Die vorliegende Arbeit nimmt sich dem Terminus der "interkulturellen Kompetenz" und einem möglichen konzeptualen Verständnis dessen an. Das Eingangskapitel widmet sich zunächst dem Begriff interkultureller Kompetenz. Es werden Kategorien von Modellen zur Einordnung und Eingrenzung interkultureller Kompetenz genannt und die starke fachspezifische Varianz des Verständnisses interkultureller Kompetenz aufgezeigt. Ausgehend von einem psychologisch-prozessuales Begriffskonzept fokussiert der erste Teil der Arbeit die Frage nach der Entstehung von interkulturellen Handlungskompetenzen. Der zweite Abschnitt konzentriert sich auf die Bedeutung, das Verständnis und die Relevanz eines interpersonellen Zusammenwirkens unterschiedlicher Kulturen. Interkulturelle Kompetenz stellt sich hierbei als wichtigste Determinante für das Entstehen von interkulturellen Synergiepotenzialen dar.
Im letzten Teil wird das Bisherige Revue passiert und eine produktiv-kritische Haltung dem Dargestellten gegenüber eingenommen. Das Aufzeigen der Vor- und Nachteile des vorgestellten Verständnisses interkultureller Kompetenz kann eine weitere, definitiv notwendige Forschungsarbeit ermöglichen und erleichtern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was ist „interkulturelle Kompetenz“?
3 Wie entsteht interkulturelle Kompetenz?
3.1 Interkulturelle Kompetenz als Ergebnis eines „learning by doing“?
3.2 Wie entwickelt sich interkulturelle Kompetenz?
4 Interkulturelle Synergieentwicklung
4.1 Was versteht man unter „interkulturelle Synergie“?
4.2 Welche Rolle spielt interkulturelle Kompetenz bei der Entwicklung von Synergie?
5 Kritische Schlussbemerkungen
5.1 Rückblick auf die bisherige Darstellung
5.2 Kritische Betrachtung des Dargestellten
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der interkulturellen Kompetenz und analysiert deren zentrale Bedeutung für die Entstehung und Entwicklung interkultureller Synergiepotenziale in einem globalisierten Arbeitsumfeld. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich interkulturelle Handlungskompetenz als notwendige Voraussetzung für produktive, synergetische Interaktionsprozesse zwischen Individuen unterschiedlicher kultureller Hintergründe formt und weiterentwickelt.
- Psychologisch-prozessuale Grundlagen der interkulturellen Kompetenz
- Die Grenzen des "learning by doing" in Überschneidungssituationen
- Konzepte der interkulturellen Synergieentwicklung
- Wechselwirkungen zwischen individueller Kompetenz und Gruppenergebnissen
- Kritische Reflexion der Zielsetzungen und Effizienz-Kriterien in interkulturellen Modellen
Auszug aus dem Buch
3.1 Interkulturelle Kompetenz als Ergebnis eines „learning by doing“?
Verinnerlicht man diese Charakterisierung interkultureller Kompetenz tauchen früher oder später Fragen wie folgende auf:
• Entwickelt sich die Fähigkeit in interkulturellen Überschneidungssituationen erfolgreich agieren zu können durch „learning by doing“, d.h. durch bloßen mehr oder weniger intensiven Kontakt und Austausch mit „dem Fremden“?
• Ist die Entwicklung interkulturelle Kompetenz beeinflussbar und wenn „ja“, wie?
Ein Beispiel für eine interkulturelle Überschneidungssituation auf wirtschaftlicher Ebene soll zur Klärung der aufgeworfenen Fragen verhelfen: Das Verhalten des amerikanischen Vorgesetzten wird dem Verhalten seines griechischen Mitarbeiters gegenübergestellt, während auf der anderen Seite die Vermutungen, Erwartungen und Bewertungen beider Interaktionspartner dargestellt sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass interkulturelle Kompetenz in der Forschung nicht einheitlich definiert ist, und skizziert das Ziel der Arbeit, den Entstehungsprozess solcher Kompetenzen und deren Einfluss auf Synergiepotenziale zu beleuchten.
