Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Gespaltene Städte - Soziale Ungleichheit und Segregation

Title: Gespaltene Städte - Soziale Ungleichheit und Segregation

Term Paper , 2006 , 32 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Silke Thielmann (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Es scheint einfach zu sein, aus Problemvierteln attraktive Einzugsgebiete zu machen. Es stellt sich mir die Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte, das Kranichstein sich zu einem ‚Brennpunkt’ entwickelte und wieso es nicht eine ähnlich positive Entwicklung für alle anderen ‚Brennpunkte’ in anderen Städten Deutschlands gibt. Städte, in denen sich Armut und sozialer Abstieg in einem Maße zu kumulieren scheinen, dass diese Bildung von Armutsinseln in unserer Wohlstandsgesellschaft kaum von Zufall bestimmt sein kann.
Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, möchte ich mich erst mit den Begriffen Armut und Ausgrenzung beschäftigen, um dann zu betrachten, in welchem Wirkungsverhältnis sie mit der zunehmenden Polarisierung innerhalb der deutschen Großstädte stehen. Sind sie Ursache oder Folge, welche Prozesse spielen außerdem eine Rolle und welche Auswirkungen haben sie auf die Bewohner dieser so genannten marginalen1 Quartiere?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Armut und Ausgrenzung

2.1 Armut in Deutschland

2.1.1 Ressourcen-Ansatz

2.1.2 Lebenslagen-Ansatz

2.2 Soziale Ausgrenzung

2.2.1 Sozio-ökonomische Polarisierung

2.2.2 Sozio-demographische Polarisierung

2.2.3 Sozio-kulturelle Heterogenisierung

2.2.4 Sozialräumliche Polarisierung

3. Ausgrenzung durch räumliche Segregation?

3.1 Polarisierungstendenzen deutscher Städte

3.1.1 Polarisierung zwischen Städten und Regionen: Süd-Nord Gefälle

3.1.2 Konzepte der geteilten Stadt

3.1.3 Gentrifizierung, Suburbanisierung und Segregation

3.2 Die makrosoziale Perspektive: Gesellschaftliche Trends und Segregation

3.2.1 Wohnungsmarkt und politische (De-)Regulierung

3.2.2 Filtering Modell

3.2.3 Der segmentierte Wohnungsmarkt

3.2.4 Soziokulturelle Trends und Wohnungsungleichheit

3.2.5 Deindustrialisierung und städtische Arbeitsmärkte

3.2.6 Desintegration durch die Politik

3.2.7 Migration und ethnische Segregation

3.3 Die mikrosoziale Perspektive: Handlungen, Entscheidungen und Präferenzen

3.4 Die mesosoziale Perspektive: Quartierseigenschaften und Quartierstypen

3.4.1 Merkmale benachteiligter Quartiere

3.4.2 Wohnquartiere als Räume sozialer Ungleichheit

3.4.3 Gestaltungskraft, Aneignung und Symbolik des Quartiers

3.4.4 Stabilität und Dynamik der sozialen Realität

3.5 Multiple Deprivation im Quartier

4. Lage- und Quartierseffekte auf die Bewohner benachteiligter Quartiere:

4.1 Das Quartier als ausgrenzende Dimension

4.1.1 Herausbildung homogener Netze, die Unterstützungsleistungen einschränken und der Integration entgegenwirken

4.1.2 Mangelnde Repräsentation alternativer Handlungsvorbilder

4.1.3 Stigmatisierungsprozesse und negative Identifikation

4.1.4 Verringerung der sozialen Stabilität und Kompetenz im Quartier

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der zunehmenden räumlichen Konzentration marginalisierter Gruppen in deutschen Städten und analysiert, inwieweit räumliche Strukturen als aktive, problemverstärkende Faktoren für die Lebenschancen der Bewohner wirken. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie soziale Ungleichheit in Segregationsprozesse übersetzt wird und ob das Quartier selbst zu einer ausgrenzenden Dimension wird.

  • Zusammenhang zwischen Armut, sozialer Ausgrenzung und räumlicher Segregation
  • Analyse makro-, mikro- und mesosozialer Einflussfaktoren auf Stadtteilentwicklungen
  • Untersuchung von Gentrifizierung, Suburbanisierung und ethnischen Segregationsprozessen
  • Kritische Würdigung städtebaulicher Förderprogramme und ihrer Wirksamkeit

Auszug aus dem Buch

3.4.3 Gestaltungskraft, Aneignung und Symbolik des Quartiers

Diese Wechselwirkung von Quartiersdimensionen lässt sich deutlich über die Gestaltungskraft des gebauten Raums aufzeigen. Umso teurer und größer die Wohnung, umso ‚nobler’ die Lage, umso eher ist davon auszugehen, dass ihre Bewohner einer gehobenen Schicht angehören. Umgekehrt ist bei einer schlichten und kleine Mietwohnung eher zu erwarten, dass solche Bewohner in ihr leben, deren finanzielle Mittel nicht für einen Umzug in eine größere, schönere Wohnung reichen. Dies bedeutet also, dass die materielle Ebene eines Quartiers im Zusammenspiel mit ihrer monetären Bewertung eine bestimmte Wahrscheinlichkeit beinhaltet, ob sich die Bewohner aus einem sozial unteren, mittleren oder oberen Milieu zusammensetzen.

