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Augustinus' Weg zur Annahme des christlichen Glaubens mit Hilfe des Platonismus

Title: Augustinus' Weg zur Annahme des christlichen Glaubens mit Hilfe des Platonismus

Intermediate Examination Paper , 2005 , 25 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Michaela Lehr (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Augustinus von Hippos autobiographisch geschriebenes Buch, die Bekenntnisse (lat.: confessiones), ist eines der größten Glaubensbekenntnisse an Gott. Augustinus legt Gott und auch dem Leser sein Leben mit einer beeindruckenden Offenheit und Demut dar. Er erzählt seine Geschichte ab dem ersten Kindesalter, an das er sich erinnern kann, bis nach dem Moment seiner Bekehrung zum Christentum. Die Sünden, welche er begangen hat, beichtet er genauso wie die Sünden seines Geistes, die zu keinen Taten geführt haben. Ein ergreifender Höhepunkt des Buches liegt auf Augustinus’ endgültiger Annahme des christlichen Glaubens. Doch bis zu dieser Bekehrung ist es für den mittlerweile über dreißigjährigen Mann ein langer und oft bitterer Weg. Dieser Weg ist hauptsächlich ein Weg des Geistes, der Vorstellungen und der Gedanken des Augustinus. Dabei ist es unübersehbar, dass er von vielen verschiedenen Denkrichtungen beeinflusst wird, aber auch, dass genau eine philosophische Schule ihn besonders und nachhaltig geprägt hat. Der Neuplatonismus kann für Augustinus als eine große Hilfe gesehen werden, sich endlich dem christlichen Glauben anzunähern. Auf welche Art dies geschieht, und warum gerade diese Philosophie Augustinus eine beträchtliche Unterstützung liefert, soll in dieser Arbeit untersucht und dargestellt werden. Es wird hierzu ausschließlich der Bericht der Confessiones betrachtet, welcher in einigem Abstand und deswegen auch aus der Sicht des Christen Augustinus geschrieben wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Voraussetzungen

2.1. Augustinus Vorstellungen über Gott, das Böse und die Beschaffenheit der Welt.

3. Die Verwerfung des Manichäismus mit Hilfe des Bischof Ambrosius

4. Das neuplatonische Gedankengut als Voraussetzung für die Bekehrung zum Christentum

4.1. Augustinus’ Meinungen über Gott und die Frage nach dem Ursprung des Bösen kurz vor der Berührung mit den platonischen Schriften

4.2. Welche Literatur hat Augustinus studiert?

4.3. Die Neuplatoniker

4.3.1. Plotin

4.4. Welche Gedanken Plotins halfen Augustinus zu christlichen Ansichten zu kommen?

4.5. Was trennt Augustinus vom Neuplatonismus?

5. Die Überschreitung des neuplatonischen Systems

5.1. Welche Rolle spielen die neuplatonischen Schriften innerhalb der Bekehrung

5.2. Was Augustinus zu einer vollständigen Bekehrung zum Christentum noch fehlt.

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der neuplatonischen Philosophie auf den Bekehrungsprozess des Augustinus von Hippo, wie er in seinen "Confessiones" geschildert wird. Es soll analysiert werden, auf welche Weise insbesondere das neuplatonische Gedankengut Augustinus dabei unterstützte, seine materiellen Gottesvorstellungen zu überwinden und sich dem christlichen Glauben anzunähern, wobei auch die bleibenden Differenzen zwischen beiden Systemen beleuchtet werden.

  • Augustinus’ Weg vom Manichäismus zur skeptischen Philosophie
  • Die Rolle der neuplatonischen Schriften für eine immaterielle Gottesvorstellung
  • Die Überwindung der manichäischen Lehre durch die Hilfe des Bischof Ambrosius
  • Vergleichende Analyse der neuplatonischen und christlichen Positionen
  • Die Bedeutung der Menschwerdung Christi als entscheidender Unterschied

Auszug aus dem Buch

4.3.1. Plotin

Der Neuplatonismus beruht auf der platonischen Vorstellung, dass es nicht nur eine materielle Welt gibt, sondern auch eine rein geistige Welt jenseits dieser materiellen, welche auch nur mit dem Geiste greifbar ist. Die Platoniker verneinen den reinen Materialismus, welchem die Manichäer anhängen. Für Plotin, wie auch für Platon, existiert ein letztes Prinzip, auf welches alle Dinge (d. h. die ganze Welt) zurückgehen.

Bei Platon ist dies die Ideenwelt, die alle Ideen einschließt. Die materiellen Dinge, die in der materiellen Welt existieren, sind Abbilder dieser Ideen. Dieser Abbildungscharakter der materiellen Welt begründet die geringere Seinsrealität der materiellen Welt im Gegensatz zur Ideenwelt. Das heißt, dass die Idee ist als realer anzusehen ist und mehr Sein besitzt, als die Dinge, die sie in der materiellen Welt abbilden.

