Die individuelle und gesellschaftliche Bedeutung von demokratischer Jugendkulturarbeit

Eine Untersuchung am Beispiel des Beatzentrale e.V. in Sachsen und des Jugendkulturnetzes in den neuen Bundesländern


Diplomarbeit, 2007

156 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung
2.1. Soziokultur
2.2. Vom Subkulturbegriff zum Begriff der Jugendkultur
2.3. Jugendkultur am Beginn des 21. Jahrhunderts
2.4. Jugendkulturarbeit
2.5. Jugendarbeit

3. Die Bedeutung von Jugendkulturarbeit für junge Menschen
3.1. Jugendkulturen als Sozialisationsinstanz
3.1.1 Die Lebenswelt junger Menschen im Spannungsfeld von gesellschaftlicher Pluralisierung und Individualisierung
3.1.2 Sozialisationsmöglichkeiten in Jugendkulturen
3.1.3 Musik als zentrales Element von Jugendkulturen und ihre Bedeutung für junge Menschen
3.2. Persönlichkeitsbildung durch Jugendkulturarbeit
3.2.1 Bildung in der Jugendarbeit
3.2.2 Jugendkulturarbeit als präventiver Ansatz
3.2.3 Kompetenzerwerb durch Jugendkulturarbeit

4. Kompetenzerwerb in Bands: Auswertung einer Interviewbefragung
4.1. Die Entwicklung des Interviewleitfadens
4.2. Auswertung der Interviews
4.2.1 Systematik der Auswertung
4.2.2 Selbstkompetenzen
4.2.2.1 Selbstbewußtsein
4.2.2.2 Belastbarkeit/Durchhaltevermögen
4.2.2.3 Eigeninitiative und Entscheidungsfähigkeit
4.2.3 Sozialkompetenzen
4.2.3.1 Teamfähigkeit und Kooperationsfähigkeit
4.2.3.2 Kommunikationsfähigkeit
4.2.3.3 Konfliktfähigkeit
4.2.3.4 Kritikfähigkeit
4.2.4 Kulturelle Kompetenzen - Kulturelle Identität
4.2.5 Methodenkompetenzen – Planungsfähigkeit und Organisationsfähigkeit
4.2.6 Künstlerische Kompetenzen
4.2.6.1 Kreativität
4.2.6.2 Wahrnehmung
4.2.6.3 Medienkompetenz
4.3. Zusammenfassung

5. Bedingungen für Jugendkulturarbeit
5.1. Politische Bedingungen für Jugendkulturarbeit
5.2. Verschiedene Perspektiven zur Lobby für Jugendkulturarbeit

6. Das Jugendkulturnetz in den neuen Bundesländern
6.1 Exkurs: Die Situation in Sachsen

7. Beispiel Beatzentrale e.V. – Jugendkulturarbeit in Form überregionaler Bandförderung in Sachsen
7.1. „New Chance Sachsen“
7.2. START POPULÄR
7.3. Beatrise Festival

8. Schluß

9. Literatur

Anlagen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Mit dieser Diplomarbeit möchte ich die Bedeutung von Jugendkulturarbeit sowohl für den einzelnen Jugendlichen als auch für die Gesellschaft herausstellen und damit Ar-gumente für die Förderung von Jugendkulturarbeit aufzeigen. Jugendkulturarbeit hat zum Beispiel die Möglichkeit, zum Aufbau und zur Stärkung einer demokratischen Gegenkultur bezüglich extremer Einflüsse in jugendkulturellen Szenen beizutragen. Nils Annen (MdB, Mitglied im SPD-Parteivorstand ) sagt auf der Website des Ju-gendkulturnetzes in den neuen Bundesländer dazu: „Wenn in weiten Teilen Ost-deutschlands es "cool" zu sein scheint, eine rechtsextreme Gesinnung zu haben, wenn rassistische und neonazistische Musik über den Weg der NPD-Schulhof-Aktion plötzlich die Clubs und Partys von Jugendlichen bestimmt, dann wird klar, wie wichtig es ist über die Mittel von Kunst und Musik eine demokratische Gegenkultur aufzu-bauen. Wenn vielerorts nur noch rassistische Bands den musikalischen Geschmack von Jugendlichen prägen, ist es längst an der Zeit zu zeigen, daß die Welt so viel bunter und schöner ist als braun.“[1]

Die folgende Arbeit bezieht sich nur auf demokratische Jugendkulturarbeit und dis-tanziert sich von dem, was von rechten Kreisen auch unter dem Deckmantel von Ju-gendarbeit an Versuchen, junge Menschen für rechte Gesinnungen zu gewinnen, un-ternommen wird.

Im Folgenden möchte ich zunächst einige Begriffe klären, so z.B. Was sind Jugend-kulturen? Was bedeutet Jugendkulturarbeit? Was beinhaltet der Begriff der Soziokul-tur? Dann wird die Bedeutung von Jugendkulturen für den einzelnen Jugendlichen erläutert. Jugendkulturen sollen in ihrer Funktion als Sozialisationsinstanz betrachtet werden, d.h. daß ausgehend von der Lebenswelt Jugendlicher in Zeiten gesellschaft-licher Pluralisierung und Individualisierung die Sozialisationsmöglichkeiten in Jugend-kulturen dargestellt werden sollen. Da Musik eines der zentralen Elemente von Ju-gendkulturen ist, werde ich besonders die Bedeutung von Musik für junge Menschen betrachten. Besonderes Augenmerk liegt auf der Darstellung der Möglichkeiten des Kompetenzerwerbs und der Persönlichkeitsbildung durch Jugendkulturarbeit. In die-sem Zusammenhang habe ich Interviews mit Musikern verschiedener Bands geführt, um die Möglichkeiten des Kompetenzerwerbs in jungen Bands für das weitere Leben aufzuzeigen.

Ich werde auch die gesellschaftliche Ebene betrachten und die weiterreichende Be-deutung von Jugendkulturarbeit und deren Vernetzung herausstellen. Dazu gehört es auch, die Bedingungen für Jugendkulturarbeit bezüglich der Vorgaben seitens der Politik und Wirtschaft, des Vorhandenseins einer Lobby für Jugendkulturarbeit und der Akzeptanz von Jugendkulturarbeit innerhalb der Jugendarbeit genauer zu be-trachten. Schließlich soll dieser gesamte vorangehende, eher theoretische Teil auf praktische Beispiele bezogen werden, indem der Beatzentrale e.V. in Sachsen, wel-cher Jugendkulturarbeit in Form überregionaler Bandförderung gestaltet, und das Ju-gendkulturnetz in den neuen Bundesländern exemplarisch für die Vernetzung demo-kratischer Jugendkulturarbeit vorgestellt werden. Aus der Wahl dieser Beispiele und meiner Mitarbeit beim Beatzentrale e.V. resultiert auch die Schwerpunktsetzung in-nerhalb dieser Arbeit auf Jugendkulturarbeit im Bereich der Populärmusik als einen Teilaspekt im viel umfassenderen Feld der Jugendkulturarbeit. Eine umfassendere Betrachtung der Bedeutung von Jugendkulturarbeit würde den Rahmen dieser Di-plomarbeit sprengen.

Bei der Literaturrecherche zu dieser Arbeit folgte ich einem Rat Klaus Farins, der meinte: „…wenden Sie jenen respektlos-respektvollen Stil des Samplings, der Bricolage, den die Jugendforschung den Jugendsubkulturen seit zwei Jahrzehnten als kreatives Stilprinzip attestiert, auf die Jugendforschung selbst an.“[2] Ich wendete dieses Prinzip nicht nur auf die Jugendforschung an, sondern erweiterte es noch etwas darüber hinaus und bezog auch soziologische und kulturtheoretische Literatur mit ein.

Wahrscheinlich stellt sich nun die Frage, warum gerade dieses Thema von mir bear-beitet wird. Ich denke, es begründet sich in meinem eigenen biographischen Bezug zum Thema. Seit mehreren Jahren habe ich selbst mit Jugendkulturarbeit zu tun, zu-nächst als Mithelfer bei Veranstaltungen des SPO e.V. (Soziokulturelle Projektorgani-sation), später als Mitorganisator des Festivals „Open Air Unten Wasser“ in Chem-nitz. Von 2004 an bis zur Vereinsauflösung Ende des Jahres 2005 war ich als Vor-standsmitglied des SPO e.V. mit der Organisation weiterer Konzerte für junge Men-schen in Chemnitz beschäftigt. Im Jahr 2003 absolvierte ich auch ein halbjähriges Freiwilliges Soziales Jahr im Jugendhaus in Neukirch (Lausitz), wo mein Hauptaufga-bengebiet auch im kulturellen Bereich lag. Seit dem Jahr 2006 arbeite ich im Beat-zentrale e.V. mit und bin dort hauptsächlich für die Jurykoordination des sachsenwei-ten Bandwettbewerbs „New Chance Sachsen“ zuständig.

2. Begriffsbestimmung

2.1. Soziokultur

Soziokultur bezeichnet ein Praxisfeld außerhalb der etablierten Kultur im Über-schneidungsbereich von Kultur-, Bildungs- und Sozialarbeit.[3] Aus der Kritik einer auf Kunst eingeengten Kultur und Kulturpolitik resultierte die Bezeichnung „Soziokultur“, als Versuch, Kultur als einen zu gestaltenden Ort des Lebens zu begreifen, der für jeden offen und durch jeden zu bereichern ist. Bei der Soziokultur handelt es sich um eine breitenkulturelle Praxisform mit sozialräumlicher Ausrichtung, die Podien für ge-nerations- und spartenübergreifende Gestaltung, politische Bildung, künstlerische Betätigung und Kommunikation bietet.[4]

Erstmals wird der Begriff Soziokultur systematisch von Glaser und Stahl 1974 in der Schrift „Die Wiedergewinnung des Ästhetischen“ verwendet.[5] In seiner Entstehungs-phase Anfang der 1970er Jahre wurde der Begriff „Soziokultur“ verschieden verwen-det. In der substantivischen Form war er eine Art Leitformel für eine Demokratisie-rung der Kultur. Als Adjektiv benutzt, war eine bestimmte in den 1960er Jahren he-rausgebildete kulturelle Praxis gemeint, die jenseits kultureller und staatlicher Institu-tionen um Anerkennung jenseits des Gegensatzes von Hoch- und Populärkultur kämpfte, aber um ihre Unbescholtenheit fürchtete, sobald sie staatlich legitimiert wur-de.[6] Der Begriff Soziokultur stand ab diesem Zeitpunkt für eine zunehmend auch sozialpolitisch beachtete Praxis der Selbstorganisation, der „Bürgerinitiative“ und der Stadtteilkultur.[7]

In den 1990er Jahren kam es immer wieder zu Diskussionen über die inzwischen auf kommunalpolitischer Ebene anerkannte und etablierte Soziokultur, da im selben Maße wie die politische Legitimation zunahm auch die Kritik an ihren Grundlagen wuchs. Mit dem Niedergang der „Neuen sozialen Bewegungen“ und dem Aufkom-men einer „Politik der Lebensstile“ veränderten sich die Bedingungen für die sozio-kulturelle Praxis. Sie geriet in eine Legitimationskrise, weil der soziale Gebrauch der soziokulturellen Infrastruktur immer weniger gegenkulturelle und politische Elemente enthielt und die Trägergruppe der Soziokultur einen Professionalisierungsschub durchlief, um in bestimmten Marktnischen konkurrenzfähig zu sein. Die Institutionali-sierung der Soziokultur kann als ein Schritt der Rationalisierung von der Selbstver-waltung zum Sozialmanagement, von der Wahrnehmung kulturpolitischer Aufgaben-stellungen (Kultur für alle) zu einem kundenorientierten Anbieter kultureller Dienst-leistungen, von der programmatischen Arbeit hin zu einem betriebswirtschaftlich kal-kulierten Non-Profit-Unternehmen verstanden werden.[8] Die Problematik der Sozio-kultur in den 1990er Jahren ergab sich vor allem aus der Tatsache, daß die Kulturpo-litik aufgrund von fiskalpolitischen Beschränkungen zu einer auf Werkästhetik basie-renden Politik zurückkehrte, was eine Ausgrenzung der Soziokultur zur Folge hatte, die besonders auf kommunaler Ebene häufig in den Bereich der Sozialpolitik ver-schoben wurde. Insgesamt betrachtet führten diese Auseinandersetzungen zu einem Imageschaden der Soziokultur.[9]

Die Bedeutung des Begriffs der Soziokultur für das, was ich im weiteren Verlauf dieser Arbeit erörtern möchte, liegt in der Erweiterung des Kulturbegriffes über die Hochkultur hinaus.

