Therapieziele stationärer akutpsychiatrischer Behandlung bei Psychose-Erkrankungen

Ergebnisse einer trialogischen Befragung durch Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige und Professionelle


Diplomarbeit, 2005

368 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Protokolle
1.1 Protokoll Nr. 1
1.2 Protokoll Nr. 2
1.3 Protokoll Nr. 3
1.4 Protokoll Nr. 4
1.5 Protokoll Nr. 5
1.6 Protokoll Nr. 6
1.7 Protokoll Nr. 7
1.8 Protokoll Nr. 8
1.9 Protokoll Nr. 9
1.10 Protokoll Nr. 10
1.11 Protokoll Nr. 11
1.12 Protokoll Nr.12
1.13 Protokoll Nr. 13
1.14 Protokoll Nr. 14
1.15 Protokoll Nr. 15
1.16 Protokoll Nr. 16
1.17 Protokoll Nr. 17
1.18 Protokoll Nr.18
1.19 Protokoll Nr. 19
1.20 Protokoll Nr. 20
1.21 Protokoll Nr. 21
1.22 Protokoll Nr. 22
1.23 Protokoll Nr. 23
1.24 Protokoll Nr. 24

2 Die Transkripte der Gruppendiskussionen
2.1 Die erste Gruppendiskussion der Psychiatrie-Erfahrenen
2.2 Die erste Gruppendiskussion der Angehörigen
2.3 Die erste Gruppendiskussion der Professionellen
2.4 Die zweite Gruppendiskussion der Psychiatrie-Erfahrenen
2.5 Die zweite Gruppendiskussion der Angehörigen
2.6 Die zweite Gruppendiskussion der Professionellen
2.7 Die Gruppendiskussion der Psychiatrie-Erfahrenen, Angehörigen und Professionellen

3 Randnotizen zu den Gruppendiskussionen
3.1 Die erste Gruppendiskussion der Psychiatrie-Erfahrenen
3.2 Die erste Gruppendiskussion der Angehörigen
3.3 Die erste Gruppendiskussion der Professionellen
3.4 Die zweite Gruppendiskussion der Psychiatrie-Erfahrenen
3.5 Die zweite Gruppendiskussion der Angehörigen
3.6 Die zweite Gruppendiskussion der Professionellen
3.7 Die Gruppendiskussion der Psychiatrie-Erfahrenen, Angehörigen und Professionellen

4 Tabellen zur qualitativen Inhaltsanalyse der Transkripte der Gruppendiskussionen
4.1 Die erste Gruppendiskussion der Psychiatrie-Erfahrenen
4.2 Die erste Gruppendiskussion der Angehörigen
4.3 Die erste Gruppendiskussion der Professionellen
4.4 Die zweite Gruppendiskussion der Psychiatrie-Erfahrenen
4.5 Die zweite Gruppendiskussion der Angehörigen
4.6 Die zweite Gruppendiskussion der Professionellen
4.7 Die Gruppendiskussion der Psychiatrie-Erfahrenen, Angehörigen und Professionellen

5 Fragebogenversionen
5.1 Originalversion - Fragebogen zu persönlichen Therapiezielen
5.2 FB für Psychiatrie-Erfahrene
5.3 FB für Angehörige
5.4 FB für Professionelle

6 Kategoriensysteme aus der zweiten Erhebungsphase
6.1 Gruppendiskussion der Psychiatrie-Erfahrenen
6.1.1 Reaktionen zu den Kernaussagen der Professionellen
6.1.2 Reaktionen zu den Kernaussagen der Angehörigen
6.2 Gruppendiskussion der Angehörigen
6.2.1 Reaktionen zu den Kernaussagen der Professionellen
6.2.2 Reaktionen zu den Kernaussagen der Psychiatrie-Erfahrenen
6.3 Gruppendiskussion der Professionellen
6.3.1 Reaktionen zu den Kernaussagen der Angehörigen
6.3.2 Reaktionen zu den Kernaussagen der Psychiatrie-Erfahrenen

7 Kategoriensysteme aus der dritten Erhebungsphase
7.1 Wortmeldungen zu den Kernaussagen der Psychiatrie-Erfahrenen aus Erhebungsphase 2
7.2 Wortmeldungen zu den Kernaussagen der Angehörigen aus Erhebungsphase 2
7.3 Wortmeldungen zu den Kernaussagen der Professionellen aus Erhebungsphase 2

1 Protokolle

1.1 Protokoll Nr. 1

Sibylle Prins 30.01.2004

Christian Zechert

Melanie Melz

Erste Themenvorschläge für ein „trialogisches Forschungsprojekt“

Am ersten Treffen der Arbeitsgruppe "trialogische Forschung" nahmen

- Frau Sibylle Prins, Vorsitzende des Vereins für Psychiatrieerfahrene Bielefeld,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz,

teil.

Folgende Themen für ein „trialogisches Forschungsprojekt“ wurden vorgeschlagen und diskutiert:

Frau Prins:

1. Was denken / erwarten Professionelle und Psychiatrieerfahrene voneinander?
2. „geflickte Familien“ (Wie haben sie die „Krise“ gemeistert?)
3. alles rund um die Selbsthilfe
4. Was können die Parteien (v.a. die Betroffenen?) mit den gängigen unterschiedlichen „Krankheitsmodellen“ (medizinisches vs. biografisches) anfangen?
5. Inanspruchnahme von ambulanter Psychotherapie bei Schizophrenie
6. Diagnosen und ihre Wirkung
7. Krankheit als Lebensinhalt

Herr Zechert :

Das Thema sollte außergewöhnlich und provozierend sein und, wenn möglich, die gängigen Theorien, Annahmen, Behauptungen etc. nicht so sehr bedienen.

Frau Melz:

1. Welche Ursachen, Wirkungen und Zusammenhänge von Unzufriedenheiten in der Kooperation geben die Parteien an? Welche gegenseitigen Erwartungen bestehen?
2. eventuelles Miteinbinden der Hypothese: Pessimismus als Schutzfunktion

Im Verlauf des Gespräches kristallisierten sich zwei Themenvorschläge besonders heraus:

a) die gegenseitigen Erwartungen von Betroffenen, Angehörigen und Professionellen aneinander
b) das Thema der Selbsthilfe - "Wo sehen Sie die Grenzen von Selbsthilfe?"

Frau Prins konnte zudem folgende Motivationen für die Teilnahme an einem trialogischen Forschungsprojekt für sich reflektieren:

- negative Motivationen:

- Verärgerung über die Forschungsliteratur, in denen Psychiatrie-Erfahrene so distanziert beurteilt werden, dass sie nur noch als „Objekte“ erkennbar sind. Ihre subjektive Sichtweise wird oft vor dem Hintergrund psychiatrischer Theorien lediglich defizitär bewertet.
- Keine Einfluss- bzw. Kommentierungsmöglichkeiten der untersuchten Personen(-gruppe) auf Fragestellung, Forschungsprozess oder Ergebnis.
- Eigene Teilnahme als Probandin: In gegebenen Interviews kam es zu sachlichen Fehlern (Transkriptionsfehler, Fehler in Wiedergabe und Bewertung) sowie Beurteilungen, mit denen ich nicht einverstanden war. Ich hatte nicht einmal die Möglichkeit, kommentierend dazu Stellung zu nehmen. Bei einem klinischen Forschungsprojekt gingen viele Fragen an meiner eigentlichen Problematik „vorbei“.

- positive Motivationen:

- Ich habe Interesse, mich an einem Forschungsprojekt zu beteiligen (unabhängig von der Themenstellung
- Ich habe die Hoffnung, auf Thema, Verlauf und Ergebnisauswertung Einfluss nehmen zu können bzw. dieses zumindest kommentierend zu begleiten, so dass die „Subjekte“ der Forschung wenigstens vertretungsweise ihre Interessen ins Spiel bringen können und hierhin nicht lediglich fremdbestimmt „benutzt“ werden.

1.2 Protokoll Nr. 2

Sibylle Prins 13.02.2004

Reinhild Gürtler

Christian Zechert

Melanie Melz

Protokoll zum zweiten Treffen der Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 13.2.2004

Am zweiten Treffen der Arbeitsgruppe "trialogisches Forschungsprojekt" nahmen

- Frau Sibylle Prins, Vorsitzende des Vereins für Psychiatrieerfahrene Bielefeld,
- Frau Reinhild Gürtler, Angehörige,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin,

teil.

Das Treffen gestaltete sich inhaltlich im Rahmen einer Agenda, die zusammen diskutiert wurde. Die entsprechenden Themenpunkte werden im Folgenden kursiv dargestellt.

1. Vorstellung der Themenvorschläge von Frau Brunschön, Psychiatrieerfahrene:

Frau Brunschön hat sich von Frau Melz entschuldigen lassen. Aus privaten Gründen möchte sie auf eine zukünftige Teilnahme am „trialogischen Forschungsprojekt“ verzichten. Sie bietet jedoch für die Zukunft ihre Hilfe „im Hintergrund“ an.

2. Vorstellung der Themenvorschläge von Frau Gürtler, Angehörige:

Frau Gürtler interessiert sich unter anderem für die Frage:

- Wie offen sind wir (die Parteien) wirklich miteinander?

Außerdem spricht Frau Gürtler den inneren Rollenkonflikt an, einerseits „therapeutisch“ und andererseits „privat“ mit den Professionellen zu kommunizieren.

Dieser innere Rollenkonflikt zeugt eventuell auch von unterschiedlichen Erwartungen aneinander. (-> Siehe 3).

3. Vorstellung der Themen, die sich im ersten Treffen von Herrn Zechert, Frau Prins und Frau Melz heraus kristallisiert haben:

1.) Erforschung der gegenseitigen Erwartungen von Betroffenen, Angehörigen und Professionellen aneinander
2.) Das Thema der Selbsthilfe - "Wo sehen Sie die Grenze von Selbsthilfe?"

Frau Gürtler konnte im ersten kristallisierten Thema ihr Interesse wiederfinden.

Das zweite Thema „Selbsthilfe“ wurde in der gesamten Sitzung als potentielles, trialogisches Forschungsthema nicht mehr erwähnt.

4. Diskussion / eventuelles Finden eines gemeinsamen Forschungsthemas:

Die Diskussion lief darauf hinaus, dass der Themenvorschlag

1.) Erforschung der gegenseitigen Erwartungen von Betroffenen, Angehörigen und Professionellen aneinander

bei allen Teilnehmern auf das größte Interesse stößt.

Dementsprechend wurde sich gemeinsam für die Erforschung dieses (noch sehr allgemein gehaltenen) Themas entschieden.

Herr Zechert machte sogleich auf die Frage aufmerksam, ob das gewählte Thema außergewöhnlich und provozierend sei (vgl. 1.Protokoll). Diese Anforderung muss auf jeden Fall bei der folgenden inhaltlichen Differenzierung des Forschungsthemas im Auge behalten und wenn möglich realisiert werden.

4.1. Erste inhaltliche Inputs für das trialogische Forschungsthema:

Frau Prins:

- „Was sind überhaupt Erwartungen? Von welchen Erwartungen sprechen wir?“ (zur Präzisierung des Themas).
- „Erwartungen werden falsch kommuniziert und deshalb auch oft falsch verstanden.“ (Hypothese). (M.Melz, 21.2.04: und falsch gedeutet, bewertet)
- „Psychiatrieerfahrene suchen oftmals einfach nur rein menschliche Zuwendung, Streicheleinheiten, Professionelle hingegen wirken dann oftmals (nur) im therapeutischen Sinne.“ (Aussage als Psychiatrieerfahrene in Bezug auf die Erwartungen von Betroffenen an Angehörige und Professionelle?).