Plotin baut auf dieser Vorstellung auf und erweitert bzw. verändert sie ein wenig. Auch bei ihm gehen alle materiellen Dinge auf etwas zurück, was jenseits aller Materialität steht. Dies – das unveränderliche Eine, der letzte Urgrund, das göttliche Wesen – ist das Sein überhaupt und somit auch der Ursprung allen Seins. Denn dieses göttliche Wesen „strömt gleichsam über und seine Überfülle schafft alles andere“. Diese Seinsüberfülle und die damit verbundene Seinsausstrahlung wird Emanation genannt. Hierbei muss beachtet werden, dass obgleich das Eine alles, was existiert, hervorbringt, es trotzdem nicht an Fülle verliert. Aus der Erschaffung der Welt aus der Überfülle des Einen folgt also keine Minderung der Qualitäten des göttlichen Urquells.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Darstellung der autobiographischen Relevanz der "Bekenntnisse" und der Fragestellung zur philosophischen Prägung des Augustinus.

2. Voraussetzungen: Analyse des geistigen Ausgangsniveaus von Augustinus während seiner Zeit beim Manichäismus und der Hinwendung zur skeptischen Philosophie.

3. Die Verwerfung des Manichäismus mit Hilfe des Bischof Ambrosius: Untersuchung der Rolle von Ambrosius bei der Entkräftung manichäischer Vorurteile durch eine geistige Bibelauslegung.

4. Das neuplatonische Gedankengut als Voraussetzung für die Bekehrung zum Christentum: Detaillierte Betrachtung der Literatur und der Plotinschen Lehren, die Augustinus bei der Entwicklung eines immateriellen Gottesbildes halfen.

5. Die Überschreitung des neuplatonischen Systems: Diskussion der Grenzen des Neuplatonismus und der Notwendigkeit einer persönlichen Glaubensentscheidung über die Philosophie hinaus.

6. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Bekehrung als mehrstufigen Prozess, in dem Denker und Glaubender Augustinus verschmelzen.

Schlüsselwörter

Augustinus, Bekenntnisse, Neuplatonismus, Plotin, Manichäismus, Bekehrung, Gotteserkenntnis, Immaterialität, Christentum, Ambrosius, Emanation, Seinslehre, Philosophie, Glaube, Willensfreiheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den intellektuellen und spirituellen Weg des Augustinus von Hippo hin zum christlichen Glauben und untersucht dabei insbesondere den prägenden Einfluss der neuplatonischen Philosophie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Auseinandersetzung mit dem Manichäismus, die Lektüre platonischer Schriften, die Entwicklung einer geistigen Gottesvorstellung und die Abgrenzung der christlichen Offenbarung von der Philosophie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Augustinus durch die Philosophie des Neuplatonismus die Voraussetzungen schuf, um das Christentum vernunftgemäß als wahr anerkennen zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer textnahen hermeneutischen Analyse der "Confessiones" unter Einbeziehung relevanter philosophischer und theologischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Augustinus' Vorläufer-Systemen (Manichäismus), den Vergleich mit plotinischen Ansichten und die Analyse der spezifisch christlichen Elemente, die über das philosophische System hinausgehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Augustinus, Neuplatonismus, Bekehrung, Immaterialität und die Auseinandersetzung mit der antiken Philosophie.

Warum konnte Augustinus den Manichäismus nicht dauerhaft akzeptieren?

Er erkannte, dass die manichäische Lehre die philosophischen Fragen nach dem Ursprung des Bösen nicht zufriedenstellend beantworten konnte und die Argumentation gegen das Alte Testament auf oberflächlichen Annahmen basierte.

Welche Rolle spielt die Menschwerdung Christi in Augustinus' Abgrenzung zum Neuplatonismus?

Für Augustinus stellt die Menschwerdung Gottes einen zentralen, historischen Fakt dar, den er im Neuplatonismus vermisste, da sich philosophische Systeme primär auf allgemeine Prinzipien und nicht auf historische Heilsereignisse beziehen.

Warum hält Augustinus die neuplatonischen Philosophen für hochmütig?

Aus seiner christlichen Perspektive ist der Anspruch der Philosophen, sich durch die Einsicht in die eigene göttliche Natur aus eigener Kraft zur Erkenntnis zu führen, eine Form der Eitelkeit und Gottlosigkeit.

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Details

Title
Augustinus' Weg zur Annahme des christlichen Glaubens mit Hilfe des Platonismus
College
University of Heidelberg  (Philosophisches Seminar)
Course
Augustinus' Bekenntnisse
Grade
2,5
Author
Michaela Lehr (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V80183
ISBN (eBook)
9783638865517
Language
German
Tags
Augustinus Annahme Glaubens Hilfe Platonismus Augustinus Bekenntnisse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michaela Lehr (Author), 2005, Augustinus' Weg zur Annahme des christlichen Glaubens mit Hilfe des Platonismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80183
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