2.2. Vom Subkulturbegriff zum Begriff der Jugendkultur

Der Subkulturbegriff wird in der sozial- und kulturwissenschaftlichen Literatur in einer weiteren und einer engeren Bedeutung (nur bezogen auf Jugendsubkulturen) ge-braucht.[10] Eingeführt wurde der Begriff Subkultur in einem Beitrag von Milton Gordon, der 1947 „sub-culture“ als eine „sub-division of a national culture, composed of a combination of factorable social situations as class status, ethnic background, regional or urban residence, and religious affiliations“ bezeichnete.[11] Bell definierte in Anlehnung an eine Definition von Sutherland von 1952: “Unter Teilkulturen verstehen wir ’relativ kohärente kulturelle Systeme, die innerhalb des Gesamtsystems unserer nationalen Kultur eine Welt für sich darstellen`. Solche Subkulturen entwickeln struk-turelle und funktionale Eigenheiten, die ihre Mitglieder in gewissem Grade von der übrigen Gesellschaft unterscheiden.“[12] Wichtigster deutschsprachiger Theoretiker der linken Subkultur ist Rolf Schwendter, welcher seit 1975 Professor für Devianzfor-schung an der Gesamthochschule Kassel ist.[13] Bahnbrechend für die moderne Sub-kulturforschung waren die Studien des 1964 gegründeten Birminghamer Centre for Contemporary Cultural Studies (CCCS), in denen zum ersten Mal in Europa die ju-gendlichen Alltags- und Freizeitkulturen der Nachkriegszeit wirklich ernst genommen wurden.[14]

Eine genauere Definition im Sinne des breiten Subkulturkonzepts unterstreicht fünf Hauptkomponenten von Subkulturen: Subkulturen sind demnach (1) identifizierbare Teile der umfassenderen Gesellschaft, die sich in einigen Hinsichten von dieser un-terscheiden, die (2) als Teil dieser Gesellschaft zumindest einigen ihrer Regeln und Gesetze unterliegen, die (3) als Gruppen mit identifizierbaren Differenzen gegenüber der umfassenderen Gesellschaft eigene Verhaltensanforderungen für ihre Angehöri-gen haben, die (4) funktionierende Einheiten darstellen, also zumindest für einige Zwecke in der Lage sind als Gesamtheit zu handeln und (5) ein Bewußtsein von sich selbst als Einheiten haben, die sich in manchen Aspekten von der umfassenden Gesellschaft abheben.[15]

Bis in die 1960er und 70er Jahre sind jugendliche Gesellungsformen mit dem klas-sen-, schicht- oder milieuspezifisch belegten Begriff der Subkultur beschrieben wor-den, der ein hierarchisches Verhältnis zwischen den kulturellen Ausdrucksformen der Jugend und der jeweiligen dominanten Erwachsenenkultur unterstellt.[16] Einerseits ist mit dem Begriff der Subkultur eine gesellschaftliche Teilkultur gemeint, die ein Teil der offiziellen Kultur als auch die bewußte Abkehr von ihr ist. Andererseits ist unter kriminalsoziologischer Betrachtungsweise mit Subkultur aber auch eine Teilkultur am Rande der Gesellschaft gemeint.[17] Der Begriff Subkultur (sub = unter) verweist nach Baacke auf eine Oben-Unten-Konstellation, also kulturelle Bereiche unterhalb der all-gemein akzeptierten Kultur.[18] Der Begriff suggeriert nach Baacke auch, daß es sich um Teilsegmente der Gesellschaft handelt, die exakt auseinanderzudifferenzieren sind, was heute aber äußerst schwierig ist. Die Jugendsubkulturtheorie vermittelt auch den Eindruck, daß die einzelnen Subkulturen präzise in einem bestimmten Mi-lieu oder einer bestimmten Schicht lokalisierbar sind.[19] Die heutigen Jugendkulturen sind aber von den sozialen Herkunftsmilieus weitgehend abgekoppelt.[20] Meiner Meinung nach ist es heute eher von den individuell oder räumlich mehr oder weniger zufällig gegebenen Möglichkeiten abhängig, welcher oder welchen Jugendkultur(en) sich der einzelne junge Mensch zuwendet. Nach Vollbrecht wird das Subkulturkon-zept der CCCS gerade durch diese Auflösung der Milieubindungen fragwürdig. Mo-derne Gesellschaften beinhalten eine fragmentierte Kultur, die sich aus Teilkulturen mit spürbarem Einfluß auf die Lebensstilisierung zusammensetzt. Aber gerade die expressiven, ästhetisierenden und subjektiv-konstruktiven Anteile eines Lebensent-wurfs werden im ausschließlichen Bezug auf Klassen- oder Schichtzugehörigkeiten nicht miterfaßt. Vollbrecht plädiert deswegen dafür, den Begriff der Jugendsubkultu-ren durch den Lebensstilbegriff zu ersetzen[21], was den Vorteil bietet, daß auch wenig von der Mehrheitsgesellschaft abweichende Kulturen umfassender berücksichtigt werden und negative Konnotationen des Begriffs Subkultur vermieden werden. Aller-dings trifft nach Farin das Lebensstilkonzept auf bestimmte Jugendkulturen nicht zu, denn Menschen haben in der Regel nur einen „Lebensstil“, können aber durchaus mehreren Subkulturen angehören.[22]

Insgesamt hat der Begriff Subkultur etwas Stigmatisierendes und Etikettierendes und suggeriert etwas von der Gesellschaft Unerwünschtes.[23] Der Subkulturbegriff betont den Unterschied zwischen der herrschenden Kultur und jenen jugendkulturellen Strö-mungen, die sich ausdrücklich von der Normalität absetzen, abweichendes Verhalten praktizieren und von „unten“ her Widerstand und Veränderung in Gang setzen.[24] Der Begriff Subkultur enthält also immer auch die Abweichung im Sinne abweichenden Verhaltens von der eng geführten Normalität der Erwachsenenkultur.[25] Vor allem von Autoren, die den Begriff Subkultur in der engeren Bedeutung, gebunden an Jugend-subkulturen, gebrauchen, wird der Subkulturbegriff aufgrund der Entwicklung zu einem „Supermarkt der Stile“ und der Absorptionskraft der heutigen Gesellschaft in Frage gestellt oder gar nicht mehr verwendet.[26]

Unter Jugendkultur werden Verhaltensformen, Präsentationsstile und Richtungen der Populärkultur verstanden, die der Abgrenzung junger Menschen von der „Normal-kultur“ dienen. Im Hinblick auf den allgemeinen Kulturbegriff werden hier spezifische Inhalte und Formen der materiellen und vor allem aber der geistigen Kultur als Aus-druck von Eigenständigkeit, einem eigenen Lebensgefühl und eigenen Werthaltun-gen ausgebildet.[27] Der Begriff Jugendkultur steht in pädagogisch-historischen Tradi-tionen und wurde von Gustav Wyneken (1875-1964) als Gegenbegriff zur „Alterskul-tur“ geprägt[28]. Die Bezeichnung „Kultur“ meint bei Wyneken jedoch im wesentlichen schulische Bildungsgüter und steht damit in einem entscheidenden Aspekt im Ge-gensatz zum heutigen Verständnis, nach dem sich jugendkulturelles Leben eben ge-rade nicht auf die institutionell vermittelten Bildungsgüter bezieht, sondern sich in Ab-grenzung zu den traditionellen Institutionen definiert. Der Begriff Jugendkulturen ist auch deswegen nicht in jedem Zusammenhang verwendbar, da aufgrund der Viel-zahl von individuellen und veränderbaren Motivationen in den verschiedenen Szenen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den einzelnen jugendlichen Kulturen nicht mehr so klar abgrenzbar sind.

Laut der Auffassung von Thiele und Taylor in „Jugendkulturen und Gangs“, der ich mich hier gern anschließen möchte, ist der Begriff Jugendkulturen aber noch am ehesten geeignet, um Jugendliche in ihrer freizeitbezogenen Gruppenzugehörigkeit zu charakterisieren, denn es handelt sich um eine „Kultur“ von Jugendlichen, die ver-stehbar ist als Art und Weise, wie die sozialen Beziehungen einer Gruppe strukturiert und geformt sind.[29] Außerdem spricht für mich für die Verwendung des Begriffs Ju-gendkultur, daß dieser im Gegensatz zum Begriff der Subkultur keine Wertung bein-haltet. Der Plural Jugendkulturen verdeutlicht, daß es nicht um eine spezifische Kul-tur geht, sondern um ein breites Spektrum jeweils generationsspezifisch angeeigne-ter, entwickelter und ausgeprägter Stile, Verständigungsmuster und Orientierungen zur eigenen personellen Entfaltung.[30]

2.3. Jugendkultur am Beginn des 21. Jahrhunderts

Junge Menschen schaffen sich eigene Räume, in denen andere Regeln und Bedeu-tungen gelten als in der übrigen Gesellschaft. Daneben stehen die Institutionen, die sie zu funktionierenden, erfolgreichen Mitgliedern der Gesellschaft formen wollen, al-so Familie, Schule, Ausbildungsstätte usw.[31]

Jugendkulturen sind heute freizeitbezogene Absetzbewegungen auf der kulturellen Ebene[32]. d.h. daß nicht die Basis der Existenz, sondern nur bestimmte, als vorüber-gehend angesehene Verhaltensweisen von jugendkulturellen Ausprägungen betrof-fen sind. Wirtschaftlich, aber auch hinsichtlich Schule und Ausbildung, bleiben junge Menschen meist in die Gesellschaft eingegliedert.[33] Jugendkulturen suchen nach Baacke Autonomie und wählen deswegen gerade nicht die Bezugspunkte Familie oder Schule. Eine Gemeinsamkeit zwischen Wynekens Konzept und der heutigen jugendkulturellen Praxis ist, daß emanzipative Momente enthalten sind, denn junge Menschen gerade in den Jugendkulturen sind heute diejenigen, die nicht in der ge-sellschaftlichen Akzeptanz sowie in den akzeptierten und etablierten kulturellen Überlieferungen aufgehen.[34]

Die Spaltungen der Gesellschaft durchziehen auch die Jugendkulturen, so daß es real nicht nur eine Jugendkultur, sondern viele Jugendkulturen gibt, die sich vonein-ander bis zum „Krieg der Stile“ unterscheiden. Im Mittelpunkt des Stils einer Jugend-kultur steht meist eine bestimmte Musikrichtung. Dadurch wird bestimmt, welche an-deren Jugendkulturen abgelehnt werden, bis hin zum Schaffen eines absoluten Feindbildes. Musik ist das Medium, welches die Gemeinsamkeit des Gruppenge-fühls und seine symbolischen Botschaften intensiv, umfassend und unübersetzbar ausdrückt.[35] Ausgangspunkt für die Entstehung einer Jugendkultur ist häufig eine Neuerung im Bereich von Musik, Moden und Attitüden, mit welchen kleinere Gruppen von Jugendlichen ein innovatives Verhalten entwickeln, Nachahmer finden, dann al-ternative Handlungsweisen ausbilden, Werte aufstellen und aktiv weitervermitteln. Die Akzeptanz innerhalb der jeweiligen Generation entscheidet dann, ob dies zu einer richtigen Jugendkultur expandiert oder nicht.[36]

Jugend als sozialer Status wird in unserer Gesellschaft immer diffuser, da die Gren-zen von Jugend sowohl gegenüber der Kindheit als auch gegenüber dem Erwachse-nenstatus verschwimmen[37], was auch die Jugendkultur berührt. Jugend erweitert sich und wird dabei zugleich heterogener. Einerseits bedeutet eine verlängerte Aus-bildungszeit, daß der Zustand einer beruflich und privat provisorischen, abhängigen Existenz bis zum Ende des dritten Lebensjahrzehnts andauern kann. Andererseits führt die Durchsetzung der Jugendlichkeit als sozialer Norm in der Gesellschaft im-mer häufiger zur Teilnahme Älterer an Jugendmusikszenen[38], d.h. daß Jugendkultu-ren meist eine erweiterte Zeitspanne umfassen, die bis ins Erwachsenenalter an-dauern kann.[39] Die Spannweite von Jugendkultur hat sich also extrem ausgedehnt und umfaßt diejenigen, die dem folgen was gerade „in“ ist genauso wie Aktivisten, die sich mit Hingabe vom Gefühl und der Energie eines Stils erfüllen lassen und Aka-demikern, die als authentische Deuter der Jugendkultur und als kritische Verwalter ihres „eigentlichen“ Geistes auftreten.[40]

Jugendkultur ist heute auch stark orientiert an kommerziellen Interessen. In einer Zeit der Patchworkidentitäten und Erlebnisinszenierungen wird jede Handlung und jede Selbstpräsentation auf ihre Effekte hin durchkalkuliert und die Szenen und symboli-schen Codes werden immer leichter gewechselt.[41] Es geht um Selbstdarstellung mit-tels exzentrischer Ausdrucksweisen und Bricolagetechniken.[42] Bricolage bedeutet dabei, daß innerhalb der Jugendkulturen ständig neue Mischungen bzw. Varianten, bekannter Jugendkulturen entstehen.[43] So sehr sich aber auch die Bedingungen ge-genüber dem verändert haben, was Jugendkultur noch zu Beginn der 1960er Jahre war, so wenig kann man pauschal von Kommerzialisierung und Abwandlung in ma-nieristische Lebensstilmoden sprechen, denn wie weit sich der Einfallsreichtum und das Selbstbehauptungsstreben eigensinniger Jugendkulturen gegen die Kommerzia-lisierungseinflüsse heutiger Jugendfreizeit behaupten kann, ist noch offen.[44]

Jugendkulturen funktionieren als Möglichkeiten zur Erfahrungsproduktion in zersplit-terten Lebens- und verwalteten Jugendräumen. Traditionsbestände und Konventio-nen werden für alle „auf Probe“ entwertet und mit neuen Wertemustern reformiert. Ergebnis dessen ist eine eigenständige, jugendkulturelle Umsetzung von Stilen und Moden, die als eigene Weltdeutungen und Lebensalternativen vorgestellt werden.[45] Im Wesentlichen denke ich, sind Jugendkulturen aber ein Teil gelebten Lebens, was eine theoretische Begriffsbestimmung selbiger schwierig macht.

