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Das Beamtenrecht in Polen, Estland und der Slowakei und das Problem der Überpolitisierung im Vergleich

Title: Das Beamtenrecht in Polen, Estland und der Slowakei und das Problem der Überpolitisierung im Vergleich

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Martin Weber (Author)

Politics - Region: Eastern Europe
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Negative Folgen häufiger politisch motivierter Personalwechsel in der öffentlichen Verwaltung sind Instabilität des Regierungshandelns und mangelnde Professionalität. Dies ist in den mittel- und osteuropäischen Staaten besonders problematisch, weil dort die Anforderungen an die öffentliche Verwaltung transformationsbedingt immens hoch waren und sind. Erfahrenes, professionelles Personal ist also dringend nötig, um die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung zu erhöhen, was nicht zuletzt im Hinblick auf das EU-Beitrittskriterium der „institutionellen Stabilität“ eine wesentliche Rolle spielte.
Polen, Estland und die Slowakei eignen sich für einen Vergleich besonders gut, weil sie einerseits sehr ähnliche Voraussetzungen mitbringen. Zunächst teilen sie die Erfahrung des real existierenden Sozialismus und die Alleinherrschaft der kommunistischen Partei. Sie haben also nicht nur sehr ähnliche Erfahrungen in Bezug auf die Verwaltung im sozialistischen Staat und die damit verbundene Personalpolitik, sondern auch hinsichtlich der nach dem Regimewechsel zu bewältigenden Aufgaben. Aus dieser Warte ist ihre Ausgangsposition nach dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus prinzipiell gleich. Auf der anderen Seite weisen sie aber auch beträchtliche Unterschiede auf. So unterscheiden sie sich stark in ihrer Größe. Auch in Bezug auf die staatliche Geschichte und Traditionen im Beamtenrecht vor dem Zweiten Weltkrieg sind erhebliche Unterschiede auszumachen. Darüber hinaus blieb allein Polen nach dem Regimewechsel als Nation bestehen und verfügte 1989/90 so über alle Attribute souveräner Staatlichkeit, während Estland diese vollkommen und die Slowakei zumindest teilweise neu aufbauen musste.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Entwicklung des Beamtenrechts vor dem Hintergrund dieser Besonderheiten nachzuzeichnen und zu vergleichen. Dazu werde ich nach der Definition einiger zentraler Begriffe (2) zunächst generell auf die Bedeutung der öffentlichen Verwaltung, die Probleme zwischen Bürokratie und Politik sowie auf die besonderen Voraussetzungen in den drei zu untersuchenden Ländern eingehen (Punkt 3). Nach einer kurzen Darstellung des Regimewandels (4), folgt die ausführliche Entwicklung und Bewertung des Beamtenrechts in Polen, Estland und der Slowakei.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beamte, Überpolitisierung und Modelle für den Staatsdienst

3. Die Prinzipal-Agent-Beziehung zwischen politischer Führung und Beamten

4. Transformation in Polen, Estland und der Slowakei

5. Die Entwicklung des Beamtenrechts in Polen, Estland und der Slowakei

6. Schluss

7. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Problem der Überpolitisierung im öffentlichen Dienst von Polen, Estland und der Slowakei vor dem Hintergrund ihrer Transformationsprozesse nach dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus. Dabei wird analysiert, wie sich die Neugestaltung des Beamtenrechts in diesen drei Staaten vollzogen hat und inwieweit die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen den Herausforderungen eines politisch neutralen und professionellen Staatsdienstes gerecht werden.

  • Vergleich der Beamtenrechtssysteme in Polen, Estland und der Slowakei
  • Analyse der Überpolitisierung als zentrales Problem der öffentlichen Verwaltung
  • Rolle der Transformation und des EU-Beitrittsdrucks für Reformprozesse
  • Anwendung der Prinzipal-Agent-Theorie auf das Verhältnis von Politik und Beamten
  • Untersuchung der strukturellen Defizite und Schlupflöcher in der Gesetzgebung

Auszug aus dem Buch

3. Die Prinzipal-Agent-Beziehung zwischen politischer Führung und Beamten

Nach Weber ist Herrschaft im Alltag primär Verwaltung. Die öffentliche Verwaltung ist für das Regieren einer Gesellschaft also von zentraler Bedeutung. Kaum eine Entscheidung der Regierung könnte ohne die öffentliche Verwaltung in die Praxis umgesetzt werden. Ein politisch neutraler Staatsdienst, wie er durch den Weber’schen Idealtypus einer modernen Bürokratie beschrieben wurde, stellt zudem eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Demokratie und für demokratische Politik dar. Als Instrument des Staates sollte solch ein Staatsdienst garantieren, dass der Staat nicht zur Verfügungsmasse der regierenden Partei wird.

Die Haupttätigkeit der öffentlichen Verwaltung besteht in der Gesetzesimplementierung. Vor allem die in der öffentlichen Verwaltung vorhandene Expertise sorgt dafür, dass Politikvorhaben im Idealfall technisch einwandfrei umgesetzt werden. Die öffentliche Verwaltung nimmt dank ihrer Expertise durch die Beratung der Politiker auch erheblichen Einfluss auf deren Entscheidungen. Politik und öffentliche Verwaltung sind also verschiedene Elemente desselben Prozesses, nämlich der Politikformulierung und der Politikumsetzung. Innerhalb der öffentlichen Verwaltung ist das Personal für die Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben eine Steuerungsebene von kaum zu überschätzender Bedeutung. Politik und Verwaltungsführung sind laut Schuppert daher im Wesentlichen Personalpolitik.

