Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der französischen Arbeitsmarktpolitik und ausgewählten Problemen des französischen Arbeitsmarktes. Um sich mit diesem Thema auseinandersetzen zu können, ist es zwingend erforderlich die Begrifflichkeit der Arbeitsmarktpolitik angemessen einzuordnen. In Anbetracht des Umfangs der Arbeit bilden diese Fragestellungen die Grundlage der folgenden Erörterung: Was versteht man genau unter Arbeitsmarktpolitik? Welche Maßnahmen oder Instrumente gibt es, um Arbeitslosigkeit zu bekämpfen oder um auf dem Arbeitsmarkt eingreifen zu können? Was sind die Gründe für Arbeitslosigkeit? Gibt es bestimmte Personengruppen, die eher von Arbeitslosigkeit betroffen sind als andere? Anhand dieses Leitfadens beschäftigt sich die folgende Arbeit mit den Gegebenheiten und Verhältnissen des Arbeitsmarktes in Frankreich.
Der Aufbau der Arbeit gliedert sich wie folgt: Eine kurze terminologische Einführung definiert die Begrifflichkeit der Arbeitsmarktpolitik, ihre Ausprägungsarten und die damit verbundenen Instrumente zur Regulierung des Arbeitsmarktes. Im Anschluss daran wird ein historischer Abriss über die ökonomische Entwicklung in Frankreich gegeben, um im dritten und vierten Teil die spezifische Arbeitsmarktentwicklung und Arbeitsmarktpolitik bzw. die dazugehörigen Instrumente angemessen charakterisieren zu können. Das Fazit leistet schließlich vor dem Hintergrund der aktuellen Situation in Frankreich einen Ausblick zu zukünftigen Entwicklungen in Frankreich.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die Terminologie arbeitsmarktpolitisch relevanter Begrifflichkeiten
2. Historischer Abriss der ökonomischen Entwicklung
2.1 „Les Trente glorieuses“ (Die dreißig glorreichen Jahre)
2.2 Die Wirtschaftskrise 1974
2.3 Die 80er und 90er Jahre
3. Arbeitsmarktentwicklung
3.1 Arbeitslosigkeit und ihre Problemgruppen
3.2 Prekarisierung der Arbeit
4. Arbeitsmarktpolitik & arbeitsmarktpolitische Instrumente
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die französische Arbeitsmarktpolitik und analysiert die spezifischen Herausforderungen des französischen Arbeitsmarktes, insbesondere im Hinblick auf Arbeitslosigkeit und strukturelle Veränderungen seit den 1970er Jahren.
- Grundlagen der Arbeitsmarktpolitik und ihrer Instrumente
- Wirtschaftshistorische Entwicklung Frankreichs seit 1945
- Analyse der Arbeitsmarktentwicklung und Prekarisierung der Arbeit
- Evaluation arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen der verschiedenen Regierungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Arbeitslosigkeit und ihre Problemgruppen
In den „trente glorieuses“ bestand durchschnittlich eine Arbeitslosigkeit von 2%, also nahezu Vollbeschäftigung. Ab Mitte der 70er bis Mitte der 90er Jahre kam es allerdings zu einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit.
Die Tabelle zeigt die Arbeitslosenrate in % der Erwerbsbevölkerung von 1960 bis 1994 in Frankreich im Vergleich zur durchschnittlichen Arbeitslosenrate der OECD Länder innerhalb dieses Zeitraums. Dieser hier ersichtliche – verglichen mit den OECD-Staaten verstärkte – Anstieg der Arbeitslosenrate in Frankreich war zum einen bedingt durch die langfristigen Folgeschäden der Weltwirtschaftskrise, die ihrerseits von den beiden Erdölkrisen 1973 und 1979/80 ausgelöst wurde. Des weiteren nahm die Erwerbsbevölkerung im Zuge des demographischen Wandels zu. Durch einen beträchtlichen Anstieg der Geburtenrate, verstärkt durch Zuwanderung aus den Mittelmeerländern zeichnete sich ein spektakulärer demographischer Aufschwung ab. Diese „starke demographisch bedingte Vermehrung des Arbeitskräftepotentials“ führte zu einem Überschuss desselben mit der Folge von zunehmender Arbeitslosigkeit. Das Arbeitsplatzangebot hingegen ging durch starke sektorale Abhängigkeit vor dem Hintergrund einer dualistischen Wirtschaftsstruktur und monetaristischer Spar- und Stabilitätspolitik zurück. Gleichzeitig vollzog sich immer stärker der Ausbau des tertiären Sektors. Der tertiäre Sektor konnte hier zunächst den Beschäftigungsabbau in anderen Sektoren kompensieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der französischen Arbeitsmarktpolitik ein und definiert die zentralen Fragestellungen sowie den Aufbau der Arbeit.