2.4. Jugendkulturarbeit

Der Begriff Jugendkulturarbeit (oder synonym dazu kulturelle Jugendbildung) be-zeichnet eine Form der Jugendarbeit, die sich mit Aneignungs- und Ausdrucksweisen im ästhetisch-medialen Bereich beschäftigt. Vordergründig sind Selbsttätigkeit, Dar-stellung der im jugendkulturellen Selbstverständnis wichtigen Themen und die eigene Entwicklung von Ausdrucksformen.[46]

Kulturelle Jugendbildung soll nach der Definition des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Persönlichkeitsbildung von Kindern und Jugendli-chen mit kulturellen Mitteln befördern und begleiten. Dabei soll kulturelle Partizipation neben der Aneignung von Techniken zum differenzierten Umgang mit Kultur und Kunst anregen und soll Möglichkeiten der bewußten und aktiven Auseinander-setzung mit der eigenen Lebenssituation eröffnen. Künstlerische Medien sollen als Mittel der Kommunikation eingesetzt werden, um Einsichten in gesellschaftliche Ver-hältnisse zu erschließen, mit dem Ziel soziale Handlungskompetenz zu entwickeln.[47]

Nach der Definition der Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit Nordrhein-West-falen e.V. bietet Jugendkulturarbeit einen Aktionsrahmen, der jungen Menschen die Chance gibt, ihre Alltags- und Lebenserfahrungen aktiv einzubringen und mit künstle-rischen Medien und ästhetischen Handlungsformen umzusetzen. Dadurch leistet Ju-gendkulturarbeit einen wichtigen Beitrag zur individuellen und sozialen Entwicklung junger Menschen. Die kulturelle Wahrnehmungsfähigkeit und Sensibilität werden ge-stärkt, junge Menschen werden befähigt und ermutigt eigene Standpunkte zu bestim-men und auch zu vertreten und sie werden zur gesellschaftlichen Mitverantwortung angeregt. Durch Jugendkulturarbeit erfolgt auch die Vermittlung von Schlüsselqualifi-kationen wie Kommunikationsfähigkeit und soziale Kompetenz, die für die weitere private und berufliche Lebensplanung wichtig sind. Kulturelle Jugendarbeit spielt des-wegen eine wichtige Rolle für die Sinnfindung und gesellschaftliche Standortbestim-mung junger Menschen.[48]

Fuchs meint: „Kulturelle Bildungsarbeit ist Persönlichkeitsentwicklung und hat eine gesellschaftspolitische Dimension. […] Kulturelle Bildungsarbeit bietet wegen ihrer Ganzheitlichkeit spezifische Chancen, Einstellungen und Überzeugungen im einzel-nen zu reflektieren und auch zu verändern. Was Vernunft-geleitete Einsicht oft nicht schafft, nämlich Verhalten zu beeinflussen: dies kann kultureller Bildungsarbeit gelin-gen.“[49]

Die verschiedenen Formen der Jugendkulturarbeit unterscheiden sich je nach kon-zeptionellen und programmatischen Rahmenbedingungen und umfassen ein Spek-trum, welches von Kulturveranstaltungen innerhalb sozialpädagogischer Einrichtun-gen bis hin zu Einrichtungen außerhalb des sozialen Sektors reicht. Jugendkulturar-beit zielt dabei zugleich auf generationen- und nationalitätenübergreifende Konzepte der Jugendarbeit. Damit befindet sich die Jugendkulturarbeit stets auf dem Mittelweg zwischen sozialpädagogischem Auftrag und Professionswissen sowie den Standards der Kulturarbeit, welche auf Gestaltung und Verständigung zielen.[50]

Da die Jugendkulturen als Absetzbewegungen im kulturellen Bereich große Bedeu-tung für die Sozialisation junger Menschen haben, wie im weiteren noch herausge-stellt werden wird, ist es im Sinne von Lebensweltorientierung folgerichtig, wenn Ju-gendkulturarbeit an den Jugendkulturen, in denen sich junge Menschen bewegen, ansetzt. Und da Musik ein zentrales Element der Jugendkulturen ist, ist die Musik auch ein wichtiger Aspekt von Jugendkulturarbeit.

Die Jugendkulturen als Verstehenshintergrund kultureller Bildungsarbeit zu betrach-ten bedeutet auch einen Wandel weg von der Auffassung, daß Jugendarbeit in erster Linie eine Instanz für schwierige und benachteiligte Zielgruppen ist.[51]

2.5. Jugendarbeit

Die Jugendarbeit ist Teil der Jugendhilfe und neben Familie, Schule, beruflicher Bil-dung und Hochschule ein eigener Bildungsbereich. Die Lern- und Sozialisationshilfen der Jugendarbeit sind geprägt durch Freiwilligkeit der Teilnahme, Flexibilität im kon-kreten Handeln und Orientierung an den Interessen und Bedürfnissen der Jugendli-chen, die weitgehend mitbestimmen und mitgestalten sollen.[52] Jugendarbeit soll jun-ge Menschen zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverant-wortung und sozialem Engagement anregen und hinführen (§11 KJHG Abs.1, Satz 2). Rechtsgrundlage der Jugendarbeit sind die §§11 und 12 des Kinder- und Ju-gendhilfegesetzes (KJHG). Die Arbeitsfelder der Jugendarbeit sind im §11 Abs.3 KJHG beschrieben und umfassen:

1. außerschulische Jugendbildung mit allgemeiner, politischer, sozialer, gesundheitlicher, kultureller, naturkundlicher und technischer Bildung
2. Jugendarbeit in Sport, Spiel und Geselligkeit
3. arbeitswelt-, schul- und familienbezogene Jugendarbeit
4. internationale Jugendarbeit
5. Kinder- und Jugenderholung
6. Jugendberatung.[53]

Der Begriff „Schwerpunkt“ im Gesetz signalisiert keinen Ausschluß anderer Ange-bote, so daß die Träger der Jugendarbeit auch unter neuen Begriffen andere, erwei-terte Angebote der Jugendarbeit entwickeln können, welche die allgemeinen Ziele und Verpflichtungen des §11 Abs. 1 KJHG konkretisieren.[54] Jugendarbeit richtet sich grundsätzlich an alle Kinder und Jugendlichen unter 27 Jahren und nicht in erster Li-nie an Problemgruppen.[55]

Heute muß sich die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf die Grundsituation der „Pluralisierung der Lebenslagen“ und der „Individualisierung von Lebensführungen“ einstellen. Jugend ist nicht mehr eindeutig zu definieren, weder zeitlich, noch als Übergangsphase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter, noch soziokulturell. Das führt dazu, daß die Jugendarbeit keine eindeutige Zielgruppe mehr hat, sondern sich immer wieder neuen jugendkulturellen Orientierungen zuwenden muß.[56] Meines Er-achtens ist Jugendkulturarbeit damit ein wichtiger Teilbereich der Jugendarbeit. Im Gegensatz zur Kulturarbeit haben Jugendhilfe und Jugendarbeit ihre gesetzliche Grundlage im KJHG und die kulturelle Bildungsarbeit ist als ein Schwerpunkt der Ju-gendarbeit auch explizit im §11 KJHG aufgeführt.[57]

3. Die Bedeutung von Jugendkulturarbeit für Jugendliche

3.1. Jugendkulturen als Sozialisationsinstanz

3.1.1 Die Lebenswelt junger Menschen im Spannungsfeld von gesellschaftlicher Pluralisierung und Individualisierung

Um die Bedeutung von Jugendkulturen als Sozialisationsinstanz zu sehen und um verstehen zu können, warum eine wirklich an jungen Menschen orientierte Jugend-kulturarbeit an deren jugendkulturellen Positionierungen ansetzen sollte, ist es zu-nächst erforderlich, die Lebenswelt junger Menschen in heutigen Gesellschaften zu betrachten. Jugendkulturen sind nur aus dem gesellschaftlichen Zusammenhang he-raus zu erklären.

Globalisierung, Enttraditionalisierung, Neoliberalismus und Individualisierung sind die zentralen epochalen sozialstrukturellen Prozesse, die die Grundlagen für die Verän-derungen des Zusammenlebens in allen gesellschaftlichen Bereichen bilden.[58] Post-moderne Gesellschaften sind durch Individualisierung und die Pluralisierung von Le-bensstilen, -entwürfen, -mustern und Wertorientierungen gekennzeichnet.[59] Indivi-dualisierung, als subjektive Seite des gesellschaftlichen Modernisierungsprozesses, ist dabei ein ambivalenter Begriff, der einerseits die Stärke autonomer Lebensgestal-tung meint, andererseits aber ebenso die dadurch produzierte enorme Belastung des Einzelnen, diese Gestaltung selber vornehmen zu müssen und auch die Verantwor-tung dafür übernehmen zu müssen.[60]

Die Zuwächse an Freiheitsdimensionen werden von den Menschen, die die Kompe-tenzen haben, die zunehmende Komplexität des sozialen Lebens für sich zu nutzen, positiv als Befreiung aus überkommenen Bindungen und Erhöhung der Entschei-dungschancen und Lebensoptionen erlebt. Andererseits werden die mit der Indivi-dualisierung einhergehenden Verunsicherungen und Ängste von Menschen, die die-se Kompetenzen eben nicht besitzen, als Belastung und als Bedrohung erlebt.[61] Wenn vieles offen und nicht mehr eindeutig geregelt ist und wenn es kaum noch Routinehandlungen gibt, die den einzelnen Menschen vom Zwang entlasten, immer neu selbst entscheiden zu müssen, dann werden solche Lebenssituationen als wenig verläßlich und instabil erlebt.[62] Vor allem die gravierenden Strukturveränderungen des Arbeitsmarktes führen für den Einzelnen zu immer höheren Kompetenz- und Mo-bilitätserwartungen und setzen ihn einem immer höheren Konkurrenzdruck aus.[63] In-dividualisierung beinhaltet eben auch das Risiko des Verlusts von gemeinschaftli-chen und gesellschaftlichen Sicherheiten, wie z.B. beim Übergang in den Beruf oder hinsichtlich eines vorhersehbaren Lebenslaufes. Eine gesellschaftliche Gewöhnung gerade an die Massenarbeitslosigkeit hat nicht stattgefunden, viel eher entwickelte sich „Statuspanik“ als Folge einer fundamental instabilen Arbeitsgesellschaft. Dies wiederum kann den Nährboden für Verdrossenheit gegenüber den politischen Institu-tionen bilden.[64] Die Verunsicherung des Einzelnen, die aus der Konfrontation mit einer immer komplexeren Wirklichkeit resultiert, erhöht seinen Bedarf nach kollekti-ven Vorgaben.[65] Im Extremfall können die gesellschaftlichen Individualisierungsschü-be und –zumutungen nicht nur zu Zweifeln und Unsicherheit, sondern auch zur Flucht in intolerante, autoritäre und fundamentalistische Weltanschauungsangebote führen, z.B. Rechtsradikalismus, totalitäre Ideologien, Xenophobie und religiöse Sek-ten.[66]

Es entsteht also nicht nur ein Handlungsspielraum für Individualität, sondern auch eine gesellschaftliche Notwendigkeit dafür[67], denn Biographien sind gestaltbar und Lebensläufe wählbar geworden, wobei die Chancen und Risiken der Individualisie-rung sehr ungleich verteilt sind[68]. Der Zusammenbruch der industriegesellschaftli-chen „Normalbiographie“ als Leben entlang stabiler Parameter wie Schulbildung, Be-rufsausbildung, stabiles Beschäftigungsverhältnis, Familiengründung, Wohlstandser-zeugung, Absicherung und sichere Rente, ist für heutige Gesellschaften charakteris-tisch.