Frau Gürtler:

- „Welche angstbesetzten Erwartungen gibt es?“ (zur Präzisierung des Themas).
- „Welche Erwartungen existieren in Bezug auf die Frage der Entlassung aus der Psychiatrie?“ (zur Präzisierung des Themas).
Herr Zechert:
- „Welche Erwartungen existieren in Bezug auf die Aufnahme in die Psychiatrie? Was wird getan, was wird erwartet?“ (zur Präzisierung des Themas).
- „Welchen Mindeststandard an Erwartungen müssten alle Parteien erfüllen?“ (zur Präzisierung des Themas).
- „Je nach Befragungsinhalt bilden sich Koalitionen zwischen den Parteien.“ (Hypothese).
Frau Melz:
- „Professionelle können nicht auf Dauer (oder überhaupt nicht) menschlich und zuwendend auf Betroffene und Angehörige reagieren, da diese „nichttherapeutischen Reaktionen“ mit der Zeit viel zu anstrengend werden und sie sich vor dem „Burnout“ schützen müssen/wollen.“ (vgl. oben Frau Prins) (Hypothese).

4.2. erste methodische Eingrenzungen und Fragen:

- Eingrenzungen:

Frau Prins und Herr Zechert:

- Befragung
- im Rahmen stationärer und teilstationärer Behandlung
- im Rahmen der Allgemeinpsychiatrie (keine Sucht- und Gerontopsychiatrie)
- von Erwachsenen

Frau Gürtler: -

Frau Melz: -

- Fragen:

Frau Prins:

- „Festlegung auf bestimmte Diagnosen?“

Herr Zechert:

- „In welchem Zeitraum befragen wir?“

Frau Gürtler: -

Frau Melz:

- „Befragung nach dem aktuellen Befinden?“

5. Wie sollen die zukünftigen Treffen aussehen? Immer alle zusammen? Oder auch in „Projektuntergruppen“?

Frau Gürtler und Frau Prins geben ihr Einverständnis, dass sich Frau Melz und Herr Zechert auch allein in einer so genannten „Projektuntergruppe“ treffen können. Ihnen ist das sogar recht, weil Sie davon ausgehen, dass unter anderem auch viel Gesprächsbedarf vorliegt, den sie gar nicht wissen müssen oder wollen. Sie vertrauen Herrn Zechert und Frau Melz, dass ihnen die entsprechend wissenswerten und wichtigen Inhalte mitgeteilt werden.

6. Wie soll die „Rolle“ von Melanie Melz in dem Projekt heißen?

Alle Trialogteilnehmer haben sich für Melanie Melz für die Rolle „Projektleiterin“ geeinigt.

7. Die Frage nach der Verbindlichkeit

Frau Melz hat die Frage der Rollenverteilung und der Verbindlichkeit für dieses „trialogische Forschungsprojekt“ angebracht. Ihre Idealvorstellung ist es, den Forschungsprozess weitgehend gemeinsam durchzuführen und somit bestmöglich das „trialogische Prinzip“ zu verwirklichen.

Das Anliegen von Herrn Zechert ist es ebenfalls, diese Forschung von A bis Z zusammen durchzuführen.

Frau Prins ist daran interessiert, während des gesamten Prozesses aktiv mitzuarbeiten, soweit es ihre Zeit zulässt.
Frau Gürtler möchte, wenn die Zeit vorhanden ist, regelmäßig an den Treffen teilnehmen.

8. Themen für das nächste Treffen:

- Präzisierung / Differenzierung des Forschungsthemas
- Was ist das Ziel dieser Forschung?
- Vorstellung / Diskussion eines Zeitplanes
- Vorstellung / Diskussion einer ersten Projektskizze ?

9. Vereinbarung eines neuen Treffens:

Die Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ trifft sich wieder am 05.03.2004 um 10 Uhr (in der Eisdiele, August-Bebel-Strasse 155, Bielefeld).

1.3 Protokoll Nr. 3

Christian Zechert 15.3.2004

Melanie Melz

Protokoll zum Treffen der Unter-Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 15.03. 2004

Am Zwischentreffen der Unter-Arbeitsgruppe "trialogisches Forschungsprojekt" nahmen

- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin,

teil.

Ausgangspunkt für das Treffen war die Diskussion um den methodischen Rahmen der Forschung.

Neben den bereits festgelegten methodischen Rahmenpunkten:

- Befragung
- im Rahmen stationärer und teilstationärer Behandlung,
- im Rahmen der Allgemeinpsychiatrie (keine Sucht-,

Geronto-, Kinder- und Jugendpsychiatrie),

- von Erwachsenen (vgl. 2.Protokoll)
- Keine Festlegung auf eine bestimmte Diagnose (lediglich Erfassung)
- Differenzierung der Angehörigen in Eltern, Kinder, Partner
- Struktur des Fragebogens: Inhaltlich einheitlicher Block für alle Parteien & spezielle

Fragen für entsprechende Partei (vgl. 3.Protokoll)

wurden folgende neue Punkte festgelegt:

- inhaltlich: Eingrenzung der Erwartungen: Therapieerwartungen (trialogisch)
- inhaltlich: Erfassung von Selbst- und Fremdbeurteilung (dabei sind nicht die

Personen sondern die Rollen der Personen von Interesse)

- Durchführen von Gruppendiskussionen nach der Befragung zur Festigung bzw.

Kristallisierung der Ergebnisse / Tiefenschärfe

Noch zu diskutieren:

- Gruppeninterview wann? (vor oder nach Befragung)

2.3. Differenzierung der Professionellen: Wissenschaftler, Ärzte, Pfleger und Schwestern, Sozialarbeiter

- Alternative: keine Differenzierung der Professionellen
- wenn undifferenziert, warum?

3. Vernachlässigung des Geschlechts der Befragten

- Alternative: keine Vernachlässigung des Geschlechtes der Befragten, sondern gleiche Anzahl von Männern und Frauen

4. Befragung in der Institution Psychiatrie

- Alternative: Befragung auch in Tageskliniken, Tagesstätten, Kontaktstellen, Rehabilitationseinrichtungen, ambulante Psychotherapie
- Rechtfertigung für die Auswahl / evtl. Begründung für das „Unterschlagen“ von Institutionen

5. Befragung von jeweils 20 Personen jeder Partei (Ziel absichtlich hoch gesetzt)

- Alternative: Anzahl der zu befragenden Personen höher oder niedriger ansetzen

6. Kein Limit zum Zeitraum der Befragung

- Alternative: Beginn und Ende der Befragung festlegen

7. Unterscheidung in a) „Methoden der Themenfindung“ und b) „Methoden der Datenerhebung zur Befragung“?

wenn ja:

zu a):

- „Qualitatives Verfahren mittels leitfadengestützter, trialogischer Gruppendiskussionen“?
- Diskussion um Vorteile und Nachteile der gewählten Methode

Zu b):

- Quer- oder Längsschnittsanalyse? (MM: einmalige Befragung)
- Quantitative oder qualitative Befragung (offene oder geschlossene Fragen)? Oder Mix? (MM: Mix)
- Einzelbefragung /Gruppenbefragung? (MM: Einzelbefragung)
- Gestaltung des Fragebogens: Befragter füllt den FB selbst aus oder er wird vom Interviewer face to face befragt. (MM: selbst ausfüllen)

- Datenerhebungsinhalte:

1. Befragung von Erwartungen („direkte“ Befragung)
2. Befragung über Zufriedenheit und Unzufriedenheit, Schlussfolgerung auf Erwartungen („indirekte“ Befragung)
3. Mischung aus 1. und 2. (MM: Mischung aus 1. und 2.)

1.4 Protokoll Nr. 4

Sibylle Prins 05.03.2004

Reinhild Gürtler

Maria Puffay

Christian Zechert

Melanie Melz

Protokoll zum dritten Treffen der Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 05.03. 2004

Am dritten Treffen der Arbeitsgruppe "trialogisches Forschungsprojekt" nahmen

- Frau Sibylle Prins, Vorsitzende des Vereins für Psychiatrieerfahrene Bielefeld,
- Frau Reinhild Gürtler, Angehörige,
- Frau Maria Puffay, Angehörige,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin,

teil.

Ausgangspunkte für das Treffen waren

1.) Die Eingrenzung des Forschungsthemas aus der zweiten Sitzung: „Erforschung der gegenseitigen Erwartungen von Betroffenen, Angehörigen und Professionellen aneinander“ und
2.) Die Diskussion um den methodischen Rahmen der Forschung.

Zu 1.)

Folgende Hypothese bzw. Fragestellung kristallisierte sich in der Diskussion heraus:

Gegenseitige Erwartungen von Betroffenen, Angehörigen und Professionellen nach dem Psychiatrieaufenthalt – eine trialogische Übereinkunft?

Fragen bezüglich Hilfe, Beratung, Begleitung, Aufklärung und Verantwortung nach der Entlassung

Zu 2.)

Besprochene Methodik:

Neben den bereits festgelegten methodischen Rahmenpunkten:

- Befragung
- im Rahmen stationärer und teilstationärer Behandlung,
- im Rahmen der Allgemeinpsychiatrie (keine Sucht-,

Geronto-, Kinder- und Jugendpsychiatrie),

- von Erwachsenen

wurde sich auf weitere Eingrenzungen geeinigt:

- Durchführen von Gruppendiskussionen vor der Befragung (vgl. Agenda 5.3.2004: Methodik Punkt 1.).
- jeweils eine Diskussion mit Teilnehmern einer Partei,
- mit Hilfe eines Leitfadens,
- Inhalt: Auseinandersetzung mit dem Forschungsthema,
- Ziele: - Analyse des speziellen Forschungsbedarfs von Betroffenen, Angehörigen

und Professionellen in Bezug auf das festgelegte Forschungsthema,

- entsprechende inhaltliche Ausrichtung des Fragebogens
- Keine Festlegung auf eine bestimmte Diagnose (vgl. Agenda 5.3.2004: Methodik Punkt 2.1.)
- Begründung: Ein solcher Vergleich erscheint für das Forschungsthema zu

differenziert / führt zu weit / nicht relevant.

- Diagnose soll lediglich erfasst werden.
- Differenzierung der Angehörigen in Eltern, Kinder, Partner (vgl. Agenda 5.3.2004: Methodik Punkt 2.2.)
- Struktur des Fragebogens: Inhaltlich einheitlicher Block für alle Parteien & spezielle Fragen für entsprechende Partei (vgl. Agenda 5.3.2004: Methodik Punkt 7.)

Die Punkte, die für die Methodik nicht diskutiert werden konnten, müssen auf die nächste Sitzung verschoben werden.

Ein Termin für einen neuen Treff wurde nicht vereinbart.

1.5 Protokoll Nr. 5

Sibylle Prins 25.03.2004

Maria Puffay

Christian Zechert

Melanie Melz

Protokoll zum vierten Treffen der Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 25.03. 2004

Am vierten Treffen der Arbeitsgruppe "trialogisches Forschungsprojekt" nahmen

- Frau Sibylle Prins, Vorsitzende des Vereins für Psychiatrieerfahrene Bielefeld,
- Frau Maria Puffay, Angehörige,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin,

teil.

Ausgangspunkte für das Treffen waren:

1. Die Diskussion um die letzten Punkte des methodischen Rahmens der Forschung,
2. Die Festlegung des Forschungsthemas,
3. Beginn einer Diskussion um die Inhalte der Fragebögen,
4. Vorstellung einer ersten Projektskizze.

Zu 1.)

Folgende Punkte wurden diskutiert:

- Zeitpunkt der Befragung: nach der Behandlung
- Differenzierung der zu befragenden Professionellen in Ärzte, Pflegekräfte, Sozialarbeiter,

Psychotherapeuten. Der Anteil der entsprechenden Berufsgruppen ergibt sich proportional

aus der mitwirkenden Zeit / Intensität in der Therapie.

- Es wird ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis der Beteiligten angestrebt.
- Die Forschung soll sowohl in stationären als auch teilstationären psychiatrischen

Institutionen Bielefelds stattfinden. Der Anteil ergibt sich proportional aus

dem Angebot an Therapieplätzen.

- Jeweils 20 Personen jeder Partei sollen befragt werden.

Zu 2.)

