Die Arbeit behandelt die anlässlich von Basel II entstandenen Rating-Systeme der Banken. Dabei werden vor allem die Rating-Zielgrößen der "großen" in Österreich tätigen Banken mit einander verglichen. Das Ergebnis der Untersuchung - ein umfassender und gewichteter Kriterienkatalog, bietet Unternehmen die Möglichkeit in einem Self-Assessment ihr eigenes Rating zu verbessern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Hinführung zum Thema
1.2. Zielsetzung
1.3. Methodisches Vorgehen
1.4. Problemabgrenzung
2. Theoretischer Teil
2.1. Die neuen Rahmenbedingungen durch Basel II
2.1.1. Die Entwicklung der Basler Eigenkapitalvereinbarung
2.1.2. Die Inhalte von Basel II
2.1.3. Mindestkapitalanforderungen
2.1.4. Berechnung des Kreditrisikos
2.2. Bankinterne Ratings
2.2.1. Rating-Systeme
2.2.2. Elemente des Ratings
2.2.3. Der Einfluss des Ratings auf die Kreditkonditionen
2.3. Österreichische Banken und ihre Rating-Kriterien
2.3.1. Die österreichische Bankenlandschaft
2.3.2. Die Rating-Kriterien der österreichischen Bankengruppen
2.3.3. Gliederung und Definition der Hard-Facts
2.3.4. Gliederung der Soft-Facts
3. Empirische Untersuchung
3.1. Untersuchungsdesign
3.1.1. Problemstellung und Zielsetzung
3.1.2. Umfang der Untersuchung
3.1.3. Entwicklung und Zusammenstellung des Fragebogens
3.1.4. Durchführung der Untersuchung und Auswertung
3.2. Vergleich der Rating-Verfahren österreichischer Bankengruppen
3.2.1. Wahl des Rating-Ansatzes zur Eigenkapitalunterlegung
3.2.2. Dauer des Einsatzes des Rating-Systems
3.2.3. Einheitliche Anwendung der Rating-Systeme
3.2.4. Unterscheidungsmerkmale der Rating-Verfahren
3.2.5. Berücksichtigung von ausserbilanziellen Faktoren
3.2.6. Verbesserung des Ratings aufgrund der Soft-Facts
3.2.7. Bestmögliches Rating für mittelständische Unternehmen
3.2.8. Warnsignale und Negativinformationen
3.2.9. Gewichtung der Hard- gegenüber den Soft-Facts
3.3. Zielgrössen und Gewichtung der Rating-Kriterien
3.3.1. Anzahl der Nennungen und Zielgrössen der Hard-Facts
3.3.2. Gewichtung der Hard-Facts
3.3.3. Anzahl der Nennungen und Zielgrössen der Soft-Facts
3.3.4. Gewichtung der Soft-Facts
3.4. Kriterienkatalog
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit erstellt einen Kriterienkatalog, der mittelständischen Unternehmen in Österreich als Orientierungshilfe dient, um ihr Bankenrating zu verbessern. Ziel ist es, Informationslücken bezüglich der von Banken verwendeten Rating-Kriterien, deren Gewichtung und anzustrebender Zielgrössen zu schließen.
- Analyse der Rating-Verfahren unter Berücksichtigung von Basel II.
- Unterscheidung und Gewichtung von Hard-Facts (quantitativ) und Soft-Facts (qualitativ).
- Vergleich der Rating-Systeme der sechs größten österreichischen Bankengruppen.
- Erstellung eines Kriterienkatalogs zur Selbstbeurteilung für mittelständische Unternehmen.
Auszug aus dem Buch
3.2.7. Bestmögliches Rating für mittelständische Unternehmen
Nicht alle hier untersuchten bankinternen Ratings eröffnen mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit, die oberste Ratingstufe zu erreichen. Diese Stufe ist oft kommunalen Institutionen (Bund, Länder und Gemeinden) sowie Grossunternehmen vorbehalten. Die Chance, eine bestimmte Ratingklasse zu erreichen, hängt bei einigen Banken vor allem von der Grösse des zu ratenden Unternehmens ab.
Bei der BA-CA, sowie bei der Erste Bank und den Sparkassen ist es einem mittelständischen Unternehmen grundsätzlich möglich, die oberste Ratingstufe zu erreichen. Es wurde jedoch angemerkt, dass diese nur in wenigen Fällen von mittelständischen Unternehmen erreicht würde. Die Sparkasse wertet ein Erreichen der Ratingstufe 3.0 (entspricht einer PD von 0,05 %) bereits als „sehr gutes“ Rating für den Mittelstand.