Die lebenspraktische Relevanz von Klassen- und Schichtstrukturen wird zunehmend aufgelöst und die klassischen Gesellungsformen wie Familie, Nachbarschaft, Kir-chengemeinde, Vereine, Verbände, Betriebe, Bürokratien, Hochschulen etc. verän-dern sich grundlegend. Der Einzelne ist für seine Positionierung verstärkt selbst ver-antwortlich.[69] Die alltägliche Lebenswelt des Menschen ist „in nicht mehr sinn- und zweckhaft zusammenhängende Teilorientierungen und Zeitenklaven zersplittert. D.h. das Individuum verortet sich tagtäglich mehr oder weniger freiwillig in allerlei sozial vororganisierten intermediären Sinn-Konglomeraten, von denen keines einen über-greifenden, einen die Lebensführung insgesamt verbindlich bzw. verläßlich regeln-den Sinn vermittelt“.[70]

Es besteht ein Zusammenhang zwischen den gesellschaftlichen Strukturveränderun-gen, die durch den Begriff der Individualisierung umrissen werden können, und dem Wandel der Jugendphase.[71] Die zunehmende räumliche und soziale Zergliederung des Lebensalltags in Arbeit/Familie/Freizeit zerreißt gewachsene Sozialstrukturen. Die Anonymisierung und Individualisierung von Lebenswelten bringt neue Chancen, aber auch viele Probleme mit sich.[72] Unter diesen generellen Bedingungen sind ge-rade Jugendliche einem besonders hohen Erwartungsdruck ausgesetzt, denn in der Lebensphase Jugend kulminieren die Möglichkeitsspielräume und Anforderungen an die Individualisierungsprozesse.[73] Die Lebenslagen junger Menschen heute sind oft gekennzeichnet durch soziale Armut und hohe finanzielle Belastungen bedingt durch die hohe Jugendarbeitslosigkeit, fehlende Lehrstellen, befristete Arbeitsverhältnisse, Konkurrenz und Leistungsdruck.[74] Für viele junge Menschen ist ihre Situation ge-prägt von der Diskrepanz zwischen ihren Wünschen und selbstgestellten Ansprü-chen an die eigene Lebensführung und die eigene Lebensstilwahl und den vorhande-nen Möglichkeiten.[75]

Die Entstandardisierung von Lebensläufen macht das Leben zu einem individuellen Projekt.[76] Ob junge Menschen ihr Leben flexibel und optionsreich gestalten können oder ob sie die Orientierungen verlieren und sozial und ökonomisch benachteiligt sind, hängt von ihrem persönlichen Handlungspotential, d.h. vor allem von ihrer Mo-bilität und von ihren Selbstverwirklichungsansprüchen, ab.[77] Die Ambivalenzen der postmodernen Gesellschaft Entscheidungsfreiräume vs. Entscheidungszwänge, zu-nehmende Individualisierung vs. Standardisierung und Verlust von Gewißheiten vs. Bedürfnis nach Gewißheiten erhöhen die Anforderungen an Jugendliche für die Her-ausbildung einer eigenen Identität.[78]

Die Jugendphase in postmodernen Gesellschaften ist durch eine lebensweltliche Vielfalt der jugendlichen Lebenslagen, Lebensformen und alltäglichen Lebensstile in Familie, Schule, Ausbildung, Betrieb, Freizeit und Gleichaltrigengruppe geprägt. Die gesamtgesellschaftlichen Prozesse führen auch zur Differenzierung, Pluralisierung, Individualisierung und Globalisierung von jugendlichen Lebenslagen, jugendkulturel-len Gruppierungen und Lebensstilen sowie zur Erhöhung der Möglichkeiten Jugendli-cher zur persönlichen Ausgestaltung ihrer Biographie.[79]

Durch Arbeitslosigkeit und verlängerte Ausbildungszeiten wurde die Abhängigkeit von Eltern und Staat verlängert.[80] Die Folge ist, daß durch die Verlängerung der Schul- und Ausbildungszeiten junge Menschen zunächst einen größeren Freiraum erhalten, dessen Ende unklar ist, aber doch im kulturell und politisch erwünschten Normalfall den Erwerb jener Kompetenzen beinhalten soll, die es ermöglichen, die positiven Seiten der Individualisierung zu genießen.[81] Grundsätzlich besteht die Ge-fahr des Scheiterns dabei gerade für jene jungen Menschen, die nicht über die ent-sprechenden Kompetenzen verfügen, sich in einer solchen offenen Freiheitssituation zu behaupten (Durchhaltevermögen, Verbindlichkeit in sozialen Beziehungen, Kri-senmanagement, Planungskompetenz, Zukunftsorientierung).[82] Noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg mußten sich junge Menschen so stark mit der Zumutung ausein-andersetzen, in erheblichem Umfang nicht gebraucht zu werden bzw. nicht er-wünscht zu sein.[83] Der Erfolg rechtsextremer Strömungen in den Jugendkulturen er-klärt sich dann auch dadurch, daß diese ein Aufwertungsangebot machen.[84]

Die Verlängerung der Ausbildungszeiten, die Schwierigkeit des Übergangs vom Bil-dungssystem ins Arbeitsleben und das Fehlen „fester Fahrpläne durch die Jugend-zeit“ führen zur Entstrukturierung der Jugendphase.[85]

Die Kennzeichen des Strukturwandels der Jugendphase wurden von Fuchs (Ferchhoff zitierend) zusammengefaßt und sollen hier als Überblick noch einmal angeführt werden:[86]

- Jugend ist heute wesentlich Schuljugend, dabei garantieren höhere formale Bildungsabschlüsse nicht automatisch beruflichen Erfolg.
- Arbeit hat immer noch eine hohe Bedeutung im Leben Jugendlicher, dabei ist aber eine Verlagerung von der materiell-reproduktionsbezogenen hin zur sinnhaft- subjektbezogenen Dimension erkennbar.
- Jugend wird als eigenständige Lebensphase betrachtet und nicht mehr als Wartestand oder Übergangsphase zum Erwachsenwerden.
- Jugend erfährt eine gesellschaftliche Höherbewertung gegenüber dem Alter.
- Die wirtschaftliche Abhängigkeit von der Familie nimmt zu, gleichzeitig erfolgt eine frühzeitigere Loslösung.
- Sexualtätigkeit findet früher statt.
- In Familie und Schule erfolgt der Abbau autoritärer Strukturen.
- Es findet eine Loslösung von traditionell vorgegebenen Lebensentwürfen statt.
- Die Mutter-Rolle wird aufgewertet, die Vater-Rolle abgewertet.
- Die Größe der Familien schrumpft.
- Junge Menschen haben eine viel größere Teilhabe am Freizeit-Konsum.
- Gleichaltrige spielen eine viel größere Rolle.
- Es erfolgt eine Entpolarisierung männlicher und weiblicher Lebenswelten.
- Die sozialisierende Kraft von Musik und Mode ist gewachsen. Jugend ist Medienjugend.
- Stilisierungsmöglichkeiten werden zur gegenseitigen Abgrenzung genutzt.

Auch der Jugendbegriff an sich ist nicht mehr klar definierbar, da Jugend nicht mehr eindeutig zur Kindheit einerseits und zum Erwachsenenstatus andererseits abgrenz-bar ist.[87] Jugend ist damit im individuellen Lebenslauf immer weniger nur die Durch-gangsphase auf dem Weg von der Kindheit zum Erwachsensein. Viel eher handelt es sich um ein Kulturphänomen, welches weitgehend losgelöst von scharfen Alters-grenzen einerseits durch eigenständige Inhalte und Lebensvollzugsformen abge-grenzt ist, andererseits aber eine sehr große Heterogenität aufweist.[88]

Durch die Verlängerung der Jugendphase sind psychosoziale Neuorientierungen feststellbar, welche mit dem Begriff „Postadoleszenz“ überschrieben werden können. Gemeint ist damit nach Ferchhoff und Neubauer eine wachsende Gruppe von Men-schen, die kulturell, politisch sowie freizeitbezogen in der Gestaltung ihrer Lebensfor-men und der Wahl ihrer Lebensstile weitgehend autonom sind. Dagegen sind sie be-ruflich und ökonomisch weiterhin vom Elternhaus bzw. von sozialpolitischen Unter-stützungsleistungen abhängig und damit auch im Rahmen der Durchsetzung ihrer endgültigen Lebensplanungen zwar offen und noch nicht festgelegt, aber dennoch unselbständig. Elemente des Jugend- und des Erwachsenenstatus werden zu-sammengefügt. Damit sind jugendtypische Erlebnis- und Lebensformen inzwischen für Menschen verbindlich, die noch vor wenigen Jahrzehnten als Erwachsene defi-niert worden wären. Für viele Jugendliche sind die vorgestellten und gewünschten biographischen Übergänge in Ausbildung, Beruf und Erwachsenenwelt arbeitsmarkt-spezifisch blockiert. Für sie kommt es zu einer meist nicht gewollten und belastenden „künstlichen Verlängerung“ der Jugendzeit, der eben nicht die positiven postadoles-zenten Aspekte wie Autonomie, Selbststeuerung oder Eigenverantwortung abgewon-nen werden können.[89]

Weil gerade das Lebensalter zur Kennzeichnung der Altersphase Jugend so un-scharf geworden ist, wird nach Ferchhoff und Neubauer eher von einer Relativität des Jugendbegriffs gesprochen.[90] Auch die Entwicklungs- bzw. Handlungsaufgaben in der Jugendphase sind aufgrund der Defunktionalisierung und Entkopplung der Übergänge in der Jugendzeit in die Kritik geraten, weswegen ich auf eine Aufzählung irgendwelcher Entwicklungsaufgaben an dieser Stelle ganz verzichten möchte.[91]

3.1.2 Sozialisationsmöglichkeiten in Jugendkulturen

Unter Sozialisation wird der Prozeß der Vermittlung sozialer Normen und Wertvor-stellungen verstanden. Sozialisation umfaßt neben dem Vorgang der Erziehung auch ausdrücklich ungeplante, aber persönlichkeitsprägende Lernvorgänge, die durch eigene Erfahrungen gemacht werden.[92] Ich denke, daß Lernen durch eigene Erfah-rungen z.B. eben durch kulturelle Ausdrucks- und Betätigungsmöglichkeiten erfolgt.

Die Rahmenbedingungen der Sozialisation in der Jugendphase haben sich verän-dert[93]:

- Wandel der räumlichen Umwelt
- soziodemographischer Wandel und Wandel der Familienstruktur
- Wandel der Erwerbstätigenstruktur
- Wandel des Wohlstands
- Wandel der Schulzeit
- Wandel der Freizeitgestaltung
- Wandel der Medien
- Wandel des Konsums

Die verschiedenen Instanzen im Sozialisationsprozeß sind Familie, Straße, Kinder-garten oder Schule, Betrieb, Jugendzentrum, Jugendkulturen etc.[94] Die herkömmli-chen Sozialisationsinstanzen wie Familie und Schule mit ihren tradierten Verbindlich-keiten werden der heutigen komplexen Realität der pluralisierten Gesellschaft nicht mehr gerecht[95], denn es gibt in modernen westlichen Gesellschaften keine allgemein verbindlichen Lebensregeln mehr, die eine bestimmte Art des Übergangs von der Kindheit ins Erwachsenenalter vorgeben.[96] Die Familie hat zwar weiterhin einen ho-hen Stellenwert bei jungen Menschen, aber als Sozialisationsinstanz einen ver-gleichsweise geringen Einfluß, da sie oft keinen stabilen Rückhalt und nur noch teil-weise Orientierungshilfen bieten kann, aber junge Menschen z.B. nicht mehr in die Arbeitswelt einführen kann. Die Sozialisationsinstanz Schule spielt bei der Vermitt-lung von Kultur auch kaum mehr eine Rolle, da sich Jugendliche kulturell an Maßstäben orientieren, die außerhalb von Familie und Schule entstehen.[97] Zusätz-lich zur Erosion traditioneller Sozialisationsinstanzen und Sozialstrukturen werden die Beziehungsverhältnisse noch durch die Abwanderung aus dem ländlichen Raum in die Städte und aus dem Osten Deutschlands gen Westen anonymisiert.[98]

Wenn die Antworten traditioneller Sozialisationsagenturen der erhöhten gesellschaft-lichen Komplexität nicht mehr gerecht werden, stellt sich die Frage, welche neuen Erfahrungsräume die Entwicklung von Werthaltungen, Entscheidungskompetenzen, Verhaltensweisen, Deutungsmustern bis hin zu ganzen „Sinnwelten“ maßgeblich be-einflussen. Diese Erfahrungsräume können die Jugendkulturen bieten, die als „post-moderne Teilzeitgemeinschaften“[99] eine Sozialisationsinstanz neben Familie, Schule und Arbeitswelt sind und als solche helfen, der Verunsicherung, die aus dem Verhal-tenspluralismus der heutigen Gesellschaft entsteht, zu begegnen.

