Die vorliegende Arbeit widmet sich insbesondere der ökonomischen Analyse der Interdependenzen zwischen Korruption und Wettbewerb.
Nach einer konzentrierten und globalen Betrachtung des Korruptionsphänomens wird der Fokus anschließend auf den zu untersuchenden Hauptaspekt gelegt und dieser im Gesamtzusammenhang differenziert dargestellt.
Um bei diesem komplexen Themengebiet den „roten Faden“ nicht zu verlieren, erfolgt an dieser Stelle zunächst die Erläuterung der genauen Vorgehensweise dieser Arbeit. Die direkt folgenden Zusammenfassungen der einzelnen Kapitel werden im Verlauf dieser Diplomarbeit dem jeweiligen Kapitel noch einmal vorangestellt, um die Orientierung zu erleichtern und die Stringenz der Vorgehensweise explizit zu unterstreichen.
Im Anschluss an diese Agenda wird der komplexe Begriff des Korruptionsphänomens hergeleitet und für eine ökonomische Analyse definiert und von ähnlichen bzw. verwandten Disziplinen und Sachgebieten abgegrenzt. Eine Darstellung der unterschiedlichen Systematiken zur Einordnung der verschiedenen Korruptionsarten erfolgt, um die Komplexität und das große Spektrum des Auftretens des Korruptionsphänomens zu systematisieren. Durch eine kurze Vorstellung einiger typischer Fallbeispiele aus unterschiedlichen Bereichen wird das omnipräsente und facettenreiche Auftreten der Korruption unterstrichen. Nach einer Vorstellung der wichtigsten ökonomischen Analyseansätze werden die theoretischen und empirischen Erkenntnisse zu Ursachen, Folgen und Gegenmaßnahmen der Korruption erörtert und die allokative Ineffizienz und Schädlichkeit der Korruption untersucht
Die Erkenntnisse zu den Interdependenzen zwischen Korruption und Wettbewerb in theoretischer und empirischer Hinsicht werden zunächst umfassend dargestellt. Anschließend werden die wichtigsten Aussagen der theoretischen und empirischen Literatur tabellarisch präsentiert, für die theoretische Literatur werden zusätzlich spezifische Prämissen dargestellt und kritisiert, für die empirische Literatur werden die zugrunde liegenden Datensätze aufgeführt. Abschließend werden die dargestellten Erkenntnisse diskutiert. Die Beiträge der einzelnen Wissenschaftler sind nach ihrem Erkenntnisobjekt den entsprechenden Unterkapiteln zugeordnet und werden dort in chronologischer Reihenfolge dargestellt. Der ihnen zugemessene Raum entspricht dem ihnen vom Verfasser dieser Arbeit zugesprochenen Erkenntnisgewinn.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Agenda
1.2 Definition und Abgrenzung des Korruptionsbegriffs
1.3 Systematisierung der Korruptionsarten
1.4 Das breite Spektrum des Auftretens von Korruptionsfällen
1.5 Allgemeine ökonomische Analyse des Korruptionsphänomens
2 Ökonomische Analyse der Interdependenzen zwischen Wettbewerb und Korruption
2.1 Vorbemerkung
2.2 Darstellung der theoretischen Erkenntnisse
2.2.1 Auswirkungen des Wettbewerbs auf das Korruptionsausmaß
2.2.1.1 Wettbewerb zwischen Klienten
2.2.1.2 Wettbewerb zwischen Agenten
2.2.1.3 Wettbewerb zwischen Prinzipalen, Politikern und Kontrolleuren
2.2.2 Auswirkungen der Korruption auf die Wettbewerbsintensität
2.2.3 Analyse der theoretischen Erkenntnisse
2.3 Darstellung der empirischen Erkenntnisse
2.3.1 Auswirkungen des Wettbewerbs auf das Korruptionsausmaß
2.3.2. Auswirkungen der Korruption auf die Wettbewerbsintensität
2.3.3 Analyse der empirischen Erkenntnisse
2.4 Sonstige Erkenntnisse
3 Konklusion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Interdependenzen zwischen Korruption und Wettbewerb, um zu untersuchen, wie sich marktwirtschaftlicher Wettbewerb auf das Ausmaß von Korruption auswirkt und umgekehrt, welche Folgen Korruption für die Wettbewerbsintensität hat.