1. Die Terminologie arbeitsmarktpolitisch relevanter Begrifflichkeiten: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie aktive und passive Arbeitsmarktpolitik sowie die verschiedenen Formen der Arbeitslosigkeit.
2. Historischer Abriss der ökonomischen Entwicklung: Der historische Teil beleuchtet die wirtschaftliche Entwicklung Frankreichs von der Nachkriegszeit bis in die 1990er Jahre, inklusive der Auswirkungen der Wirtschaftskrisen.
3. Arbeitsmarktentwicklung: Hier werden die Anstiege der Arbeitslosenraten analysiert und die Prekarisierung durch atypische Beschäftigungsverhältnisse wie Teilzeit und befristete Verträge erläutert.
4. Arbeitsmarktpolitik & arbeitsmarktpolitische Instrumente: Dieses Kapitel untersucht die konkreten Maßnahmen französischer Regierungen, einschließlich der 35-Stunden-Woche und der Mindestlohnpolitik.
Fazit: Das Fazit fasst die strukturellen Probleme des Arbeitsmarktes zusammen und diskutiert die Wirksamkeit politischer Reformansätze im Hinblick auf die soziale Exklusion.
Schlüsselwörter
Frankreich, Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosigkeit, Prekarisierung, Wirtschaftsgeschichte, aktive Arbeitsmarktpolitik, passive Arbeitsmarktpolitik, Trente glorieuses, Wirtschaftsstruktur, atypische Beschäftigung, 35-Stunden-Woche, soziale Exklusion, Strukturwandel, Arbeitsrecht, Vollbeschäftigung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Strukturen und Probleme des französischen Arbeitsmarktes sowie die Entwicklung der französischen Arbeitsmarktpolitik von der Nachkriegszeit bis Anfang der 2000er Jahre.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die historische wirtschaftliche Entwicklung, die Ursachen der Arbeitslosigkeit, die zunehmende Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen und die verschiedenen staatlichen Instrumente der Arbeitsmarktregulierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Gründe für die langfristige strukturelle Arbeitslosigkeit in Frankreich zu erörtern und die politischen Reaktionen darauf sowie deren Auswirkungen auf die Erwerbstätigen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Datenanalyse, wobei historische Dokumente, statistische Tabellen zur sektoralen Beschäftigung und ökonomische Fachpublikationen ausgewertet werden.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine terminologische Definition, einen historischen Abriss, eine Analyse der Arbeitsmarktentwicklung inklusive der Problematik spezifischer Personengruppen sowie eine detaillierte Darstellung der eingesetzten arbeitsmarktpolitischen Instrumente.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Prekarisierung, dualistische Wirtschaftsstruktur, aktive/passive Arbeitsmarktpolitik, soziale Exklusion und der Wandel der Beschäftigungsformen.
Welche Rolle spielt die „Prekarisierung der Arbeit“ für das Fazit?
Die Prekarisierung wird als wesentlicher Faktor für eine soziale Spaltung identifiziert, da sie zwar kurzfristig Flexibilität schafft, aber langfristig minderprivilegierte Arbeitnehmer verdrängt.
Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit der 35-Stunden-Woche?
Der Autor verweist auf Regierungsdaten, nach denen das Gesetz Robien zur Schaffung von etwa 265.000 neuen Arbeitsplätzen beigetragen hat, kontrastiert dies jedoch mit der anhaltenden Skepsis in der Bevölkerung.
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- Philipp Seeck (Autor), 2006, Ausgewählte Probleme des französischen Arbeitsmarktes, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79692