Jugendkulturen stellen damit ein funktionales Moment der modernen Kultur dar[100], sind ein entscheidendes Element bei der sozialen Selbstdarstellung und bieten die Möglichkeit des Ausprobierens, der aktiven und kreativen Entfaltung und des Zusam-menschlusses mit Gleichgesinnten. Sie helfen, die immer schwieriger und unbe-stimmter werdenden Übergänge von einem Lebensabschnitt zum nächsten zu er-leichtern, prekärer werdende Arbeits- und Familienverhältnisse zu kompensieren und individualisierte Risikostrukturen symbolisch und ästhetisch zu bearbeiten.[101]

Prägend für die Zeit des Jugendalters, und entscheidend für die Sozialisation in Ju-gendkulturen, ist nach Fuchs die Auseinandersetzung mit dem Vorgefundenen, das Finden eines eigenen Zugangs und die Realisierung von Gestaltungsabsichten und von Einflußnahme. Wesentlich ist auch die Frage, ob eine bruchlose Integration in die vorgefundene Gesellschaft und damit eine fugenlose Übernahme vorgefundener Bewertungs- und Handlungsmodelle stattfindet oder sich eigene (wenn vielleicht auch noch unklare) Selbstbehauptungsvorstellungen durchsetzen lassen.[102] Für den einzelnen jungen Menschen befriedigen jugendkulturelle Vergemeinschaftungsfor-men das Bedürfnis nach zeitweiligen Sinngemeinschaften und bringen Ordnung und Orientierung in die Flut der Erlebniswelten.[103]

In den Jugendkulturen werden die Bedürfnisse junger Menschen eingebracht, die im Zuge der Sinnproduktion und Identitätssuche in der Familie, der Schule oder anders-wo nicht zum Tragen kommen können.[104] Dort können junge Menschen ihren Auto-nomiebedürfnissen ebenso nachgehen, wie auch Bindungswünsche jenseits der Her-kunftsfamilie verwirklichen und Anerkennung erhalten.[105] Jugendkulturen bieten Halt, wenn für die individuelle emotionale und soziale Labilität bei den traditionellen päda-gogisch geprägten Instanzen des Bildungs- und Erziehungssystems kein Schutz ge-funden werden kann.

In Zusammenhang mit den gesamtgesellschaftlichen Individualisierungsprozessen haben sich auch die Jugendkulturen immer weiter ausdifferenziert.[106] So gibt es heute eine Vielzahl unterschiedlichster Jugendkulturen (Punk, Techno, HipHop, Gothics, Skinheads usw. – um nur einige wenige zu nennen). Nach dem Prinzip der Bricolage[107] entstehen aus Elementen vorhandener Jugendkulturen individuell neue. Von Schröder und Leonhardt werden Jugendkulturen als Experimentierfeld beschrie-ben, in denen sich sowohl der Einzelne erproben, worin aber auch ein Anstoß für ge-sellschaftliche Veränderungen entstehen kann.[108] Jugendkulturen sind nicht nur ein Spiegelbild der sozialen und kulturellen Lebensbedingungen einer Gesellschaft, son-dern auch ein Ausdruck der Gefühle und der psychischen Verfassung von Individuen in einer bestimmten Lebensphase.[109] Jugendkulturen beruhen auf Freiwilligkeit. Jun-ge Menschen entscheiden selbst, wie intensiv sie sich auf die Jugendkultur, mit der sie sich identifizieren, einlassen, inwieweit sie Einfluß nehmen und wie lange sie da-rin verweilen.[110]

Die Sozialisation in den Jugendkulturen wird in Abgrenzung zu den durch die Er-wachsenenwelt geprägten Sozialisationsinstanzen oft als „Selbstsozialisation“ be-zeichnet, um die Selbstbestimmung und Eigentätigkeit hervorzuheben.[111] Wenn tra-ditionelle Sozialisationsinstanzen wenig Hilfe leisten können, dann erobern sich jun-ge Menschen ihre „rezeptiven und produktiven Kompetenzen“ als ihr „populärkultu-relles Kapital“ für das Leben in heutigen Gesellschaften eben selbst.[112] Jugendkultu-relle Vergemeinschaftungsformen gehen dabei nicht mit den herkömmlichen Ver-bindlichkeitsansprüchen einher, sondern basieren auf habitueller, intellektueller, af-fektueller und vor allem ästhetischer Gesinnungsgemeinschaft.[113] Jugendkulturen haben damit eine stilbildende und emanzipatorische Dynamik, der heute jenseits von traditioneller Jugendverbandsarbeit und institutioneller offener Jugendarbeit entschei-dende innovatorische, künstlerische und kulturelle Funktionen zugesprochen wer-den.[114] Jugendkulturen bieten Räume kultureller Selbstsozialisation, stilisierter Le-bensentwürfe und ästhetischer Gestaltungen und Erfindungen.

Die kulturell-ästhetische Praxis ist gerade in den Jugendkulturen bedeutend, weil sie sinnlich-emotionales Erleben ermöglicht.[115] Junge Menschen handeln in Jugend-kulturen eigene Orientierungen und Sinnwelten aus und gestalten sie mittels ent-sprechender Symbole.[116] Die Zugehörigkeit zu einer jugendkulturellen Gruppierung und deren Bindekraft wird durch den Lebensstil ausgedrückt, als sichtbarer und er-kennbarer Ausdruck eines „bestimmten Habitus und einer Lebensform, denen sich diese Gruppen oder Gemeinschaften verpflichtet fühlen. Ein Stil ist Teil eines umfas-senden Systems von Zeichen, Symbolen und Verweisungen für soziale Orientierung: Er ist Ausdruck, Instrument und Ergebnis sozialer Orientierung“.[117] „Stil“ ist der Kern der gemeinsamen kulturellen Praxis jeglicher Jugendkulturen und erzählt von spezifi-schen Ideen und Inhalten sowie vom Selbstbewußtsein und Wissen seiner Träger.[118] Musik und Mode sind dabei die wichtigsten Mittel der Stilbildung.[119]

Die erweiterten Möglichkeiten und Gestaltungsräume sowie die jugendkulturell insze-nierte stilbildende Geltung von Medien, Mode und Konsum beinhalten dabei nicht nur positive Aspekte wie Selbstverwirklichung, Originalität, Kreativität, Souveränität etc., sondern enthalten immer auch Desintegrationsprozesse und Grenzbereiche der Ver-weigerung, Hilflosigkeit, Verzweiflung, Ausweglosigkeit und Selbstzerstörung.[120] Die ästhetische Praxis von Jugendkulturen bietet also Räume, in denen sich sowohl pro-gressive wie auch regressive Energien Ausdruck verschaffen können, denn gerade die Schattenseiten des Lebens werden von jungen Menschen meist sehr deutlich empfunden und können sich in künstlerischen Formen Expression und Luft verschaf-fen. In einigen Jugendkulturen werden vor allem die auf Veränderung zielenden le-bensbejahenden Potentiale zum Ausdruck gebracht, in anderen eher die melancholi-schen Aspekte.[121] Der Stil von Jugendkulturen ist aber kein wirklich autonomes Pro-dukt, denn junge Menschen wachsen immer in bestimmten sozialen Verhältnissen auf und setzen dieses „Rohmaterial ihrer gesellschaftlichen Existenz“ sehr unter-schiedlich in Kultur um.[122] Jugendliche Stilisierungen haben einen Wandel in ihrer Bedeutung für die jugendliche Identitätsbildung erfahren, denn nicht mehr nur die Er-zeugung von Differenz gegenüber anderen und die Suche nach Gemeinschaft unter Gleichgesinnten, sondern auch die ästhetisch-kulturelle „Sinnfindung“ aus individuel-len, identitätsstiftenden Motiven heraus, begründen die Wahl eines bestimmten ju-gendkulturell orientierten Verhaltens-, Musik- und Lebensstils.[123]

Die Produktion von Eigenem und Neuem ist zentrales Element von Jugendkultu-ren[124], obwohl heute die äußeren stilistischen Merkmale einer Jugendkultur meist schnell kommerziell vermarktet und innere Werte und kreative Aspekte vernachläs-sigt werden.[125]

Sozialisation ist ein entscheidender Aspekt der psychischen und sozialen „Identitäts-entwicklung“ und gerade die Jugendkulturen als Sozialisationsinstanz tragen auf ihre Weise dazu bei, daß eigene Identitäten herausgebildet werden.[126]

Der Wunsch eine einmal erworbene Identität lebenslang überdauernd zu konservie-ren ist nach Baacke in der pluralisierten Gesellschaft mit ständig sich verändernden neuen Sinnangeboten kaum zu verwirklichen. In den Jugendkulturen sind junge Men-schen autonome Konstrukteure lebensweltlicher Bezüge und Strukturen. Kulturelle Neuschöpfungen entstehen durch Jugendliche, „die nicht nur in Objektivationen be-stehen, sondern auch in neuen Formen der Ich-Deutung. Wenn nicht der Überzeu-gungs-Diskurs, sondern das Szenen-Arrangement im Mittelpunkt steht, wenn die Wahrheit der Oberfläche mit ihren wechselnden Schattierungen gilt, wenn auf die Optionenvielfalt durch Pluralisierung und Bricolage geantwortet wird, dann entsteht eine jugendkulturelle Identität, die das Bestimmungsmoment der Kontinuität hintan-stellt zugunsten der Relativierungs- und Beziehungsleistung.“[127]. Jugendkulturen fin-den also, indem sie die Ästhetik der Ich-Konstruktion anstelle zeitlicher Kontinuität in den Vordergrund rücken, eine konstruktive Antwort auf einen Zeitwandel, in dem auf-grund des hohen Tempos die eigene Geschichte fast täglich neu geschrieben wer-den kann. Die Ich-Identität heutiger Jugendkulturen ist nach Baacke mit dem Begriff des Recherche-Ichs beschreibbar, dessen Entwicklung mit dem Ende der Adoles-zenz nicht abgeschlossen ist, sondern ein lebenslanger Prozeß ist.[128] Das Prinzip der Identitäts-Kontinuität wird, wenn überhaupt, dann noch von Elternhaus und Schule vertreten, während die Jugendkulturen von jungen Menschen zur Identitäts-konstruktion im Sinne einer Patchwork-Identität genutzt werden.[129]

Innerhalb von Jugendkulturen ist eine individualisierte, personenbezogene Identitäts-suche in einer Gruppe möglich.[130] Selbstbild und Gruppenidentität der Jugendlichen innerhalb der Jugendszenen werden durch eine Abgrenzung nach außen erzeugt und aufrechterhalten. Diese Grenzziehungen erzeugen einerseits eine persönliche Identitätsstützung und soziale Zugehörigkeit, aber andererseits auch eine soziale Distanz nach außen.[131]

Die Neigungen von Jugendlichen ausgeprägte Gruppenidentitäten zu bilden, können auch ihre Schattenseiten haben.[132] Diese äußern sich in Form gewaltbereiter Ju-gendkulturen und durch Fremdenfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit und Intoleranz ge-genüber Minderheiten oder randständige Milieus geprägte jugendkulturelle Sze-nen.[133] Die Ablehnung von Neonazismus und Rassismus ist aber immer noch ein zentraler Image-Wert fast aller gegenwärtigen Jugendkulturen.[134]

Der Blick der Gesellschaft auf Jugendkulturen ist sehr unterschiedlich. Je nach Standpunkt des Betrachters werden sie als besondere Form abweichenden Verhal-tens, Widerstands- und Absetzbewegung, freizeitkulturelle Gruppierungen, Katalysa-tor gesamtgesellschaftlicher Probleme oder problemlösendes Angebot an Stellen, wo die gesellschaftlichen Institutionen wie Schule und Familie keinen hinreichenden Orientierungsbeitrag leisten können, gesehen.[135]

Gesamtgesellschaftlich betrachtet ist die Entstehung und Entwicklung von Jugend-kulturen notwendig, damit sich Kultur erweitern und erneuern kann. Deswegen müs-sen Jugendkulturen in der Gesamtgesellschaft gefördert werden.[136] In den Jugend-kulturen als Experimentierfeldern werden oftmals von der Gesellschaft noch unbeant-wortete Fragen aufgeworfen und Bedürfnisse thematisiert, worin gelegentlich ein An-stoß für kulturelle, politische oder soziale Veränderungen liegen kann.[137] Die Wahr-nehmung des ästhetischen Beitrags der Jugendkulturen wird aber durch die fehlende Anerkennung von Jugendkultur als Kultur und ungerechter Machtverteilung behin-dert.[138]

Jugendkulturelle Szenen haben schon immer den gesellschaftlichen Wandel beför-dert und aufgrund des gesellschaftlichen Wandels sind auch die Bedingungen des Aufwachsens heute andere geworden. Jugendkulturen spiegeln einerseits das wider, was zum jeweiligen historischen Zeitpunkt gesellschaftlich besonders wichtig ist, an-dererseits bringen junge Menschen ihr kreatives Potential in die jugendkulturellen Bewegungen ein, treiben damit den Wandel voran und verändern auf ihre Weise das, was sich in den Jugendkulturen an Gesellschaftlichem spiegelt.[139]

3.1.3 Musik als zentrales Element von Jugendkulturen und ihre Bedeutung für junge Menschen

Der Musik - ihren Inhalten, Gebrauchsmöglichkeiten und Inszenierungsformen[140] - fällt in Jugendkulturen eine Schlüsselrolle zu, da sie der erlebbarste Bestandteil von jugendkulturellen Vergemeinschaftungsformen ist.[141] Meiner Ansicht nach ist das da-rauf zurückzuführen, daß Musik Gefühle anspricht und nicht vorrangig den Verstand. Populärmusik ist das entscheidende stilbildende Element, um welches herum sich Jugendkulturen ausbilden, und damit „Sprachrohr sich wandelnder Jugendkultu-ren“[142].