Das Forschungsthema wird in etwa so lauten:

Erwartungen und Einstellungen von Psychiatrie-Erfahrenen, Angehörigen und Professionellen zur psychiatrischen Behandlung – eine trialogische Übereinkunft? Ergebnisse eines gemeinsamen mehrmethodischen Forschungsprozesses.

Zu 3.)

Erste typische Problembereiche von Therapieerwartungen können hier festgehalten werden:

- Medikamente
- Zwangsmassnahmen / Beschränkungen
- Behandlungsaufklärung
- Compliance
- Zeitfaktor (wie viel Zeit hat wer für wen / bringt wer für wen mit ein?)
- Ansprechpartner in der Klinik / Therapie
- Rolle der Angehörigen
- Entlassungstermin

- …

Zu 4.)

Eine erste Projektskizze wurde vorgestellt. Herr Zechert und Frau Melz werden weiter an der Fertigstellung arbeiten.

Die Trialogische Forschungsgruppe trifft sich wieder am 16.04.2004 in der Grille.

1.6 Protokoll Nr. 6

Sibylle Prins 30.03.2004

Diether Höger

Christian Zechert

Melanie Melz

Protokoll zum fünften Treffen der Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 30.03. 2004

Am fünften Treffen der Arbeitsgruppe "trialogisches Forschungsprojekt" nahmen

- Frau Sibylle Prins, Vorsitzende des Vereins für Psychiatrieerfahrene Bielefeld,
- Herr Dr. Diether Höger, Prof. em., Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft der Universität Bielefeld,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld, Projektleitung,

teil.

Einführung

Zunächst gab es eine Vorstellungsrunde. Herr Höger, Professor für Psychologie an der Universität Bielefeld, stellte sich und seine wissenschaftlich thematischen Spezifikationen vor. Herr Höger verwies u. a. auf Parallelen seiner früheren Untersuchungen und der geplanten trialogischen Forschung: Er beschäftigt(e) sich unter anderem mit dem klientenzentrierten Ansatz in der Psychotherapie, der auch als subjektorientierter Ansatz in dieser Studie einen grundlegenden Pfeiler darstellt.

Frau Melz stellte anschließend den derzeitigen Forschungsstand des Projektes vor (vgl. Thesenpapier zu diesem Treffen). Eine wichtige Frage, die Herr Höger daraufhin stellte, prägte die weitere Diskussion: Interessiert uns an der Therapie die zwischenmenschliche Beziehung oder die Maßnahme? Es stellte sich heraus, dass die Beziehung innerhalb der Therapie und zwischen den Parteien vornehmlich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht.

Inhalt

Daraufhin berichtete Herr Höger über die Erforschung zwischenmenschlicher Bindungsmuster in bindungsrelevanten Situationen, sprich, wenn jemand in Kummer und Not gerät. Die drei Bindungsstile „sicher“, „vermeidend“ und „ambivalent“ können sich entsprechend auch in den Erwartungen auf die Therapie ausdrücken. Auch in dem von Herrn Höger publizierten „Bielefelder Fragebogen zu Klientenerwartungen (BFKE)“, einem Verfahren zur Erfassung von Bindungsstilen bei Psychotherapiepatienten, werden Muster der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens, der Erwartungen und Einstellungen erfasst. Dieser Fragebogen und der „Bielefelder Fragebogen zu Partnerschaftserwartungen (BFPE)“[1] waren die eigentliche Ausgangsbasis für dieses Treffen. Wir gingen davon aus, dass man eventuell einen dieser beiden validen und quantitativen Erhebungsinstrumente für unsere Forschungsfrage nutzen oder modifizieren kann.

Methodik

Hier begann ein sehr lebhaftes Brainstorming um das optimale Forschungsinstrument zur Erfassung der Erwartungen (von Beziehungen) in der Therapie von Psychiatrie-Erfahrenen, Angehörigen und Professionellen. Folgende Ideen und Vorschläge standen zur Debatte:

- Nutzung des BFKE und BFPE für die Befragung
- Durchführung von Einzelinterviews
- Durchführung von Gruppendiskussionen und Einsatz des BFKE / BFPE
- Durchführung von Gruppendiskussionen auf der Basis des „kontrollierten Trialog“.

Mit der Zeit kristallisierte sich die Idee der Durchführung von Gruppendiskussionen heraus. Wir gehen davon aus, dass dieses qualitative Erhebungsinstrument der Durchführung und Durchsetzung einem trialogischen Miteinander am gerechtesten wird. Denn der Trialog ist ein gruppenorientiertes Verfahren, welches nur durch ständige Diskussionen und Auseinandersetzungen miteinander wachsen und sich entwickeln kann. Im Vergleich zu Gruppendiskussionen verlor daher die, zunächst geplante, quantitativ ausgerichtete Befragungsmethode für unser Forschungsprojekt an Wert.

Ohne es zunächst zu bemerken, haben wir mit diesem Erhebungsinstrument das trialogische Prinzip der Metaebene[2] auch auf die Methodik verlagert. Denn im Gespräch manifestierte sich die Idee, auch die Datenerhebung trialogisch zu gestalten. Das heißt, dass zunächst drei Gruppendiskussionen angesetzt würden: Ein Treffen mit Psychiatrie-Erfahrenen, eines mit Angehörigen und eines mit Professionellen. Mit Hilfe eines Leitfadens werden dann jeweils die drei Gruppendiskussionen zum Forschungsthema geführt. Um den möglichen Vorwurf zu entwerten, dass getrennte Diskussionen keinen trialogischen Charakter vorweisen können, würden weitere Gruppendiskussionen auf dem Prinzip des „kontrollierten Trialog“[3] folgen. Das würde bedeuten, dass die/der ModeratorIn[4] mit jeder Gruppe am Ende zusammenfassend ihren Standpunkt zum Forschungsthema herausarbeitet und diesen an die jeweils zwei anderen Parteien in jeweils neuen Diskussionsrunden vorstellt. Das heißt, dass auf die ersten drei Gruppendiskussionen drei weitere folgen, in denen die Ergebnisse der ersten Runde diskutiert und reflektiert werden. Somit entsteht ein Trialog zwischen Psychiatrie-Erfahrenen, Angehörigen und Professionellen, der empirisch begleitet und entsprechend ausgewertet wird[5].

Ziele dieses Ansatzes sind schließlich:

- der Versuch einer trialogischen Forschung,
- der Versuch einer Anwendung einer trialogischen Forschungsmethode,
- die Öffnung zum Feld einer trialogischen Forschung,
- die Intensivierung des psychiatrischen Trialog.

Zum Schluss

Um die Gruppendiskussionen so strukturiert und zielorientiert wie möglich zu gestalten, muss das Forschungsthema inhaltlich eingegrenzt werden[6].

Bei den teilnehmenden Psychiatrie-Erfahrenen begrenzen wir uns auf eine Diagnose, dessen TrägerInnen sich bisher am intensivsten am Trialog beteiligt haben. Diese Selektion ist nötig, um die Repräsentativität der Studie gewährleisten zu können.

Herr Höger stellt sich freundlicherweise für weitere Hilfe zur Verfügung.

1.7 Protokoll Nr. 7

Reinhild Gürtler 16.04.2004

Christian Zechert

Melanie Melz

Protokoll zum sechsten Treffen der Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 16.04. 2004

Am sechsten Treffen der Arbeitsgruppe "trialogisches Forschungsprojekt" nahmen

- Frau Reinhild Gürtler, Angehörige,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin,

teil.

Zunächst haben Herr Zechert und Frau Melz Frau Gürtler über das letzte Treffen und die neue geplante Methode aufgeklärt. Auch Frau Gürtler kann sich Gruppendiskussionen gut vorstellen, äußerte jedoch Bedenken bezüglich des Findens von freiwilligen und interessierten Teilnehmern im Sinne der Rahmenbedingungen. Ihre Idee war es, zu gegebenem Zeitpunkt beispielsweise Angehörige in den Pegasus-Gruppen auf das Projekt anzusprechen und die Teilnahme anzubieten.

Herr Zechert schlug vor, zu Beginn der Gruppendiskussionen einen standardisierten Fragebogen an alle Teilnehmenden auszuhändigen, in welchem kurz demografische Daten und Erwartungen bzw. Einstellungen an die Therapie abgefragt werden. Die Fragen sollen dabei mit Hilfe des BFKE[7] und des BFPE[8] formuliert (und ausgewertet?) werden. Der Fragebogen soll für alle Parteien der gleiche sein. Mit dieser Methode wird ein quantitativer Ausgleich zur methodisch qualitativen Gruppendiskussion angestrebt.

Frau Melz stellte anschließend eine von Herrn Höger vorgeschlagene Methode vor, um die wahrscheinlich vielen Aussagen in den Gruppendiskussionen zu reduzieren. Demnach wird sich am Ende der Diskussionsrunde mit Hilfe des „kontrollierten Trialog“ nicht nur auf die inhaltlichen Ergebnisse der Diskussion an sich geeinigt, sondern auch auf die Reduktion der weiterzugebenden Standpunkte. Somit würden die drei bis vier wichtigsten Statements ohne Missverständnisse und methodisch sauber in die nächste Runde eingehen.

Zudem wurde eine neue Fassung einer Projektskizze von Frau Melz vorgelegt. Nochmals überarbeitet soll diese am Donnerstag, dem 22. April 2004 bei der ersten öffentlichen Vorstellung des Projekts auf der Tagung des Bielefelder PAP-Trialog Interessierten zur Verfügung stehen.

Der Terminvorschlag für ein neues Treffen ist der 11.5.2004 um 15 Uhr in der Grille. Dann wird es unter anderem um folgende Fragen gehen:

- Wie wird der standardisierte Fragebogen aussehen?
- Wie werden die Leitfaden für die Gruppendiskussionen aussehen?
- Wer wird zweiter Moderator in den Gruppendiskussionen sein?
- Wie und wo erreichen wir zukünftige Teilnehmer für die Gruppendiskussionen?

1.8 Protokoll Nr. 8

Sibylle Prins 26.05.2004

Reinhild Gürtler

Maria Puffay

Christian Zechert

Melanie Melz

Protokoll zum siebten Treffen der Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 26.05.2004

Am siebten Treffen der Arbeitsgruppe "trialogisches Forschungsprojekt" nahmen

- Frau Sibylle Prins, Vorsitzende des Vereins für Psychiatrieerfahrene Bielefeld,
- Frau Reinhild Gürtler, Angehörige,
- Frau Maria Puffay, Angehörige,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin,

teil.

Zunächst wurde die Vorstellung des geplanten trialogischen Forschungsprojektes in der Abteilung für Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead thematisiert. Es wird angestrebt, die Präsentation im Rahmen der dort wöchentlich stattfindenden Forschungsrunde durchzuführen. Als Termin wurde der 29.6.2004 vorgeschlagen. Herr Zechert wird diesen entsprechend weiterleiten.

Diskussionsbedarf bestand ebenfalls für den Inhalt der geplanten Gruppendiskussionen. Die Auseinandersetzung mit Erwartungen und Einstellungen an die stationäre akutpsychiatrische Behandlung bei Psychoseerkrankungen erschien in Bezug auf den Therapiebegriff als noch eingrenzungsbedürftig. Mit der Präzisierung des Begriffes der Therapie wird eine einheitliche Diskussionsgrundlage für alle Beteiligten der Gruppendiskussionen angestrebt und versucht, inhaltliche Missverständnisse von vornherein zu unterbinden.

Wir haben uns für zwei spezielle Therapieformen entschieden, die diskutiert werden:

Einstellungen und Erwartungen an

a) die Pharmakotherapie und
b) die Gruppentherapie[9].

Dabei werden jeweils fünf Statements den Leitfaden der Gruppendiskussionen im ersten Schritt bilden. Diese meinungsbildenden Aussagen werden inhaltlich entsprechend provokativ und gegensätzlich dargestellt, um das Thema in den Diskussionen vielseitig zu beleuchten.

