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Das Motiv des „heiligen Narren” am Beispiel der Figur des Azarías in dem Roman "los santos inocentes" von Miguel Delibes

Title: Das Motiv des „heiligen Narren” am Beispiel der Figur des Azarías in dem Roman "los santos inocentes" von Miguel Delibes

Seminar Paper , 2005 , 25 Pages , Grade: 1

Autor:in: Nadine Stern (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Summary Excerpt Details

Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine Analyse der Figur des Azarías in dem von Miguel Delibes 1981 zum ersten Mal veröffentlichten Roman „Los santos inocentes“.
Das Spannungsverhältnis zwischen der Ablehnung, die ein vor sich hin sabbernder Antiheld, ein sich in die Hände pinkelnder alter Einfaltspinsel, der Vögel verehrt und mit Menschen nicht klar kommt hervorruf und dem tiefen menschlichen Verständnis, das er beim Leser evoziert, macht ihn in seiner Polarität zu einem lohnenden Untersuchungsgegenstand. Beide Eigenschaften - das Provozieren von Verachtung, Mitleid, Ablehnung und das Evozieren eines positiven und über Mitleid hinausgehenden Verständnisses sind Azarías mit dem Prototypen des „heiligen Narren“ gemeinsam und machen ihn zu einem solchen- zu einem „santo inocente“. Dies jedenfalls ist die These, die der vorliegenden Arbeit zugrundeliegt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Azarias- „heiliger Narr“ oder „Unschuldiger“ – eine etymologische und kulturhistorische Einordnung

3. Azarías „heiliger Narr“ und „unschuldiger“ Tyrannenmörder - eine narrative Analyse

3.1 Azarías – Erscheinungsbild, Lebensweise und Charakteristika

3.2 Azarías und sein Verhältnis zu Natur und Tierreich

3.3. Azarías und sein Verhältnis zu den Herrschenden

4. “Los santos inocentes“ als Metapher auf das politische System und später Ausläufer der Zensur- ein Deutungsversuch

5. Schlussbemerkung

6.Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Figur des Azarías in Miguel Delibes' Roman „Los santos inocentes“ unter dem Aspekt des Motivs des „heiligen Narren“. Dabei wird untersucht, wie Delibes durch erzählerische Mittel und den Kontrast zwischen dem unschuldigen Antihelden und den rücksichtslosen Machtstrukturen eine tiefgreifende Gesellschaftskritik übt, die den Leser zur Reflexion über soziale Ungerechtigkeit und Moral anregt.

  • Die etymologische und kulturhistorische Herleitung des Motivs des „heiligen Narren“.
  • Die narrative Charakterisierung und Inszenierung der Figur Azarías.
  • Die Bedeutung der zwischenmenschlichen und tierischen Beziehungen für die Identitätsbildung des Protagonisten.
  • Die Deutung des Romans als Metapher für politische Machtverhältnisse und soziale Unterdrückung.
  • Das Spannungsfeld zwischen „Normalität“ und „Narrenfreiheit“ im Kontext des Tyrannenmordes.

Auszug aus dem Buch

3.2 Azarías und sein Verhältnis zu Natur und Tierreich

So wenig Azarías von den Menschen in seiner Umwelt beachtet wird, so wenig Beachtung er ihnen schenkt, so sehr beschäftigt er sich mit den Vögeln und der Natur: „Azarías es un hombre asocial, no aceptado por la sociedad moderna; desde luego, no por los señoritos. Y nadie comprende su amor por los pájaros y su manera, admirable, de entenderse con la amonía de la naturaleza, una naturaleza tan agreste y salvaje, en la finca, como sus propios sentimientos.“

Es ist kein Zufall, dass sich bereits im ersten Buch alles um die Beziehung Azarías´ zu seinem Milan dreht, denn dieser wird letztendlich zum Auslöser für den Konflikt und dessen Eskalation werden. Delibes kreiert mit der dargestellten Passion des Azarías für seine Vögel und für die Natur eine dieser Figur eigene Welt, ein Wertesystem, das er in dieser Form mit niemandem teilt und das doch- gerade aus der Perspektive des verstädterten und industrialisierten modernen Menschen seine Attraktivität hat, Sympathien und Verständnis weckt und auf diese Weise die moderne Welt indirekt in Frage stellt. Die intensive Beziehung, die Azarías zu seinen Vögeln- zunächst zum Milan, später zu der Dohle (aber auch zum Waldkauz) hat, wird im Roman minutiös entwickelt. Delibes beschreibt das Verhältnis Vogel- Mensch anhand der ihm eigenen einfachen und dennoch detailreichen, authentischen und gleichzeitig ausdrucksstarken Sprache.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Analyse der Figur des Azarías ein und stellt die These auf, dass er als moderner „heiliger Narr“ fungiert.

