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SWING als Phänomen musikalischer Phrasierung

Title: SWING als Phänomen musikalischer Phrasierung

Term Paper , 2007 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Eike Groenewold (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die am häufigsten mit der Musikrichtung Jazz in Verbindung gebrachte Art zu musizieren ist die charakteristische Phrasierung des swing . Scheinbar bietet kaum eine andere Musikform dem Musiker eine so fluid- rhythmische Grundlage. Zwischen den rhythmischen Polen binär und ternär liegt hier gleichsam die Welt der Phrasierung. Musiker nutzen diese Sphäre als mikrorhythmischen Gestaltungsspielraum (Pfleiderer 2002; S.102). Der treibende und bewegende Charakter des swing wird von Musikern auch häufig mit Ausdrücken wie „groove“ oder „drive“ bezeichnet (Prögler 1995, S.30). Seit den 80er Jahren widmet sich die Forschung der Frage, wodurch swing entsteht, konnte jedoch bis heute keine ausreichenden Antworten liefern.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, die elementaren Ergebnisse bisheriger Studien, die sich mit swing auseinandergesetzt haben, zusammenzustellen, um im Nachhinein das Forschungsdesign kritisch hinterfragen zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. MUSIKALISCHE PHRASIERUNG IM JAZZ

2.1 PHRASIERUNG

2.2 MIKRORHYTHMISCHE ABWEICHUNGEN IM MUSIKALISCHEN GESTALTUNGSPROZESS

2.3 AUSWIRKUNGEN VON SYNTAX UND PROZESS AUF DAS MUSIKALISCHE ZUSAMMENSPIEL

3. PROBLEMATIK INNERHALB DER FORSCHUNG

3.1 ANALYSE MEHRSPURIGER DIGITALAUFNAHMEN

3.2 MIDI- PROGRAMMIERUNG ALS FORSCHUNGSANSATZ

3.3 KONZEPTUALISIERUNG DES SWING

4. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen des "swing" im Jazz mit dem Ziel, den aktuellen Stand der rhythmologischen Forschung zusammenzustellen, das zugrunde liegende Forschungsdesign kritisch zu hinterfragen und den Leser für die Problematik der Messbarkeit dieses musikalischen Ausdrucks zu sensibilisieren.

  • Mikrorhythmische Gestaltungsspielräume und das Phänomen des "swing"
  • Messbarkeit und empirische Analyse von Timing-Abweichungen
  • Die Rolle der musikalischen Syntax im Vergleich zu prozessualen Aspekten
  • Methodische Herausforderungen bei der Analyse von Jazzperformances
  • Synthese von musikwissenschaftlichen und intertextuellen Erklärungsansätzen

Auszug aus dem Buch

2.2 Mikrorhythmische Abweichungen im musikalischen Gestaltungsprozess

Die wichtigste These, die aus Charles Kiels Experimenten hervorgeht ist die, dass alle gespielten Rhythmen in natürlicher Weise von der Exaktheit eines abstrakten Metrums abweichen. Folgt man Kiel, besteht ein Zusammenhang zwischen dem sozialisierenden Zusammenspiel innerhalb einer Rhythmusgruppe und den mikrorhythmischen Diskrepanzen im Spiel der einzelnen Musiker. Erst diese graduellen Abweichungen von einer statischen Norm lassen etwas entstehen, das man als „groove“ bezeichnen würde (Kiel 1995, S.4). Einer ähnlichen Argumentation folgt Frank Kofsky, der „rhythmische Fehlplatzierungen“ als essentiell für swing beschreibt (Kofsky 1977, S.13). Diese Sichtweise steht im absoluten Gegensatz zu der unter Musikern geläufigen Qualitätszuschreibung des „tight“ seins.