Alle anderen Banken sehen für mittelständische Unternehmen (mit einem Umsatz bis 50 Mio. Euro) eine Deckelung vor. Dies bedeutet, dass eine bestimmte Ratingstufe nicht überschritten werden kann. Die einzelnen maximal zu erreichenden Ratingsstufen können aufgrund der unterschiedlichen Ratingskalen, wie bereits weiter oben erwähnt, nicht direkt mit einander verglichen werden. Jedoch ist es möglich, die zugrunde liegenden Ausfallswahrscheinlichkeiten der Ratingskalen miteinander zu vergleichen. Dabei zeigt sich, dass die Limits der Banken einer PD von 0,05 bis 0,16 % entsprechen.
Der Begriff „erstklassiges Bankenrating“, der in dieser Arbeit öfter verwendet wird, muss an dieser Stelle aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse relativiert bzw. genauer definiert werden. Da es für mittelständische Unternehmen nur teilweise möglich ist, die oberste Ratingstufe zu erreichen, soll fortan unter einem „erstklassigen Rating“ das höchste zu erreichende bzw. bestmögliche Rating verstanden werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik von Basel II für österreichische KMU und Darstellung der Zielsetzung sowie des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. Theoretischer Teil: Detaillierte Erläuterung der Rahmenbedingungen durch Basel II, der bankinternen Rating-Systeme sowie der generellen Kriterienlandschaft österreichischer Banken.
3. Empirische Untersuchung: Durchführung einer Expertenbefragung bei den sechs größten Bankengruppen Österreichs, Analyse der Rating-Verfahren und Entwicklung eines Kriterienkatalogs.
4. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Untersuchungsergebnisse, die den Einfluss von Hard- und Soft-Facts auf das Rating von mittelständischen Unternehmen bewertet.
Schlüsselwörter
Basel II, Bankenrating, KMU, Kreditrisiko, Hard-Facts, Soft-Facts, Eigenkapitalunterlegung, Bonität, Ausfallswahrscheinlichkeit, Rating-Systeme, Finanzkennzahlen, Unternehmensanalyse, Kriterienkatalog, Risikogewichtung, österreichische Banken.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Master Thesis grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Kriterien und Zielgrößen für ein erstklassiges Bankenrating mittelständischer Unternehmen in Österreich vor dem Hintergrund der Einführung von Basel II.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Auswirkungen der Bankenregulierung (Basel II), der Aufbau bankinterner Rating-Systeme sowie die detaillierte Analyse qualitativer und quantitativer Rating-Faktoren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Erstellung eines Kriterienkatalogs, der mittelständischen Unternehmen konkrete Orientierungspunkte zur Verbesserung ihrer Bonitätseinstufung durch Banken liefert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine qualitative Expertenbefragung unter Vertretern der sechs größten österreichischen Bankengruppen durchgeführt, ergänzt durch eine Analyse der veröffentlichten Rating-Broschüren der Institute.
Welche Inhalte bilden den Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Basel II und Rating-Grundlagen sowie einen empirischen Teil, der die Vergleichsanalyse der Rating-Verfahren und die Gewichtung der Kriterien präsentiert.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Besonders prägend sind die Begriffe Basel II, Rating-Verfahren, Hard-Facts, Soft-Facts und KMU-Finanzierung.
Gibt es Unterschiede in der Bewertung von KMU je nach Bank?
Ja, die Arbeit zeigt, dass Banken zwar ähnliche Kriterien nutzen, jedoch bei Gewichtung, Ratingskalen und der Möglichkeit, eine „erstklassige“ Stufe zu erreichen, teils beachtlich voneinander abweichen.
Wie stark beeinflussen Soft-Facts das Rating im Vergleich zu Hard-Facts?
Entgegen weitläufiger Annahmen ist der Einfluss von Soft-Facts limitiert; Hard-Facts (Bilanzkennzahlen) haben bei mittelständischen Unternehmen in der Regel eine stärkere Gewichtung.
Welchen Stellenwert nimmt die Unternehmensgröße ein?
Die Unternehmensgröße beeinflusst das Rating signifikant, da sie oft über die Anwendung bestimmter Rating-Verfahren entscheidet und die Gewichtung der Hard- gegenüber den Soft-Facts bestimmt.
- Quote paper
- Mag.(FH); MBA Robert Strolz (Author), 2006, Kriterien und Zielgrößen für ein erstklassiges Bankenrating mittelständischer Unternehmen in Österreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80433