In dieser Hausarbeit, die sich mit dem Thema Herzinfarkt, auch als Myokardinfarkt bezeichnet, auseinandersetzt, betrachten wir eines der aktuellsten Themen, welches unsere heutige Gesellschaft beschäftigt. Schettler und Diehm (1991, S.2) unterstreichen die Wichtigkeit dieses Sachverhaltes, indem sie betonen, dass der Myokardinfarkt „in den Industrieländern den Charakter einer Epidemie angenommen“ hat. Zur Untermauerung dieser Aussage kann Lang (1992, S. 9) zitiert werden, der darauf verweist, dass die Krankheiten des Kreislaufsystems in den Industrienationen an erster Stelle der Todesursachen stehen. Deshalb liegt es nahe, den Herzinfarkt als eine Volkskrankheit zu bezeichnen. Ungerer (1999, S.6f) gibt eine der wohl umfassendsten Definitionen zu diesem Begriff. Er deklariert eine Krankheit zur Volkskrankheit, wenn ein großer Teil der Bevölkerung davon betroffen ist. Unter diesem Begriff werden Krankheiten zusammengefasst, „die an der Sterblichkeitsrate einen wesentlichen Anteil haben“. Auf diesen Sachverhalt beziehen wir uns am Anfang unserer Arbeit, indem wir den Herzinfarkt als solchen definieren, auf historische Aspekte eingehen und die allgemeinen Risikofaktoren erläutern. Hoffbauer (2005, S.304) spricht jedoch eines der wichtigsten Probleme in dieser Thematik an, denn ihrer Aussage zur Folge wird der Herzinfarkt immer noch als Männerleiden propagiert, obwohl Frauen wie Männer betroffen sind. Dies wird in der Verallgemeinerung der Risikofaktoren sowie der Symptomatik ersichtlich. Im dritten Gliederungspunkt wird auf diese Problematik eingegangen, indem die Unterschiede dargelegt werden.
Inhaltsverzeichnis
- Wenn das Herz Alarm schlägt...
- Einführung und Problemstellung
- Begründung der Themenwahl und Methodik der Recherche.....
- Das Krankheitsbild des Herzinfarkts......
- Definition Herzinfarkt..
- Historische Aspekte.………………………..\n
- Epidemiologie
- Risikofaktoren
- Beeinflussbare Risikofaktoren
- Nicht beeinflussbare Risikofaktoren
- ,,Frauenherzen - Männerherzen: Mehr als ein kleiner Unterschied“.
- Frauenspezifische Risikofaktoren
- Rauchen......
- Pille......
- Menopause
- Diabetes mellitus.
- Unterschiede in der Symptomatik .....
- Die Vernachlässigung des Themas „Frau und Herz“: Das Yentl Syndrome.
- Definition Yentl Syndrome
- Bisheriger Forschungsstand
- Diagnostik
- Therapie...\n
- Rehabilitation
- Fazit.............
- Diskussion der Rechercheergebnisse
- Stellungnahme ........
- Empfehlungen.
- Literaturverzeichnis......
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema des Herzinfarkts (auch Myokardinfarkt genannt) und analysiert die Vernachlässigung des Krankheitsbildes bei Frauen in Forschung und Therapie. Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung des Herzinfarkts als Volkskrankheit in den Industrieländern und geht auf die unterschiedlichen Symptome bei Frauen und Männern ein. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem „Yentl Syndrome“, das die Vernachlässigung der Frau in der kardiologischen Forschung und Therapie beschreibt.
- Herzinfarkt als Volkskrankheit
- Unterschiede in der Symptomatik bei Frauen und Männern
- Das „Yentl Syndrome“
- Vernachlässigung der Frau in der Forschung und Therapie
- Risikofaktoren für Frauen
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Thematik des Herzinfarkts ein und definiert das Krankheitsbild. Es wird auf die Bedeutung des Herzinfarkts als Volkskrankheit und die historischen Aspekte der Krankheit eingegangen. Das Kapitel analysiert die Risikofaktoren, wobei zwischen beeinflussbaren und nicht beeinflussbaren Faktoren unterschieden wird. Im zweiten Kapitel werden die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Krankheitsbild des Herzinfarkts beleuchtet. Es werden die frauenspezifischen Risikofaktoren und die Unterschiede in der Symptomatik zwischen Frauen und Männern diskutiert.
Das dritte Kapitel befasst sich mit dem „Yentl Syndrome“, das die Vernachlässigung der Frau in der Forschung und Therapie im Bereich der Herzinfarktbehandlung beschreibt. Das Kapitel definiert das Yentl Syndrome, beleuchtet den bisherigen Forschungsstand und geht auf die Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Herzinfarkt bei Frauen ein.
Schlüsselwörter
Herzinfarkt, Myokardinfarkt, Volkskrankheit, „Yentl Syndrome“, Geschlechterunterschiede, Frauenspezifische Risikofaktoren, Symptomatik, Forschung, Therapie, Rehabilitation.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter dem "Yentl Syndrome"?
Das Yentl Syndrome beschreibt die medizinische Vernachlässigung von Frauen in der kardiologischen Forschung und Therapie, da der Herzinfarkt oft fälschlicherweise als reines "Männerleiden" wahrgenommen wird.
Gibt es Unterschiede bei den Herzinfarkt-Symptomen zwischen Männern und Frauen?
Ja, die Arbeit beleuchtet, dass Frauen oft andere Symptome zeigen als die "klassischen" Anzeichen bei Männern, was häufig zu Fehldiagnosen führt.
Welche frauenspezifischen Risikofaktoren werden genannt?
Zu den spezifischen Risikofaktoren für Frauen gehören unter anderem die Einnahme der Pille, die Menopause sowie die Auswirkungen von Rauchen und Diabetes mellitus in Kombination mit hormonellen Faktoren.
Warum wird der Herzinfarkt als "Volkskrankheit" bezeichnet?
Er wird so genannt, weil Kreislauferkrankungen in Industrienationen die häufigste Todesursache sind und einen wesentlichen Anteil an der Sterblichkeitsrate der Gesamtbevölkerung haben.
Wie ist der aktuelle Forschungsstand zur Behandlung von Frauenherzen?
Die Arbeit kritisiert, dass Risikofaktoren und Symptomatik lange Zeit verallgemeinert (auf männliche Standards bezogen) wurden und fordert eine geschlechterspezifische Betrachtung in Diagnostik und Therapie.
Was sind nicht beeinflussbare Risikofaktoren für einen Myokardinfarkt?
Dazu zählen Faktoren wie das Alter, das Geschlecht und die genetische Veranlagung, die im Gegensatz zu Lebensstilfaktoren wie Rauchen nicht verändert werden können.
- Quote paper
- Julia Gattig (Author), Fiederike Tiegs (Author), 2006, Das „Yentl Syndrome“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80397