Die drei Gruppendiskussionen im ersten Schritt werden mit einer Videosequenz als einheitlicher Eingangsstimulus für alle Probanden begonnen. Inklusive der Anwendung des Leitfadens soll somit eine gleiche bzw. ähnliche Ausgangssituation für die Gruppendiskussionen der jeweils drei Parteien gewährleistet werden, um entsprechend vergleichbare Ergebnisse zu erhalten.

Für die Gruppendiskussionen im zweiten Schritt wird es, wie im ersten Schritt, ebenfalls nur ein Treffen für jeweils alle Parteien geben. Die Statements der jeweils zwei anderen Parteien aus dem ersten Schritt werden in einem Treffen diskutiert[10]. Damit soll der Zeitaufwand der Probanden möglichst gering gehalten werden.

Alle Gruppendiskussionen werden mit einem Tonbandgerät aufgenommen. Von einer anschließenden Transkription der Bänder wird abgesehen, weil der Arbeitsaufwand als zu groß eingeschätzt wird.

Die Daten der Gruppendiskussionen werden wie folgt ausgewertet: Zum einen wird von den Moderatoren zum Ende der Gruppendiskussionen eine Zusammenfassung der diskutierten Ergebnisse angestrebt, auf welche die Gruppe entsprechend zustimmend oder mit erneutem Diskussionsbedarf reagieren kann. Zum anderen werden die vermittelten Inhalte nach den Diskussionen mit Hilfe der inhaltsanalytischen Methode von Philipp von Mayring[11] ausgewertet.

Die Forschungsgruppe trifft sich am 22.6.2004 um 15 Uhr in der Grille wieder. Herr Zechert und Frau Melz werden sich auch in der Zwischenzeit treffen, um die Feinheiten zu bearbeiten.

1.9 Protokoll Nr. 9

Christian Zechert 03.06.04

Melanie Melz

Protokoll zum Zwischentreffen von Christian Zechert und Melanie Melz am 03.06.04

Am Zwischentreffen der trialogischen Forschungsgruppe nahmen

- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin,

teil.

Zunächst wurde die aktualisierte Projektskizze von Frau Melz diskutiert. Diese wird in den nächsten Tagen Herrn Prof. Dr. Günter Albrecht[12] vorgelegt, welcher das Forschungsprojekt bzw. die Diplomarbeit universitär begleitet. Anschließend wird die Projektskizze nochmals überarbeitet, damit sie bei der Vorstellung des Projektes in der Forschungsrunde im ZPPM am 29.6.04 ausgehändigt werden kann.

Herr Zechert schlug vor, Herrn Prof. Martin Driessen[13] und Herrn Prof. Harald Rau[14] bei oben genannten Treffen um Optimierungsvorschläge in Bezug auf den Fragebogen für den standardisierten Teil der Datenerhebung zu bitten. Erste Vorschläge aus der trialogischen Forschungsgruppe werden entsprechend vorgelegt.

Es wurde darüber nachgedacht, die empirische Phase so schnell wie möglich zu absolvieren. Die Gruppendiskussionen in den zwei Phasen könnten z. B. innerhalb von 10 Tagen durchgeführt werden, die gesamte empirische Phase sollte innerhalb von vier Wochen zum Abschluss kommen. Hiermit sollen Effekte verhindert werden, welche die Ergebnisse negativ beeinträchtigen können: z. B. das Vergessen von Gesagtem bei den Diskussionsteilnehmern, gravierende Veränderungen in Bewusstseins- und Lebensumständen bei ebensolchen etc.

Für die Gruppendiskussionen der Professionellen schlug Herr Zechert den Zeitraum im Anschluss an die Zentrumskonferenz im ZPPM vor, welche ein Mal im Monat, von 8.00 - 9.30 Uhr stattfindet. Somit ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die Anwesenheit aller Diskussionsteilnehmer gewährleistet.

Es wurde weiterhin vorgeschlagen, den Diskussionsleitfaden für die Gruppendiskussionen in der ersten Phase mit jeweils zwei stark polarisierenden Grundaussagen in Bezug auf die beiden Therapieformen (Gruppentherapie und Pharmakotherapie) zu gestalten. Somit werden die Diskussionen von vier Statements geleitet, eine höhere Anzahl wurde für den Zeitrahmen als unangemessen eingeschätzt.

1.10 Protokoll Nr. 10

Melanie Melz 11.06.2004

Prof. Dr. Günter Albrecht

Protokoll zum Treffen mit Herrn Prof. Dr. Günter Albrecht[15] und Melanie Melz am 11.06.2004

Herr Albrecht hat die Projektskizze (Fassung 22.4.2004) gelesen und folgende Anmerkungen gehabt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Außerdem:

- Welches wissenschaftliche Erkenntnisinteresse verfolgen wir? Welchen wissenschaftlichen Ertrag erhoffen wir uns?
- Wie gehen wir damit um, wenn Diskrepanzen in den Ergebnissen der einzelnen Parteien in Sichtweise sind? Oder auch nicht?

Prinzipiell:

Alle Entscheidungen, die wir fällen, müssen in Bezug auf dessen Vor- und Nachteile diskutiert, systematisch abgewogen und gerechtfertigt werden. Dies muss auch in der Projektskizze ersichtlich werden.

Überarbeitung der Ausdrucksweise, präzise Nutzung des sozialwissenschaftlichen Wortschatzes (z. B. objektiv/subjektiv, Einstellungen/Erwartungen)

1.11 Protokoll Nr. 11

Reinhild Gürtler 22.06.2004

Maria Puffay

Christian Zechert

Melanie Melz

Protokoll zum achten Treffen der Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 22.06.2004

Am achten Treffen der Arbeitsgruppe "trialogisches Forschungsprojekt" nahmen

- Frau Reinhild Gürtler, Angehörige,
- Frau Maria Puffay, Angehörige,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin,

teil.

Zunächst ging es um die Einschlusskriterien der Psychiatrie-Erfahrenen, welche in der Datenerhebung beteiligt sein werden. Neben den bereits diskutierten Merkmalen[20], waren folgende Entscheidungen noch offen:

1. Sollten die Teilnehmer erst- oder mehrfach erkrankt sein?
2. Sollten die Teilnehmer eher älter oder eher jünger sein? Sollten wir überhaupt Altersgrenzen angeben?

Zu 1.) Wir sehen davon ab, Menschen mit erstmaligen Psychiatrie-Erfahrungen um eine Teilnahme in unserem Projekt zu bitten. Erfahrungsgemäß sind nicht wenige „erstmals Entlassenen“ von ihren psychiatrischen Erfahrungen irritiert und im Meinungsbildungsprozess nicht so vorangeschritten, wie Mehrfacherkrankte. Zudem wird vermutet, dass Ersterkrankte schwerer erreichbar sind, u. a. auch aufgrund anderer Projekte im ZPPM, die mit derselben Zielgruppe zusammenarbeiten wollen.

Die Mehrfacherkrankten sollten nicht länger als zwei Jahre durchgängig stationär behandelt worden sein. Mit diesem Kriterium wollen wir die chronifizierten Fälle ausschließen, die eventuell keine Erwartungen mehr an die Therapie besitzen oder bereits über mehr Wissen als ein junger Arzt verfügen.

Zu 2.) Wir haben uns zunächst für eine Altersgrenze von 18 - 55 Jahren entschieden.

Weiteres Diskussionsthema war die Frage, in Bezug auf welchen Zeitraum der Therapie wir die Teilnehmer nach ihren Erwartungen befragen wollen. Wollen wir sie nach den Erwartungen an die Therapie fragen, bevor diese überhaupt begonnen hat? Oder während der Therapie? Oder Erwartungen an die Therapie, wenn sie vorbei ist?

Da wir uns bei der Partei der Psychiatrie-Erfahrenen für Teilnehmer entschieden haben, die bereits mehrfach erkrankt waren, ist davon auszugehen, dass die Psychiatrie-Erfahrenen rückblickend über ihre Erwartungen an die Therapie sprechen werden. Durch die mehrfachen Erfahrungen, die sie mit den akutpsychiatrischen Behandlungen bei Psychoseerkrankungen gemacht haben, werden sich auch die Erwartungen an die Therapie verändert haben. Dementsprechend gehen wir davon aus, dass die Erhebung der Erwartungen an die Therapie nach deren Abschluss für alle drei Parteien die ähnlichsten Diskussionsvoraussetzungen bietet.

Der Hinweis von Frau Melz, in den Gruppendiskussionen jeweils einen zweiten Moderator mitwirken zu lassen, wurde zustimmend angenommen. Auch der Vorschlag, dass der zweite Diskussionsleiter jeweils ein Teilnehmer aus der trialogischen Forschungsgruppe ist, und zwar derjenige Vertreter, welcher zu der Partei der entsprechenden Diskussionsrunde gehört, wurde bejaht. Die Vertreter der eigenen Partei können das Gespräch besser leiten, weil sie in das Denken und die Erwartungen besser integriert sind und u. U. mehr Empathie mit den Diskutierenden aufweisen können.

Weiterhin haben wir uns auf den Zeitpunkt geeinigt, an welchem der Fragebogen in der Erhebungsphase 1 ausgefüllt werden soll: Um dem Risiko zu entgehen, dass die Teilnehmer nach den Gruppendiskussionen ermüdet und unkonzentriert sind oder frühzeitig wieder gehen müssen, wird der Fragebogen vor den Gruppendiskussionen ausgefüllt. Durch die Videosequenz zu Beginn der Diskussionsrunde wird ein einheitlicher Grundreiz geschaffen, die Inhalte des Fragebogens werden relativiert und nehmen dementsprechend keinen bedeutenden Einfluss auf die Diskussionen mehr.

Während oder nach den Diskussionsrunden kann Kaffee verteilt werden.

Um das weitere Vorgehen zu planen (vor allem die empirische Phase), haben wir einander die Urlaubszeiten des Sommers mitgeteilt:

Herr Zechert: 14.8. - 4.9.2004 Urlaub

Frau Gürtler: Juli ist schlecht, 12.9 - 23.9.2004 Urlaub

Frau Puffay: 15.8. - 1.9.2004 Urlaub

Frau Melz: bisher nichts geplant.

Frau Prins: ?

Der nächste gemeinsame Termin ist die Vorstellung unseres Projektes in der Forschungsrunde des ZPPM am 29.6.2004 um 11 Uhr.

1.12 Protokoll Nr.12

29.06.2004

Protokoll zur Vorstellung des „trialogischen Forschungsprojektes“ in der Forschungsrunde des ZPPM[21] am 29.06. 2004

Zur Vorstellung des trialogischen Forschungsprojektes in der Forschungsrunde des ZPPM waren alle Teilnehmer der trialogischen Forschungsgruppe anwesend:

- Frau Sibylle Prins, Vorsitzende des Vereins für Psychiatrieerfahrene Bielefeld,
- Frau Reinhild Gürtler, Angehörige,
- Frau Maria Puffay, Angehörige,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin,

Von der Abteilung für Forschung, Qualitätssicherung und Dokumentation des ZPPM nahmen teil:

- Herr Prof. Martin Driessen, Ärztliche Leitung des ZPPM, Bielefeld,
- Herr Prof. Harald Rau, Therapeutische Leitung des ZPPM, Bielefeld,
- Herr Dr. Thomas Beblo, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung für Forschung, Dokumentation und Dokumentation des ZPPM, Bielefeld,
- Frau Susanne Ratzka, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung für Forschung, Dokumentation und Dokumentation des ZPPM, Bielefeld und
- Herr Michael Schulz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung für Forschung, Dokumentation und Dokumentation des ZPPM, Bielefeld.

Zunächst wurden wir als Gäste in der Forschungsrunde des ZPPM begrüßt. Frau Melz konnte sogleich den derzeitigen Stand des trialogischen Forschungsprojektes vorstellen.

Daraufhin folgte eine lebendige Diskussion sowohl um den geplanten Ablauf der Forschung als auch um das methodische Design und die entsprechenden Auswertungsverfahren.

