Zu den theokratischen Hochkulturen Mexikos gehört auch jene Kultur, die sich im Süden Mexikos auf dem Isthmus von Tehuantepec im Staate Oaxaca entwickelte, die Kultur der Zapoteken. Das riesige archäologische Feld, das dieser Volksstamm hinterlassen hat, erstreckt sich über alle Gebiete des heutigen Staates Oaxaca, hauptsächlich aber über die weite Hochebene mit einer durchschnittlichen Höhe von 1500 Metern, auf der auch die Stadt Oaxaca liegt. Von den rund 200 Ruinenplätzen, die den Archäologen bekannt sind, konnten bisher nur einige erforscht werden. Zu ihnen gehören Etla, Xoxo, Yagúl, Teozapotlán (heute Zaachila) und vor allem der Monte Albán und Mitla.
Das Zentrum des ganzen archäologischen Gebietes und die bedeutendste Kultstätte der Zapoteken ist der Monte Albán. Die bisherigen Ausgrabungen auf dem Monte Albán haben bewiesen, daß Beziehungen zwischen den Zapoteken sowohl zu den Olmeken als auch zu den Maya der frühen Epochen bestanden haben. Aber alles, was uns bisher auch an Funden aus der frühesten Zeit überkommen ist, die Geschichte der Zapoteken bleibt weitgehend im Dunkel.
Dennoch wird in dieser Arbeit wird alles zusammengetragen, was uns die bisherigen Studien über Agrikultur, Sozialstruktur, religiöses Leben und natürlich die archäologischen Stätten preisgeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Zapoteken - eine Kurzübersicht
1.1 Quellen - Wodurch haben wir Kenntnis von den Zapoteken?
1.2 (Namens-) Ursprung der Zapoteken
1.3 Sprache
1.4 Zapoteken heute
2. Monte Albán - das Zeremonialzentrum der Zapoteken
3. Künstlerische und architektonische Besonderheiten
3.1 Räuchergefäße und Schwarzkeramik
3.2 Architektonische Besonderheit
4. Landwirtschaft
4.1 Landaufteilung
5. Abgaben und Tribute
6. Sozialstruktur
6.1 Administrative Einteilung
6.1.1 Dorfgemeinden
6.1.2 Städte
6.2 Die einfachen Zapoteken
6.2.1 Gemeinfreie und Abhängige
6.3 Familienstruktur
6.3.1 Die einfache zapotekische Hauswirtschaft
6.3.2 Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen
6.3.3 Heirat bei den einfachen Zapoteken: Die Vorbereitung, das Fest, Scheidungsgründe
6.4 Der Adel
6.4.1 Adelshierarchie
6.4.2 Verhalten gegenüber dem Adel
6.4.3 Heiratspolitik des Adels
7. Religion und Priesterschaft
7.1 Glaubensvorstellungen
7.2 Die wichtigsten zapotekischen Gottheiten
7.3 Der Hohepriester - Uija-tao
7.4 Opferungen
7.5 Toten- und Ahnenkult
7.6 Kultische Handlungen und Feste
7.6.1 Kultspiele
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit gibt einen einleitenden Überblick über die Kulturgeschichte der Zapoteken in Mesoamerika. Ziel ist es, die sozio-politische Organisation, die religiösen Praktiken und die wirtschaftlichen Lebensgrundlagen dieses Volkes auf Basis wissenschaftlicher Quellen näher zu beleuchten.
