Gegenstand von Interesse sollen in dieser Arbeit Megastädte sind. 1950 gab es erst zwei – London und New York. 2015 werden es bereits 22 sein, 17 davon außerhalb der hoch entwickelten Industriestaaten . Wir haben es also mit einem globalen, sich verstärkenden Phänomen zu tun. Oder wie Fuchs sagt: „Mankind’s future will unfold largely in urban settings.“ (FUCHS 1994, S.1). Doch schon hier beginnt das Problem: „Urban settings“. Was ist das? Ist „Urban“ gleichzusetzen mit megastädtischer Entwicklung, oder findet man in den Hamptons oder in Starnberg nicht ebenso urbanes Leben wie in London oder Chicago? Was also ist eine Megastadt? [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Eine thematische Einführung
2. Megastädte – der Versuch einer Definition
3. Die Megastädte der Industrie- und Entwicklungsländer im Vergleich
4. Megastädte zwischen Globalisierung und Disparitäten
4.1. Wohnraum und Segregation
4.2. Beschäftigung und Armut
5. Megastädte im Vergleich – New York und Kairo
5.1. Die Primacy-Funktion
5.2. Bevölkerung und Wohnraum in New York und Kairo
5.3. Ungleichheit und Armut
6. Megastädte – Eine Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Megastädte in Industrie- und Entwicklungsländern, um deren unterschiedliche Ausprägungen und die Auswirkungen von Globalisierung und Disparitäten anhand der Fallbeispiele New York und Kairo zu analysieren.
- Definition und Charakterisierung von Megastädten
- Vergleich der funktionalen Primacy zwischen Industrie- und Entwicklungsländern
- Analyse sozialer Differenzierungsprozesse (Wohnraum, Segregation, Armut)
- Ökologische Herausforderungen in Megastädten
- Gegenüberstellung von New York und Kairo als global agierende bzw. regional zentrierte Metropolen
Auszug aus dem Buch
4.1. Wohnraum und Segregation
Wer bei Megastädten über Wohnraum und Segregation nachdenkt, wird zuerst an Marginalsiedlungen oder Ghettos denken. Zweifellos haben diese Schlagwörter Bedeutung, die Realität stellt sich jedoch differenzierter dar. Zunächst sollte man festhalten, dass sowohl in den Megastädten der HDC als auch der LDC Wohnraum nicht für alle verfügbar ist und sich sozial ausdifferenziert. In den Megastädten Europas weist das Zentrum das höchste Durchschnittseinkommen auf und sinkt, wenn man sich nach außen bewegt. Dies liegt unter anderem daran, dass im 19. Jahrhundert die Innenstädte saniert wurden um hochwertigere Wohngegenden zu schaffen oder um breite Einfallstraßen anzulegen, damit die Armee Aufstände schneller niederschlagen konnte (wie etwa in Paris). Somit verlagerten sich Marginalsiedlungen an die Stadtränder. Zudem wurden durch sozialpolitische Maßnahmen die Marktfunktion abgeschwächt, indem durch Unterstützungsmaßnahmen auch sozial schwächer Gestellten Zugang zu Wohnraum ermöglicht wurde. Mit dem vorranschreitenden Sozialabbau vermindert sich jedoch dieser Effekt. Teilweise stiegen auch die Immobilienpreise in den Kernstädten dermaßen stark, dass es zu vermehrter Suburbanisierung oder anderen Phänomenen kommt. So gibt es in Paris neuerdings ganze Zeltstädte entlang der Seine, in denen keineswegs Arbeitslose leben, sondern Menschen mit einem geregelten Beruf, die sich jedoch die horrenden Mieten in der Innenstadt nicht mehr leisten können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Eine thematische Einführung: Die Einleitung steckt das Forschungsfeld ab und definiert die geographisch-soziologische Perspektive der Arbeit sowie die Auswahl der Fallbeispiele New York und Kairo.
2. Megastädte – der Versuch einer Definition: Das Kapitel erläutert die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition von Megastädten und diskutiert Kriterien wie Einwohnerzahl, Dichte und funktionale Primacy.
3. Die Megastädte der Industrie- und Entwicklungsländer im Vergleich: Hier wird der fundamentale Unterschied in der funktionalen Primacy zwischen hoch entwickelten Staaten und Entwicklungsländern herausgearbeitet.
4. Megastädte zwischen Globalisierung und Disparitäten: Dieses Kapitel behandelt die Auswirkungen der globalisierten Weltwirtschaft auf die soziale Situation, den Wohnraum und die Umweltbedingungen in Megastädten.
5. Megastädte im Vergleich – New York und Kairo: Die Fallstudie vergleicht die historische Entwicklung, die globale Bedeutung und die sozio-ökonomischen Disparitäten der beiden ungleichen Metropolen.
6. Megastädte – Eine Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Rolle der Megastädte im Spannungsfeld von Abhängigkeit und Einflussnahme zusammen und bewertet deren Zukunft im Kontext der globalen Entwicklung.
Schlüsselwörter
Megastadt, Globalisierung, Disparitäten, Primacy, Segregation, Wohnraum, Industrie- und Entwicklungsländer, New York, Kairo, informeller Sektor, Global City, Stadtentwicklung, Soziale Ungleichheit, Marginalisierung, Urbanisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Ausprägungen von Megastädten weltweit, wobei insbesondere die sozio-ökonomischen Unterschiede zwischen Megastädten in Industrie- und Entwicklungsländern im Fokus stehen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Definition von Megastädten, deren Einbindung in die globale Wirtschaft, Fragen von Wohnraum und Segregation, Beschäftigungsproblematiken sowie ökologische Herausforderungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch eine dichotome Zweiteilung der Megastädte die Mechanismen hinter deren unterschiedlichen Entwicklungsverläufen zu klären und diese anhand der Beispiele New York und Kairo zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden kulturgeographischen Literaturanalyse sowie einer Fallstudie, die spezifische Daten zu New York und Kairo gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Megastädten, eine Analyse der Auswirkungen von Globalisierung und Disparitäten auf die soziale Struktur sowie eine detaillierte Fallanalyse zu New York und Kairo.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Megastadt, Global City, funktionale Primacy, Segregation, marginalisierte Wohngegenden und informeller Sektor.
Welche Rolle spielt die funktionale Primacy bei der Unterscheidung von Megastädten?
Sie dient als wichtigstes Unterscheidungsmerkmal: In Entwicklungsländern unterstreicht sie die Hegemonialstellung der Megastadt, während sie in hoch entwickelten Ländern oft global orientiert und weniger auf das nationale Umland bezogen ist.
Warum wird Kairo als „Megastadt des semi-peripheren Raums“ bezeichnet?
Die Bezeichnung verweist auf Kairos Bedeutung als regionales Zentrum mit starker nationaler Dominanz, das jedoch bei der globalen Integration nicht mit westlichen Global Cities wie New York konkurrieren kann.
- Quote paper
- Andreas Herz (Author), 2007, Megastädte und ihre verschiedenen Ausprägungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80219