Die jeweils bevorzugte musikalische Stilrichtung ist die verbindende Gemeinsamkeit innerhalb einer Jugendkultur, deren Anhänger meist Personen mit sehr unterschiedli-chem gesellschaftlichem Status, unterschiedlichen Lebensweisen und zum Teil un-terschiedlichen Weltanschauungen sind.[143] Der jeweils spezifische Musikstil dient der jugendkulturellen Selbstpositionierung, denn mit der Bevorzugung oder Ablehnung bestimmter Musikstile können junge Menschen ihre Zugehörigkeit zu einem jugend-kulturellen Stil und die Abgrenzung gegenüber anderen Stilen signalisieren.[144] Teil einer selbstgewählten Musikszene zu sein, ist der Ausdruck eines individuellen und oft als besonders empfundenen Lebensstils.[145] In der populären Musik als Aus-drucksmedium können auch eigene Weltsichten und Probleme wiedergefunden und dargestellt werden.[146] Musik in ihrer Funktion als Verständigungs- und erweitertes Ausdrucksmedium[147] ist also das „Leitmedium“ aller Jugendkulturen, impliziert ein Lebensgefühl[148], ist Sozialisations- und Identifikationsansatz und bietet eine Orientie-rungshilfe gerade in der heute durch die gesellschaftliche Pluralität gekennzeichne-ten Jugendphase.[149]

Musik ermöglicht dem Individuum aus der Isolation herauszutreten und verbindende Solidarität mit Gleichgesinnten in den Jugendkulturen zu erfahren und ist damit so-wohl ein sehr persönliches als auch ein vergemeinschaftendes Element. Die durch die Musik transportierte Emotionalität, die die Gefühle junger Menschen verstärkt oder sie kanalisiert, und Einstellungsmuster zu verschiedenen Themenkreisen befä-higen den Einzelnen, einen Anschluß an die Gefühle und Einstellungen Anderer zu finden.[150] Musik ist also häufig das zentrale Motiv für die Hinwendung zu einer be-stimmten Jugendkultur und das, was die jeweilige Szene-Philosophie, Werte und Einstellungen transportiert. Die meisten Jugendlichen hören eine bestimmte Musik-richtung, weil genau diese mit ihrem Körpergefühl und ihren Stimmungslagen am besten harmoniert oder weil diese Musik gerade im Trend liegt oder auch einfach weil das mit dieser Musik transportierte Image ihnen gefällt.[151] Oder wie Pleiner mei-ner Meinung nach sehr treffend sagt: „Rockmusik erreicht die Sprache und das Den-ken Jugendlicher, setzt an ihrer Lebenswelt und ihren Träumen an und wird zum Ka-talysator vielfältiger Lernvorgänge…“.[152] Dabei würde ich diese Aussage nicht nur auf Rockmusik beziehen, sondern auch auf HipHop, Techno usw., also auf „junge“ Musik allgemein.

Junge Menschen nutzen ihren medialen und musischen Lebenskontext aktiv zur Be-wältigung von Entwicklungsaufgaben, zur Identitätspräsentation und zum Ausprobie-ren von Lebensstilorientierungen.[153] Insbesondere populäre Musik hat für junge Men-schen Bedeutung für den Austausch mit Gleichaltrigen, ist Mittel des Genusses und der emotionalen Bewältigung, dient der Gefühlsverstärkung, der Selbstvergewisse-rung, dem Schaffen von sozialen Orientierungen, dem Pflegen gemeinsamer musika-lischer Vorlieben in Gruppen und der Entwicklung kultureller Praktiken.[154] Junge Menschen können durch Musik auch kommunikative und kreative Potenziale ent-wickeln, insbesondere durch das Selbermachen von Musik.[155] Musikinterpreten oder Medienfiguren werden als Vorbilder gesucht und eventuell erfolgt sogar die Vorberei-tung auf einen möglichen beruflichen Werdegang im Musik- oder Medienbereich.[156] Musik ist also ein Sozialisationsfeld, welches exemplarische Chancen zur spieleri-schen Erprobung und Simulation von Vorstellungen, Gefühlen und Erfahrungen, zur symbolischen Lösung von Konflikten und zur Verarbeitung von Ängsten und Aggres- sionen eröffnet und kreative Potentiale aktiviert.[157]

Fiske führte das Konzept des populärkulturellen Kapitals ein, womit das Wissen, die Kompetenzen und die besonderen Umgehensweisen gemeint sind, die sich jemand bezüglich der populären Kultur aneignet.[158] Populärkulturelles Kapital wird selbstso-zialisiert im pädagogikfreien Raum unter Gleichaltrigen erworben, wobei Musik und Medien eine große Rolle spielen. Im Zusammenhang mit Jugendkulturen ist damit die Einarbeitung in die entsprechende jugendkulturelle Symbolwelt gemeint. Populär-kulturelles Kapital verschafft soziale Anerkennung und soziale Kompetenzen in ju-gendkulturellen Vergemeinschaftungsformen und erlaubt damit dem Individuum, sich als einzigartig zu repräsentieren, soziale Zugehörigkeiten zu definieren und zu si-chern sowie sich abzugrenzen. Es bestehen Zusammenhänge zwischen der Selbst-sozialisation in Jugendkulturen, der Identitätskonstruktion, dem Lösen jugendspezifi-scher Entwicklungsaufgaben, dem Mitgliedwerden in musikalischen Jugendkulturen, dem Praktizieren sozialästhetischer und „emotionsästhetischer“ Umgehensweisen mit Musik und Medien, der Anhäufung populärkulturellen Kapitals, der Entwicklung musikalischer und medialer Präferenzen und anderer Lebensstilelemente. Mit dem populärkulturellen Wissen, das sich Jugendliche aneignen, haben sie die Möglichkeit, ihre jugendmusikkulturelle Orientierung zu nutzen, um ihr Leben besser zu bewälti-gen.[159]

Noack faßt (Nykrin zitierend) verschiedene Hörfunktionen von Musik zusammen[160], die ich hier noch einmal überblicksartig darstellen möchte, weil ich denke, daß auch dadurch die Bedeutung von Musik für junge Menschen verdeutlicht wird:

1. Musikhören kann zur Verinnerlichung und Entlastung innerer Konflikte und damit zur Stressreduzierung führen.
2. Musikhören ermöglicht die Projektion und Sinnbestimmung. Projektion meint dabei, daß der Klang der Musik als Folie benutzt werden kann, auf die Bedeutungen geheftet werden, wie z.B. bei Filmmusik. Von Jugendlichen wird die Lieblingsband als Spiegel benutzt, um sich selbst darin zu spiegeln, aber auch um Wünsche, Hoffnungen, Probleme oder Ängste zu projizieren. Sinn wird gleichzeitig subjektiv gesucht und gefunden.
3. Musik stellt auch ein Identifikationsangebot dar. Insbesondere für Jugendliche ist Musik bedeutend, um die eigene Identität zu finden und auszugestalten.
4. Musikhören bewirkt auch ein Selbstgefühl durch ästhetischen Genuß, macht also einfacher gesagt Spaß.
5. Musikhören verhilft auch zu sozialer Kompetenz, denn gemeinsames Musikhören und Kommunikation über die Musik trägt zur Orientierung aneinander und dem Lernen von Sozialität (Kontaktfähigkeit, Geselligkeit, Freundschaftlichkeit) bei.
6. Musikhören zielt auf das Verstehen von Musik und Texten ab.

Populäre Musik ist ein Kommunikationsmittel, da einerseits Gefühle, Sichtweisen, Le-benslagen und Werte ausgedrückt werden und andererseits auch gesellschaftlich re-levante oder politische Inhalte über Liedtexte transportiert werden können. Gerade durch letzteres kann Musik aber auch das Medium sein, wodurch extremistische In-halte, sowohl links- als auch rechtsextremistischer Art, vermittelt werden. Besonders im Musikbereich hat die rechte Szene in den neuen Bundesländern stark an Bedeu-tung gewonnen. Über die Musik gelingt es Rechtsextremisten, ihre Ideologie und ge-waltverherrlichende, rassistische und demokratiefeindliche Inhalte unter junge Leute zu bringen und durch Konzerte und das Verteilen der Schulhof-CDs Nachwuchs zu rekrutieren.[161] Unter anderem über den Rechtsrock hat sich die Neonaziszene zu einer eigenen Jugendkultur entwickelt.[162]

3.2. Persönlichkeitsbildung durch Jugendkulturarbeit

3.2.1 Bildung in der Jugendarbeit

Jugendarbeit ist ein informeller Bereich der Bildungsvermittlung außerhalb der institu-tionalisierten Bildungsinstanzen mit einem eigenständigen Bildungsauftrag nach §11 KJHG.[163] Die Schule ist eine wichtige Institution des Wissenserwerbs. Lernen und vor allem der Erwerb von Schlüsselkompetenzen erfolgen aber nur zum Teil in den Institutionen des Bildungswesens und gerade durch Teilhabe an kulturellen und ge- sellschaftlichen Prozessen werden wesentliche Lernprozesse in Gang gesetzt.[164] Die Bedeutung ästhetischer Bildung als notwendige Ergänzung schulischer Wissensver-mittlung wurde von Thomas Feist in einem Referat auf der Zentralen Arbeitstagung des Bundesverbandes Kulturarbeit sehr treffend formuliert: „Nur im Zusammenspiel zwischen Wissensvermittlung und ästhetischer Bildung gelangen wir zu fruchtbaren Bildungskonzepten. Bildungskonzepte, die weniger das Funktionieren von Menschen zum Ziel haben, sondern Persönlichkeiten formen wollen. Gerade in einer Zeit, wie der gegenwärtigen, in der allerorten von der Inflation des Wissens die Rede ist, be-nötigen wir ästhetische Bildung. Sie ist unverzichtbar, damit sich vor allem Kinder und Jugendliche in einer Vielzahl von Sinnenwelten Kompetenzen erwerben können, um das wichtige vom unwichtigen Wissen unterscheiden zu lernen.“[165]

Allgemein sollen durch Jugendarbeit personale und soziale Kompetenzen angeregt und vermittelt werden wie Selbständigkeit, Selbstbewußtsein, Selbstwertgefühl, der Aufbau eines Wertesystems, Eigenverantwortlichkeit, Kommunikationsfähigkeit, Ko-operationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbe-wußtsein.[166] Kulturelle Jugendbildung ist wichtig für die Vermittlung dieser Kompe-tenzen, denn sie bietet Raum zur Selbstbestimmung und –entfaltung, Raum für Eigenaktivitäten und für jugendspezifische Themen, Raum zur Entwicklung von Nei-gungen und Interessen und Raum zum Experiment.[167]

Kulturelle Jugendbildung begründet sich jugendpolitisch auf den §11 KJHG und zielt auf die Förderung der eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlich-keit durch soziales und politisches Lernen, Partizipation und Lebensweltorientierung. Von der Kultusministerkonferenz der Länder wird die kulturelle Bildung als unver-zichtbarer Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen betrachtet.[168] Im Rahmen von Jugendarbeit kann kulturelle Bildung durch die Befähigung zur krea-tiven Auseinandersetzung mit Kunst, Kultur und Alltag ein Weg sein, Antworten bzw. Lösungsansätze auf gesellschaftsrelevante Fragen zu finden.[169] Besondere Entwick-lungschancen liegen unter jugendkulturellem Blickwinkel in der Verwirklichung spezi-fischer Stil- und Ausdruckselemente, unter gruppenpädagogischem Blickwinkel im sozialen Lernen, unter biographischem Blickwinkel in der Herausbildung individueller Handlungskompetenzen und außerdem in der Kreativitätsentwicklung und Entwick-lung von Problemlösungskompetenzen.[170]

[...]


[1] http://www.jugendkulturnetz.de/unterstuetzer.php

[2] Farin (2001): generation kick.de. S. 23

[3] vgl. Behnke (2003): Soziokultur. In: Hügel (Hrsg.): Handbuch Populäre Kultur. S. 61

[4] vgl. http://www.soziokultur-sachsen.de/soziokultur.html

[5] vgl. Behnke (2003): Soziokultur. In: Hügel (Hrsg.): Handbuch Populäre Kultur. S. 62

[6] vgl. Behnke (2003): Soziokultur. In: Hügel (Hrsg.): Handbuch Populäre Kultur. S. 62/63

[7] vgl. Behnke (2003): Soziokultur. In: Hügel (Hrsg.): Handbuch Populäre Kultur. S. 64

[8] vgl. Behnke (2003): Soziokultur. In: Hügel (Hrsg.): Handbuch Populäre Kultur. S. 64

[9] vgl. Behnke (2003): Soziokultur. In: Hügel (Hrsg.): Handbuch Populäre Kultur. S. 65

[10] vgl. Wuggenig (2003): Subkultur. In: Hügel (Hrsg.): Handbuch Populäre Kultur. S. 66

[11] Gordon (1997), zit. nach Wuggenig (2003): Subkultur. In: Hügel (Hrsg.): Handbuch Populäre Kultur.

S. 67

[12] Friedeburg, zit. nach Baacke (2004): Jugend und Jugendkulturen. S. 125/126

[13] vgl. Farin (2001): generation kick.de. S. 59

[14] vgl. Farin (2001): generation kick.de. S. 61

[15] vgl. Wuggenig (2003): Subkultur. In: Hügel (Hrsg.): Handbuch Populäre Kultur. S. 67

[16] vgl. Vollbrecht (1997): Von Subkulturen zu Lebensstilen. In: SPoKK (Hrsg.): Kursbuch

Jugendkultur. S. 22

[17] vgl. Thiele/Taylor (1998): Jugendkulturen und Gangs. S. 49

[18] vgl. Baacke (2004): Jugend und Jugendkulturen. S. 133

vgl. auch Zöller (2000): Rockmusik als jugendliche Weltanschauung und Mythologie, S.29

[19] vgl. Baacke (2004): Jugend und Jugendkulturen. S. 133/134

vgl. auch Thiele/Taylor (1998): Jugendkulturen und Gangs. S. 49

[20] vgl. Vollbrecht (1997): Von Subkulturen zu Lebensstilen. In: SPoKK (Hrsg.): Kursbuch Jugendkultur.

S. 23

[21] ebd.

[22] vgl. Farin (2001): generation kick.de. S. 19

[23] vgl. Thiele/Taylor (1998): Jugendkulturen und Gangs. S. 50

[24] vgl. Schröder/ Leonhardt (1998): Jugendkulturen und Adoleszenz. S. 17

[25] vgl. Vollbrecht (1997): Von Subkulturen zu Lebensstilen. In: SPoKK (Hrsg.): Kursbuch Jugendkultur.

S. 22

[26] vgl. Wuggenig (2003): Subkultur. In: Hügel (Hrsg.): Handbuch Populäre Kultur. S. 66

[27] vgl. Thiele/Taylor (1998): Jugendkulturen und Gangs. S. 50

[28] vgl. Baacke (2004): Jugend und Jugendkulturen. S.141

vgl. auch Zöller (2000): Rockmusik als jugendliche Weltanschauung und Mythologie, S.30

[29] vgl. Thiele/Taylor (1998): Jugendkulturen und Gangs. S. 50

[30] vgl. Thiele/Taylor (1998): Jugendkulturen und Gangs. S. 51

[31] vgl. Maase (2003): Jugendkultur. In: Hügel (Hrsg.): Handbuch Populäre Kultur. S. 40

[32] vgl. Baacke (2004): Jugend und Jugendkulturen. S. 145

vgl. auch Zöller (2000): Rockmusik als jugendliche Weltanschauung und Mythologie, S.31

[33] vgl. Zöller (2000): Rockmusik als jugendliche Weltanschauung und Mythologie, S.28

[34] vgl. Baacke (2004): Jugend und Jugendkulturen. S.146

[35] vgl. Maase (2003): Jugendkultur. In: Hügel (Hrsg.): Handbuch Populäre Kultur. S. 40

[36] vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Jugendkultur

[37] vgl. Rink (2002): Beunruhigende Normalisierung: Zum Wandel von Jugendkulturen in der

Bundesrepublik Deutschland. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Aus Politik und

Zeitgeschichte (B5/2002). S.4

vgl. auch Schröder/ Leonhardt (1998): Jugendkulturen und Adoleszenz. S. 22/23

vgl. auch Zöller (2000): Rockmusik als jugendliche Weltanschauung und Mythologie, S.29

[38] vgl. Maase (2003): Jugendkultur. In: Hügel (Hrsg.): Handbuch Populäre Kultur. S. 44/45

[39] vgl. Thiele/Taylor (1998): Jugendkulturen und Gangs. S. 53

[40] vgl. Maase (2003): Jugendkultur. In: Hügel (Hrsg.): Handbuch Populäre Kultur. S. 42

[41] ebd.

[42] vgl. Vollbrecht (1997): Von Subkulturen zu Lebensstilen. In: SPoKK (Hrsg.): Kursbuch Jugendkultur.

S. 25

[43] vgl, Rink (2002): Beunruhigende Normalisierung: Zum Wandel von Jugendkulturen in der

Bundesrepublik Deutschland. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Aus Politik und

Zeitgeschichte (B5/2002). S.6

[44] vgl. Maase (2003): Jugendkultur. In: Hügel (Hrsg.): Handbuch Populäre Kultur. S. 45

[45] vgl. Thiele/Taylor (1998): Jugendkulturen und Gangs. S. 51

[46] vgl. Treptow (1997): Jugendkulturarbeit. In: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge

(Hrsg.): Fachlexikon der sozialen Arbeit, S. 524

[47] vgl. Kordfelder (2002): Jugendkulturarbeit im Vergleich. S. 16

[48] vgl. http://www.lkj-nrw.de/web/jugendkultur/definition.htm

[49] Fuchs (1992): Jugend, Jugendkultur und Gesellschaft. S.141/142

[50] vgl. Treptow (1997): Jugendkulturarbeit. In: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge

(Hrsg.): Fachlexikon der sozialen Arbeit. S. 524/525

[51] vgl. Hill (1999): Populäre Musik und Kulturpädagogik. In: Pleiner/Hill (Hrsg.): Musikmobile,

Kulturarbeit und Populäre Musik. S. 40/41

[52] vgl. Kreft (1997): Jugendarbeit. In: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.):

Fachlexikon der sozialen Arbeit. S. 510

[53] SGB VIII vom 26.06.1990, BGBl. I, S.1163, 1166, in der Fassung vom 20.06.2002 (BGBl. I, S. 1946,

1995)

[54] vgl. Kreft (1997): Jugendarbeit. In: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.):

Fachlexikon der sozialen Arbeit. S. 510

[55] vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Jugendarbeit

[56] vgl. Kreft (1997): Jugendarbeit. In: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.):

Fachlexikon der sozialen Arbeit. S. 510

[57] vgl. Fuchs (1992): Jugend, Jugendkultur und Gesellschaft. S. 167

[58] vgl. Ferchhoff (1999): Jugend an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert. S. 9

[59] vgl. Fiege,/ Nowotny (2005): Jugend und Jugendkulturen. S. 63

[60] vgl. Fuchs (1992): Jugend, Jugendkultur und Gesellschaft. S. 23/24

[61] vgl. Hitzler/ Bucher/ Niederbacher (2001): leben in szenen. formen jugendlicher vergemeinschaftung

heute. S. 14

vgl. auch Baer/Wiechmann (2005): „Culture on the Road“. In: Deutsche Jugend, 53. Jahrgang, Heft

10. S. 441

[62] vgl. Ferchhoff (1999): Jugend an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert. S. 60

[63] vgl. Hitzler/ Bucher/ Niederbacher (2001): leben in szenen. formen jugendlicher vergemeinschaftung

heute. S. 14

[64] vgl. Roth/ Rucht (2000): Jugendliche heute: Hoffnungsträger im Zukunftsloch? In: Roth/ Rucht (Hrsg.): Jugendkulturen, Politik und Protest. S. 26

[65] vgl. Hitzler/ Bucher/ Niederbacher (2001): leben in szenen. formen jugendlicher vergemeinschaftung heute. S. 17

[66] vgl. Ferchhoff (1999): Jugend an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert. S. 61

[67] vgl. Ferchhoff (1999): Jugend an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert. S. 60

[68] vgl. Ferchhoff/ Neubauer (1997): Patchwork-Jugend. S. 7

[69] vgl. Hitzler/ Bucher/ Niederbacher (2001): leben in szenen. formen jugendlicher vergemeinschaftung heute. S. 13

[70] Ferchhoff (1999): Jugend an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert. S. 177

[71] vgl. Hafeneger (2004): Jugendkulturelle Modernisierung. S. 20 vgl. auch Hitzler/ Bucher/ Niederbacher (2001): leben in szenen. formen jugendlicher vergemeinschaftung heute. S. 9

[72] vgl. Farin (1998): Jugendkulturen zwischen Kommerz & Politik. S. 16

[73] vgl. Ferchhoff/ Neubauer (1997): Patchwork-Jugend. S. 8

[74] vgl. Fiege,/ Nowotny (2005): Jugend und Jugendkulturen. S. 14

[75] vgl. Ferchhoff (1999): Jugend an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert. S. 108

[76] vgl. Müller/Glogner/Rhein,/Heim (2002): Zum sozialen Gebrauch von Musik und Medien durch Jugendliche. In: Müller u.a. (Hrsg.): Wozu Jugendliche Musik und Medien gebrauchen. S. 21

[77] vgl. Hoffmann (2002): Radionutzung von Jugendlichen – individualisiertes Alltagshandeln oder Selbstsozialisation? In: Müller u.a. (Hrsg.): Wozu Jugendliche Musik und Medien gebrauchen. S. 87

[78] vgl. Fiege,/ Nowotny (2005): Jugend und Jugendkulturen. S. 70

[79] vgl. Ferchhoff (1999): Jugend an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert. S. 63

[80] vgl. Farin (1998): Jugendkulturen zwischen Kommerz & Politik. S. 16

[81] vgl. Hitzler/ Bucher/ Niederbacher (2001): leben in szenen. formen jugendlicher vergemeinschaftung heute. S. 15

[82] vgl. Hill (1999): Populäre Musik und Kulturpädagogik. In: Pleiner/ Hill (Hrsg.): Musikmobile,

Kulturarbeit und Populäre Musik. S. 43

[83] vgl. Roth/ Rucht (2000): Jugendliche heute: Hoffnungsträger im Zukunftsloch? In: Roth/ Rucht (Hrsg.): Jugendkulturen, Politik und Protest. S. 27

[84] vgl. Roth/ Rucht (2000): Jugendliche heute: Hoffnungsträger im Zukunftsloch? In: Roth/ Rucht (Hrsg.): Jugendkulturen, Politik und Protest. S. 28

[85] vgl. Fiege,/ Nowotny (2005): Jugend und Jugendkulturen. S. 67 vgl. auch Hill (1999): Populäre Musik und Kulturpädagogik. In: Pleiner/ Hill (Hrsg.): Musikmobile, Kulturarbeit und Populäre Musik. S. 43

[86] vgl. Fuchs (1992): Jugend, Jugendkultur und Gesellschaft. S. 27/28

[87] vgl. Ferchhoff/ Neubauer (1997): Patchwork-Jugend. S. 110

[88] vgl. Hitzler/ Bucher/ Niederbacher (2001): leben in szenen. formen jugendlicher vergemeinschaftung heute. S. 9

[89] vgl. Ferchhoff/ Neubauer (1997): Patchwork-Jugend. S. 109/110

[90] vgl. Ferchhoff/ Neubauer (1997): Patchwork-Jugend. S. 111

[91] vgl. Ferchhoff/ Neubauer (1997): Patchwork-Jugend. S. 117

[92] vgl. Henecka (2006): Grundkurs Soziologie. S. 86/87

[93] vgl. Ferchhoff (1999): Jugend an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert. S. 283 - 287