- Archäologische Bedeutung des Monte Albán als Zeremonialzentrum
- Struktur der zapotekischen Gesellschaft und Adelshierarchien
- Religiöse Glaubensvorstellungen, Götterpantheon und Opferkulte
- Wirtschaftliche Basis, Tributsysteme und landwirtschaftliche Methoden
Auszug aus dem Buch
3.1 Räuchergefäße und Schwarzkeramik
Die künstlerische Besonderheit des zapotekischen Volkes sind die, heute als Räuchergefäße identifizierten, sogenannten „Urnen“, die als Grabbeigaben vor allem in Herrschergräbern gefunden wurden. Es handelt sich um Keramikfiguren aus hartgebackenem, feinkörnigem, leichtem, grauem Ton: meist zylindrische, nach oben offene Gefäße mit einer vorgesetzten Figur, einige tragen Schriftzeichen. Die Größe der Figuren variiert zwischen etwa 7 cm bis zu eineinhalb Metern. Sie konnten in den Phasen Monte Albán I bis IV nachgewiesen werden. Sie stellen sitzende Persönlichkeiten dar, mit gekreuzten Beinen, die Hände lagern auf den Knien. Die Details der Hände und Füße sind meist nur grob angedeutet, während der Oberkörper und im Besonderen das Gesicht sowie der Kopfschmuck, Masken und symbolische Elemente mit großer Genauigkeit hervorgehoben sind. Nur wenige Figuren blieben unbemalt, die Mehrzahl war jedoch in verschiedenen Rottönen, weiß, schwarz, gelb, und grün bemalt. Auf der Suche nach der Funktion der Figuren (ursprünglich hielt man sie für Urnen, daher auch der Name) untersuchte man lange Zeit die in den Gefäßen verbliebenen Rückstände; heute nun glaubt man ihre Funktion als Räuchergefäße nachgewiesen zu haben. Außerdem glaubte man lange Zeit, daß es sich bei den in den „Urnen“ verkörperten Persönlichkeiten allein um zapotekische Gottheiten handelte. Inzwischen werden die Figuren auch als Darstellungen verstorbener Ahnen (Herrscher, Priester) angesehen, die dem jeweiligen Herrscher zur Begleitung ins Jenseits mitgegeben wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Zapoteken - eine Kurzübersicht: Bietet einen ersten Überblick über die geografische Lage und die zeitliche Einordnung der Zapoteken-Kultur.
Monte Albán - das Zeremonialzentrum der Zapoteken: Analysiert die historische Entwicklung und bauliche Bedeutung des wichtigsten Kultzentrums.
Künstlerische und architektonische Besonderheiten: Untersucht die charakteristische Keramik und die baulichen Innovationen wie das Tablero-talud-System.
Landwirtschaft: Beschreibt die agrarischen Produktionsweisen und die Rolle des Maisanbaus für die zapotekische Gesellschaft.
Abgaben und Tribute: Erläutert das Steuersystem und die sozio-ökonomische Belastung durch Abgaben an den Adel und die Azteken.
Sozialstruktur: Detailliert die administrative Einteilung, die Lebensweise einfacher Zapoteken, Familienstrukturen und die Adelshierarchie.
Religion und Priesterschaft: Behandelt das Götterpantheon, die Rolle des Hohepriesters sowie religiöse Opferrituale und Kultpraktiken.
Schlüsselwörter
Zapoteken, Monte Albán, Mesoamerika, Sozialstruktur, Tributsystem, Adel, Religion, Regengott Cocijo, Priesterschaft, Ahnenkult, Räuchergefäße, Schwarzkeramik, Opferrituale, Landwirtschaft, Kulturgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Kulturgeschichte der Zapoteken, einem präkolumbianischen Volk in der Region Oaxaca, Mexiko.
Welche Themenfelder stehen im Fokus?
Die Schwerpunkte liegen auf der sozialen und politischen Struktur, den religiösen Riten und Gottheiten sowie der wirtschaftlichen Organisation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die Lebensweise, Herrschaftsformen und Glaubenswelten der Zapoteken zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die archäologische Fundberichte und ethnologische Standardwerke auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zum Zeremonialzentrum Monte Albán, zur Sozialstruktur, den wirtschaftlichen Gegebenheiten und der religiösen Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind Zapoteken, Monte Albán, Adel, Religion, Tribute und der Regengott Cocijo.
Welche Rolle spielt die Keramik in der zapotekischen Kultur?
Die sogenannten „Urnen“ fungierten als Räuchergefäße und stellen künstlerische Glanzleistungen dar, die zudem Einblicke in den Ahnenkult geben.
Wie war die Hierarchie innerhalb der zapotekischen Religion organisiert?
An der Spitze stand der Hohepriester (Uija-tao), unterstützt von niederem Klerus wie den Opferpriestern (vijana) und Heilkundigen (colanij).
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- Magistra (Phil.) Tina Rönz (Author), 2000, Die Zapoteken. Lebensweise, Religion und Besonderheiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8006