Des Weiteren formt der Raum auch die Wahrscheinlichkeit an Begegnungen und Interaktionen in einem Quartier. Die Gestaltung der Häuser sowie die infrastrukturellen Eigenschaften der Wohnadresse nehmen Einfluss auf die Art und Häufigkeit von Begegnungen und Interaktionen. So ging James Hobrechts Vorder- und Hinterhausplanung zur sozialen Durchmischung davon aus, „je öfter die auf engem Raum Zusammenlebenden in Kontakt miteinander kommen, desto mehr zeigt sich gegenseitiges Verständnis und informelle Hilfebeziehungen … können entstehen“ (HÄUßERMANN 2000, S. 123). Jedoch ist dem entgegenzusetzen, dass gerade das dichte Nebeneinander unterschiedlicher Lebensweisen zu erheblichen Konflikten mit der Nachbarschaft führen, und damit in einer bewussten, räumlichen und ideellen Abgrenzung gegenüber den ‚ungeliebten Nachbarn’ resultieren kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Problematik der sozialen Segregation in deutschen Großstädten und Hinführung zur Forschungsfrage der Arbeit.

2. Armut und Ausgrenzung: Theoretische Klärung der Armuts- und Ausgrenzungsbegriffe sowie Darstellung der verschiedenen Dimensionen sozialer Ungleichheit.

3. Ausgrenzung durch räumliche Segregation?: Umfassende Untersuchung der Ursachen und Prozesse der Segregation auf makro-, mikro- und mesosozialer Ebene.

4. Lage- und Quartierseffekte auf die Bewohner benachteiligter Quartiere:: Analyse der direkten Auswirkungen, die ein marginalisiertes Wohnumfeld auf die Lebensrealität und Teilhabechancen der Bewohner hat.

5. Fazit: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Bewertung der Wirksamkeit stadtplanerischer Interventionen bei der Bekämpfung städtischer Teilung.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Segregation, Armut, soziale Ausgrenzung, Stadtentwicklung, marginalisierte Quartiere, Gentrifizierung, Wohnungsmarkt, Lebenslagen, soziale Deprivation, Quartierseffekte, Soziologie, soziale Brennpunkte, Sozialraum, Stadtplanung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den soziologischen Hintergründen der räumlichen Trennung von Bevölkerungsgruppen in deutschen Städten und der Entstehung von sogenannten sozialen Brennpunkten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen den Zusammenhang zwischen ökonomischer Armut, sozialer Ausgrenzung sowie die spezifischen Mechanismen, durch die Wohnquartiere als ausgrenzende Räume wirken.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist zu ergründen, welche Prozesse zur Bildung von Armutsinseln führen und ob das Quartier selbst die soziale Benachteiligung seiner Bewohner durch Stigmatisierung und fehlende soziale Stabilität verschärft.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse soziologischer Konzepte sowie statistischer Daten des Statistischen Bundesamtes und städtebaulicher Sozialindizes basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Polarisierungstendenzen aus makrosozialer (Strukturwandel), mikrosozialer (individuelle Handlungsspielräume) und mesosozialer (Quartiersbeschaffenheit) Perspektive.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Segregation, soziale Ungleichheit, Armutskonzentration und Quartierseffekte definiert.

Welche Rolle spielt die Gentrifizierung in der Argumentation der Autorin?

Die Gentrifizierung wird als Prozess der räumlichen Aufwertung beschrieben, der zwar das Viertel attraktiver macht, aber die ursprünglich dort lebenden benachteiligten Bewohner verdrängt und die soziale Segregation in andere Quartiere verschiebt.

Wie bewertet die Autorin die Wirksamkeit politischer Förderprogramme wie der "Sozialen Stadt"?

Die Autorin hält solche Programme zwar für geeignet, um die Lebensqualität vor Ort punktuell zu verbessern, bezweifelt jedoch, dass sie die strukturellen Ursachen der städtischen Spaltung nachhaltig aufheben können.

Excerpt out of 32 pages  - scroll top

Details

Title
Gespaltene Städte - Soziale Ungleichheit und Segregation
College
University of Applied Sciences Darmstadt
Grade
1,0
Author
Silke Thielmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
32
Catalog Number
V79860
ISBN (eBook)
9783638785693
Language
German
Tags
Gespaltene Städte Soziale Ungleichheit Segregation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silke Thielmann (Author), 2006, Gespaltene Städte - Soziale Ungleichheit und Segregation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79860
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  32  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint