2. Themenwahlbegründung
Ein Großlieferant, der sich flexibel den Bedarfsschwankungen des Nachfragers anpassen kann, nimmt in der Prioritätenliste des nachfragenden Unternehmens einen höheren Stellenwert ein als ein Kleinanbieter, der bei stossweiser Nachfrage im Saisongeschäft mangels Produktionskapazität schnell in Lieferschwierigkeiten kommt.
Schon diese wenigen Beispiele machen deutlich, dass der Aufbau langfristiger Lieferbeziehungen notwendig und dass damit die Lieferantenauswahl ein strategisches Entscheidungsproblem ist. Diesbezüglich wurde die Lieferantenbewertung als überaus wichtige Grundfertigkeit erkannt.
In der Ausbildungsordnung für die Berufsausbildung zum Bürokaufmann/ zur Bürokauffrau wird innerhalb des ersten Ausbildungsjahres auf die Thematik der Lagerhaltung verwiesen (§3 Nr. 8.2). Neben dem Erkennen der Bedeutung dieser ist die Erfassung, Bearbeitung und Kontrolle der Lieferanten, beziehungsweise der Waren- und/oder Materialeingänge allgemein ein essentieller Bestandteil des Beschaffungsmarketing, welche die Auszubildenden als überaus wichtige Fertigkeit vermittelt bekommen sollen.
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Inhaltsverzeichnis
1. Deckblatt
2. Themenwahlbegründung
3. Sachanalyse
3.1 Sachstruktur
3.2 Strukturbild
3.3 Arbeitszergliederung
4. Didaktische Analyse
4.1 Themenauswahl
4.2 Analyse der Lern- und Lehrbedingungen
4.3 Entscheidungsanalyse
5. Lernzielfestlegung
6. Methodische Festlegungen
6.1 Unterweisungskonzept
6.2 Stufung
6.3 Sozialformen
6.4 Aktionsformen
6.5 Planung der Lern- und Motivationshilfen
6.6 Planung der Lernerfolgskontrolle
7. Unterweisungsmittel
8. Ablaufplanung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines strukturierten Unterweisungskonzepts für Auszubildende, um den Prozess der Lieferantenbewertung anhand praktischer Formblätter methodisch fundiert zu erlernen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie die Auszubildenden durch die Anwendung systematischer Bewertungskriterien eine eigenständige und objektive Einschätzung von Lieferantenleistung vornehmen können.
- Methodik der Lieferantenbewertung
- Einsatz von Hard und Soft Facts zur Lieferantenbeurteilung
- Strukturierung von Ausbildungsunterweisungen nach der Vier-Stufen-Methode
- Förderung der Selbständigkeit von Auszubildenden im kaufmännischen Bereich
- Soll-Ist-Vergleich als Instrument der Qualitätskontrolle
Auszug aus dem Buch
3. Sachanalyse
Just-in-Time-Beschaffung, strategische Wertschöpfungspartnerschaft oder Single Sourcing : Die Bindung der Lieferanten an das eigene Unternehmen wird immer enger. Vor diesem Hintergrund wird die Auswahl und Pflege des „richtigen“ Lieferanten mehr und mehr zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig ist es immer schwieriger geworden, in dem breiten Informationsangebot die entscheidenden Daten zu finden, aufzubereiten und zu analysieren. Das Internet und die global operierenden Logistik- Dienstleister haben den Zugang zu den neuen Märkten eröffnet.
Dem Prozess des Lieferantenmanagement, der Beurteilung der Lieferanten im Speziellen kommt daher mehr denn je eine wettbewerbsentscheidende Bedeutung bei. Dieser Prozess beginnt mit der Identifikation von potenziellen Lieferanten, umfasst die fundamentale Analyse der wichtigsten Entscheidungskriterien und die Verarbeitung der aufbereiteten Daten in der Lieferantenbewertung.
Einer Lieferantenbewertung liegen Wareneingänge zugrunde, die mittels Lieferscheine und Rechnungen erfasst wurden. Jeweils nach einem Wareneingang wird die gesamte Lieferung nach Kriterien wie Vollständigkeit und Qualität aber auch anhand der Schnelligkeit der Lieferung sowie der Kompetenz des Lieferanten beurteilt. Dabei ist es wichtig, stets Soll- Ist- Werte als Anhaltspunkte zu fixieren, um die Bewertung so realitätsgetreu wie möglich zu gestalten.
Zusammenfassung der Kapitel
Themenwahlbegründung: Erläutert die strategische Notwendigkeit der Lieferantenbewertung für den Unternehmenserfolg und deren Verankerung in der Ausbildungsordnung.
Sachanalyse: Beschreibt den theoretischen Hintergrund des Lieferantenmanagements sowie die Kriterien für eine realitätsgetreue Bewertung von Wareneingängen.
Didaktische Analyse: Analysiert die Lernvoraussetzungen der Auszubildenden und begründet die methodische Auswahl der Unterweisungsinhalte.
Lernzielfestlegung: Definiert die angestrebten Grob-, Fein- und Teillernziele, die der Auszubildende nach der Unterweisung beherrschen soll.
Methodische Festlegungen: Beschreibt das pädagogische Konzept der Vier-Stufen-Methode sowie die Planung von Motivationshilfen und Erfolgskontrollen.
Unterweisungsmittel: Listet die für den Unterweisungsprozess notwendigen Materialien wie Formblätter, Overheadfolien und Lieferscheine auf.
Ablaufplanung: Detailliert die zeitliche Struktur und die methodischen Schritte der Unterweisung in vier Phasen.
Schlüsselwörter
Lieferantenbewertung, Auszubildende, Beschaffung, Qualitätsfähigkeit, Vier-Stufen-Methode, Wareneingang, Lieferantenmanagement, Hard Facts, Soft Facts, Ausbildungsordnung, Unterweisung, Logistik, Prozessoptimierung, Soll-Ist-Vergleich, Betriebswirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die methodische Vermittlung der Lieferantenbewertung im Rahmen der Berufsausbildung zur Bürokauffrau bzw. zum Bürokaufmann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind das Lieferantenmanagement, die Anwendung von Bewertungskriterien (Hard und Soft Facts) sowie die didaktische Aufbereitung dieses Wissens für Auszubildende.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, dem Auszubildenden die Kompetenz zu vermitteln, Lieferanten eigenständig anhand von Lieferscheinen und standardisierten Bewertungsformularen zu beurteilen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Unterweisung stützt sich auf die bewährte Vier-Stufen-Methode, um strukturiert und praxisorientiert Grundfertigkeiten zu vermitteln.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sach- und didaktische Analyse, eine detaillierte Lernzielbeschreibung sowie die konkrete methodische Ablaufplanung der Unterweisung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Lieferantenbewertung, Vier-Stufen-Methode, Ausbildungsplanung und Qualitätsfähigkeit definieren.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Hard und Soft Facts?
Hard Facts umfassen objektive Daten wie Namen, Geschäftssitz und Lieferart, während Soft Facts subjektivere Kriterien wie Service, Termintreue und Qualitätsfähigkeit beinhalten.
Warum wird die Vier-Stufen-Methode bevorzugt?
Sie eignet sich besonders für Auszubildende am Anfang ihrer Laufbahn, da sie eine strukturierte und lehrgangsartige Vermittlung ermöglicht, auf der später komplexere Prozesse aufgebaut werden können.
- Quote paper
- Sandra Borat (Author), 2007, Lieferantenbewertung (Unterweisung Bürokaufmann / -kauffrau), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79578