- Theoretische Analyse der Auswirkungen von Wettbewerb auf Korruption
- Empirische Evidenz zu Korruptionsursachen und Wettbewerbszusammenhängen
- Differenzierung von Korruptionsarten (z.B. Belastungs- vs. Entlastungskorruption)
- Wirtschaftspolitische Implikationen zur Korruptionsbekämpfung
- Rolle von Institutionen, Transaktionskosten und politischem Wettbewerb
Auszug aus dem Buch
1.2 Definition und Abgrenzung des Korruptionsbegriffs
Das Wort Korruption stammt etymologisch betrachtet als Abstraktum des Adjektivs ‚korrupt‘ vom lateinischen zusammengesetzten Infinitiv corrumpere (verderben, verführen, vernichten, entkräften, entstellen, untergraben, bestechen) ab. Dieses setzt sich aus dem Präfix cor (ganz, völlig) und dem Verb rumpere (verletzen, vernichten, zerstören, zerbrechen) zusammen.
Grundsätzlich bezieht sich das „Verdorben sein“ sowohl auf einen moralischen als auch auf einen physikalischen Zustand. Im Deutschen wird in erster Linie das moralische „Verdorben sein“ (bestechlich sein) mit dem Begriff assoziiert. Im Englischen bedeutet corrupt sowohl letzteres als auch das physikalische „Verdorben sein“ (unbrauchbar, verdorben, schlecht).
Häufig wird Korruption knapp als Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil definiert.
Das Spektrum der deutschen Übersetzungen verdeutlicht die Vielschichtigkeit dieses Begriffes und die Problematik der Definition.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Erläuterung des Forschungsthemas, der Agenda und der ökonomischen Analyseansätze zur Korruption.
2 Ökonomische Analyse der Interdependenzen zwischen Wettbewerb und Korruption: Umfassende theoretische und empirische Untersuchung der gegenseitigen Beeinflussung von Wettbewerb und Korruption in verschiedenen Sektoren.
3 Konklusion: Synthese der Ergebnisse mit Ableitung wirtschaftspolitischer Implikationen und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Korruption, Wettbewerb, Marktwirtschaft, Prinzipal-Agent-Theorie, Transaktionskosten, Rent-Seeking, institutionelle Ökonomie, empirische Analyse, Wettbewerbsintensität, Korruptionsbekämpfung, wirtschaftspolitische Implikationen, Privatisierung, Institutionen, Marktstruktur, Bestechung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse der Wechselwirkungen zwischen Korruption und Wettbewerb.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die Definition und Systematisierung von Korruption, theoretische Analysen des Zusammenhangs zwischen Wettbewerb und Korruption sowie eine umfassende empirische Untersuchung dieser Interdependenzen ab.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den „roten Faden“ in der Interdependenz zwischen Korruption und Wettbewerb wissenschaftlich aufzuarbeiten und die Auswirkungen auf die ökonomische Effizienz zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Methoden der Institutionenökonomik, der Transaktionskostenanalyse und der Neuen Politischen Ökonomie, kombiniert mit einer Literaturanalyse theoretischer Modelle und empirischer Datensätze.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie Wettbewerb zwischen Klienten, Agenten und politischen Akteuren das Korruptionsausmaß beeinflusst und wie Korruption wiederum die Wettbewerbsintensität durch Mechanismen wie Kartellbildung oder Markteintrittsbarrieren verändert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Korruption, Wettbewerb, Prinzipal-Agent-Theorie, Rent-Seeking und institutionelle Rahmenbedingungen.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Korruptionsarten?
Die Arbeit differenziert unter anderem zwischen Entlastungskorruption (corruption with theft) und Belastungskorruption (corruption without theft) sowie zwischen situationsbedingter, struktureller und netzwerkartiger Korruption.
Warum ist das Verständnis von "Speed Money" wichtig?
Es bezeichnet die funktionalistische Sichtweise, dass Korruption unter bestimmten strukturellen Defiziten (ineffiziente Bürokratie) als „Schmiermittel“ dienen kann, um Markteintritte zu beschleunigen, was jedoch empirisch oft als „Sand im Getriebe“ kritisiert wird.
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- Mirko Heinrich (Author), 2007, Wettbewerb und Korruption, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79999