Im Unterschied zur klassisch romantischen Musiktradition, die mikrorhythmische Abweichungen strukturell und formal in der agogischen Ausformung nutzt, ist in der Rhythmusforschung eine timing- Eigenheit gemeint, die einen „spezifischen Bewegungscharakter der polyrhythmischen Patternstrukturen verdeutlicht und verstärkt“ (Pfleiderer, S.110). Ein für den swing typisches Pattern ist die „Ridetap- Figur“ des Schlagzeugers. Ähnlich wie Kiel setzt auch Prögler hier seine Forschung an, indem er das Zusammenspiel von Bass und Ridetaps in Bezug auf einen Clicktrack untersucht. Alle Musiker spielen in Pröglers Experiment einen zwölftaktigen Blues in H- moll in den Tempi 60, 120 und 240 „beats per minute. Dies entspricht in etwa den für Jazz typischen Tempi slow-, mid- und up- Tempo.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema "swing" als zentrale Phrasierungsweise im Jazz ein und definiert das Ziel der Arbeit, den aktuellen Forschungsstand zu sichten und kritisch zu bewerten.

2. MUSIKALISCHE PHRASIERUNG IM JAZZ: Dieses Kapitel erläutert die technischen Grundlagen der Phrasierung, die Bedeutung von Mikrotiming und die Auswirkungen von musikalischen Strukturen auf das Zusammenspiel.

3. PROBLEMATIK INNERHALB DER FORSCHUNG: Hier werden methodische Grenzen bei der Analyse von Digitalaufnahmen und Midi-Daten aufgezeigt sowie die Schwierigkeit einer einheitlichen Begriffsdefinition von "swing" diskutiert.

4. FAZIT: Das Fazit stellt fest, dass eine rein rhythmische Reduzierung des "swing" dem Phänomen nicht gerecht wird und plädiert für einen intertextuellen Erklärungsansatz.

Schlüsselwörter

Swing, Jazz, Mikrotiming, Rhythmusforschung, Phrasierung, Musiksyntax, Groove, Jazzschlagzeug, Empirische Musikforschung, Timing, Jazzperformanz, Musikwissenschaft, Metrum, Ridetap, swing-Faktor.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung des "swing" im Jazz, insbesondere unter dem Aspekt der Phrasierung und des Mikrotimings.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Themen umfassen die rhythmischen Grundlagen des Jazz, empirische Methoden der Timing-Messung, die Interaktion innerhalb einer Rhythmusgruppe sowie die begriffliche Abgrenzung von "swing" und "groove".

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Zusammenstellung bisheriger Studienergebnisse, eine kritische Hinterfragung der Forschungsdesigns und die Sensibilisierung für die Schwierigkeit, ein derart komplexes Phänomen rein quantitativ zu erfassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine Literaturanalyse bestehender ethnomusikologischer Studien und die Auswertung von Experimenten, etwa durch Forscher wie Charles Kiel und J.A. Prögler.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die technischen Grundlagen der Phrasierung und mikrorhythmische Abweichungen analysiert, bevor die spezifischen methodischen Probleme bei der Erforschung dieser Phänomene sowie die begriffliche Konzeptualisierung erörtert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Swing, Mikrotiming, Musiksyntax, Jazzperformanz, Rhythmusforschung und Timing.

Warum lässt sich Swing so schwer objektiv messen?

Swing unterliegt einem hochgradig individuellen und situativen Charakter, der über eine rein metronomische oder mathematische Rasterung hinausgeht und oft von Faktoren wie Klangästhetik oder Tagesform beeinflusst wird.

Welche Rolle spielt das Schlagzeugspiel in dieser Analyse?

Dem Schlagzeugspiel, insbesondere der "Ridetap-Figur" und dem Einfluss der "Pickup Note", wird ein besonderer Stellenwert beigemessen, da diese Elemente einen Großteil des jazztypischen Stils ausmachen.

Was bedeutet das Phänomen "rolling up" im Kontext der Arbeit?

Es beschreibt das Bestreben von Musikern, die Spannung zum Ende eines Abschnitts oder Chorus durch ein leichtes zeitliches Vorauseilen (30 bis 70 Millisekunden vor dem Beat) zu verstärken.

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Details

Title
SWING als Phänomen musikalischer Phrasierung
College
University of Cologne  (Musikwissenschaftliches Institut)
Course
"Saying Something" - Einführung in die Geschichte des Jazz
Grade
1,0
Author
Eike Groenewold (Author)
Publication Year
2007
Pages
13
Catalog Number
V80145
ISBN (eBook)
9783638874861
Language
German
Tags
SWING Phänomen Phrasierung Saying Something Einführung Geschichte Jazz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eike Groenewold (Author), 2007, SWING als Phänomen musikalischer Phrasierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80145
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