Folgende Substrate können aus der Diskussion gezogen werden:

1. Die Kontrolle der erfolgreichen Durchführung einer trialogischen Forschung:

a) Herr Rau fragte uns in Bezug auf die Überschrift „Kann man trialogisch forschen? ...“, wie wir denn kontrollieren können, ob eine trialogische Forschung möglich oder auch nicht möglich ist. Er stellte somit die Frage in den Raum, wie man nachweisen kann, dass nun tatsächlich ein trialogischer Forschungsprozess stattgefunden hat und erwähnte, dass dies nicht die Teilnehmer der trialogischen Forschungsgruppe, sondern objektive Messinstrumente bzw. außenstehende Personen sein müssten.
b) Dazu sollte man von vornherein einen Kriterienkatalog aufstellen, mit dessen Hilfe man nach Abschluss des Forschungsprozesses beurteilen kann, ob das Ziel, eine trialogische Forschung durchzuführen, erreicht wurde, oder nicht.

Folgende Inhalte kamen für einen solchen Kriterienkatalog zur Sprache:

1. Gemeinsame Durchführung aller Forschungsschritte,
2. Protokollierung des gesamten Forschungsprozesses,
3. Reflexion der Fähigkeiten bzw. Grenzen der einzelnen Mitglieder der Forschungsgruppe,
4. Analyse der Anwesenheit und Redezeit der einzelnen trialogischen Gruppen bei den Treffen (Gibt es eine informelle Hierarchie?),
5. Einsatz der Testgütekriterien Objektivität, Reliabilität, Validität.

2. Das übergeordnete Forschungsziel[22]

Aufgrund der methodischen Schwierigkeiten und des Arbeitsaufwandes, den Miss-/Erfolg einer trialogischen Forschung wissenschaftlich nachzuweisen, wurde in der Forschungsrunde auch das Bedeutung des übergeordneten Forschungszieles in Frage gestellt. Es wurde empfohlen, diesen Anspruch zu minimieren und das spezielle Forschungsziel in den Vordergrund zu stellen. Der „Versuch einer trialogischen Forschung“ könnte dementsprechend in einem Erfahrungsbericht oder im Diskussionsteil der Forschungsarbeit thematisiert werden.

3. Das spezielle Forschungsziel

a) Die Mitarbeiter der Forschungsabteilung waren sich weitgehend darüber einig, dass das Thema der Forschung inhaltlich spezifiziert werden sollte. Denn je zielorientierter geforscht wird, desto zielorientierter kann entsprechend die Datenauswertung durchgeführt werden.

Daher wurde vorgeschlagen, nur eine statt der zwei geplanten Therapieformen[23] zu thematisieren. Aus der Diskussion kristallisierte sich heraus, dass die Pharmakotherapie auf großes Interesse stieß. Mit dieser Therapieform scheint es in der Psychiatrie die meisten Probleme zu geben. Zudem wurde in Frage gestellt, ob die Kernpositionen der einzelnen trialogischen Parteien wirklich so bekannt sind, wie teilweise angenommen.
b) Neben der geplanten Erforschung von Therapieerwartungen wurde ebenfalls eine mögliche Erforschung von Therapiezielen in Erwägung gezogen. Dabei wurde vermutet, dass die Therapieziele in Bezug auf die Pharmakotherapie sowohl innerhalb der Parteien als auch zwischen den trialogischen Gruppen Unterschiede aufweisen würden.
c) Ein Fragebogen zur Erhebung von Therapieerwartungen der drei trialogischen Parteien war sowohl Herrn Rau als auch Herrn Driessen vorerst nicht bekannt.
Für eine halb-/standardisierte Befragung von Therapiezielen schlug Herr Driessen vor, eine Liste mit allen bekannten Therapiezielen zu erstellen und dementsprechend Irrelevanzen bzw. Bedeutsamkeiten der einzelnen Ziele abzufragen[24].

4. Die Methodik

a) Als Alternative zu den geplanten Gruppendiskussionen thematisierte Herr Schulz das Delphi-Verfahren[25]. Dieses soll, im Gegensatz zu der Gruppendiskussion, vom Erhebungs-, Aufbereitungs- und Auswertungsaufwand wesentlich rentabler sein.
Ebenfalls wurde kurzzeitig das Erhebungsinstrument GAS[26] in Betrachtung gezogen.
b) Umstritten war der Arbeitsaufwand bei der Auswertung der sieben geplanten Gruppendiskussionen in der zur Verfügung stehenden Zeit[27]. Es wurden z. B. von Herrn Beblo Zweifel angebracht, diesen immensen Arbeitsaufwand zu bewerkstelligen. Andererseits gab es Überlegungen, wie man die Auswertungsarbeit minimieren könnte. Frau Melz thematisierte beispielsweise das Prinzip des „kontrollierten Dialog“, mit welchem jede diskutierende Gruppe den Auftrag erhielte, die fünf Kernaussagen aus ihrer Gruppendiskussion herauszufiltern und diese sofort in der nächsten Erhebungsphase einsetzen zu können.

5. Fazit

Neben einer Menge neuer Denkanstöße und Optimierungsvorschläge können wir nun auch mit der Zustimmung der Klinikleitung für die Durchführung des trialogischen Forschungsprojektes im Rahmen des ZPPM[28] unsere Arbeit fortführen.

1.13 Protokoll Nr. 13

Kurzprotokoll zum Treffen von Melanie Melz und Prof. Dr. Günter Albrecht am 30.6.2004

Anliegen dieses Treffens war das Einholen von Expertenwissen in Bezug auf die Datenauswertung der Gruppendiskussionen.

Herr Albrecht ist der Meinung, dass es möglich ist, die sieben geplanten Gruppendiskussionen auszuwerten. Er geht davon aus, dass die Tonbandaufnahmen vereinfacht transkribiert werden können[29].

Für die Auswertung empfiehlt er die Zuhilfenahme einer entsprechenden Auswertungssoftware, wie z. B. Atlas.ti. Wichtig ist dabei, dass man sich auf bestimmte inhaltliche Aspekte konzentriert und dementsprechend nur diese auswertet. Somit kann eine Menge Datenmaterial vernachlässigt werden.

Die Anwendung des „kontrollierten Dialog“ beschreibt Herr Albrecht als „hilfreiches Kondensat“, rät jedoch davon ab, ausschließlich diese Methode zu nutzen. Er verweist darauf, dass „jeweils ca. fünf Kernaussagen von eventuell dominanten oder in Zeitdruck seienden Diskussionsteilnehmern nicht den wissenschaftlichen Gehalt vermitteln, der für eine angemessene Forschung nötig ist“.

PS: Herr Albrecht grüßt alle Teilnehmer und wünscht weiterhin Schaffenskraft und viel Erfolg.

1.14 Protokoll Nr. 14

Reinhild Gürtler 09.07.2004

Maria Puffay

Sibylle Prins

Christian Zechert

Melanie Melz

Protokoll zum 10. Treffen der Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 09.07.2004

Am 10. Treffen nahmen alle Teilnehmer der Arbeitsgruppe teil:

- Frau Sibylle Prins, Vorsitzende des Vereins für Psychiatrieerfahrene Bielefeld,
- Frau Reinhild Gürtler, Angehörige,
- Frau Maria Puffay, Angehörige,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin.

1.) Die Frage, ob inhaltlich die Therapieerwartungen oder die Therapieziele erforscht werden sollen und inwiefern die speziellen Therapieformen „Pharmakotherapie“ und „Gruppentherapie“ in die Fragestellung einbezogen werden, war bei diesem Treffen einführendes Diskussionsthema.

Wir haben uns darauf geeinigt, die Therapieziele während der stationären akutpsychiatrischen Behandlung bei Psychoseerkrankungen zu erforschen. Wir gehen davon aus, dass die Therapieziele eine klarere und weniger missverständliche Diskussionsgrundlage bieten können, als der eher vage und schemenhafte Begriff der Erwartung.

Um das Thema möglichst einfach zu halten, sehen wir von einer Spezialisierung des therapeutischen Begriffes ab, die Gruppen- und Pharmakotherapie werden dementsprechend in der Erhebung keiner gesonderten Sichtweise unterzogen .

2.) Auf diesen Entscheidungen basierend, haben wir beschlossen, einen Fragebogen mit Hilfe der Untersuchung von Therapiezielen in der psychiatrischen Behandlung von Driessen et al. (2001)[30] zu modifizieren.

3.) Aufgrund der methodischen Schwierigkeiten und des Arbeitsaufwandes, den Miss-/Erfolg einer trialogischen Forschung wissenschaftlich nachzuweisen, wurde zudem beschlossen, den Anspruch an die sog. Metaebene zu minimieren. Stattdessen werden wir uns primär auf die gemeinsame Durchführung der Forschung an sich konzentrieren. Nach Abschluss des Forschungsprozesses ist ein Erfahrungsbericht geplant und wir werden Stärken und Schwächen des Projekts reflektieren. Zudem wird angestrebt, den Versuch einer trialogischen Forschung auch aus wissenschaftlicher Sichtweise einzuschätzen und zu bewerten.

4.) Dementsprechend haben wir die Überschrift an die neuen Entscheidungen angepasst:

Eine Befragung von Psychiatrie-Erfahrenen, Angehörigen und Professionellen zu Therapiezielen während der stationären akutpsychiatrischen Behandlung bei Psychoseerkrankungen – Die Erprobung eines trialogischen Projekts.

5.) Weiterhin wurde darüber nachgedacht, zum Ende der drei Erhebungsphasen ein so genanntes Blitzlicht zu gestalten, d. h. eine kurze Befragung durchzuführen, die reflektierende Sichtweisen der Teilnehmer erhebt (z. B. „Was haben mir die Diskussionen gebracht?“, „Wie haben die Sichtweisen der anderen Parteien auf mich gewirkt?“ „Bin ich mit den Ergebnissen des Forschungsprojektes einverstanden?“). Diese Nachbefragung wäre sogleich ein Test auf Validität der qualitativ erhobenen Ergebnisse[31].

6.) Von einer Nutzung der - in der Forschungsrunde vorgeschlagenen - Delphi-Methode[32] wird abgesehen. Sie stellt keine Methode dar, die in Bezug zu unserem jetzigen Design signifikante Qualitätsunterschiede aufweisen kann.

7.) Wir haben vorerst geplant, bis zur Urlaubszeit ab Mitte August 2004 ein oder zwei Gruppendiskussionen durchzuführen. Dabei sollten max. 10 Teilnehmer pro Gruppendiskussion eingeladen werden und fest zugesagt haben. Wir gehen davon aus, dass dann letztlich ca. 7 Probanden zum Treffen erscheinen werden.

8.) Wir haben darüber nachgedacht, wie wir die Teilnehmer der Gruppendiskussionen entschädigen können (z. B. mit einem kleinen Präsent).

9.) Wir treffen uns am 15.Juli 2004 um 18 Uhr bei Frau Melz zu Hause (Oelmühlenstraße 39, BI) wieder. Folgende Themen stehen dann zur Diskussion:

- Auswahl einer Videosequenz (Grundreiz der Gruppendiskussionen),
- Fragebogen (evtl. auch Leitfaden für Gruppendiskussionen),
- Stand der Teilnehmerzahl für die Gruppendiskussionen,
- evtl. Diskussion um Aufwertungs- und Auswertungsverfahren der Gruppendiskussionen

1.15 Protokoll Nr. 15

R.-U. Burdinski 13.07.2004

Christian Zechert

Melanie Melz

Protokoll zum Zwischentreffen von Christian Zechert und Melanie Melz mit Herrn Dr. R.-U. Burdinski am 13.7.2004

An diesem Zwischentreffen nahmen

- Herr Dr. R.-U. Burdinski, stellv. Chefarzt des ZPPM, Arzt für Psychiatrie, Psychotherapie , Neurologie, Psychotherapeutische Medizin,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin,

teil.

Zunächst begrüßte Herr Burdinski die Idee der Durchführung eines trialogischen Forschungsprojekts und bot uns seine Unterstützung an.

Nach einer Diskussion in Bezug auf die allgemeinen Inhalte und die Umsetzung des Forschungsprojektes verlagerte sich das Gespräch auf die Rekrutierung der Teilnehmer der geplanten Gruppendiskussionen.

Herr Burdinski erklärte sich bereit, die Teilnahme von zwei Ärzten (wenn möglich ein Oberarzt), drei Pflegekräften, einem Psychotherapeuten und einem Sozialarbeiter des ZPPM und der Tageskliniken mit mind. 3 jähriger klinischer Berufserfahrung nach der Ausbildung, für die erste Gruppendiskussion zu koordinieren. Weitere Planungen für die darauffolgenden Erhebungsphasen übernimmt die Forschungsgruppe.

Ein Termin ist zunächst für diese Diskussionsrunde vorgesehen: Mittwoch, 8.September 2004, 14.00 - 15.30 Uhr in der Forschungsabteilung. Herr Burdinski wird uns entsprechend informieren.

Herr Burdinski erklärte sich außerdem dazu bereit, uns bei der Rekrutierung von Psychiatrie-Erfahrenen und Angehörigen für die Teilnahme an den Gruppendiskussionen behilflich zu sein, wenn wir dabei auf erhebliche Probleme treffen sollten.

1.16 Protokoll Nr. 16

Reinhild Gürtler 15.07.2004

Maria Puffay

Christian Zechert

Melanie Melz

Protokoll zum 11. Treffen der Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 15.07.2004

Am 11. Treffen nahmen folgende Teilnehmer der Arbeitsgruppe teil:

- Frau Reinhild Gürtler, Angehörige,
- Frau Maria Puffay, Angehörige,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin.

Zunächst wurde die neue Überschrift des Forschungsprojekts vorgestellt:

Therapieziele stationärer akutpsychiatrischer Behandlung bei Psychose-Erkrankungen – Ergebnisse einer trialogischen Befragung durch Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige und Professionelle.

Frau Melz stellte anschließend gesammelte Videoausschnitte vor, die ihr als Videosequenz für die Gruppendiskussionen inhaltlich als brauchbar erschienen:

U. a. aus:

- Talkshow „Fliege“, Aufnahme vom 16.11.2000, Thema: „Letzter Ausweg Psychiatrie“,
- Film „A beautiful mind“,
- Film: Das weiße Rauschen”,
- Film: „Elling“.

Es wurde sich auf eine Folge von Ausschnitten geeinigt:

1. Asmund Finzen definiert „Psychose“; Einleitung (Fliege),
2. Gast 1 erklärt Therapie als lebensunterstützend; ein mögliches Therapieziel (Fliege),
3. Gast 2 äußert sich über Psychopharmaka als Hilfe; Hilfsmittel für Therapieziel (Fliege),
4. „Ich hasse Gruppendiskussionen“; lustiger Ausklang, entspannungsfördernde Sequenz (Elling)

Zudem hat man sich darauf geeinigt, das Einschlusskriterium für die psychiatrieerfahrenen Teilnehmer der Gruppendiskussionen in Bezug auf die Bedingung, innerhalb der letzten 12 Monate mindestens einmal psychotisch erkrankt gewesen zu sein, zu lockern. Aus diversen Gesprächen (z. B. Frau Melz mit einer Psychiatrie-Erfahrenen und Frau Klein, Sozialarbeiterin in Pniel[33]) erkannte man, dass viele psychotisch erkrankte Menschen eine relativ lange Zeit brauchen, um sich von ihrer Psychose zu erholen bzw. diese entsprechend zu reflektieren. Dementsprechend wurde die Grenze der Letzterkrankung auf 3 Jahre heraufgestuft.

Es wurde kein neuer Treffpunkt vereinbart.

1.17 Protokoll Nr. 17

Reinhild Gürtler 29.07.2004

Maria Puffay

Sibylle Prins

Christian Zechert

Melanie Melz

Protokoll zum 12. Treffen der Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 29.07.2004

Am 12. Treffen nahmen alle Teilnehmer der Arbeitsgruppe teil:

- Frau Sibylle Prins, Vereins für Psychiatrie-Erfahrene Bielefeld,
- Frau Reinhild Gürtler, Interessengemeinschaft Angehöriger Psychisch Kranker Bielefeld e.V.,
- Frau Maria Puffay, Interessengemeinschaft Angehöriger Psychisch Kranker Bielefeld e.V.,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin.

Zunächst haben wir uns über den aktuellen Stand der Vorbereitungen für die Gruppendiskussionen ausgetauscht.

Folgende Termine stehen vorerst für die erste Erhebungsphase fest:

> Psychiatrie-Erfahrene: 10.8.2004, 18 Uhr in der Grille, Bielefeld,

> Angehörige: 11.08.2004 in der Klinik Pniel, Bielefeld,

> Professionelle: 8.9.2004 in der Forschungsabteilung des ZPPM, Bielefeld.

Die Teilnehmer der Gruppendiskussion der Professionellen sind bereits durch die Hilfe von Herrn Burdinski vollständig.

Die Teilnehmer der Diskussionen für Angehörige und Psychiatrie-Erfahrene sind noch nicht komplett. Bei beiden Parteien wurde aus Expertensicht geraten[34], die Rekrutierung kurzfristiger zu gestalten, um die Interessierten an den Gruppendiskussionen nicht allzu lange warten zu lassen.

Weiterhin haben wir beschlossen, uns nach den Diskussionsrunden bei den Teilnehmern für die Mitarbeit mit einer kleinen Aufmerksamkeit zu bedanken. Frau Prins kann so genannte „Glücksbeutel“ bereitstellen, welche wir befüllen können, Herr Zechert stellt Bücher zur Verfügung.

Der Stand der Fragebögen wurde ebenfalls diskutiert. Demnach kommen eine offene und vier weitere geschlossene Fragen hinzu, die den ursprünglichen Fragebogen von Herrn Driessen speziell für unsere Datenerhebung vervollständigen[35].

Eine Schwierigkeit gab es bei der Fragebogenversion für die Professionellen: Die Profis können sich nicht über persönliche Therapieziele in Bezug auf einen Patienten zu einem Zeitraum nach der Entlassung[36] äußern, wie das bei den Angehörigen und den Psychiatrie-Erfahrenen erfolgt. Sie arbeiten ja tagtäglich mit immer neuen Betroffenen zusammen. Dementsprechend haben wir uns darauf geeinigt, dass die Professionellen den Fragebogen in Bezug auf ihre generellen, persönlichen Therapieziele für ihre Patienten[37] beantworten. Den Fragebogen speziell auf einen Patienten auszufüllen, erscheint uns weniger mit den beiden anderen Fragebogenversionen vergleichbar als die gewählte Verallgemeinerungsform. Wir werden die gering veränderte Sichtweise der Professionellen bei der Auswertung der Fragebögen berücksichtigen.

Außerdem stand die Idee im Raum, den Fragebogen zusätzlich außerhalb der Gruppendiskussionen einzusetzen, um die Fallzahl n und gleichsam die Zuverlässigkeit der Ergebnisse der Fragebögen zu erhöhen. Wir haben jedoch zunächst beschlossen, uns aufgrund des zusätzlichen Arbeitsaufwandes auf die Durchführung der Treffen an sich zu konzentrieren. Die Idee kann demnach zu einem späteren Zeitpunkt erneut thematisiert werden.

Die Planung des Ablaufs der Gruppendiskussionen in der ersten Erhebungsphase wurde präzisiert. Zum Beispiel haben wir beschlossen, die Diskussion nach maximal 10 Minuten zu beenden, sollte diese über die angesetzte Zeit von 1,5 Stunden hinausgehen. Das Aufnahmegerät soll jedoch weiter aufnehmen, eventuelle interessante Aussagen nach „offiziellem Ende“ der jeweiligen Gruppendiskussion können in einem Gedächtnisprotokoll für Randaussagen festgehalten werden.

In Bezug auf die Auswertung der ersten Erhebungsphase (mit dem Ziel, jeweils fünf Kernaussagen aus den Gruppendiskussionen zu kondensieren) haben wir angedacht, dass jeder Teilnehmer der Forschungsgruppe die Inhalte der Diskussionsrunden in transkribierter Form von Frau Melz erhält. Auf dieser Basis soll zunächst jeder allein seine fünf Kernaussagen notieren. Anschließend werden wir uns treffen und im Gespräch zusammen die jeweils fünf Kernaussagen herauskristallisieren, die dann sogleich Leitfäden für die zweite Erhebungsphase bilden.

Das bereits transkribierte Material ist deshalb Auswertungsgrundlage, weil die Auswertungsmethodik ebenfalls inhaltlich vereinfacht ausfallen soll. Würden wir unsere Auswertung auf der Grundlage des Hörens der Aufnahmen gestalten, müssten wir auch die akustischen Informationen etc. entsprechend auswerten. Der Aufwand ist jedoch zu groß und wird als nicht ausreichend ergiebig eingeschätzt.

Für eine Aufwertungs- bzw. Auswertungsmethodik werden wir uns beim nächsten Treffen entscheiden. Außerdem ist eine vorbereitende Simulation einer Gruppendiskussion geplant. Dafür treffen wir uns am 5. August 2004, 14 Uhr in der Grille.

1.18 Protokoll Nr.18

05.08.2004

Maria Puffay

Sibylle Prins

Christian Zechert

Melanie Melz

Protokoll zum 13. Treffen der Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 05.08.2004

Am 13. Treffen nahmen folgende Teilnehmer der Arbeitsgruppe teil:

- Frau Sibylle Prins, Vereins für Psychiatrie-Erfahrene Bielefeld,
- Frau Maria Puffay, Interessengemeinschaft Angehöriger Psychisch Kranker Bielefeld e.V.,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin.

Zu Beginn des Treffens haben wir uns über den momentanen Stand der Vorbereitungen für die Gruppendiskussionen der Angehörigen bzw. der Psychiatrie-Erfahrenen ausgetauscht. Während für die Gruppendiskussion der Angehörigen (11.8.04) genug Teilnehmer gefunden worden sind, sprachen wir auch über die Probleme bei der Rekrutierung von Psychiatrie-Erfahrenen. Diese Suche stellt sich als schwieriger heraus als zunächst angenommen. Frau Prins und Frau Melz versuchen jedoch, bis zum entsprechenden Termin (10.8.04) genug Teilnehmer zusammenzubekommen.

Zudem haben wir den geplanten Ablauf der Diskussionsrunden zusammen besprochen und haben diesen ergänzt bzw. korrigiert.

Auch die drei Versionen des Fragebogens haben wir überarbeitet, diese sind nun einsatzbereit.

Sollten die Gruppendiskussionen wie geplant gelingen, wird Frau Melz die Aufnahmen transkribieren und die Texte den anderen Projektteilnehmern zukommen lassen. Wir alle werden dann die transkribierten Aussagen, wie im 12. Treffen besprochen, bearbeiten.

Wir treffen uns zu einem Erfahrungsaustausch am Freitag, den 13. August um 10 Uhr in der Eisdiele, August-Bebel-Straße.

Zudem ist ein neues Treffen mit allen Teilnehmern der Arbeitsgruppe geplant: 09.09.2004 um 9 Uhr in der Grille.

1.19 Protokoll Nr. 19

Reinhild Gürtler 16.09.2004

Maria Puffay

Sibylle Prins

Christian Zechert

Melanie Melz

Protokoll zum 14. Treffen der Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 16.09.2004

Am 14. Treffen nahmen alle Teilnehmer der Arbeitsgruppe teil:

- Frau Sibylle Prins, Vorsitzende des Vereins für Psychiatrieerfahrene Bielefeld,
- Frau Reinhild Gürtler, Interessengemeinschaft Angehöriger psychisch Kranker in Bielefeld e.V.,
- Frau Maria Puffay, Interessengemeinschaft Angehöriger psychisch Kranker in Bielefeld e.V.,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin.