Vor dem Hintergrund der immensen Bedeutung der Beamten für den Politikprozess und ihres potentiell sehr großen Einflusses auf politische Entscheidungen, sind Konflikte vorprogrammiert, die aus divergierenden Interessen sowie aus Informationsasymmetrien zwischen politischer Führung (Prinzipal) und Beamten (Agenten) resultieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problematik der Politisierung des Staatsdienstes in den untersuchten Ländern dar und definiert das Ziel, die Entwicklung des Beamtenrechts im Kontext der Transformation zu vergleichen.

2. Beamte, Überpolitisierung und Modelle für den Staatsdienst: Es werden grundlegende Definitionen von Beamten und Politisierung geklärt sowie die Unterschiede zwischen Laufbahn- und Positionsmodellen der öffentlichen Verwaltung erläutert.

3. Die Prinzipal-Agent-Beziehung zwischen politischer Führung und Beamten: Das Kapitel analysiert die strukturellen Konfliktlinien zwischen Politikern und Beamten, die aus Interessengegensätzen und Informationsasymmetrien resultieren, besonders vor dem Hintergrund des Regimewandels.

4. Transformation in Polen, Estland und der Slowakei: Dieser Abschnitt beschreibt die politischen Umbrüche und den Weg zur Demokratisierung in den drei ausgewählten Transformationsstaaten nach 1989.

5. Die Entwicklung des Beamtenrechts in Polen, Estland und der Slowakei: Hier wird detailliert die gesetzliche Entwicklung des Beamtenrechts in den drei Ländern nachgezeichnet und die Wirksamkeit der getroffenen Reformmaßnahmen bewertet.

6. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass formale Reformen oft unzureichend blieben, da es am notwendigen politischen Willen fehlte, den Machtzuwachs durch eine professionalisierte Verwaltung zu begrenzen.

7. Literatur: Dieses Kapitel listet alle verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Dokumente auf, die zur Analyse der Verwaltungsreformen herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Beamtenrecht, Polen, Estland, Slowakei, Transformation, Überpolitisierung, öffentliche Verwaltung, Staatsdienst, Regimewechsel, Prinzipal-Agent-Theorie, EU-Beitritt, Reformen, Personalpolitik, Professionalität, Institutionelle Stabilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Politisierung des Staatsdienstes in Polen, Estland und der Slowakei nach deren Übergang von sozialistischen Systemen zu demokratischen Staaten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die Themenfelder Verwaltungsreform, Beamtenrecht, politischer Einfluss auf Personalentscheidungen und die Herausforderungen der Transformation für den Staatsapparat.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie sich das Beamtenrecht in diesen Ländern entwickelt hat und ob diese gesetzlichen Anpassungen ausreichen, um die Problematik der politisch motivierten Personalpolitik wirksam zu begrenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen komparativen Ansatz, der theoretische Konzepte der Verwaltungswissenschaft, wie die Prinzipal-Agent-Beziehung, auf die empirische Situation der drei Länder anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Beamten-Modelle, die politisch-historische Transformation der drei Länder und eine detaillierte Auswertung der jeweiligen nationalen Gesetzgebungen zum öffentlichen Dienst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Transformation, Überpolitisierung, Beamtenrecht, öffentliche Verwaltung, institutionelle Stabilität und politisch motivierte Personalentscheidungen.

Warum spielt die Europäische Union in diesem Kontext eine Rolle?

Die EU-Beitrittskriterien, speziell die Forderung nach "institutioneller Stabilität", fungierten als externer Reformdruck auf die Regierungen, um professionellere und stabilere Verwaltungsstrukturen zu schaffen.

Wie unterscheidet sich die Situation der drei Länder bei der Reform des Beamtenrechts?

Die Länder zeigen unterschiedliche Reformgeschwindigkeiten und Erfolge, wobei vor allem der fehlende politische Wille und die Tendenz, Gesetze nur formal zur "Befriedigung der EU" zu verabschieden, gemeinsame Herausforderungen darstellen.

Was ist das zentrale Ergebnis der Arbeit bezüglich der Gesetzgebung?

Das Fazit zeigt, dass zwar in allen drei Ländern formal-gesetzliche Rahmen existieren, diese jedoch oft zahlreiche Schlupflöcher lassen, die weiterhin eine politische Einflussnahme auf die Besetzung von Spitzenpositionen ermöglichen.

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Details

Title
Das Beamtenrecht in Polen, Estland und der Slowakei und das Problem der Überpolitisierung im Vergleich
College
University of Potsdam  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Zwischen Europäisierung und Transformation: Öffentliche Verwaltung in Mittel- und Osteuropa im Wandel
Grade
1,3
Author
Martin Weber (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V80246
ISBN (eBook)
9783638870061
ISBN (Book)
9783638870115
Language
German
Tags
Beamtenrecht Polen Estland Slowakei Problem Vergleich Zwischen Europäisierung Transformation Verwaltung Mittel- Osteuropa Wandel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Weber (Author), 2005, Das Beamtenrecht in Polen, Estland und der Slowakei und das Problem der Überpolitisierung im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80246
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