgeschehen

4.2 Gewaltwahrnehmung

4.3 Das Erleben des Todes

4.4 Das Erleben der eigenen Gefühle

4.5 Die Familie

5 Bewältigungsstrategien

6 Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die individuelle Wahrnehmung des Siebenjährigen Krieges aus der Perspektive des einfachen Soldaten anhand von Ego-Dokumenten wie Soldatenbriefen, um Einblicke in ihre Lebenswelt, ihre psychische Belastung und ihren Umgang mit Gewalt und Tod zu gewinnen.

  • Wahrnehmung des Krieges durch einfache Soldaten im 18. Jahrhundert
  • Analyse von Ego-Dokumenten und Soldatenbriefen
  • Umgang mit Gewalt, Tod und psychischem Leid
  • Die Rolle der Familie als Bezugspunkt für Geborgenheit
  • Bewältigungsstrategien und religiöse Sinnstiftung im Kriegskontext

Auszug aus dem Buch

4.1 Das Kriegsgeschehen

Der Krieg und das Kriegsgeschehen werden ungeschminkt in ihrer ganzen Brutalität präsentiert. Meist befindet sich der Soldat gerade vor einer Schlacht oder eine Schlacht ist unmittelbar voraus gegangen und der Soldat setzt sich daran, das Erlebte nieder zu schreiben. Auf der einen Seite gibt es Schilderungen vom Kriegsgeschehen, die sehr eindrucksvoll, präzise und genau formuliert sind. Man hat das Beschriebene direkt bildlich vor Augen

„Mit den ersten Kanonenschüssen wurde unser Krumpholtz mit einer Kanonenkugel durch den Kopf und den halben Kopf hinweggeschossen, welcher dichte neben mir stand, und Boden, das Gehirn und Hirnschale von Krumpholtzen in das Gesicht und das Gewehr von der Schulter in tausend Stücke entzwei, aber doch Gottlob unbeschädigt geblieben.“9.

Auf der anderen Seite tauchen Schilderungen auf, die weniger ausführlich formuliert, trotz dessen nicht minder aussagestark sind. Auch in ihnen spiegelt sich unwiderruflich das ganze Ausmaß der Schlacht

„dieß pattalie ist vor bragen [Prag] gewehsen auff die weißen berge. nummero können sie aber wol Roothe berge heißen, weil sie mit blut gefärbt sint.“10.

Ebenso

„So ist es auch nicht anders als wan der himel wollte niederfallen von den erstaunenden Kanohnen feuer.“11.

Siege und Niederlagen werden erwähnt, oftmals aber zurückhaltend. In den Mittelpunkt rücken vielmehr mit erschreckender Intensität die unfaßbaren Zahlen der schwer Verwundeten

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung ein, den Krieg aus der Sicht des einfachen Soldaten des 18. Jahrhunderts mittels Ego-Dokumenten zu untersuchen.

2 Die „einfachen“ Soldaten: Das Kapitel beschreibt die heterogene Zusammensetzung der Armee, bestehend aus freiwilligen Soldaten sowie durch das Kantonsystem zwangsrekrutierten Männern.

3 Probleme: Hier werden methodische Schwierigkeiten bei der Arbeit mit Soldatenbriefen erörtert, insbesondere der begrenzte Alphabetisierungsgrad und die Rarität solcher Zeugnisse.

4 Das Erleben des Krieges: Das Kapitel analysiert das Erleben von Kampf, Gewalt, Tod, persönlichen Gefühlen und die Bedeutung der Familie für die Soldaten.

5 Bewältigungsstrategien: Es wird untersucht, wie Soldaten durch Glauben, religiöse Sinnstiftung und den Wunsch nach Heimkehr versuchen, ihre Kriegserlebnisse zu verarbeiten.

6 Schlußbetrachtung: Die Schlußbetrachtung resümiert die ablehnende Haltung zum Krieg und stellt fest, dass sich ein einheitlicher Patriotismus erst später im 19. Jahrhundert entwickelte.

Schlüsselwörter

Siebenjähriger Krieg, einfacher Soldat, Ego-Dokumente, Soldatenbriefe, Kriegsalltag, Gewaltwahrnehmung, Tod, Bewältigungsstrategien, Religion, Familie, Kantonsystem, Frühneuzeitliche Militärgeschichte, Individuelle Wahrnehmung, Patriotismus, Preußisches Heer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der persönlichen Wahrnehmung des Krieges durch einfache Soldaten im 18. Jahrhundert während des Siebenjährigen Krieges.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Erfahrungen von Gewalt, der Tod, die psychische Belastung, die Bedeutung der Familie sowie Strategien zur Bewältigung des Kriegsalltags.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die „schweigende Masse“ der einfachen Soldaten durch ihre eigenen Worte, etwa in Briefen, sichtbar zu machen und ihre Sichtweise auf den Krieg zu dokumentieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine erfahrungsgeschichtliche Herangehensweise, indem sie Ego-Dokumente wie Soldatenbriefe qualitativ auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche der sozialen Herkunft der Soldaten, methodische Probleme der Quellenanalyse, die Konfrontation mit Gewalt, den Tod in der Schlacht sowie Bewältigungsstrategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Ego-Dokumente, Siebenjähriger Krieg, Soldatenschicksal, Gewaltwahrnehmung und religiöse Sinnstiftung.

Warum ist die Familie für den Soldaten so wichtig?

Sie stellt für den Soldaten den einzigen Anker für Geborgenheit und Kraft dar und ist durch den Briefwechsel der einzige verbleibende Kontakt zur vertrauten Heimat.

Wie gehen die Soldaten mit dem Tod um?

Sie sind ständig mit ihm konfrontiert; die Briefe zeigen sowohl das Erleben des grausamen Sterbens in der Schlacht als auch den Versuch, den Tod durch den Glauben an Gott in einen Sinnzusammenhang zu bringen.

Entwickelte sich im 18. Jahrhundert bereits ein starker Patriotismus?

Nein, laut der Arbeit ist der Patriotismus nur sporadisch in den Quellen zu finden; man kann eher von einer individuellen „Verehrung des Königs“ sprechen, während der umfassende Patriotismus erst im 19. Jahrhundert entstand.

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Details

Title
Krieg aus der Perspektive des Soldaten im 18. Jahrhundert
College
University of Cologne  (Historisches Seminar)
Course
Einführungsseminar : Mars macht mobil: Krieg und Militär in der frühen Neuzeit
Grade
1,0
Author
Ariane Jäger (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V79525
ISBN (eBook)
9783638868204
ISBN (Book)
9783638868297
Language
German
Tags
Perspektive Soldaten Jahrhundert Einführungsseminar Mars Militär Neuzeit Ego Dokumente Siebenjähriger Krieg Dreißigjähriger Krieg Krieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ariane Jäger (Author), 2003, Krieg aus der Perspektive des Soldaten im 18. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79525
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