Die vornehmliche Diskussionsgrundlage dieses Treffens waren die Transkripte der drei durchgeführten Gruppendiskussionen aus der ersten Erhebungsphase. Es wurde ein reger und spontaner Gedankenaustausch geführt. Frau Prins und Frau Gürtler hatten bereits Kernaussagen aus den Transkripten gezogen, die sie der Arbeitsgruppe vorab einmal vorstellten. Frau Puffay hatte bereits (ohne, dass es Ihr bewusst war) eine Art Textanalyse der Transkripte vorgenommen. Sie filterte alle Aussagen zu Therapiezielen heraus und ordnete sie positiven bzw. negativen Gesichtspunkten zu.

Für das nächste Treffen (24.9.2004, 9 Uhr, in der Grille) ist geplant, die Auswertung der drei Gruppendiskussionen aus der ersten Erhebungsphase durchzuführen.

Bezugnehmend auf das Gespräch von Frau Melz mit Herrn Albrecht (1.9.04) wurde die Auswertungsmethodik nochmals überdacht. Demnach wird Frau Melz nicht an der (trialogischen) Auswertung teilnehmen, sondern sich auf die wissenschaftliche Textanalyse beschränken. Mit einer Verbindung bzw. einem Vergleich der zwei Techniken soll die Erforschung des trialogischen Forschungsprozesses gewährleistet bleiben. Folgende Möglichkeiten zur Auswertung der Texte wurden vorgeschlagen:

1.) Die trialogische Forschungsgruppe filtert gemeinsam jeweils 5 Kernaussagen aus den Transkripten. Parallel führt Frau Melz eine wissenschaftliche Textanalyse von jedem Transkript durch. Beide Ergebnisse werden dann miteinander verglichen.
2.) Die gesamte Arbeitsgruppe führt die wissenschaftlichen Textanalysen gemeinsam durch, mit dem Ziel, jeweils 5 Kernaussagen aus einem Transkript zu ziehen.
3.) Frau Melz wertet zunächst die Transkripte textanalytisch aus und die Ergebnisse werden dann in der Arbeitsgruppe diskutiert und zu den Kernaussagen zusammengefasst.

Zu 1.) Die erste Version wurde als zu umständlich bzw. zu kompliziert aufgefasst.
Zu 2.) Diese Version wurde als zu zeitaufwendig charakterisiert[38].
Zu 3.) Für diesen Weg wurde sich entschieden. Er beinhaltet sowohl die sozialwissenschaftliche als auch die trialogische Auswertung. Bedingung ist jedoch, dass Frau Melz ihre Kollegen genauestens über die angewendete Auswertungsmethode aufklärt.

Nach der Wahl der dritten Auswertungsmöglichkeit folgten Diskussionen, unter welchen Gesichtspunkten die Transkripte analysiert werden können. Folgende Vorschläge wurden gemacht:

- direkte vs. indirekte bzw. versteckte Therapieziele,
- positive vs. negative Therapieziele,
- Zeitgebundenheit: Therapieziele beim ersten / zweiten / mehrfachen Aufenthalt und jetzige Therapieziele,
- Kritik, Verbesserungsvorschläge, Wünsche,
- Therapieziele des Teilnehmers / für den Betroffenen des Teilnehmers.

Frau Melz wird sich für eine optimale Auswertungsmethode mit Herrn Albrecht kurzschließen.

Weiterhin wurde über die neuen Termine der Gruppendiskussionen in der zweiten Erhebungsphase informiert:

Professionelle: 27.9.2004, 14 Uhr, ZPPM

Angehörige: 27.9.2004, 19 Uhr, Klinik Pniel

Psychiatrie-Erfahrene: 6.10.2004, 19 Uhr, Grille

Wir haben uns zudem entschieden, keine weiteren Fragebögen mehr zu verteilen und ausfüllen zu lassen, um die Anzahl der Befragten zu erhöhen[39]. Die Teilnehmer der Gruppendiskussionen und „extern Befragte“ sind unterschiedliche Gruppen mit verschiedenen Einflussvariablen und daher eventuell gar nicht vereinbar.

Letztlich haben wir beschlossen, jedem Teilnehmer im Anschluss an die jeweils zweite Gruppendiskussion bei Bedarf die Transkripte der Gruppendiskussionen aus der ersten Erhebungsphase auszuhändigen. Wir gehen davon aus, dass bei einigen Teilnehmern das Interesse über die 5 Kernaussagen hinaus bestehen wird.

1.20 Protokoll Nr. 20

Reinhild Gürtler 24.09.2004

Christian Zechert

Melanie Melz

Protokoll zum 15. Treffen der Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 24.09.2004

Am 15. Treffen nahmen drei Teilnehmer der Arbeitsgruppe teil:

- Frau Reinhild Gürtler, Interessengemeinschaft Angehöriger psychisch Kranker in Bielefeld e.V.,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin.

In dieser Sitzung ging es vornehmlich um die Auswertung der drei Gruppendiskussionen in der ersten Erhebungsphase. Frau Melz stellte zum einen die Arbeitsschritte vor, die sie für die qualitative Inhaltsanalyse bei allen drei Transkripten durchgeführt hat. Zum anderen erläuterte sie die Ergebnisse der drei Auswertungen.

Da nur drei der fünf Teilnehmer der Arbeitsgruppe bei dem Treffen anwesend waren und das Volumen der Ergebnisse relativ üppig ausfiel, entschloss man sich, die Interpretationen als „Hausaufgabe“ durchzuführen. Bis spätestens Dienstag, dem 28.09.2004 um 12 Uhr sollen alle Teilnehmer ihre 5 Kernaussagen zu allen drei Transkripten bei Frau Melz abgeliefert haben.

Frau Melz lässt Frau Prins und Frau Puffay dafür eine ausführlich beschriebene Anleitung zur qualitativen Inhaltsanalyse und die Ergebnisse zukommen.

Aus den angegebenen Kernaussagen von Herrn Zechert, Frau Prins, Frau Gürtler und Frau Puffay zieht Frau Melz anschließend die jeweils fünf wichtigsten Kernaussagen, welche die Leitfäden für die Gruppendiskussionen in der zweiten Erhebungsphase bilden.

Es wurde vorerst kein neuer Termin für ein weiteres Treffen beschlossen.

1.21 Protokoll Nr. 21

Reinhild Gürtler 21.10.2004

Maria Puffay

Sibylle Prins

Melanie Melz

Protokoll zum 16. Treffen der Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 21.10.2004

Am 16. Treffen nahmen folgende Teilnehmer der Arbeitsgruppe teil:

- Frau Sibylle Prins, Vereins für Psychiatrie-Erfahrene Bielefeld,
- Frau Reinhild Gürtler, Interessengemeinschaft Angehöriger Psychisch Kranker Bielefeld e.V.,
- Frau Maria Puffay, Interessengemeinschaft Angehöriger Psychisch Kranker Bielefeld e.V. und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin.

In diesem Treffen ging es vornehmlich um die Planung der dritten Erhebungsphase, die am 9. November um 17 Uhr in Pniel stattfindet.

Folgende Punkte wurden diskutiert und beschlossen:

1.) Eventuelles Verteilen der Transkripte der zweiten Erhebungsphase vor dem Großtreffen –

Von dieser Idee wird abgesehen, da vermutet wird, dass die Teilnehmer der letzten Gruppendiskussion dann alle auf einem unterschiedlichen Wissensstand sind (der eine hat die Transkripte gelesen, der nächste nur halb, ein anderer gar nicht). Das würde in der Gruppendiskussion zu Verwirrung und Zeitverzögerungen kommen. Von daher werden die Transkripte nach dem Großtreffen zur Verfügung stehen.

2.) Jeder Vertreter der jeweiligen Partei aus der Forschungsgruppe stellt kurz die Ergebnisse seiner Partei aus der ersten und 2.Erhebungsphase vor –

Dieser Idee haben alle zugestimmt. Dementsprechend wird Herr Zechert die

Ergebnisse der Profis, Frau Puffay (& Frau Gürtler ?) die der Angehörigen und Frau

Prins die der Psychiatrie-Erfahrenen kurz vorstellen (jeweils max. 10 Minuten).

Frau Melz wird für den Vergleich eine Übersicht herstellen, die jeder Teilnehmer

erhält und die in etwa folgender Darstellung entspricht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.) Es wurde sich darauf geeinigt, die Transkriptionen der 2. Erhebungsphase folgendermaßen auszuwerten: Zunächst führt Frau Melz wieder eine Inhaltsanalyse nach Mayring durch. Die Ergebnisse einer Partei übermittelt sie dem Vertreter dieser Partei aus der Forschungsgruppe. Dieser zieht daraus 5 - 6 Kernaussagen und präsentiert diese dann zusammen mit den Ergebnissen aus der ersten Erhebungsphase in dem Großtreffen. Man hat sich dazu entschieden, bei dieser Auswertung nur parteiintern zu arbeiten, da die Ergebnisse dann in der großen trialogischen Runde repräsentiert werden. Es wird vermutet, dass die Aussagen in Bezug auf die Therapieziele, klarer und präziser ausgedrückt werden können. Somit können die Parteien ihren Standpunkt (ohne Kompromisse wie in der Auswertung der ersten Erhebungsphase, in der alle Parteien an den Kernaussagen beteiligt waren) gegenüberstellen.

4.) Die Gruppendiskussion wird mit einer themenspezifischen Vorstellung aller Teilnehmer beginnen. Danach folgen die Vorstellungen der Ergebnisse. Die Teilnehmer werden daraufhin gefragt, ob sie sich so in den Ergebnissen wiederfinden. Dabei sollten sich die Teilnehmer nur zu Wort melden, wenn sie sich mit einem bestimmten Ergebnis nicht identifizieren können. In der anschließenden Diskussion wird Frau Melz die Hauptmoderation übernehmen, Nebenmoderatoren sind die Mitglieder der Forschungsgruppe. Dabei ist unbedingt immer wieder darauf zu achten, dass der Diskussionsinhalt um das Thema, die Therapieziele in der akutpsychiatrischen Behandlung, kreist.

5.) Die Diskussion wird mit Hilfe eines Leitfadens, der aus Fragen besteht, durchgeführt. Folgende Fragestellungen werden thematisiert und mit einem Projektor nacheinander an die Wand projiziert (damit die Tendenz abzuschweifen geringer wird):

1. Teil (streng in Bezug auf Therapieziele)

- Welche Konsequenzen ziehen sie aus den Ergebnissen der jeweils anderen
Parteien?
- Welche Aufgaben für die Zukunft sehen sie?
- Wie erklären Sie sich die Differenzen, die auftreten? (Sind das nicht eigentlich

Differenzen in der Vorstellung über den Weg, Therapieziele zu verwirklichen, als die

Therapieziele selbst?)

- Sind die einzelnen Differenzen aufhebbar?

2. Teil (etwas lockerer)

- Wie will jede Partei darauf hinarbeiten, dass sich etwas bessert? (Doppelfrage, aus

anderem Licht)

- Konsequenzen aus dieser Forschung
- Möglichkeiten, Fragen zu stellen, „Was ich sie schon immer mal fragen wollte“
- Gibt es ein Recht auf Nichtbehandlung bzw. hat man das Recht, gar keine

Therapieziele zu haben?

6.) Für die letzten Vorbereitungen treffen wir uns am 5. November 2004 um 10 Uhr in der Grille oder am 9. November um 16 Uhr in Pniel, d. h. eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung. Das wird Herr Zechert entscheiden, wann es sein Zeitplan erlaubt.

1.22 Protokoll Nr. 22

Reinhild Gürtler 26.11.2004

Maria Puffay

Sibylle Prins

Christian Zechert

Melanie Melz

Protokoll zum 17. Treffen der Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 26.11.2004

Am 17. Treffen nahmen alle Teilnehmer der Arbeitsgruppe teil:

- Frau Sibylle Prins, Vorsitzende des Vereins für Psychiatrieerfahrene Bielefeld,

- Frau Reinhild Gürtler, Interessengemeinschaft Angehöriger psychisch Kranker in Bielefeld e.V.,
- Frau Maria Puffay, Interessengemeinschaft Angehöriger psychisch Kranker in Bielefeld e.V.,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin.