2 Was ist „interkulturelle Kompetenz“?: Dieses Kapitel setzt sich mit der Begriffsfindung auseinander und stellt fest, dass es kein universell gültiges Modell gibt, sondern eine Vielzahl von Ansätzen aus verschiedenen Fachdisziplinen existiert.
3 Wie entsteht interkulturelle Kompetenz?: Das Kapitel untersucht kritisch, ob bloßer Kontakt oder "learning by doing" ausreichen, um Kompetenz zu entwickeln, und stellt ein mehrstufiges, prozessorientiertes Lernmodell vor.
4 Interkulturelle Synergieentwicklung: Hier wird analysiert, wie interkulturelle Kompetenz genutzt werden kann, um kulturelle Diversität in Organisationen in Form von Synergieeffekten produktiv zu gestalten.
5 Kritische Schlussbemerkungen: Der abschließende Teil reflektiert die zuvor dargestellten Modelle und diskutiert kritisch die Zielsetzungen, insbesondere die Gefahr einer zu starken Instrumentalierung des Kompetenzbegriffs durch Effizienz-Kriterien.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kompetenz, Interkulturelles Lernen, Synergieentwicklung, Kulturelle Überschneidungssituation, Interaktionsprozess, Kulturstandard, Individuelle Entwicklung, Arbeitsumfeld, Handlungskompetenz, Interpersonale Interaktion, Fremdverstehen, Synergiepotenziale, Lernmodell, Kulturelle Diversität, Attribution.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einordnung und der praktischen Bedeutung von interkultureller Kompetenz für die Entstehung von synergetischen Prozessen in der Zusammenarbeit zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen.
Welche thematischen Schwerpunkte werden in dem Dokument behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Klärung von interkultureller Kompetenz, den Lern- und Entwicklungsprozessen bei interkulturellen Begegnungen sowie der Anwendung dieser Kompetenzen zur Erzeugung interkultureller Synergie.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der Entwicklung individueller interkultureller Handlungskompetenz und der Fähigkeit, komplexe interkulturelle Überschneidungssituationen synergetisch zu bewältigen, theoretisch zu fundieren und kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Autorin wählt einen literaturgestützten, theoretischen Ansatz, der existierende Modelle und wissenschaftliche Forschungsergebnisse (insbesondere von Alexander Thomas) zusammenführt, analysiert und in einen neuen Argumentationskontext stellt.
Was wird primär im Hauptteil der Publikation erörtert?
Im Hauptteil werden zunächst verschiedene Definitionen und Ansätze zur interkulturellen Kompetenz diskutiert. Anschließend wird die Entstehung dieser Kompetenz hinterfragt und schließlich deren Anwendung für das Management von kultureller Diversität und Synergiepotenzialen erläutert.
Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis der Arbeit essenziell?
Zentrale Begriffe sind neben der interkulturellen Kompetenz selbst die Konzepte des interkulturellen Lernens, der interkulturellen Synergie sowie die prozessorientierte Betrachtung menschlicher Interaktion in Überschneidungssituationen.
Wie bewertet die Autorin den Ansatz des "learning by doing" bei interkulturellen Begegnungen?
Sie kommt zu dem Schluss, dass bloßer Kontakt nicht automatisch zu Kompetenz führt. Vielmehr kann unreflektiertes Handeln in interkulturellen Situationen sogar zu Vorurteilen und Fehlattributionen führen, weshalb ein bewusster Lernprozess notwendig ist.
Warum übt die Autorin Kritik an der starken Effizienzorientierung in einigen Kompetenzmodellen?
Die Autorin argumentiert, dass eine zu starke Fokussierung auf Effizienz und Zweckerfüllung dazu führen kann, dass interkulturelle Kompetenz lediglich als "Instrument" für eigene Interessen missbraucht wird, anstatt die persönliche Entwicklung der Interaktionspartner zu fördern.
- Quote paper
- Peggy Schirmer (Author), 2007, Interkulturelle Kompetenz und deren Bedeutung für die Entwicklung interkultureller Synergiepotenziale, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80193