[94] vgl. Fuchs (1992): Jugend, Jugendkultur und Gesellschaft. S. 94

[95] vgl. Farin (2001): generation kick.de. S. 87

[96] vgl. Schröder/ Leonhardt (1998): Jugendkulturen und Adoleszenz. S. 27 vgl. auch Rink (2002): Beunruhigende Normalisierung: Zum Wandel von Jugendkulturen in der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Aus Politik und Zeitgeschichte (B5/2002). S. 4

[97] vgl. Fiege/ Nowotny (2005): Jugend und Jugendkulturen. S. 13

[98] vgl. Farin (2001): generation kick.de. S. 211

[99] Farin (2001): generation kick.de. S. 88 vgl. auch Farin (2005): Links oder rechts: Wie politisch ist die Jugendkultur noch? In: Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Rock! Jugend und Musik in Deutschland. S. 143

[100] vgl. Rink (2002): Beunruhigende Normalisierung: Zum Wandel von Jugendkulturen in der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Aus Politik und Zeitgeschichte (B5/2002). S. 4

[101] vgl. Müller-Bachmann (2002): Neues im jugendkulturellen Raum? Kulturelle Positionen Jugendlicher. In: Müller u.a. (Hrsg.): Wozu Jugendliche Musik und Medien gebrauchen. S. 137

[102] vgl. Fuchs (1992): Jugend, Jugendkultur und Gesellschaft. S. 152

[103] vgl. Farin (2001): generation kick.de. S. 88

[104] vgl. Hill (1999): Populäre Musik und Kulturpädagogik. In: Pleiner/ Hill (Hrsg.): Musikmobile, Kulturarbeit und Populäre Musik. S. 44

[105] vgl. Schröder/ Leonhardt (1998): Jugendkulturen und Adoleszenz. S. 33/48

[106] vgl. Ferchhoff/ Neubauer (1997): Patchwork-Jugend. S. 8

[107] vgl. Rink (2002): Beunruhigende Normalisierung: Zum Wandel von Jugendkulturen in der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Aus Politik und Zeitgeschichte (B5/2002). S. 6

[108] vgl. Schröder/ Leonhardt (1998): Jugendkulturen und Adoleszenz. S. 20

[109] vgl. Schröder/ Leonhardt (1998): Jugendkulturen und Adoleszenz. S. 34/35

[110] vgl. Thiele/Taylor (1998): Jugendkulturen und Gangs. S. 53

[111] vgl. Schröder/ Leonhardt (1998): Jugendkulturen und Adoleszenz. S. 39

[112] vgl. Hill (2002): Musik als Medium in der Jugendarbeit. In: Müller u.a. (Hrsg.): Wozu Jugendliche Musik und Medien gebrauchen. S. 196

[113] vgl. Hitzler/ Bucher/ Niederbacher (2001): leben in szenen. formen jugendlicher

vergemeinschaftung heute. S. 18 vgl. auch Hitzler/Pfadenhauer (2000): Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst! In: Hettlage/Vogt (Hrsg.): Identitäten in der modernen Welt. S. 367

[114] vgl. Zacharias (2001): Kulturpädagogik. S. 120

[115] vgl. Fuchs (1992): Jugend, Jugendkultur und Gesellschaft. S. 152

[116] vgl. Hill (1999): Populäre Musik und Kulturpädagogik. In: Pleiner/ Hill (Hrsg.): Musikmobile, Kulturarbeit und Populäre Musik. S. 44

[117] Schröder/ Leonhardt (1998): Jugendkulturen und Adoleszenz. S. 21

[118] vgl. Farin (2001): generation kick.de. S. 100

[119] vgl. Hill (1999): Populäre Musik und Kulturpädagogik. In: Pleiner/ Hill (Hrsg.): Musikmobile, Kulturarbeit und Populäre Musik. S. 46

[120] vgl. Ferchhoff (1999): Jugend an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert. S. 179

[121] vgl. Schröder/ Leonhardt (1998): Jugendkulturen und Adoleszenz. S. 36

[122] vgl. Farin (2001): generation kick.de. S. 101

[123] vgl. Müller-Bachmann (2002): Neues im jugendkulturellen Raum? Kulturelle Positionen Jugendlicher. In: Müller u.a. (Hrsg.): Wozu Jugendliche Musik und Medien gebrauchen. S. 137

[124] vgl. Schröder/ Leonhardt (1998): Jugendkulturen und Adoleszenz. S. 44

[125] vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Jugendkultur

[126] vgl. Fuchs (1992): Jugend, Jugendkultur und Gesellschaft. S. 94 vgl. auch Schröder/ Leonhardt (1998): Jugendkulturen und Adoleszenz. S. 45

[127] Baacke (2004): Jugend und Jugendkulturen. S. 258

[128] vgl. Baacke (2004): Jugend und Jugendkulturen. S. 258 vgl. auch Zöller (2000): Rockmusik als jugendliche Weltanschauung und Mythologie. S. 25/26

[129] vgl. Baacke (2004): Jugend und Jugendkulturen. S. 275

[130] vgl. Vollbrecht (1997): Von Subkulturen zu Lebensstilen. In: SPoKK (Hrsg.): Kursbuch Jugendkultur. S. 25

[131] vgl. Vollbrecht (1997): Von Subkulturen zu Lebensstilen. In: SPoKK (Hrsg.): Kursbuch Jugendkultur. S. 29

[132] ebd.

[133] vgl. Hill (1999): Populäre Musik und Kulturpädagogik. In: Pleiner/ Hill (Hrsg.): Musikmobile, Kulturarbeit und Populäre Musik. S. 45

[134] vgl. Farin (1998): Jugendkulturen zwischen Kommerz & Politik. S. 12

[135] vgl. Baacke (2004): Jugend und Jugendkulturen. S. 148 vgl. auch Thiele/Taylor (1998): Jugendkulturen und Gangs. S. 51/52

[136] vgl. Fiege/ Nowotny (2005): Jugend und Jugendkulturen. S. 14

[137] vgl. Schröder/ Leonhardt (1998): Jugendkulturen und Adoleszenz. S. 20

[138] vgl. Baacke (2004): Jugend und Jugendkulturen. S. 206

[139] vgl. Schröder/ Leonhardt (1998): Jugendkulturen und Adoleszenz. S. 27

[140] vgl. Kloss/Wächter (2004): Identitätsangebote für Jugendliche in der Popmoderne. S. 24

[141] vgl. Kloss (2006): Im Osten was Neues. In: Jugendkulturnetz in den neuen Bundesländern (Hrsg.): Ans Netz gegangen. S. 6

[142] vgl. Bobsin: Popmusikförderung als Querschnittsaufgabe. http://www.jugendkulturnetz.de/artikel.php?objid=23

[143] vgl. Pape (2001): Jugend, Jugendkulturen, Jugendszenen und Musik – die Fortsetzung. In: Rösing/Phleps (Hrsg.): Beiträge zur Popularmusikforschung 27. S. 246

[144] vgl. Müller-Bachmann (2002): Neues im jugendkulturellen Raum? Kulturelle Positionen Jugendlicher. In: Müller u.a. (Hrsg.): Wozu Jugendliche Musik und Medien gebrauchen. S. 127

[145] vgl. http://www.jugendkulturnetz.de/artikel.php?id=148

[146] vgl. Hill (1999): Populäre Musik und Kulturpädagogik. In: Pleiner/ Hill (Hrsg.): Musikmobile, Kulturarbeit und Populäre Musik. S. 52

[147] vgl. Müller-Bachmann (2002): Neues im jugendkulturellen Raum? Kulturelle Positionen Jugendlicher. In: Müller u.a. (Hrsg.): Wozu Jugendliche Musik und Medien gebrauchen. S. 126

[148] vgl. Farin (2001): generation kick.de. S. 92

[149] vgl. Kloss (2006): Editorial. In: Jugendkulturnetz in den neuen Bundesländern (Hrsg.) (2006): Ans Netz gegangen. S. 2

[150] vgl. Müller-Bachmann (2002): Neues im jugendkulturellen Raum? Kulturelle Positionen Jugendlicher. In: Müller u.a. (Hrsg.): Wozu Jugendliche Musik und Medien gebrauchen. S. 126

[151] vgl. Farin (2001): generation kick.de. S. 92/93

[152] Pleiner (1999): Musikmobile in der BRD: Im Rockmobil zum Datenhighway. In: Pleiner/ Hill (Hrsg.): Musikmobile, Kulturarbeit und Populäre Musik. S. 11

[153] vgl. Müller/ Glogner/ Rhein/ Heim (2002): Zum sozialen Gebrauch von Musik und Medien durch Jugendliche. In: Müller u.a. (Hrsg.): Wozu Jugendliche Musik und Medien gebrauchen. S.20

[154] vgl. Hill (2002): Musik als Medium in der Jugendarbeit. In: Müller u.a (Hrsg.): Wozu Jugendliche Musik und Medien gebrauchen. S. 195

[155] vgl. Hill (2002): Musik als Medium in der Jugendarbeit. In: Müller u.a (Hrsg.): Wozu Jugendliche Musik und Medien gebrauchen. S. 206

[156] vgl. Müller/ Glogner/ Rhein/ Heim (2002): Zum sozialen Gebrauch von Musik und Medien durch Jugendliche. In: Müller u.a. (Hrsg.): Wozu Jugendliche Musik und Medien gebrauchen. S. 20

[157] vgl. Pleiner (1999): Musikmobile in der BRD: Im Rockmobil zum Datenhighway. In: Pleiner/ Hill (Hrsg.): Musikmobile, Kulturarbeit und Populäre Musik. S. 11

[158] vgl. Müller/ Glogner/ Rhein/ Heim (2002): Zum sozialen Gebrauch von Musik und Medien durch Jugendliche. In: Müller u.a. (Hrsg.): Wozu Jugendliche Musik und Medien gebrauchen. S.18

[159] vgl. Müller/ Glogner/ Rhein/ Heim (2002): Zum sozialen Gebrauch von Musik und Medien durch Jugendliche. In: Müller u.a. (Hrsg.): Wozu Jugendliche Musik und Medien gebrauchen. S. 19 vgl. auch Kloss/Wächter (2004): Identitätsangebote für Jugendliche in der Popmoderne. S. 20

[160] vgl. Noack (2006): Kulturpädagogik, Grundzüge und Tätigkeitsfelder. S.85/86

[161] vgl. Kloss (2006): Editorial. In: Jugendkulturnetz in den neuen Bundesländern (Hrsg.) (2006): Ans Netz gegangen. S. 2

[162] vgl. Kloss (2006): Im Osten was Neues. In: Jugendkulturnetz in den neuen Bundesländern (Hrsg.): Ans Netz gegangen. S. 7

[163] vgl. Scherr (2002): Der Bildungsauftrag in der Jugendarbeit. In: Münchmeier u.a. (Hrsg.): Bildung und Lebenskompetenz. S. 96/97 vgl. auch Sächsisches Landejugendamt (Hrsg.) (2005): Jugendhilfeplanung zu Aufgaben und Leistungen der überörtlichen Jugendverbände und Dachorganisationen im Bereich §§ 11-14 SGB VIII im Freistaat Sachsen. S. 6

[164] vgl. Timmerberg (2003): Schlüsselkompetenzen durch kulturelle Bildung. In: BKJ e.V. (Hrsg.): Kompetenzentwicklung in der kulturellen Bildung. S. 26

[165] Feist (2007): Referat zur zentralen Arbeitstagung des Bundesverbandes Kulturarbeit im Frühjahr 2007

[166] vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Jugendarbeit

[167] vgl. Hill (1999): Populäre Musik und Kulturpädagogik. In: Pleiner / Hill (Hrsg.): Musikmobile, Kulturarbeit und Populäre Musik. S. 52

[168] vgl. Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.) (2007): Empfehlungen der Kultusministerkonferenz zur kulturellen Kinder- und Jugendbildung. S. 1

[169] vgl. Kordfelder (2002): Jugendkulturarbeit im Vergleich. S. 60/61

[170] vgl. Hill (1999): Populäre Musik und Kulturpädagogik. In: Pleiner / Hill (Hrsg.): Musikmobile, Kulturarbeit und Populäre Musik. S. 53/54

Ende der Leseprobe aus 156 Seiten

Details

Titel
Die individuelle und gesellschaftliche Bedeutung von demokratischer Jugendkulturarbeit
Untertitel
Eine Untersuchung am Beispiel des Beatzentrale e.V. in Sachsen und des Jugendkulturnetzes in den neuen Bundesländern
Hochschule
Hochschule Mittweida (FH)  (Fachbereich Soziale Arbeit)
Note
2
Autor
Jahr
2007
Seiten
156
Katalognummer
V80424
ISBN (eBook)
9783638837309
ISBN (Buch)
9783638957298
Dateigröße
1108 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutung, Jugendkulturarbeit
Arbeit zitieren
Jasmin Becker (Autor), 2007, Die individuelle und gesellschaftliche Bedeutung von demokratischer Jugendkulturarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80424

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