In dieser Sitzung ging es hauptsächlich um die noch bevorstehenden Auswertungen der trialogischen Forschungsgruppe. Zum einen ist das die Auswertung der Gruppendiskussion der dritten Erhebungsphase und zum anderen die Auswertung des Fragebogens.

Dafür hat Frau Melz die jeweils aufbereiteten Daten vorgestellt und erklärt. Einige Daten gaben bereits Anlass zu Vergleichen, Interpretationen, Vermutungen etc.

Es wurde sich darauf geeinigt, dass die Teilnehmer der Forschungsgruppe die aufbereiteten Unterlagen auswerten und die Ergebnisse so schnell wie möglich Frau Melz zukommen lassen. Folgende Punkte sollten dabei Beachtung finden:

1. Auswertung der dritten Gruppendiskussion (eventuell wieder durch Kernaussagen? (keine Vorgabe)
2. Auswertende Worte zu allen Gruppendiskussionen -> Was ist die Quintessenz in Bezug auf unser Forschungsthema? Haben die Parteien ähnliche, gleiche oder ganz unterschiedliche Therapieziele?
3. Auswertung des Fragebogens (in Bezug auf die Skalen, die vorgestellt werden)
4. Interpretation der offenen Frage des Fragebogens (Gibt es da z. B. einen Zusammenhang zu den Gruppendiskussionen? Wurde in jenen das diskutiert, was in dem Fragebogen zu kurz kam?)
5. Vergleich zwischen den Ergebnissen der Gruppendiskussion und des Fragebogens (z. B. Unterschiede, Gemeinsamkeiten, Erkenntnisse, worüber man sich wunderte, was man nicht nachvollziehen konnte etc.)
6. Wenn möglich noch eine Zusammenfassung / ein Statement zur Hypothese (Therapieziele gleich? Ja oder nein oder ...)

Das nächste Treffen findet am 10.12.2004 um 9.30 Uhr in der Grille statt.

1.23 Protokoll Nr. 23

Maria Puffay 10.12.2004

Christian Zechert

Melanie Melz

Protokoll zum 18. Treffen der Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 10.12.2004

Am 18. Treffen nahmen folgende Teilnehmer der Arbeitsgruppe teil:

- Frau Maria Puffay, Interessengemeinschaft Angehöriger psychisch Kranker in Bielefeld e.V.,
- Herr Christian Zechert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung, Dokumentation und Qualitätssicherung des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Gilead und
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin.

Grundlegendes Thema dieses Treffens war die Auswertung der dritten Gruppendiskussion, des Fragebogens bzw. der gesamten erhobenen Daten[40]. Da Frau Gürtler als auch Frau Prins an diesem Treffen nicht teilnehmen konnten, stellten zunächst Herr Zechert und Frau Puffay ihre ersten Auswertungsschritte vor[41]. Frau Puffay äußerte neben ersten Ergebnissen ebenso, Probleme damit zu haben, die Daten zu strukturieren und zusammenzufassen. Herr Zechert half ihr sogleich, indem er seine ersten Ergebnisse vorstellte und diese kommentierte.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Auswertung in Bezug auf das Erhebungsdesign. Dazu stellte Frau Melz einige Fragen vor, die für die Selbstreflektion der Forschungsgruppe und für die Diskussion um das Erhebungsdesign an sich von Bedeutung sind. Diese Auswertung wird im nächsten Treffen thematisiert.

Zudem war dieses Treffen von allgemeinem Diskussionsbedarf gekennzeichnet. Frau Melz stellte beispielsweise Fragen an die Forschungsgruppenmitglieder, die ihr noch für das Schreiben der Diplomarbeit unklar waren. Ebenso wurden diverse psychiatrische Entwicklungen thematisiert. In diesem Treffen konnte man wieder deutlich erkennen, dass es bei diesen Zusammenkünften nicht ausschließlich darum geht, im Forschungsprozess voranzuschreiten, sondern dass auch der Austausch an sich zwischen den Gruppenmitgliedern und die Gruppendynamik eine wichtige Rolle für das Forschungsprojekt spielen.

Für einen neuen Termin wurde der Zeitraum 05. - 07.01.2005 vorgeschlagen.

1.24 Protokoll Nr. 24

27.01.2005

Maria Puffay

Sibylle Prins

Melanie Melz

Protokoll zum 19. Treffen der Arbeitsgruppe „trialogisches Forschungsprojekt“ am 27.01.2005

Am 19. Treffen nahmen folgende Teilnehmer der Arbeitsgruppe teil:

- Frau Sibylle Prins, Vorsitzende des Vereins für Psychiatrieerfahrene Bielefeld,
- Frau Maria Puffay, Interessengemeinschaft Angehöriger psychisch Kranker in Bielefeld e.V.,
- Frau Melanie Melz, Projektleiterin.

In diesem Treffen wurden die Ergebnisse des Untersuchungsplanes diskutiert. Die Teilnehmer der Forschungsgruppe reflektierten den Forschungsprozess an sich, stellten deren Vor- und Nachteile dar, machten Verbesserungsvorschläge und zogen eine persönliche Bilanz.

Herr Zechert und Frau Gürtler, die bei diesem Treffen leider verhindert waren, bekommen die von Frau Melz gestellten Fragen in schriftlicher Form zugestellt und werden die Ergebnisse des Untersuchungsplanes dementsprechend formulieren.

[...]


[1] von Herrn Höger und S. Buschkämper, 1998.

[2] Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige und Professionelle führen zusammen ein Forschungsprojekt durch

[3] basiert auf dem Prinzip des „kontrollierten Dialog“ aus der Paarberatung und -therapie.

[4] ModeratorIn soll außenstehend und unvoreingenommen sein, im Gespräch war Frau Melz.

[5] Auswertung mit Hilfe der Inhaltsanalyse, orientiert an Phillip Mayring, nur auf Aussagen konzentrierend.

[6] zum Beispiel: „Erwartungen und Einstellungen von Psychiatrie-Erfahrenen, Angehörigen und Professionellen an die (menschliche) Beziehung in der psychiatrischen Behandlung – Eine trialogische Übereinkunft?...“

[7] Bielefelder Fragebogen zu Klientenerwartungen, D. Höger, 1999.

[8] Bielefelder Fragebogen zu Partnerschaftserwartungen, D. Höger und S. Buschkämper, 1998.

[9] Dazu zählen u. a. Psychosegruppen, themenorientierte Gruppen, stabilisierende Runden, Morgenrunden, Gruppenvisiten, Erfahrungsaustausch ...

[10] Dabei dienen die Statements aus dem ersten Schritt als Leitfaden für die Gruppendiskussionen im zweiten Schritt.

[11] Mayring, P. 1990: Einführung in die qualitative Sozialforschung, Psychologie Verlags Union München.

[12] Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie.

[13] Ärztliche Leitung des Zentrum für Psychiatrie und Psycho­therapeutische Medizin (ZPPM), Bielefeld.

[14] Therapeutische Leitung des Zentrum für Psychiatrie und Psycho­therapeutische Medizin (ZPPM), Bielefeld.

[15] Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie; begleitet das trialogische Forschungsprojekt im Rahmen der Diplomarbeit von Melanie Melz.

[16] Versuchsleiterunabhängigkeit

[17] Reliabilität = Zuversichtlichkeit eines wissenschaftlichen Versuches, das heißt, dass z. B. gewährleistet ist, dass ein Forscher unter denselben Forschungsbedingungen das gleiche Ergebnis erhält, wie ein anderer Forscher. Sie müssten sozusagen ersetzbar sein, ihre Subjektivität dürfte dementsprechend keine Rolle spielen. Das gleiche gilt auch bei verschiedenen Zeiträumen, z. B. müsste bei einem IQ-Test bei einer gleichen Person zu unterschiedlichen Zeiten dasselbe Ergebnis erwartbar sein..

[18] Validität = Ein Messinstrument ist gültig, wenn es tatsächlich das misst, was es messen soll. Oder: Das Ergebnis der Messung gibt das wieder, was man bei seiner Interpretation glaubt, dass es dies wiedergibt

[19] Verschiedenartigkeit

[20] Psychiatrie-Erfahrene mit der Diagnose „Psychose“ (F 20 gemäß ICD-10), die innerhalb der letzten 12 Monate mindestens einmal psychotisch erkrankt waren, aber nicht innerhalb der letzten 6 Wochen vor Befragungsbeginn.

[21] Zentrum für Psychiatrie und medizinische Psychotherapie.

[22] d. h. trialogisch zu forschen.

[23] Pharmakotherapie und Gruppentherapie.

[24] Inklusive Literaturempfehlung: Driessen, M. et al.(2001): Therapieziele in der psychologischen Medizin – Stand der Forschung und Entwicklung eines standardisierten Instruments. In: PPmP Psychother Psychosom med Psychol, 51, Georg Thieme Verlag Stuttgart – New York, S. 239-245.

[25] vgl. „Delphi-Verfahren“.

[26] Goal Attainment Scaling, dient der Erfassung des Behandlungserfolgs, gemessen als Verhältnis zwischen den vor der Behandlung angestrebten Therapiezielen und den tatsächlich erreichten Therapieeffekten. Wird für uns nicht in Frage kommen, da mit diesem Erhebungsinstrument Langzeitstudien (mehrere Befragungen über einen Zeitraum hinweg) und nicht Querschnittstudien (wie in unserem Fall: einmalige Befragung) durchgeführt werden.

[27] Abgabetermin der Diplomarbeit von Melanie Melz: 15.01.2005. Dieser kann jedoch um max. sechs Wochen verlängert werden.

[28] Herr Driessen und Herr Rau verwiesen uns dafür an die Abteilungsleitung der Station A P 1 (Allgemeine Psychiatrie 1).

[29] d. h. Verschriftlichung der lediglich gesprochenen Worte.

[30] Driessen, M. et al.(2001): Therapieziele in der psychologischen Medizin – Stand der Forschung und Entwicklung eines standardisierten Instruments. In: PPmP Psychother Psychosom med Psychol, 51, Georg Thieme Verlag Stuttgart – New York, S. 239 - 245.

[31] vgl. Mayring 2002.

[32] vgl. Protokoll Nr. 9.

[33] Die Klinik Pniel in Bielefeld ist zuständig für die mittelfristige Behandlung psychisch kranker Menschen.

[34] z. B. Herr Klein, A&F; Frau Klein, Klinik Pniel, Bielefeld.

[35] vgl. aktueller Stand der Fragebögen, 30.7.2004.

[36] siehe Einschlusskriterien, Projektskizze.

[37] mit der Diagnose Psychose, mehrfacherkrankt, 18-55 Jahre alt, gemäß der Einschlusskriterien der Psychiatrie-Erfahrenen in der Projektskizze.

[38] Auch die Unsicherheit der Angehörigen-Vertreter gegenüber der „richtigen Forschung“ stand im Raum.

[39] vgl. Protokoll Nr. 13.

[40] vgl. Protokoll Nr. 22.

[41] Sowohl die Auswertungen von Frau Prins und Frau Gürtler, aber auch die gesamten Auswertungen von Frau Puffay und Herrn Zechert müssen in der nächsten Sitzung diskutiert werden.

Ende der Leseprobe aus 368 Seiten

Details

Titel
Therapieziele stationärer akutpsychiatrischer Behandlung bei Psychose-Erkrankungen
Untertitel
Ergebnisse einer trialogischen Befragung durch Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige und Professionelle
Hochschule
Universität Bielefeld  (Fakultät für Soziologie)
Note
1,5
Autor
Jahr
2005
Seiten
368
Katalognummer
V80497
ISBN (eBook)
9783638000260
Dateigröße
2044 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Veröffentlichung der Ergebnisse der Diplomarbeit in der Psychosozialen Umschau 1/2006, 16-17
Schlagworte
Therapieziele, Behandlung, Psychose-Erkrankungen, Ergebnisse, Befragung, Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige, Professionelle
Arbeit zitieren
Melanie Melz (Autor), 2005, Therapieziele stationärer akutpsychiatrischer Behandlung bei Psychose-Erkrankungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80497

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