2. Azarias- „heiliger Narr“ oder „Unschuldiger“ – eine etymologische und kulturhistorische Einordnung: Hier wird das Motiv des heiligen Narren historisch und etymologisch hergeleitet und auf die Bedeutung des Romantitels bezogen.

3. Azarías „heiliger Narr“ und „unschuldiger“ Tyrannenmörder - eine narrative Analyse: Dieses Kapitel analysiert die erzählerischen Techniken zur Zeichnung der Figur Azarías sowie dessen Beziehungen zu Mensch und Tier.

4. “Los santos inocentes“ als Metapher auf das politische System und später Ausläufer der Zensur- ein Deutungsversuch: Das Kapitel interpretiert den Roman als gesellschaftskritische Metapher auf soziale Machtstrukturen und den Umgang mit Zensur.

5. Schlussbemerkung: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Rolle des Narren als soziales Korrektiv und poetisches Sprachrohr von Delibes bekräftigt.

6.Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Miguel Delibes, Los santos inocentes, heiliger Narr, santo inocente, Azarías, soziale Ungerechtigkeit, Tyrannenmord, Narrenfreiheit, Gesellschaftskritik, Spanien, Literaturanalyse, Machtstruktur, Zensur, Literaturgeschichte, Naturverbundenheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Figur des Azarías in Miguel Delibes' Roman „Los santos inocentes“ als literarisches Motiv des „heiligen Narren“.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die Aspekte der sozialen Unterdrückung, das Verhältnis zwischen Obrigkeit und den Untergebenen, die Bedeutung von Natur und Tieren sowie die moralische Ambivalenz eines „unschuldigen“ Mörders.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Delibes den Protagonisten Azarías nutzt, um durch dessen „Narrenfreiheit“ und sein Handeln außerhalb sozialer Normen die inhumanen Strukturen des herrschenden Systems aufzudecken.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Die Arbeit stützt sich auf eine narrative Analyse von Figurenanalyse, intertextuellen Bezügen und kulturhistorischen Einordnungen des Narrenmotivs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine etymologische Herleitung des Narrenmotivs, eine narrative Analyse der Figur (Erscheinungsbild, Beziehungen) und einen Deutungsversuch des Romans als politische Metapher.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie „heiliger Narr“, „soziale Ungerechtigkeit“, „Tyrannenmord“, „Delibes“ und „gesellschaftliche Hierarchie“ geprägt.

Wie unterscheidet sich der „heilige Narr“ von anderen Charakteren im Roman?

Azarías handelt impulsiv und außerhalb rationaler gesellschaftlicher Filter, was ihn laut der Autorin zum Gegenspieler des berechnenden und grausamen Herrn Iván macht.

Welche Rolle spielt der Mord im Roman für die Argumentation der Arbeit?

Der Mord wird nicht nur als Tat eines Schwachsinnigen interpretiert, sondern als Akt des „Tyrannenmords“, der die starren Machtstrukturen durchbricht und die gesellschaftliche Ordnung in Frage stellt.

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Details

Title
Das Motiv des „heiligen Narren” am Beispiel der Figur des Azarías in dem Roman "los santos inocentes" von Miguel Delibes
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Romanistik)
Course
Miguel Delibes y la novela en la España franquista y democrática
Grade
1
Author
Nadine Stern (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V80422
ISBN (eBook)
9783638870887
ISBN (Book)
9783638886628
Language
German
Tags
Motiv Narren” Beispiel Figur Azarías Roman Miguel Delibes Miguel Delibes España
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Stern (Author), 2005, Das Motiv des „heiligen Narren” am Beispiel der Figur des Azarías in dem Roman "los santos inocentes" von Miguel Delibes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80422
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